Beiträge von Shoppy

    Zitat

    Wie gesagt ob dus glaubst oder nicht, nach dem Besuch in der Hundeschule (das war Dienstag) ist es ein entspanntes Spaziergehen und seit dem wurde der Hund vielleicht 5-6 geruckt.

    Es ist nicht wichtig, ob ich das glaube.
    Es ist nur wichtig, dass das die letzten rucke gewesen sein sollten, denn wenn noch weitere nötig wären, finktioniert die Mehtode eben nicht...

    Hunde ziehen an der Leine, weil es für sie funktioniert: Sie kommen da hin, wo sie hin wollen, WEIL WIR UNS ZIEHEN LASSEN.

    Kein Hund würde an der Leine ziehen, wenn der Mennsch sich nicht ziehen liesse.

    Jeder Hund lernt an lockerer Leine zu gehen, wenn sich das für ihn lohnt.


    Der Leinenruck ist aus vielen Gründen schlecht:

    Zunächst den physiologischen Gründen, wegen dem, was er mit dem Hundehals, -rücken, Augeninnendruck, Schilddrüse, Luftröhre und allem anderen Anstellt, was sich im/am Hals befindet, sprich, dem gesamten Hund.

    Leinenrucke sind aversive Stimuli, sprich Positive Strafen, die dazu dienen sollen ein Verhalten zu verringern (das an der Leine ziehen).

    Aversive Reize haben so viele Nachteile und Nebenwirkungen, dass ich nicht verstehe, warum man sie immer noch anwenden möchte, warum sie immer noch gelehrt werden, und warum einige Trainer sie nicht nur unerlässlich finden, sondern ihre Kunden nicht mal auf diese Nebenwirkungen hinweisen.

    Hunde lernen durch Verknüpfen, leider kann kein Mensch genau sagen, was ein Hund mit einem Schmerzreiz verknüpft. Allerdings mehren sich die Anzeichen das folgende Dinge auf der "Gerne wird verknüpft"-Liste stehen:
    Dinge, die der Hund gerade ansieht (Super, gell, wenn das gerade ein Kind, Hund, Katze, was auch immer ist - und er danach diese "Reize" total scheiße findet, weil sie "Hals zut weh" machen...)

    Denjenigen, der die Strafe ausführt, das wärst Du!!! (Möchtest Du WIRKLICH, dass Dein Hund Dich mit "Hals tut weh" verknüpft)

    Die Situation, in der er sich befindet (oh, Stadtspatziergänge sind doof, Busfahren ist doof, Radfahrer sind doof, an der Leine sein ist doof...)

    Das was der Hund gerade am deutlichsten wahrnimmt - Geruch von Peperonipizza, den Duft der Straßenlaterne mit der Visitenkarte von Lieblingsfeind Anton von Gegenüber... Man stelle sich vor, Hunde haben sich noch NIE gesehen, und finden sich beim erstenmal riechen spontan scheiße - kann es daran liegen, dass einer den Geruch des anderen mit "Hals tut weh" verknüpft hat??


    All diese Verknüpfungen haben je nach Temperament des Hundes verschiedene unangenehme Verhaltensauswirkungen:
    - wenn er sich leicht hemmen läßt, wirst Du zwei drei mal rucken müßen und schreibst dann "hat funktioniert". Dann hätten andere, positivere Trainingsmethoden mit ebensogutem Timing Deinerseits ebensogut funktioniert.
    - Er ist nicht gehemmt... dann hast Du einen Hund der trotz rucken zieht, und später "unerklärlicherweise" irgendwelche gesundheitliche Symptome zeigt, wie Rückenverspannungen, damit einhergehende Gelenkerkrankungen, Arthrose...

    - er lernt "Vermeiden" kann dazu führen, dass er eben das ziehen "vermeidet" und auch anderes, von Dir gewünschtes Verhalten, weil, man kann ja nie sicher sein, wofür man so einen Leinenruck erhält.

    - er lernt zu unterscheiden: ist die Leine dran, habe ich Pech, ist die Leine ab, mach ich was ich will, einschließlich vermeiden (zu meinem Menschen zurück zu kehren, weil der leint mich an, und das macht Aua am Hals...)

    - er wird ängstlich von den Dingen, die er zuvor mit dem "Aua" verknüpft hat.

    - er wird aggressiv gegen die Dinge, die er zuvor mit dem "Aua" verknüpft hat, denn die Kündigen an, dass es gleich wieder "Auja" macht.

    - er wird aggressiv gegen den Strafenden...
    Was auf der Liste fehlt? Der Hund verknüpft sein Verhalten "an der Leine ziehen" mit dem aversiven Reiz. Kommt so oft vor, dass es kaum ausszuhalten ist. Anders ist es einfach nicht erklärbar, warum Hunde ziehen, geruckt werden, drei schritte ohne Ziehen, dann wieder ziehen, rucken, den ganzen lieben langen Spatziergang, Tag für Tag, ein ganzes Hundeleben lang und mit dem nächsten geht das Gerucke wieder von vorne los.


    Ach ja, bitte lesen "Rückenprobleme beim Hund" von Anders Hallgren...


    Haben die Trainer Deiner Hundeschule dich über diese (damit längst nicht vollständig aufgelisteten) Nebenwirkungen aufgeklärt, und was diese Nebenwirkungen für Auswirkungen für das Zusammenleben von Dir und Deinem Hund haben können?

    Gib ihr die Belohnung so, dass sie nicht aufstehen muß - tief!!
    Gib ihr eine Belohnung, die zum Kauen zu klein (und zu weich) ist und gleich geschluckt wird.
    Gib ihr die Belohnung so, dass sie sich wieder hinlegt, falls sie vorher aufgestanden ist.
    Gib ihr mehr Belohnungen fürs liegenbleiben, als fürs hinlegen.

    viele Hunde finden die menschliche körpersprache bedrohlich und stehen deshalb auf. Dann kann man sich selber hinsetzen, hinknien, oder auf einen Stuhl setzen.

    zu dem Futterproblem koppiere ich mich mal selbst:


    1. Man füttere den Hund einige Tage ausschließlich aus der Hand

    2. Man nehme einen Napf, halte ihn in der einen Hand, lege zwei Brocken Futter hinein, reiche dem Hund den Napf, und wiederhole so lange, bis die Mahlzeit vollständig im Hund ist.

    3. Man wiederhole Schritt 2 über mehrere Tage,

    4. Man wiederhole Schritt 2, lege aber statt zwei Bröckchen eine kleine Handvoll Futter in den Napf, reiche dem Hund den Napf, und wiederhole das ganze so lange bis die Mahlzeit vollständig im Hund ist.

    5. Man wiederhole Schritt 4 über mehrere Tage.

    6. Man wiederhole Schritt 4 aber mit ungefaähr der Hälfte der Mahlzeit im Napf.

    7. Man wiederhole das ganze über mehrere Tage.

    8. Wie Schritt 6, jedoch mit fast der Gesamten Mahlzeit im Napf. wenn der Hund fertig ist, gibts den Rest als Zugabe

    9. Man wiederhole das ganze über mehrere Tage

    10. Wie Schritt 2, aber man stelle den Napt mit den Bröckchen auf den boden, läßt den hund fressen, füllt zwei Bröckchen nach, läßt fressen, füllt zwei Bröckchen nach... solange wiederholen bis die Mahlzeit völlig im Hund ist. Über mehrere Tage wiederholen

    11. Wie Schritt 10 aber eine Handvoll Futter im Napf... Über mehrere Tage wiederholen


    12. Wie schritt 10 aber ungefähr die hälfte der Mahlzeit im Napf... Über mehrere Tage wiederholen

    13. Wie Schritt 12, jedoch mit fast der Gesamten Mahlzeit im Napf. wenn der Hund fertig ist, gibts den Rest als Zugabe. Über mehrere Tage wiederholen

    14. Wie Schritt 1 jedoch mit einer anderen Person des Haushaltes
    15. mit der neuen Person sämtliche Schritte des Programms durchlaufen

    16. Wie schritt 1 jedoch mit einer weiteren Person des Haushaltens....
    17 mit der dritten Person das gesamte TRainingsperson durchlaufen.

    Wenn es Probleme mit Hunden, Katzen, Omas oder Kindern gibt, werden die ins "Programm" aufgenommen, wenn sämtliche Erwachsenen das Programm vollständig durchlaufen haben.
    Kinder und Omas können aus sicherer Entfernung extrems leckere Zugaben zum Hund werfen, während noch mal wichtige Schritte des Programmes wiederholt werden.
    Katzen/andere Hunde können so gegen den Ressourcenverteidiger gesichert werden, dass dieser sie sieht, während er das beste Futter der Welt bekommt....


    Vorteil: Hund findet Action beim Essen genial, denn das bedeutet mehr und oder besseres Essen.


    Leicht geändert aus diesem Fred: https://www.dogforum.de/fpost7564148.html#7564148