Ich lebe auch mit meinem Hund, und ziemlich häufig mit Gasthunden.
Bei denen weiß ich oft vorher nicht, was die für Marotten, komische Hobbys, (für mich) Problematische Verhalten etc. mitbringen.
Manches davon zeigt sich vielleicht auf dem obligatorischen Kennenlernspatziergang, anders wird vom Besitzer extra herausgastellt (klasse fand ich z.B. "Sie müssen aber die Haustüren von innen abschließen, die kann Türen öffnen und geht dann spatzieren" - das ist schon mal eine SEHR wichtige info..), anderes wird nur nebenbei erwähnt und anderes auch mit Absicht verschwiegen...
Und dann steht man manchmal da und Hundi kommt einfach nicht aus dem 30 cm tief vermatschten Acker und saust dort wie angestochen rum. :kopfwand: Da muß ich dann eben ad hoc, sozusagen testen, was den Hund aus dem Matsch holt. Korrekturen oder wie auch immer man das jetzt wieder bezeichnet haben irgendwie nie funktioniert.
Ist der Hund bei mir, wieso, wie und wann auch immer, wieder angekommen, gibts Kekse, kein Mecker. Und dann entscheide ich aus dem Bauch heraus: lohnt sich ein wenig Rückruftraining, kann ich den Hund an die Halter zurück geben, wenn der Mittelschnauzer drei Wochen nur an der Schleppleine laufen durfte und warte dann auf den Anruf nach dem Abholen, dass er drei Stunden verschwunden war und alle Katzen des Ortes auf die Bäume gescheucht hat? Vielleicht kann man den Rückruf wenigstens so weit "herstellen" dass er an schleifender Schleppe in ungefährlichen Gebieten sausen kann?
Wenn der Hund nur zwei Nächte da ist, stelle ich mir diese Frage nicht, und auch nicht, ob es mich wahnsinnig macht, wie der Strolch an der Leine reißt...
Für das LEben MIT meinem Hund habe/mache ich mir Gedanken gemacht, was er denn wohl alles so können sollte, und dieses von Welpenbeinen an geübt.
Trotzdem kommt natürlich irgendwann der überraschende "Das hat er ja noch NIE gemacht"-Moment.
Situativ mache ich u.U. in der Uuuups-Situation gar nichts, keine Korrektur. Aber ich sorge garantiert dafür, dass diese Situation so nicht wieder zustande kommt und überlege dann, ob diese Situation häufiger vorkommen könnte. Falls ja, wird über Alternativverhalten nachgedacht, und traininert, und solange das noch nicht funktioniert, gibts Management.
Macht es wieder "uups" ist das mein Fehler, für den ich nicht den Hund strafe!!
nochmal zum "Ernst des Lebens" vs. "Trick".
Natürlich "weiß" ich, dass ein zuverlässiger Rückruf kein "Trick" ist, der Hund kennt den unterschied aber nicht, er macht auch keinen Unterschied zwischen "lockere Leine" oder "Rückwärts durch die Beine" beides ist irgendwie nicht im Normalverhalten eines Hundes vorhanden und um es zu lernen sind die gleichen mechanismen im Gang. Lernen findet immer gleich statt.
Wieso SOLLTE ich also einen Unterscheid machen?
Wenn schon, dann sollte der Hund "den Ernst des Lebens" noch viel toller, Spaßiger und lohnenswerter finden und mit Begeisternung funktionieren als irgendwelche "Tricks".
Und ganz sicher traininere ich nicht den ganzen tag an irgendwelchen Hunden herum. zusammengenommen sind das höchstens 30-40 Minuten am Tag. Ich bin faul, ich habs gern effizient...