Wie findest Du denn die Fortschritte Deines Hundes?
Bist Du damit zufrieden? wie findest Du im Gegensatz dazu das Verhalten des Hundes Deiner Bekannten?
Ich sehe das so: Jeder Hund muß fressen, sonst überlebt er nicht. Aber nicht jeder hund braucht zwingend die Aufmerksamkeit eines Menschen. sonst gäbe es keine frei überlebenden Hunde und die gibts über den ganzen Erdball verbreitet...
Futter ist eine wichtige Ressource, die Aufmerksamkeit des Menschen auch, aber die muß auch erst mal vernünftig aufgebaut werden - viele Trainer setzen voraus, dass sie Gottgegeben ist, und das ist sie nicht. ausser vielleicht bei Border Collies, Labradoren und Golden Retrievern...
Ausserdem schließt das eine das andere doch gar nicht aus!! Solche Trainer stellen das gerne so hin: Entweder oder! Das ist Blödsinn!
Wichtig beim Training sind:
Präzises Timing der Bestärkungen
je präziser desto besser. Am Besten geht das mit Merkersignalen, wie dem Clicker.
Verwendung der RICHTIGEN Bestärkungen (nämlich solche, die der individuelle Hund in der jeweiligen Situation als Bestärkung empfindet (= Wenn ich den ganzen Tag durchs Dorf gelatscht bin, um Zeitungen auszutragen, ist ein heißes, langes Bad eine sehrsehr gute Bestärkung für mein Verhalten. Wenn ich aber in Eile bin, um rechtzeitig ins Kiono zu kommen, wäre ein langes heißes Bad ehr blöd, da würde ich dann lieber eine Dusche bevorzugen.
Oder: wenn ich eine ziemlich stupide Arbeit, an der ich keinerlei spaß habe und die mir auch sonst nix "bringt" machen soll, sollte die entsprechen gut bezehlt sein, sonst werde ich das wohl nicht allzulange Fortsetzen, sofern ich die Kente auch anderweitig auftreiben kann.
Und hier kommt dann die Paralle zum Hund: der muss SOWIES gefüttert werden, warum also nicht das Futter zum bestärken von gewünschtem Verhalten benutzen. Warum sollte ich eine derartig wichtige Bestärkung für "egalwas" im Hundenapf verschwenden???
Übrigens: Man braucht, sobald der Hund ein Verhalten gelernt hat, das nicht jedesmal mehr mit zu bestärken, und schon gar nicht mit Futter, denn wenn man Futterbelohnungen mit Bedacht anwendet, kann man mit diesen Lobworte "aufladen" (z.B. indem man immer "fein" oder "klasse" oder was auch immer, sagt, bevor man den Keks reicht.
Ausserdem gibt es ja noch tausend andere Sachen, für die ein Hund arbeitet.
Meiner findet bestärkend (je nach Situation und gerade trainierter Übung)
Buddeln dürfen
Rennen dürfen
mit anderen Hunden spielen dürfen
Trinken dürfen (nein, ich lasse ihn sonst nicht dursten)
im Gras wälzen,
Rennen mit mir,
Hüpfen mit mir
irgendwo draus springen
irgendwo rüber springen
Springen in jeder Lebenslage,
Hundetricks vorführen
sich applaudieren lassen
Loben lassen
sich von Frauchen die Ohren durchschlabbern lassen.
die Hüfte/Rücken kraulen
auf der Brust kraulen
Massage
TTouch
Leckerchen fangen
Leckerchen jagen
Leckerchen suchen
Leckerchen aus meiner Faust rauszuzeln
Leberpaste aus der Futtertube saugen
...
Dauer des Trainings
meist verlangen Menschen viel zu viel zu lange von ihrem Hund. Ein paar man am Tag je zwei Minuten konzentriert an irgendwas zu arbeiten und dann eine Pause zu machen, bringt mehr, als eine Stunde durchgehend an der selben Sache zu arbeiten, und doch läuft Training oft genau so ab...
Aufbau des Trainings
Dazu muß man sich vergegenwärtigen, was der Hund schon in welchen Situationen unter welchen Ablekungen erfolgreich gemeistert hat (und damit meine ich nicht: hat er ein mal zufälliger weise mal richtig gemacht...
Und man muß sich bewußt machen, dass der Hund nicht durch ein paar Wiederholungen lernt, sondern das die Wiederholungen, bis ein Signal auch tatsächlich unter allen möglichen Bedingungen abrufbar ist, in die Tausende gehen.
Man muß ausserdem darauf achten, dass man die meiste Zeit damit beschäftigt ist, die Grundmauer zu legen. J e gewissenhafter man damit ist, desto öher kann man schließlich die Ansprüche setzen.
Und natürlich Art des Trainings
Darunter verstehe ich: macht es Hund und Mensch Spaß, miteinander zu lernen? Wenn einer daran keinen Spaß hat, weil er Streß, Angst, Frust oder einfach auch mal keine Lust hat - was wird er dann aus der Lektion wohl lernen --> Arbeit mit dem Menschen ist doof.
Der Überfordert mich, kommuniziert nicht richtig mit mir, nimmt meine Probleme nicht war, weiß gar nicht, was ich hier zum lernen bräuchte...