Beiträge von Shoppy

    Bei den Hundewelten lohnt es sich sehr, wenn man gut die Botschaft zwischen den Zeilen lesen kann. Es hilft, wenn man Lerntheorie in und auswendig kann. Dann stellt man fest, mit welchen Teilen des Lernens die dort wirklich arbeiten (ganz egal, in welch nette Worthülsen diese "Übungen" verpackt wurden).

    Zur Körpersprache: Ja, natürlich ist es wichtig, auf seine eigene Körpersprache zu achten - noch wichtiger ist es, auf die Körpersprache der Hunde zu achten. DAs Buch von Turid Rugas ist ein Anfang - aber eben nur ein Anfang, um "Hund" zu lernen, sollte man mMn wirklich etwas Zeit und Geld investieren - UND hunde beobachten: wer macht was, und wie reagiert der andere Hund darauf. DA man nicht auf alles achten kann, fängt man mit dem "groben". Wie ist die Körperhaltung? aufrecht? gerade(von der Seite betrachtet)? nach vorne? nach hinten? geduckt? grader Rücken, katzenbuckel? gerade (von oben betrachtet) gekrümmt, geschlängelt? ruhig? steif? fließend in Bewegung? ruckartig??
    Allein daraus kann man schon sooo viel ableiten. Wenn man das drauf hat, kann man sich auf ein Körperteil "einsehen":
    Was macht er mit dem Kopf, in den diversen Körperhaltungen. Ist der hocherhoben? nach vorne gestreckt? unterhalb der Schulterlinie, zur seite gedreht, zur Seite geneigt???
    Was macht er mit den Ohren in den diversen Körperhaltungen?
    Was macht er mit dem Mund, in den diversen Körperhaltungen. und so weiter, und so weiter, und so weiter....

    Ein richtig gutes Buch, dass diese ganzen Signale aufdröselt ist "Canine Body Language - a photographic guide" von Brenda Aloff.
    Sie erklärt ganz phantastisch, wie sich die "Aussage" aus verschiedene einzelnen Signalen zusammensetzt, und das z.B. ein Pfotenheben nicht immer ein submissives Verhalten ist, es könte z.V. auch "Vorstehen" bedeuten oder eine Drohgebärde sein - je nach dem eben, was der ganze "Satz" und der Kontext sagt!

    HW geht auf so was gar nicht ein, führt ziemlich rigoros auf der Dominanzschiene und arbeitet nach festgelegten Kochrezepten. Da man ja ziemlich schnell ausgebildet wird, dürfte klar sein, wie komplex die (NICHT) gestrickt sind, und wie individuell man in der Lage sein wird, auf spezielle Mensch/Hund-Teams eizugehen...

    Zitat

    dumme frage:

    wie bring ich Hundi denn dazu, die hinterpfoten zu geben o.ä.?? von selbst bietet er das nämlich nich wirklich an ;)
    Chui soll nämlich lernen, mit der hinterpfote einen bodentarget zu berühren, damit er das skateboard selbst anschieben kann, wenn er drauf steht :roll:

    lg Christine

    Claudia hat alle vier Pfoten "in eine Schale" geklickert. Erst eine Vorderpfote, dann die andere, dann jeweils die hinteren.

    Mit einem Bodentarget, wo Hund einfach eine Pfote draufstellen soll ist es einfacher. Nimm ein Handtuch, eine Teppichfliese, ein Stück Pappe, oder so was - in der Größe, so daß ein ganzer Hund drauf passt. Dann clickerst Du ihn so auf das Bodentarget, dass er mit allen vier Füßen draufsteigt. Nach und nach verkleinerst Du die Targetfläche und achtest darauf, dass es sozusagen "Vorne" kleiner wird, die Vorderpfoten dürfen also übertreten.

    Wenn er "rückwärts" kann, kannst Du ihn auch rückwärts lotsen und dann das "mit den Hinterpfoten draufstellen" clickern.

    Huhu,

    hast Du ihn schon vom Arzt durchchecken lassen, falls nicht lass ein großes Schilddrüsenprofil mitmachen.
    Wenn Du dann beim Tierarzt bist, kannst Du gleich einen DAP Stecker, -Spray mitnehmen. DAP ist ein Pheromon, dass beruhigend auf die Hunde wirkt. Frag ihn auch, ob Du dem Hund Melatonin geben kannst. In dem Buch "Der ängstliche Hund" von Nicole Wilde, findest Du im Kapitel über Gewitterangst nähere Angaben dazu, in welcher Dosis. Melatonin gegeben werden sollte (kannst du vorher nachlesen und dem Arzt eine Kopie von mitbringen, falls er fon der Behandlungsmethode noch nichts gehört hat - ist in Deutschland noch nicht so verbreitet)

    Bachblüten sind ein zusätzlicher guter Ansatz.
    Ein weiterer sind Körperbandagen oder T-Shirts und Ttouch. Durch den leichten Druck, den die Körperbandagen auf der Haut erzeugt, wird im Körper ein Hormon (Oxitozin) ausgeschüttet, das ebenfalls für Entspannung zuständig ist.

    Konditioniere ein Entspannungssignal:
    durch klassische Konditionierung kannst Du ein Signal konditionieren, dass für den Hund "Entspannung" bedeutet. Das geht so:
    WENN der Hund entspannt ist, sagst Du leise und ruhig wiederholt, das von Dir gewählte Entspannungswort, z.B. eeeeaaasyyy, oder ruuuuuuhig.
    Wenn Du DAP, Ttouch und Körperbandage zusätzlich anwendest, wernde diese in das Entspannungssignal 2mit rein gezogen". Sprich all diese Sachen (erzeugen von alleine und) erinnern den Hund an seinen entspannten Zustand. Natürlich solltetst Du das Signal (und die ergänzenden Körperbandagen, Ttouch, DAP...) erst mal nicht während eines Gewitters anwenden, wenn das Signal noch nicht richtig konditioniert ist. Du kannst allerdings das DAP einfach in die Steckdose stecken - das sorgt für eine allgemeine entspanntere Stimmung. auch die Körperbandage oder das Tshirt kann er einfach öfter mal tragen, wenn gerade kein Gewitter in der Luft liegt.
    WENN dann das Signal konditioniert ist, kannst Du es während der leisesten Gewitterandeutung anfangen zu geben, leg ihm die Bandage an, sprüh ein wenig DAP drauf und mach Ttouches.

    Weil Du das Signal nur geben kannst, wenn du da bist, könntest Du alternativ ein Geräusch (z.B. ein bestimmtes Musikstück) als Entspannungssignal konditionieren. Die Vorgehensweise ist die selbe.
    WENN das Musikstück als Entspannungssignal etabliert ist, kannst Du z.B. wenn Du weg mußt und die befürchtung hast, dass es Gewitter geben könnte, das Stück auf repeat stellen und mit den anderen "Entspannern" kombinieren. WENN es Gewittert wird die entspannende Wirkung zumindest zu einem Teil greifen - gewittert es nicht, hat er wahrscheinlich sowieso entspannt rumgelegen und das Signal konnte weiter gestärkt werden! UND Superbonus: Dem Signal wurde ein weiterer Faktor hinzugefügt: Deine Abwesenheit.

    Zitat


    Der Hund erhält bei jedem Vorpreschen einen Ruck, der eben so groß ist, wie die Kraft, die der Hund einsetzt, um an der Leine zu ziehen. Als Gewalt würde ich das nicht bezeichnen. Es werden dadurch keinerlei Emotionen übertragen und der Hund erhält wirklich für jedes Leineziehen eine Antwort (Rucken). Ich hatte das Ding natürlich am Geschirr befestigt und fand das Rucken eben nicht wirklich dramatisch.

    mh. genau das ist eben eine Methode (positive Bestrafung), die ich nicht so gerne anwenden mag. Ob der Ruck nun "selbstzugefügt" ist hin oder her... Und das Ding ist doch - eigentlich geht der Mensch doch "falsch" nämlich zu langsam. Wenn wir schon wollen, dass sich der Hund an unser schnarchtempo anpasst, sollten wir das dann nicht wenigstens "nett" erreichen?


    Zitat

    ABER: Einmal hat sich eine Berner-Sennenhündin auf meine geschmissen, um sie übelst zu mobben und zu zwicken (nichts passiert, aber es war ein Mordsradau). Meine war völlig panisch und was war??? Sie hing völlig ausgeliefert an meinem Bein - festgemacht an dieser blöden Beinleine. Da mein eines Bein von meinem eigenen Hund in die Länge gezogen wurde, war ich auch recht umständlich dabei, die Berner-Sennenhündin abzuwehren. Was hat mein Hund daraus gelernt? Frauchen hat keinen Plan wie sie mich beschützen will und zwingt mich auch noch mich von anderen Hunden fertig machen zu lassen, indem sie mich nicht von ihrem Bein lässt.
    Alleine diese Begegnung fand ich so sch..., dass ich die Beinleine nie mehr benutzt habe.

    Und so was ist natürlich der Obergau! Nein - nicht ganz, Da hast Du echt ein Mordsglück gehabt, dass Du noch ein unzerbissenes Bein hast!!!

    Hm, man kann doch nicht alles wissen, und vielleicht hat sie ja gute Erfahrungen damit gemacht. Aber Zubehör muß ja immer zum jeweiligen "Gespann" passen: wenn ich mir meinen RR am Legleader vorstelle, bekomme ich schon im Voraus ein gebrochenes Bein. Stelle ich mir Gastwelpette Smilla daran vor, habe ich schon gleich zwei davon :D .
    Wenn ich GastJackrüssel Emmy dranbinde, hätte ich einen durchgequirlten Jacktherüssel... (Was vielleicht ja gar nicht das schlechteste wäre) *hüstel*