Beiträge von Shoppy

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    Bei einigen kläfft er aber eben noch. Mein Problem ist nun aber, dass das genau diese sind, die sich dann zu meinem Hund runterbeugen und ihm irgendetwas erzählen wollen von wegen "Ich habe dir doch gar nix getan!" "Was willst du denn?" "Du bist ja ein kleiner Terrorhund"! Das sind die Momente wo ich ausflippen könnte, da sich Rocky dann natürlich völlig in sein Gekläffe reinsteigert. Dann helfen auch keine Leckerlies mehr, die ihn ablenken können.


    Ich würde "einfach" das gewünschte Verhalten, dass er ja in einigen Situationen schon gut zeigt (ignorieren von anderen Menschen) weiter bestärken. Da ihr ja immer mal wieder auch andere trefft, wird er mit der zeit immer besser verstehen, dass das das gewünschte Verhalten ist. Weiterhin kannst Du bei den Labertaschen so lange belohnen, wie er eben die Leckerchen noch annimmt (auch wenn er schon angefangen hat zu Bellen. Ja, möglicherweise bestärkst Du damit zunächst erst mal ein wenig das VERHALTEN Bellen, aber du verändest ausserdem die Emotion, die er hat, wenn sich "Labertaschen über ihn beugen" von "Muß ich anbellen" in "die verursachen Futterregen... Geil!" - der Fachbegriff ist Klassisceh Gegenkonditionierung).
    Vielleicht kannst Du einige Freunde dazu überreden, solche Situationen gezielt mit Euch zu üben...


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    Ich erhalte dann natürlich noch schräge Blicke und abfällige Bemerkungen, wobei ich mir dann nur denke "Halt die Klappe und lass meinen Hund in Ruhe", es ja aber leider nicht sagen darf. Ist das jetzt wirklich nur meine Schuld bzw. Schuld von meinem Hund oder darf man dann die Leute auch mal HÖFLICH darauf hinweisen, dass sie dieses Gekläffe gerade provozieren. Ich weiß nicht, was Rocky in seinen ersten zwei Lebensjahren für (schlechte) Erfahrungen gemacht hat, dass er so auf fremde Menschen auf der Straße reagiert, die Vorbesitzerin wollte bzw. konnte mir dazu keine Angaben machen.


    Ja, das ist so, man wird blöd angeguckt, oder gar angemacht, dann gerät man unter Druck.
    Mir hat es geholfen, meine Einstellung zu der Situation an sich zu ändern: Ich versuche, solche Situationen als Trainingsmöglichkeiten zu nutzen. Natürlich klappt das nicht immer, gerade mit Leuten, die keine Impulskontrolle haben und dann "überbeugend anlabern" und die dann das unerwünschte Verhalten auslösen. Aber ich sehe jede einzelne derartige Situation als ein aus unzähligen Teilchen bestehender Haufen:
    Wenn mir so eine Labertasche entgegen käme, würde ich einfach jeden einzelnen "ruhigen" Schritt positiv bestärken. Je nach entfernung sind das ziemlich viele Schritte - da zählen die letzen 5-8, bei denen der Hund bellte nichts dagegen. Besonders dann nicht wenn Du die Begegnungen, die sowieso schon gut laufen (die Du, wie oben schon geschrieben, bestärken solltest) auch noch mitrechnest.

    zu dem Hausmeistermenschen: Nutz ihn - wenn der vorhersehbar gerne mal irgendwo rumsteht, nutz das für ein Annäherungstraining. Geh mit Rocky auf ihn zu - ignorier den Menschen und achte nur auf Rocky - solange bei Rocky alles Roger ist, gehts unter Lob und Belohnung Richtung Hausmeister. Sagt Rocky, "ohohhh" drehst Du um und gehst einige Meter weg. (das Umdrehen loben und belohnen, dann das loben/Belohnen einstellen, während Du dich entferntst). Wenn sich Rocky auf Grund der gesteigerten Distanz wieder entspannt hat, kannst Du einen neuen Trainingsanlauf starten. (Schön weiter den Mann und die Geräusche, die der macht ignorieren...)

    Menschen, die dem Hund Leckerchen geben wollen, kannst Du fragen, ob sie ihm die Leckerchen lieber zuwerfen könnten - dann kann Dein Hund in der Entfernung bleiben, die ihm sicher erschein UND trotzdem positive Dinge mit diesen Menschen verknüpfen (denn sie sind Futterschleudern, yummie!)!

    Was ist total Phantastisch finde, sind Target-Übungen, besonderst die "Fingertouches" - wo der Hund also lernt, mit seiner Nase die Hand anzustuppsen. Das kannst Du erst mal mit Deiner Hand üben, und dann auf die Hände Deiner Freunde generalisieren - und weil man dabei eigentlich immer etwas vorneübergebeugt steht, desensibilisierst Du ihn auf diese Körperhaltung UND Du hast die Möglichkeit ihn zu "fragen" ob er sich jenem Menschen weiter nähern möchte (indem Du ihn "touchen" schickst") - oder ob er das lieber nicht möchte (dann wird er das Signal nicht ausführen) - wodurch Du reagieren kannst und dafür sorgen, dass diese Menschen ihm nicht zu nahe kommen...


    Habt ihr vielleicht ein paar Tipps für mich wie ich mich in solchen Situationen am Besten verhalten soll? Momentan sieht es so aus, dass ich meinen Rocky dann völlig entgeistert und genervt von den Leuten wegziehe und weiterlaufe, aber das kann es ja nun auch nicht sein ...

    Danke schon mal im Voraus![/quote]

    Mal vorweg:
    Ich halte von dem Dominanz-Gedöns nicht allzuviel - denn er vernebelt den Blick auf das Problem.
    Das Probelm ist das Verhalten - nicht, wer der beiden Hunde der Boss ist.
    Dass Problem ist, dass Capp nicht angemessen auf das Verhalten von Fips reagiert.

    Regeln sind eine gute Sache, man sollte sich aber bewußt machen, dass sie selten mehr bewirken als eben genau das Verhalten, dass sie "bearbeiten".

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    Ihre Ratschläge zur Sofortmassnahme vor dem Einzeltraining waren:
    An der Leinenführung arbeiten, nicht weil ziehen an der Leine lästig ist, sondern weil ein vorgehender Hund die Führung übernimmt.

    Blablabla, Leitwölfe führen immer die Gruppen an? Falsch...

    Würde ich aber dennoch dran arbeiten, denn ziehende Hund SIND tatsächlich lästig UND durch das Ziehen wird Spannung aufgebaut - und die willst Du ja gerade nicht. Ich würde üben, dass ein Hund links und er andere Rechts von Dir (und/oder Deinem Freund) geht, denn damit bist Du (und/oder Dein Freund) als "Splitter" dazwischen.


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    Cap darf weder auf die Couch noch auf´s Bett, von wegen erhöhter Position.


    Sind die Probleme zwischen den Beiden auf dem Bett auftgetreten? Darf Fips aufs Bett/Couch? Geht sie freiwillig nicht rauf?
    Ich handhabe es so: solange kein Streit entsteht, darf jeder liegen wo er will, solange er/sie gelernt hat, auf Signal runter zu gehen.

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    Ich soll prinzipiell als erste durch die Tür gehen.


    Jau, weil die Leitwölfe ja angeblich immer als erste Durch die Tür gehen.
    Ich finde es viel wichtiger, dass es vor dem Durch die Tür gehen entspann zugeht - aufgeregter Hunde, die sich freuen, dass es gleich rausgeht, können leicht "umschlagen", weil Aufregung und Aggression "chemisch" (im Hundekörper) das gleiche ist...
    Also: kein wildes Rumhüpfen beim anziehen von Menschen und Hunden, kein überdrehtes hinundhersausen auf dem Weg zur Tür, auf der Treppe, oder am Hauseingang. Bis ich angezogen bin, müssen die Hunde ruhig stehen, oder sitzen. Ich kann sie selber nur "anziehen" wenn sie ruhig stehen, und anleinen geht auch nur, wenn niemand zappelt. Bei mir gehen zu erst die Hunde raus (nacheinander) warten dann im sitzen oder stehen, dass ich die Tür zu mache, und dann geht es an lockerer Leine los.

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    Cap darf wenn ich esse nicht mehr neben mir sitzen.


    Ja also: ich würde ind Situationen, in denen es zu dem Problemverhalten gekommen ist, JEDEM beteiligten einen FESTEN Ort zuweisen. Ich kann meinen Hund (und diverse Gasthunde) auf ihre diversen Plätze "schicken". Habe ich welche da, die das nicht können UND die dadruch Probleme machen könnten, leine ich sie an ihrem Platz an (während die Problematische Situation besteht...).


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    Cap muss aufstehen und weggehen wenn ich ihren Weg kreuze.

    Ja, das müssen meiner (und Gasthunde) definitiv auch, sofern ich nicht ohne weiteres Problemlos drumrum gehen könnte.

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    Die Hunde dürfen ihre Körbchen nicht mehr tauschen.

    DAs ist sinnvoll, vor Allen dingen, wenn Du das "geh auf Deinen Platz" für beide nutzen möchstest - ansonsten kann es in der Situation passieren, dass sie den Gleichen Korb ansteuern und Krawumm...

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    Obwohl ich der Meinung bin, dass diese Massnahmen aus mir keinen souveränen Halter machen hab ich das jetzt 2 Tage durchgezogen. Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass ich damit das mühsam aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Cap und mir wieder zerstöre.
    Cap ist meines Erachtens eher verunsichert, schwankt zwischen Schmuseeinheiten erheischen und Flucht vor mir. Eigentlich sollen diese Massnahmen Cap ja Sicherheit geben, aber ich denke dass Gegenteil ist der Fall.


    Klar! Du hast bestehende Regeln geändert! Die Regeln muß sie erst mal erkennen lernen und dann verinnerlichen - jetzt ist sie in der Ups, alles neu, und jetzt?? Phase.
    Muß Fips diese Regeln auch alle befolgen? Wie Übst Du die Einhaltung? LOHNT sich die Einhaltung für beide und was machst Du darüber hinaus noch?

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    Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Cap irgendetwas verknüpft hat, mit dieser duckenden Beschwichtigungshaltung. Diese Verknüpfung gilt es meiner Meinung nach zu durchbrechen.

    Das solltest Du auf alle Fälle versuchen. Wenn Cap in diesen Situationen ansprechbar ist, kannst Du probieren, ihr eine Aufgabe zu stellen, z.B. "Sitz" (- Sitz ist eine neutrale Körperhaltung - neutral für Fips, die wissen sollte (oder jetzt lernen kann) dass ein Sitzender Hund keine Bedrohung darstellt und für Cap, für die das keine "Demutshaltung" ist (anders, als wenn Du "Platz" verlangen würdest)), oder "geh auf Deinen Platz) Letzteres hätte, je nach Ort des "Platzes" den zusätzlichen Vorteil, dass die Distanz zwischen den beiden vergrößert würde.

    Was ich auch unbedingt versuchen würde ist, Fips aus ihrer Beschwichtungshaltung "herauszuholen" - würde sie z.B. auch "Sitzen" - man kann ja auch im Sitzen Beschwichtigen - aber wahrscheinlich würde diese Körperhaltung bei Cap nicht die ungewünschte Reaktion auslösen.


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    Was soll ich jetzt tun, weiter die empfohlenen Massnahmen durchziehen, in der Hoffnung dass der erwünschte Erfolg sich einstellt, oder auf meinen Bauch hören und Caps Vertrauen in mich in den Vordergrund stellen?
    Gruss Liane

    Mach mit den Massnahmen weiter, die Du für sinnvoll erachtest.
    Denk darüber nach, welche weiteren Maßnahmen das Auftreten der unerwünschten Situationen weitestgehend verhindern würden.
    Ich persönlich schrenke den Bewegunsrahmen desjenigen Hundes ein, der "sich nicht anständig" benehmen kann - z.B. habe ich eine Stamm-Gasthündin, die in jeden anderen Hund Löcher stanzen würde, wenn der gefüttert würde, und/oder sich IHREM Futter nähert. Also wird getrennt gefüttert. Sie wird auch Giftig, wenn sie einen Stock/Spielzeug bewacht - was nur ein Problem macht, wenn ich einen weiteren Hund mit ähnlichen "Hobbys" da habe - mein eigener ignoriert inzwischen alles Spielzeug, wenn Emmy da ist...

    Was mir auffällt: je mehr die Hunde können (auf den Platz gehen, sitzen, Fuß, an lockerer Leine gehen, diverse Hundetricks etc...), desto leichter sind sie "Händelbar" - auch wenn sie vom Verhalten her problematisch sind. Emmy (die Löchertackernde Futterneidische JRT-Dame) kann z.B. "geh in Dein Bett, von jedem erdenklichen Ort der Wohnung aus - so dass ich beim ersten Anzeichen eventuell auftretender "Situationen" eingreifen und entschärfen kann.
    Ich hatte aber auch schon einen "griffigen" Cocker da, der mit seinen 9 Jahren GAR NICHTS konnte, ausser sich selber in der Leine zu erwürgen - bei dem half nur räumliche Einschränkung... leider.

    Problematisch sind ausserdem Hunde mit fehlender Frusttoleranz und Impulzkontrolle - Sprich Hunde, die wenn sie nicht bekommen, was sie wollen ungehalten reagieren, und/oder auf alles was sie wahrnehmen sofort reagieren müssen. Impulskontrolle und Frusttoleranz sind aber trainierbar - ich denke, sowohl Cap, als auch Fip können lernen, einerseits nicht so ungehemmt auf Beschwichtigungssignale zu reagieren, und andererseits auf alles mit so "starken" Beschwichtigungssignalen zu reagieren.
    Vielleicht kann Fips lernen, dass sie "weggehen" kann, wenn sie eigentlich die Notwendigkeit zur Superbeschwichtigung sähe...

    Noch ein Ansatzpunkt: Wenn Du herausfinden kannst, woraud Fips mit dieser Körperhaltung reagiert, könntest Du sie desensibilisieren und gegenkonditionieren - das gleiche mit Cap - hier KENNST Du den auslöser sogar ganz exakt...

    Das mit dem Angenehmen Verknüpfen ist eine gute Idee, aber ich würde kein 1,5 Jähriges Kind einen Hund aus der Hand füttern lassen - wenn ich nicht 150%ig für den Hund garantieren könnte. Aber genau das ist ja hier das Problem.

    Ich würde wohl so anfangen, dass das Kind beim Vater auf dem Schoß ist (und möglichst schläft und nicht wild krähend rumzappelt :roll: ). Die Leckerchen bekommt der Hund dan direkt von Melanie.
    Auch Spielen in GEgenwart des Kindes (beim Pappa auf dem Arm...) ist gut geeignet, solange diese Spiele nicht "hochdrehend" sind, sondern entspannt - Nasenspiele sind z.B. gut, oder Zergelspiele, wenn sie nach gewissen Regeln und RUHIG ausgeführt werden.

    Grundsätzlich würde ich dafür Kinder verschiedener Altersgruppen aus der Umgebung rekrutieren, mit denen Du das genauso aufbaust: Kind sitzt ruhig irgendwo rum, Hund bekommt Lecker Essen, wird massiert, gestreichelt oder spielt. Nach und nach wird das Kind entweder aktiver ODER das ganze findet näher am Kind statt. Je mehr angenehme Erfahrungen der Hund mit Kindern (erst mal auf Distanz) machen kann, desto sicherer und entspannter wird sie sein, und desto mehr kann man die Kinder direkt ins Spiel/Füttern mit einbeziehen, vorausgesetzt, die Kinder machen auch genau, was man ihnen sagt (UND DIE ELTERN SIND DAMIT NICHT NUR EINVERSTANDEN sondern möglichst auch noch dabei...)

    So, was wollte ich noch - die Maulkorbgewöhung wurde mir ja schon dank des hervoragenden Links abgenommen - die Beschreibung ist wirklich super!
    Auch der andere Link mit der Vorstellung der verschiedenen Maulkorbarten ist gut - ich denke für einen Cocker, und besonders für Buck im Besonderen, würde ich einen Leichten Kunststoffmaulkorb nehmen - man kann vorne einfach mit der Schere einige Verstrebungen rausschneiden, damit der Hund noch besser Hecheln und Trinken kann und damit man selber besser Leckerchen "reinstecken" kann - das ervordert etwas Übung - der Mensch muß lernen, welche Leckerchen wie am besten durchpassen, und Hund muß lernen, wie man sie mit der Zunge so auffängt, dass sie nicht unters Kinn durch rutschen und dann unerreichbar sind. aber mit extra guten Stückchen klappt das gut.

    Besonders toll gehen hier auch Futtertuben - in die man z.B. Leberwurst oderpürierten tunfisch (oder etwas in ähnlicher Konsistenz, was der Hund tollfindet) einfüllen, hält dann zur Belohnung die Tülle an/in die vergrößerte Öffnung und Hundi kann das Breichen aus der Tube zutzeln.


    Das konditionierte Entspannungssignal
    Tja, eigentlich nehme ich dafür ein Wort. Nun ist Buck aber taub und fast Blind also muß es ein Berührungsreiz sein (worauf er aber möglicherweise anfangs negativ reagieren könnte, falls er Streicheln doof findet) oder ein Geruch.
    Du könntest z.B. das oben schon genannte DAP nehmen - oder einen weiteren Duft, z.B. Lavendel - auch Lavendel hat ja bekanntermaßen eine Beruhigende Wirkung.
    Um das Signal zu konditionieren bereitest Du also ein tuch mit dem DAP oder Lavendelgeruch vor UND WENN BUCK ruhig und entspannt ist, legst Du das "beduftete" Tuch in die nähe seiner Nase (da Hunde besser riechen als Menschen braucht es vom Lavendel nur einen einzelnen Tropfen...). Du kannst Auch ein paar Tropfen auf seine Schlafdecke tun, oder an andere Stellen, wo er gerne liegt und schläft. So verknüpft er den Geruch mit seiner entspannten Stimmung. Später, wenn die Verknüpfung besteht, kannst Du dieses Duftsignal dann anwenden, indem Du ihm ein Halstuch mit dem Lavendel und oder DAP Geruch anlegst, wenn Ihr Besuch bekommt, oder sonstige Situationen auftreten, in denen er normalerweise Streß hätte.

    Wenn ihr bei Euch die Rescue-Tropfen bekommen könnt, dann kannst Du sie ihm nach Anweisung (es gibt ausführliche Anwendungshinweise im I-Net...) möglichst vor oder aber auch während der Streß-Situation verabreichen.
    Rescue Tropfen kann man ins Trinkwasser geben, direkt ins Maul tropfen oder z.B. in die Ohrhaut einmassieren.

    Womit wir bei "Ohrenarbeit" wären
    Beim Tellington-Touch (als Buch z.B. "Tellington-Training für Hunde" von Linda Tellington-Jones) gibt es die sogenannte Ohrarbeit. Dabei wird dem Hund leicht die Ohrbehänge, anfangend am Ansatz bis hin zu den Spitzen, saaaanft ausgetrichen (und bei der Gelegenheit könnte man die Rescue-Tropfen an den Ohrlappeninnenseiten einmassieren). In den Ohren sind viele Akupunkturpunkte, die bei Berührung beruhigend wirken.
    Auch die anderen Ttouches sind gut geeignet, den Hund zu entspannen und zu erreichen, dass er sich viel lieber anfassen läßt.
    Ich habe bei einer Welpette, die mit nicht vorhandener Beißhemmung zu mir kam mit Ttouches zunächst am Kopf, dann immer weiter Richung Maul und schließlich im Maul auf dem Zahnfleisch eine sehr sehr gute Verbeserung erreicht - das hat viel besser funktioniert, als das oft empfohlene Quietschen und Ignorieren...
    Aber Vorsicht: Wenn Buck Probleme damit hat, sich am Kopf anfassen zu lassen, solltest Du mit den Ttouches an einer anderen Stelle beginnen und erst Richtung Kopf arbeiten, wenn er die Ttouches an den anderen Stellen als sehr angenehm empfindet.
    Wenn er Streicheln gerne mag, auch am Kopf, kannst Du mit den Maul-Ttouches die Gewöhnung an den Maulkorb noch deutlich unterstützen.


    Klassische Gegenkonditionierung
    die Klassische Konditionierung wurde von Ivan Pavlov entdeckt, als er ganz was anderes (an Hunden) erforschen wollte. Er war von dem "Fehler" in seinem Forschungsablauf derartig fasziniert, dass er dann daran weitergeforscht hat. Er hat festgestellt, dass ein Reflex (in seinem Fall Speichelfluß) nicht nur durch den eigentlichen Auslöser (in seinem Fall Futter) ausgelöst werden kann, sondern auch mit einem beliebigen, bis dahin völlig bedeutungslosen Signal, sofern dieses immer vor dem Eintreten des eigentlich Reflexauslösenden wahrgenommen wird.
    Im Beispiel: Der Hund bekommt Futter, der Hund speichelt. Das Futter ist der eigentliche Reflexauslöser, Speicheln der Reflex.
    Pavlov hat nun jedesmal VOR der Futtergabe z.B. eine Glocke geläutet. Nach einigen Wiederholungen hat der Hund dann gespeichelt, als er die glocke hörte - ohne dass er Futter bekam. Also Glocke --> Speichelfluß.
    Durch die Paarung Glocke --> Futter --> Speichelfluß war aus der Glocke ein Signal mit Bedeutung für den Hund geworden.
    Jetzt ist die Glocke ein Konditionierter Reiz und das Speicheln ein Konditionierter Reflex.
    Was hilft uns das nun in Bezug auf Buck.
    Buck hat einige Reize aus seiner Umgebung ebenfalls mit einer Körperreaktion verknüpft. In seinem Fall mit der Ausschüttung von Streßhormonen. Das ist genauso ein Reflex, wie Speichelfluß.
    Wenn Du nun in der Lage bist, diese Auslösereize zu ermitteln und so zu manipilieren, dass Du in der Lage bist, sie mit etwas für Buck sehr angenehmen (Futter, Entspannung, Streicheln) zu verknüpfen, kannst Du seine bestehende Verknüpfung langsam Schritt für Schritt "umpolen".

    Nehmen wir an, er findet "Mensch beugt sich über mich" doof - weil er angst davor hat, werden als konditionierter Reflex darauf Streßhormone ausgeschüttet. Seine Methode, mit diesem Streß fertig zu werden ist, den "Angreifer" mittels Schnappen oder Biß zu stoppen und in die Flucht zu schlagen.
    Wenn es Dir also gelingt, den Reflex auf "Mensch beugt sich über" von "Ach du scheiße, muß ich Mensch beißen" in "Oh, wie nett, jemand bringt mir Essen" umzupolen BRAUCHT er nicht mehr zu beißen, weil die dazu nötige Emotion ja gar nicht mehr auftritt (Streß, Angst).
    Wie das geht, erkläre ich nach


    systematische Desensibilisierung
    Systematische Desensibilisierung bedeutet, den Hund in winzigen Schritten an etwas Angstauslösendes zu gewöhnen.
    Wenn wir bei dem "Mensch beugt sich über mich - muß ich Mensch beißen"-Beispiel bleiben, würde man also nicht damit anfangen, neben dem Hund zu stehen und den ganzen Körper über den Hund herunter zu beugen. Man würde sich ein paar Meter weit weg stellen und den Rumpf minimal vorbeugen, und sofort wieder aufrichten. Über mehrere Übungseinheiten steigert man dann den bis dahin für den Hund völlig unaufregenden Reiz. Man rückt Millimeterweise näher oder man beugt den Rumpf gradweise weiter vor. Da dieses für den Hund ja keine negativen Auswirkungen hat, und er damit den Reiz als "bedeutungslos" kennen lernen kann, gewöhnt er sich daran.


    Doppel-Wopper: die Kombination von Gegenkonditionierung und Desensibilisierung.
    Sowohl sich selber, als auch dem Hund kann man durch Kombination der beiden beschriebenen Maßnahmen das Training erheblich vereinfachen, angenehmer machen und damit auch den Zeitlichen Aufwand verkürzen.

    Man nimmt also die Technik der systematischen Desensibilisierung - bei dem der Auslösereiz auf ein derartiges Maß reduziert (verkleinert) wird, dass der Hund keine Streßreaktion zeigt, und verknüpft diesen Reiz mit einem extrem angenehmen Erlebnis für den Hund.
    Immer noch beim "Mensch beugt sich vor"-Beispiel:
    Du hast rausgefunden, dass Buck beim Vorbeugen in drei Meter Entfernung zwar aufmerksam wird, aber keine weitere Streßanzeichen zeigt. Also machst Du folgendes: minimale Verbeugung in drei Meter Entfernung --> Zuwerfen eines extrem Leckeren Bissens!
    Die Reihenfolge ist wichtig - zuerst muß der ehemalige "ach Du Scheiße"Reiz erfolgen, erst dann der "oh, Lecker-Reiz" landen...

    Wenn diese beiden Reize häufig genug "verpaart" werden, wird Buck lernen, dass sich verbeugende Menschen Lecker essen Regnen machen. Supi, Verbeugende Menschen sind klasse!
    Nach und nach "vergrößert" man dann den "ADS"-Reiz, indem man näher an den Hund heran geht, ODER die Verbeugung tiefer macht.


    Sollte der "ADS"-Reiz sich eigentlich aus verschiedenen Sachen zusammensetzen (z.B. nur bestimmte Menschen, wenn er einen Knochen hat, wenn er gerade aufgewacht ist, wenn Odysseus in der Nähe ist, wenn es Gewitter gibt, oder es nach Autoabgasen stinkt u.a.), hat das für Euch den Vorteil, dass Du jeden einzelnen Bestandteil einzeln gegenkonditionieren und desensibilisieren kannst.
    WENN die REize dann doch mal gleichzeitig auftreten, dann ist jeder einzelne Bestandteil für ihn weniger schlimm und damit auch die Beißschwelle nicht so schnell erreicht.
    Ich stell mir die BEißschwelle so vor: ein einzelner Reiz ist wie eine gewisse Menge Wasser, die man in einen Eimer gibt. Ein einzelner Reiz bringt den Eimer noch nicht zum Überlaufen - schüttet man aber mehrere Reize in den Eimer, kann das Faß zum überlaufen gebracht werden.
    mit dem Desensibilisierungs/Gegenkonditionierungs-Programm "verdunstest" Du im Vorhinein nun für jeden einzelnen Reiz eine nicht unerhebliche Menge Wasser - sodaß das Fass nicht überläuft, auch wenn man alle Reize in einen Eimer kippt... (ich hoffe, es ist eingermaßen versändlich, was ich sagen will - graphisch läßt sich das sehr viel besser darstellen...).


    Mit all den oben beschriebenen Maßnahmen änderst Du also die Emotionale Reaktion, die Buck auf eine bestimmte Situation hat.
    Darüber hinaus kannst Du durch Üben von Alternativ-Verhalten auch noch erreichen, dass er lernt, etwas anderes zu tun, wenn die "ADS"-Reize auftreten.

    z.B. könnte er lernen, an seinen "heiligen Ort" zu gehen, wenn Ihr Besuch bekommt. Er könnte lernen zu sitzen, wenn er Menschen näher kommen hört/fühlt/riecht (er nimmt ja die Bodenschwingungen war) - wer sitzt kann nur schlecht knochen verteidigen oder in Menschen beißen, sofern diese ihre Gliedmaßen bei sich behalten.

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    Ich lebe in Griechenland (nicht gerade dem tierfreundlichsten Land!) und habe 2 Hunde.
    Meinen ersten habe ich "gebraucht" bekommen (Buck einen Cockerspaniel). Er sollte eigentlich fuer die Jagd eingesetzt werden, war aber selber "Tierschuetzer" (er hat die Beute in Sicherheit gebracht, oder vergraben...) und kam so ueber Bekannte zu mir.
    Wir sind schon seit ueber 10 Jahren zusammen und hatten ein perfektes Verhaeltnis.. Er war zwar immer ein wenig eigensinnig und ungehorsam, aber letztendlich konnte ich ihn doch immer in Schach halten.


    Wie alt war Buck, als Du ihn bekommen hast?


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    Seit letztem Jahr habe ich einen zweiten Hund. Auch einen Rueden (einen English Setter mit Namen Odysseus). Ich habe ihn vor meiner Haustuer gefunden.
    Da ich aber selber einen eifersuechtigen Rueden zu Hause hatte, wollte ich diesen nicht auch noch behalten. Aber versucht mal hier in GR eine Hund loszuwerden, so perfekt er auch ist!!!!!!!!!
    So kam es, das wir ihn liebgewonnen und behalten haben (wir haben monatelang ueber den Tierschutzverein, Plakate, Freunde und Verwandte und internet nach neuen Besitzern gesucht)

    Die letzten 3 Jahre hat Buck, mein "Alter" aber auch sehr abgebaut. Er sieht nicht mehr gut, hoert mittlerweile gar nichts mehr und ist trotzt Diaet sehr dick geworden.


    Also, wenn ich das richtig verstanden habe, ging es Buck schon schlechter, bevor Ihr Oddysseus dazu genommen habt, richtig?
    Falls Du das noch nicht gemacht hast, würde ich ihn (Buck) sehr sehr sehr gründlich tierärztlich durchckecken lassen. Es ist für einen Hund ja eh’ nicht ganz einfach mit zweifacher Behinderung (taub, blind) fertig zu werden. Vielleicht hat er noch weitere Beschwerden. Spontan fällt mir bei Dick werden die Schilddrüse ein, aber natürlich gibt es da noch viel mehr Krankheiten, die in frage kommen. Was bekommt er denn zu fressen? Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass Du ihn auf ein anderes Futter umstellen kannst, das er besser verträgt?

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    Die letzten 3-4 Jahre beisst er auch immer oefter. Dieses Jahr im Januar hat er mich bewusst (das war mein Eindruck) in mein Handgelenk gebissen.

    Der Biss während der Narkose war sicherlich nur ein Reflex. Bei den anderen Bissen wird eine Rolle spielen, das vermutest Du selber ja auch schon, dass er einfach bestimmte Dinge nicht mehr wahrnehmen kann und er sich dann erschreckt, oder er Angst hat, dass er nicht verstanden wird. Es gibt inzwischen viel gute Literatur zum Thema Körpersprache des Hundes – die kann man sich über Internet bestimmt auch nach Griechenland bestellen. Wenn Du magst, empfehle ich Dir gerne einige Bücher, auch dazu, wie man am Besten damit umgeht!
    Hier in Deutschland gibt es auch tolle Seminare zum Thema, aber ich fürchte, es wird Dir nicht möglich sein, daran teil zu nehmen??

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    Ich habe ihn kastrieren lassen, damit er ein bisschen ruhiger wird., habe ihn eigentlich recht gut erzogen und meiner Meinung nach auch ein grosses Vertrauen zu ihm aufgebaut.
    Manchmal habe ich das Gefuehl, dass er als Welpe sehr schlecht von seinen Besitzern behandelt wurde (er hat z.b. grosse Angst vor Fuessen die in seiner Naehe auftreten und beisst sofort zu, ohne das sie ihm nahe gekommen sind) Haben sie ihn getreten?!?!?


    Mach Dir da nicht allzu viele Gedanken. Wenn es so war, ist das doof, aber leider ohne Zeitmaschine nicht mehr zu ändern (meine ist gerade in Reparatur…)

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    Anbinden oder in ein anderes Zimmer bringen (damit meine ich um Gottes Willen nicht staendig!!!!!), sobald wir Besuch haben ist nicht drin. Er bellt und heult solange bis er sich uebergibt. Ein Maulkorb hat dieselbe Auswirkung. Er schlaegt solage mit seinem Kopf umher, bis das Ding abgeht, er sich uebrgibt , oder sich irgendwo anhaut.....


    Ich denke schon, dass das eine gute Lösungsmöglichkeit wäre, besonders wenn er lernen könnte, den Maulkorb zu akkzeptieren, denn dann könnte er ja weiterhin überall dabei sein.
    Andererseits ist es aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, ihm einen Platz zu geben, an dem er sich sicher fühlt und an dem er weiß, dass ihm dort nichts passieren wird.
    Beides kann man üben. Und ich würde an Deiner Stelle sofort damit anfangen. Weil ich diesen Beitrag nicht zu klumpen will, beschreibe ich, wie man das jeweils macht in einem anderen (also etwas Gedult – kann auch etwas länger dauern, weil das ein umfangreiches Programm ist, und ich eigentlich erst noch mit meinem Vierbeiner raus muss…


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    Ich habe sogar (uber den Tierarzt) Beruhigungstabletten ausprobiert... aber ich will meinen Hund nicht benebelt irgendwo in der Ecke liegen sehen... Muss ja wirklich nich sein!


    Frag Deinen Tierarzt, ob er Dir einen DAP Zerstäuber besorgen kann. DAP ist ein Pheromon, dass beruhigend auf Hunde wirkt. Es gibt es als Zerstäuber, den man in eine Steckdose steckt und der dann ca. 6 Wochen lang das Pheromon freigibt. Es gibt es aber auch als Spray, dass man auf die Decke des Hundes, auf ein Halstuch das er trägt, etc. aufsprühen kann und es gibt es sogar als Halsband.
    Ausserdem würde ich es mit Rescue-Tropfen versuchen. Rescue-Tropfen sind Bachblütten-Essenzen, die ebenfalls eine Entspannung des Hundes bewirken können (google mal…)

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    ICH HABE ABER SO ANGST! Ich meine... es ist mein Hund! Er hat mich so lange durch mein Leben begleitet und mir soooooo oft geholfen!!!! Bin ich voreilig? Hysterisch? Was kann ich sonst noch tun? Ich bekomme hier auch kaum Unterstuezung, oder Kritik von jemandem.... Sei es Verwandte, Freunde Tierschutzvereine oder Aerzte

    Du kannst nicht hysterisch sein, du suchst seit drei Jahren (oder akut, seit einem Jahr) eine gute Lösung für Eure Situation und ohne Unterstützung ist das sehr sehr schwer.

    Wenn Du vor Ort keine Unterstützung findest, kannst Du aber wo anders danach suchen! z.B. hier.
    Schau auch mal bei http://www.tier.tv rein – das ist ein digitaler Fernsehsender, denn man glaube ich über Satellit auch in Griechenland empfangen kann. Falls nicht, schaust Du auf die Internetseite – dort sind die Sendezeiten der Sendung „doc & Co. aufgeführt bei denen Fachleute Ratschläge zum Thema Gesundheit und Verhaltensproblemen geben. Man kann da Anrufen und sein konkretes Problem schildern und bekommt dann Hinweise, z.B. wonach der Tierarzt noch mal besonders untersuchen soll, oder was man wie trainiert, oder wo und wie man weitere Hilfe bekommen kann. Die können natürlich, wie wir ja auch nicht, Ferndiagnosen stellen, haben aber oft gute Hinweise dazu, auf welche Krankheiten man noch untersuchen soll, wen Symptome xy vom Halter beschrieben werden.
    In Deutschland gibt es auch Hundeschulen, bei denen Man „edog“-Kurse, das heißt interaktive Kurse über das Internet machen kann – die Trainer senden einem da nicht einfach Sachen zu, die amn alleine für sich abarbeitet, sondern stehen auch persönlich im Kontakt und helfen bei Fragen und Problemen gerne weiter (schau unter http://www.cumcane.de)

    Als aller erstes musst Du aber überlegen, wie Ihr den Alltag so organisieren könnt, dass Buck gar nicht mehr in Situationen gerät, in denen er beißen kann.
    Schreib Dir möglichst genau auf, in welchen Situationen Buck gebissen hat, und wie es evtl. möglich wäre, diese Situationen zukünftig zu vermeiden.
    Versucht auch für jede Möglichkeit genau zu analysieren, was genau der Auslöse-Reiz war, der den Biss ausgelöst hat. Sehr oft ist das nicht nur einer, sondern mehrere, die gleichzeitig auftreten. Z.B. ein Hund, der nur knurren würde, wenn ihm jemand zu nahe käme, und der Angst vor Gewitter hat und der außerdem noch Ressourcen wie seinen Kauknochen verteidigt, würde wohl beißen, wenn ihm während eines Gewitters ein Mensch zu nahe kommt, wenn er gerade einen Kauknochen zernagt, ups!


    Vielleicht ist es möglich, dass er nachts an einem Ort ist, an dem er Dir morgens nicht in die Quere kommen kann. Richtet ihm einen Platz ein, den er als höchst angenehm empfindet. Hunde liegen gerne in was Höhlenartigem – und je nach Vorliebe weich oder lieber auf Hartem Untergrund – da sollte kein Durchgangsverkehr sein, er sollte dort niemals gestört werden und dort sollten ihm nur angenehme Dinge widerfahren.
    Links zum Thema Maulkorb Gewöhnung hast Du ja jetzt schon bekommen – und andere Lese-Tipps kommen bestimmt auch noch.

    z.B. kannst Du über die Suchfunktion nach dem „konditioniertem Entspannungssignal“, nach „systematischer Desensibilisierung“ und nach „klassischer Gegenkonditionierung“ suchen – da gibt es viele Beiträge, die für ähnliche (oder auch ganz andere Fälle) beschreiben, wie man diese Traingsmöglichkeiten anwendet – das system dabei ist immer gleich aber man kann den Lösungsweg individuell an den Hund anpassen. Wenn Du ein konkretes „Ding“ hast, von dem Du weißt, dass er darauf reagiert, kannst Du das kurz beschreiben und wir versuchen, Dir dazu Lösungswege aufzuzeigen.

    Am wichtigsten ist, dass Buck jetzt so wenig wie möglich seinen „Auslösereizen“ ausgesetzt wird, denn Du kennst seinen bevorzugten Lösungsweg – beissen – dsaher ist es wichtig, dass Du diese Auslösereize genau analysierst…

    Zitat

    @ Conny

    „Das Beste, was mir über den Weg gelaufen ist“ und „das ich nicht müssen möchte und“ und „ich denke schon länger darüber nach, ihn einschläfern zu lassen“ passt für mich einfach nicht zusammen.

    @ Martina

    Na zum Glück ist Dein Angriff auf mich für die Threaderöffnerin ein konstruktiverer Beitrag als meiner.

    Aber ich überlasse ab sofort gerne den "Fachleuten" das Wort.

    schlaubi

    ich arbeite daran...

    Zitat

    Um auf Deinen Titel kurz und bündig zu antworten:
    JA, Du machst nicht nur einen Fehler, sondern anscheinend ziemlich viele. Leidtragender ist der Hund.

    Gott, wie überheblich. Wenn es ihr so egal wäre, wäre der Hund seit drei Jahren tot, und sie würde sich hier nicht so einen konstruktiven Beitrag (DEINEN) durchlesen müssen.


    Wie gesagt. Es hilft nichts, Aussagen, wie" Du hättest vor zehn Jahren damit anfangen sollen, xy zu machen!" oder "Du hättest den Setter nicht dazu nehmen sollen!"

    Das sind alles nur blöde Blubberblasen um seine eigene Aggressivität rauslassen zu können und hilft nicht im geringsten, an der jetzigen Situation irgend was zu ändern.
    Solche Beiträge sind einfach nur dumm, nicht die Bohne einfühlsam, kontraproduktiv, und tragen dazu bei, dass Christina sich noch mehr Vorwürfe macht, als sie das sowieso schon tut.

    Ganz ehrlich? Dein Beitrag ist traurig!
    Ein Beispiel, dass man viel gemeines Zeug schreiben kann, ohne auch nur ein Körnchen posiotive Veränderung hervor zu bringen...
    Schade, eine gute Chance, gute Ratschläge zu geben, verpasst...

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    Die Leute reden viel, wenn der Tag lang ist, man sollte nicht alles glauben ;)

    Ja, leider...


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    Stimmt, aber hast du schon mal einen dienstlich geführten Hund gesehen, der nicht verrückt nach seiner Aufgabe ist?
    Die sind alle ganz heiss drauf, glaub nicht, dass man mit ungutem Verhalten gegenüber dem Hund mit vollem Ehrgeiz im Herzen antrifft.


    Das kann man leicht denken, wenn man "Trieb" mit "Spaß" verwechselt.
    Ich kenne Trainer, die RR zu Rettungshunden ausgebildet haben, die sich von Schäferhundleuten (den mit den genügend hohem "Trieb") anhören müssten, mit denen könne das aber ja gar nichts werden, die hätten nicht genügend "Trieb". Komisch nur, dass dann die Ridgebacks (die übrigens über Clickertraining aufgebaut waren) immer ruhig und gelassen alles gefunden haben, was sie suchen sollten, und sich durch nichts haben ablenken lassen, die völlig vom Trieb überdrehten Schäferhunde (die "wie man sie eben RICHTIG" ausbildet, ausgebildet waren...) sich aber regelmäßig so hochgeschaukelt haben, das nix mehr ging.

    Wenn man genauer hin schaut, KANN man eben doch sehen, wer wie ausgebildet ist, und was die jeweilige Methode für unerfreuliche Nebenwirkung hat. Man sollte dafür aber gewisse Dinge auseinander halten können.

    Zitat

    Ich hab nochmal ne frage: wenn ich mit Finn im Wald oder so unterwegs bin und wir sehen in der Ferne eine Person, die auf uns zukommt, regt er sich immer mehr auf, je näher die person kommt. auch wenn genug platz zum ausweichen ist, es baut sich eben spannung auf. Wie reagier ich hier am besten?
    Wenn "plötzlich" jemand auftaucht, als wir in ner Kurve jemandem begegnen und die zeit zwischen erstem sehen und vorbeilaufen nicht so lang ist, regt er sich weniger auf.

    Das liegt daran, dass sich im ersten Szenario die Spannung über einen viel längeren Zeitraum aufbauen kann.
    Versuch ihm in einer solchen Situation Aufgaben zu geben, die ihn "zwingen", seinen Blick von dem "DING" abzuwenden. z.B. einen Vorsitz mit Blickkontakt oder ein "Twist" (um sich selbst drehen). Wenn er sehr verfressen ist und Du gute Leckerchen dabei hast, kannst Du auch ein paar ins Gras werfen und ihn suchen schicken - das "Geruchshirn" des Hunde ist so groß, da ist es dann ziemlich mit beschäftigt, den Keks zu finden und "vergißt" für einige Sekunden das "DING".
    Es geht ja nicht darum, den Hund zu 110% vom Entgegenkommenden abzulenken. Aber solange seine "Fixierung" darauf immer wieder kurz unterbrochen wird und er auf "andere Gedanken" kommt, desto weniger kann er Spannung aufbauen. Lass ihn nicht am Ende der Leine vor Dir auf das "DING" zu steuern. (habe ich das heute schon mal geschrieben?) Sondern schalte Dich immer wieder ein und bring ihn dazu, dass er wahrnimmt, dass Du auch noch da bist, sodaß er Gelegenheit hat, zu sehen, dass Ihr Euch da gemeinsam "durchkämpfen" könnt! Wenn er vor Dir ist, kann er Dich gar nicht sehen und seine ganze Konzentration geht auf das Gegenüber. Wenn Du ihn dazu bringen kannst, sich Dir immer wieder zuzuwenden, wird er das eben auch (sofern sich das für ihn lohnt) von alleine immer öfter tun.
    Wenn es gar nicht anders geht, kannst Du ein paar Schritte rückwärts gehen (ihn dabei nicht in die Leine rennen lassen, sondern mit einem vorher geübten Umkehrsignal "mitnehmen") - dann muß er sich nämlich von dem Ding abwenden. In einem Seminar habe ich auch gelernt, in solchen Situationen dem Hund die Augen zu zu halten: auch diese wird zu Hause geübt - denn da gehört für den Hund eine ganze Menge Vertrauen in Dich dazu - und mit einem Ankündige-Signal versehen.

    Was ich bei meinem Hund mache (der keinerlei Probleme mit entgegenkommenden was auch immer hat): ich kündige ihm die "Dinger" an, die da kommen:
    Crispel, da kommt ein Fahrrad (Mann, Frau, Kind, Hund, Auto...) - dann warte ich, dass er in die Richtung des Fahrradfahrers sieht, dann gibts ein Click und Leckerchen.
    Bewährt hat sich das besonders toll, wenn ein "angeschlichener" Fahrradfahrer plötzlich um die Kurve geschossen kommt, wir ihn beide vorher nicht bemerkt haben. UND ich wende es bei Sammy an, Sammy ist ein leider gar nicht sozialer Rüde aus unserem Dorf, der mit total unhundlichen BEsitzern gestraft ist: Sammy keift, was geht (und es geht nicht wirklich viel, wenn man auf den Hinterbeinen gehen muß, weil man am Halsband in die Luftgezogen wird, röchel :kopfwand: :irre: :gott: ) Und wenn ich sage, Crispel, da kommt Sammy, weiß Crispel, dass es gleich Leckerchen regnen wird, nur weil er sich anhören muß, wie der arme Sammy ihn anröchelt...


    Zitat


    Lg, Dina

    P.S. hab heute als Belohnunh bei den Autos Leberwurst dabeigehabt...es wirkt wunder!


    Siehste! Geht doch. Aber fleißig weiterüben, das wird nicht "über nacht" das dauert einige Wochen bis Monate, bis die neue "Einstellung" zu den bösen Dingern wirklich gefestigt ist, aber das ist es dann wert, wenn man mit einem entspannten Hund an allen möglichen Dingern locker flockig vorbeigehen kann.