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Nun ist es für ihn ja wirklich jedesmal eine Strafe: ich werde verdonnert Sitz zu machen.
Mein Problem mit den Leckerchen bei ihm ist leider, dass er kaum bis gar keine mag oder gar in solchen Situationen zu sich nimmt (er ist ein ganz schlechter Fresser).
Das Problem kannst du auf verscheidene Weisen "bearbeiten.
Mach das "Sitz" außerhalb dieser speziellen Situation "hochwertiger" indem Du es viel abfragst, viel übst und variable, aber hochwertig belohnst. Das kannst Du erreichen, indem du "Sitzen" als "must have" vor allem Möglichen einschiebst, was er ungeheuer gerne machen möchte, haben möchte (raus gehen, Aufs Sofa zum Kraulen kommen, Abendessen bekommen, zum Spielen mit anderen Hunden dürfen, und zum Schnüffeln an eine bestimmte "hundezeitungsecke" dürfen... Je vielfältiger, creativer in der Belohnung und je häufiger, desto schneller nimmt das "Sitz" die Bedeutung von "gleich darf ich was ganz tolles" ein. Desto besser wird er "Sitz" finden, und desto leichter wird er es ausführen können.
Spiel mit den Leckerchen rum: Manchmal ist es einfach nicht das richtige Leckerchen. Wenn es speziell in diesen Situationen nicht gegessen wird, liegt das unter Umständen auch einfach daran, dass die Situation für Essen einfach schon zu "haarig" ist. Essen und Flucht/Kampf "finden" in verschiedenen Hirnarealen statt, wenn das eine an ist, ist das andere unterdrückt, sehr vereinfacht gesagt. Wenn er also in "anderer Hund, muß ich vielleicht gleich kämpfen"-Stimmung ist, kann er nicht gleichzeitig in "Essen"-Stimmung sein. Also mußt Du etwas an der Situation versuchen zu ändern (größerer Abstand, gestellte Übungssituationen mit Hunden, die er mag...).
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Mir ist als Idee gekommen, da er ein absolute Balljunkie ist, ihm dann den Ball zu zeigen, ihn damit abzulenken und dann als Belohnung ihm zu geben? Meint ihr das könnte klappen?
Ja, definitiv. Aber achte darauf, wie Du das aufbaust. Wenn er z.B. so sehr Junkie ist, dass er völlig hochdreht, würde ich den Ball nur indirekt einsetzen. Also nicht als Ablenkung unter die Nase halten, sondern als Konsequenz füe gesittetes Verhalten. Das gilt besonders, wenn er vielleicht auch noch diesen Ball gegen andere Hunde verteidigen würde, denn dann würdest Du keine Ablenkung einführen, sondern einen weiteren Grund für ihn, den anderen hund blöd zu finden.
Du kannst aber z.B. auch die Wertigkeit der Leckerchen mit dem Ball anheben: dazu wieder in getrennter Übungseinheit: es gibt den Ball/Spiel mit dem Ball als Konsequenz für ein gegessenes Leckerchen (das ganze ist ein ziemlich gut erforschtes Phenomen, das sich "Premack-Prinzip" nennt (kannst Du nachg**gln).
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Dieser Jagdhund ist wirklich strange, andere haben ja auch gesagt, dass es immer wieder zu Problemen mit dem Hund kam.
Ansonsten vertrete ich schon die Meinung, beide Hunde z.B. auf der Spielwiese laufen zu lassen und das es beide dann auch auszutragen (Rangverhältnis klären). Aber in der Vergangenheit hat es leider nicht geklappt, vielleicht kann der andere Hund auch die Signale der Unterwerfung des anderen nicht deuten....
Aber du hattest ja schon, oder bezw. Dein Hund hatte schlechte Erfahrung mit diesem Hund gemacht: ich würde es auf keinen Fall "selber ausmachen" lassen. das ist wirklich das blödeste, was Du machen kannst.
Zudem können keine "Rangverhältnisse" ausgetragen werden, denn die beiden gehören doch gar nicht einem "Rudel" an!!
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Ich werde aufjedenfall verstärkt daran arbeiten, dass es mit den anderen Hunden am Rad gut klappt. Habe es auch gar nicht so gehen, dass es Hundeunhöflichst ist auf einen anderen Hund so zuzuzrennen. :kopfwand:
Vorallem werde ich nun viel früher absteigen!
Man kann sich nur nach Sachen richten, von denen man auch weiß!
Vielleicht kaufst Du Dir ein Buch über die Körpersprache der Hunde - dann kannst du schon im Vorfeld besser erkennen, wenn Dein hund denkt, dass es gleich brenzlich werden könnte. Das ist auch nützlich dafür, besser einschätzen zu können, in welchen Abstand du zu anderen Hunden u.U. einhalten solltest (z.B. beim Absteigen oder vorbeifahren) - wenn Du ihn vor der Umschaltung in den "ups, jetzt bin ich im Flucht-oder Kampfhirn-Modus" erwischst, kann er dann vielleicht auch noch Futter nehmen!
Was mir beim Wort "Vorbeifahren" noch einfiel: Übe doch auch das Signal "weitergehen" ein, das kannst du z.B. sagen, wenn er von Kleinigkeiten ganz kurz abgelenkt wird, Du aber aus erfahrung weißt, dass er problemlos dran vorbeilaufen wird. Du gibst dem "Ah, das ist harmlos, lauf ich weiter" den Namen "Weitergehen". Wenn das gut verknüpft ist, ist es auch für größere Ablenkungen (langsam steigern) anwendbar - er lernt damit, WIE er sich eigentlich in solchen Situationen verhalten sollte!
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Die Fingertouch Idee finde ich auch gut. D.h. dass der Hund gewisse Befehle einfach per Handzeichen ausführt? Ist das richtig?
Das kann dann auch genutzt werden, dann er beispielsweise mich ansieht (weil das ja so toll ist) und er dann eine nette Belohnung erhält. 
Liebe Grüße
The_Object
Öhm, nicht wirklich.
Ein Nasentouch ist eine Übung, bei der der Hund mit seiner Nase z.B. Deine Finger anstupsen soll und als Steigerung davon, diesen Fingern mit der Nase (und den Füßen
) folgt. Stell Dir vor seine Nase und Deine finger wären Magneten, die sich gegenseitig anziehen - so kann Dein Fingermagnet seinen Nasenmagnet von der blickrichtung auf "böder anderer hund " in die Blickrichtung The_Objrct umlenken.