Beiträge von Shoppy

    Ja, aber ;)

    So ein Holz ist ja trocken. Und dann nimmt man es in den Mund und trockenes Holz zieht Wasser (saugt es auf) und dann bleibt die Zunge dran kleben...
    Oder es ist nicht richtig schön glatt und prickselt auf der Zunge oder am Zahnfleisch.
    Oder es drückt auf einen Zahn (hast Du mal die Zähne checken lassen?)
    Oder, Oder, Oder...

    Zitat

    ...guckt Rabauke zwar interessiert, lässt sich aber mit dem Kommando "weiter!" relativ zielstrebig daran vorbeidirigieren.

    Aber wehe, der andere Hund bellt ...
    Dann macht Rabauke einen Riesenaufstand, pöbelt wütend zurück, wirft sich in die Leine wie Zerberus persönlich - das volle Programm.

    Er ist dann so in Rage, dass er meine Kommandos (wie z.B. "Nein", was sonst sicher sitzt) gar nicht mehr hört und ich habe jedesmal Mühe, mein 60kg-Pony am "Feindesland" vorbei zu bugsieren.

    Entspanntes Spazierengehen ist anders. :gott:


    Ich löse das Problem anders. Wenn wir von "hinterm Zaun" angepöbelt werden, versuche ich NICHT schnell am Feindesland vorbei zu kommen. Je nach Reaktion (Mein eigener reagiert mit mich ansehen und auf Kekse warten...) des Hundes, den ich gerade an der Leine habe, versuche ich einen Platz zu finden, in dem er/sie mir Millisekunden Aufmerksamkeit schenken kann und shape mittels Clicker: Ansehen, Fingertouch, dann sitzen, dann stehen, dann langsam gehen, dann normal dran vorbei gehen. Zwischendurch kann man immer wieder Blickkontakt und Fingertouch bestärken, weil das den Focus auf etwas bestimmtes (mich, in dem Fall :gut: ) zieht.

    Natürlich nicht alles auf ein Mal. Aber sowiel wie eben geht. Wichtig ist mir, dass mein (Gast)Hund entspannt aus der Situation rausgeht, und nicht noch geladen ist (was gerne passiert, wenn man versucht, den Hund schnell dran vorbei zu schleifen).
    Ich helfe dem Hund beim Entspannen mit einem vorher konditionierten Entspannungssignal, mit Konzentrationsübungen (Fingertouch, Sitzen...), mit Geschirrgriff (der vorher mit wunderschönsten dingen klassisch Konditinoert wurde).

    Wichtig ist, dass man umschaltet von "ich will da und da hin" auf "ich möchte, dass die Fellnase ruuuuuuuuuuuuhig ist. Je ruhiger man dabei selber ist, und je langsamer aber konzentrierter man das angeht, desto schneller wird der Hund das verallgemeinern.
    Übrigens bekommt Crispel (und alle Gasthunde) immer Leckerchen, wenn irgendwo in der Nähe ein Hund bellt (egal, ob "Wir" angebellt werden oder wer anders. So konditioniere ich einen Signal für "Menschen nach Leckerchen fragen" auf das Signal "Hund bellt"...

    Ich glaube nicht, das "auspowern" langfristig helfen wird. Da baut sich die Spannung nur anders auf. Ignorieren hilft auch nicht.
    in dem Verein wo ich gerade lerne, die "Agility" funktionuckt, werden die Hunde einfach an einen Zaunpfosten gebunden, und da schreien sie dann rum bis sie dran sind.... :kopfwand:
    Damit sich mein Keks das nicht angewöhnt, bleibe ich in der Nähe stehen (oder sitze direkt daneben) und belohne entspanntes Verhalten. Beim Entspannen helfe ich durch ein vorher konditioniertes Entspannungssignal, durch massieren und durch "Kaugummi" = Kauknochen, Ochsenziemer, gefüllter Kong (kauen entspannt)...

    Was Du auch versuchen solltes: der Abstand zum Geschehen ist oft wichtig, vielleicht suchst Du Dir ein entfernteres Eckchen, vielleicht sogar was mit Sichtschutz. Wenn das alles nichts hilft, würde ich es mit einer Box versuchen, oder den Hund, bis er dran ist im Auto lassen (und zwischen den Übungen wieder da hinbringen).

    Entspannung lernt Hund nicht durch noch mehr Action!!

    Wenn sie es zwei Sekunden hält, clickere eben "1,5sek.-Halten" - EINMAL und dann gibt es das tollste für sie überhaupt! Das allertollste!!! Das WIRKLICH allertollste.
    Und dann wiederholst Du das ganze Und steigerst die Bestärkung - Echt jetzt, das muß die absolute Krönung sein. Dann packst Du das Holz weg. und clickerst irgendwas, was ihr totalen Spaß macht, aber nur mit "normalen" Leckerchen...
    Am nächsten Tag das gleiche Spiel - zwei mal 1,5-sek-Halten klicken Megasuperoberaffent***engeile Belohnungen.

    Mach das ein paar Tage hintereinander und probier dann, ob sie auch mal 3 Sekunden hält. Wenn sie das gut macht (und nicht mehr so aussieht, als ob sie von dem Ding erwürgt würde - by the way, sind nicht auch Kunststoff-Teile erlaubt? Vielleicht mag sie die lieber??) Übst Du nach dem oben beschriebenen Schema 2,5sek-Halten.

    das Steigerst Du dann Schrittweise in der Länge, wobei Du immer man wieder ein "ultrakurz-Halten" = Halten für nur eine Sekunde aber trotzdem mit Mega-Belohnung einstreuselst.

    Was du auch machen kannst (neben dem "Schau mir in die Augen, fluffy"-Clickern), ist, das Ansehen des anderen Hundes benennen und clicken.

    Ich würde erst mal einige Tage den blickkontakt zu dir clicken, damit sich einspielt, dass er den Click in der Situation schon kennt.
    Dann nimmst Du das "benennen und clicken" des anderen Hundes hinzu:

    Der Ablauf wäre: Dein Hund sieht den anderen Hund und Du sagst: "Wo ist der Hund?", clickst und gibst ein Leckerchen.

    Der Vorteil davon ist: Dein Hund verknüpft den Anblick eines Hundes mit was gutem (weil du das ja clickst), wendet sich dann ab (weil Du ja geclickt hast, und das heißt du gibst ihm jetzt seinen Keks), und du gibst auch noch gleichzeitig dem Verhalten einen Namen.

    Das kann z.B. später dann von nutze sein, wenn Dein Hund gerade sehr mit etwas beschäftigt ist, und ihr plötzlich in einer Distanz, die er noch etwas unangenehm finden könnte auf einen anderen Hund stoßen werdet (Deiner aber noch mit dem Zeitungslesen, oä. beschäftigt ist, und es noch später bemerkenwürde als Du) und sich wahrscheinlich tierisch erschrecken würde. Stattdessen kannst Du sagen, Fluffy, wo ist der Muggel, und er schaut sich aktiv um, um den Hund anzuzeigen um dafür einen Keks zu bekommen.


    Ausserdem ist es für viele ängstliche Hunde gar nicht sooo einfach, die Augen von dem Ding abzuwenden, vor dem sie Angst haben.
    Alos lassen wir sie doch gucken - kurz! Um sie dann wieder auf uns umzuorientieren!

    Das geile an dieser Methode ist, dass Du bald einen Hund hast, der Dir von alleine andere hunde "anzeigt", die Du noch gar nicht bemerkt hast, weil es für "daaaa ist der Hund, Frauchen/Herrchen!" ja immer ein Leckerchen gab.


    Und ganz nebenbei: Du kannst ALLES anclicken, was nicht "ich will den anderen Hund fressen" ist.
    Fang an zu clicken, wenn er den Hund gesehen hat. Click für jeden zweiten Schritt an lockerer Leine, für "bei Fuß" für "sitz", "touch", "Steh", für Wendungen, für alles was Dir einfällt. Wenn Du Dir vorstellst, dass Du vom anblick des anderen Hundes bis "oh, jetzt kommt er mir zu nahe und ich werde nervös" ungefähr 30 Sekunden Zeit hast, versuch mindesten 10-15 Mal zu clicken und bestärken - und nur mit den allerallerallerbesten Sachen. Wenn es geht, versuch dann, dass er keinen Grund hat, richtig nervös zu werden, indem Du die Distanz zum anderen Hund wieder vergrößerst, oder zumindest nicht noch geringer werden läßt.

    Und g**gle "konditioniertes Entspannungssignal", lies alles, was Du dazu finden kannst, und konditionier Euch eins, das kannst Du in solchen Situationen gut gebrauchen.

    Zitat

    Sicherlich habe ich mir vor dem Hundekauf auch etwas anderes vorgestellt, aber jetzt finde ich Gefallen an dem AJT und würde meinen Hund im Leben nicht mehr eintauschen oder hergeben.

    Den Satz find ich schön :gut: .

    Eigentlich würde ich gerne bei allem (oder jedenfalls bei sehr vielem), womit die Leute kommen, so gerne Pias Buch empfehlen - aber dooferweise steht da "ATJ" drauf :p , und viele der Hunde, sind gar keine Jäger ;) . Sie lassen sich "nur" schlecht bei irgendwelchen Ablenkungen abrufen, sind unkonzentriert, haben keine Impulskontrolle oder finden einfach die Zusammenarbeit mit ihren Menschen unbefriedigend. Für all diese Probleme ist die Lösung in diesem genialen Buch zu finden...


    Zitat

    Aber ich gebe dir Recht, dass es wirklich oft schlechte Konstellationen bei Hund-Halter-Teams gibt.

    Und das nicht nur in Bezug auf jagende Hunde. Die Leute haben irgend ein Problem, sagen wir jetzt einfach mal Rückruf klappt nicht und zieht an der Leine.
    Das Grundproblem ist immer: Mangelnde Aufmerksamkeit auf beiden Seiten. Der Mensch achtet nur auf seinen hund, wenn er sich gerade über hundes ziehen oder nicht kommen ärgert, und warum sollte der Hund dann auf seinem Menschen achten?
    Die Halter wollen aber immer "nur" das Symptom (Nichtkommen/Leineziehen) direkt bearbeiten, und nicht am Grundproblem.
    Einen Jagdambitionierten Hund so zu trainieren, dass er annähernd immer kontrolliert werden kann, und selber so konzentriert zu sein, dass man im vorfeld erkennen kann, wann Hund gleich nicht mehr kontrolliert werden kann und ihn dann rechtzeitig anzuleinen, ist eine Herrausforderung, und wer diese angenommen hat und im Training wenigstens so weit gekommen ist, dass er dem Hund an gewissen Orten Freilauf gewähren kann und ihn an anderen Stellen "managen" kann, hat so viel über Hundetraining gelernt, dass danach wahrscheinlich alles gemeistert werden kann.

    Ich finde es toll, dass es immer mehr versuchen, und auch Erfolg damit haben, denn ich glaube, dass die hundeszene dadruch viel an Wissen über Trainingsmethoden lernen wird.

    uups, so gemein habe ich das mit den Boxern gar nicht gemeint. Die die ich kennengelernt habe, sind begeisterte Spieler, sehr sozial mit anderen Hunden, die aber eben mit vollem Körpereinsatz spielen (ähnlich wie die auch so überschäumenden Labradore). Das ist ja nichts schlechtes, und war von mir auch eben auch genau so nicht gemeint, ich wollte damit das überschäumende Temperament beschreiben.

    Natürlich müssen und können auch Boxer erzogen werden! =) Und einen vernünftigen Rückruf etc bekommen. :gut: