Beiträge von Shoppy

    Das liegt daran, dass Lernbiologisch (und auf deren Basis diskutiere ich hier) ein Verbot eine Strafe ist, sofern das Ziel dieses Verbots darin besteht, das "falsche" Verhalten dauerhaft verschwinden zu lassen und nicht nur für den einen Moment.

    Interessant finde ich, dass Du einem Hund sehr wohl zutraust, etwas das er als "Verbot" in einigen Situationen gelernt hat, in anderen anzuwenden - wieso sollte das mit "mach Verhalten XY nicht" funktionieren, mit "Mach stattdessen Verhalten AB" aber nicht??.

    Wenn mein Ansatz "vermenschlichend" ist, was ist dann Deiner - der die gleiche intelektuelle Leistung des Hundes erwartet?

    Aha,

    ich lerne also nur, was richtig ist, wenn ich es irgendwie geschafft habe, es irgendwann mal falsch zu machen, und dafür korrigiert wurde.

    Was, wenn ich es nie falsch mache?? Immer nur richtig? KANN ich es dann TROTZDEM nicht richtig?

    Und was, wenn ich es eigentlich fast immer falsch mache, aber nur gelegentlich "korrigierte" werde, weiß ich dann "eigentlich" trotzdem wie es richtig ist??

    Dazu hätte ich jetzt gern die Professionelle Meinung eines Pädagogen...


    Der Hund muß nichts über das "Anspringen" lernen, er muß etwas lernen über "wie begrüße ich einen Menschen".

    Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich an Training mit der Einstellung: "muß Fehler finden und korrigieren" herangehe, oder mit:
    Welches Verhalten soll der Hund in der gegebenen Situation zeigen.
    In der Zweiten wartet man nicht auf Fehler, um dann darauf zu reagieren. Man lehrt ohne Umwege, dass was man stattdessen sehen möchte.


    Das Argument ist andersrum schlüssig: Ein Hund, der für Anspringen korrigiert wurde, weiß nix darüber, was stattdessen erwartet wird, was, wenn seine nächste Variation von "Anspringen" "Nasenstoß ins Gesicht" ist?

    Letztes Jahr bin ich mit meinem und einem Gasthund auf einem Radweg unterwegs gewesen. Das Wetter war toll, es war glaub ich ein Freitag oder Samstag nachmittag, und dementsprechend war das Fahrradfahrer-Aufkommen. Nach dem ich auf dem Hinweg (ca.2 Kilometer) jedesmal beim auftauchen eines Fahrradfahres rangerufen und absitzen lies, hatte ich auf dem Rückweg plötzlich eine "Straßensperre" aus zwei Hunden vor mir sitzen, die mich erwartungsvoll ansahen. Warum?
    Hinter uns kam ein Fahrradfahrer näher - und ich hatte ihn noch nicht bemerkt.
    Hunde wenden an, was sie lernen, wenn das für sie "Sinn" macht.
    Klar variieren Clickerhunde auch ihr Verhalten. Besonders, wenn zu schnell anfaängt mit der Bestärkungsrate oder Wertigkeit zu varrieren.
    Aber ich habe echt noch keinen Hund gesehen, der "Anspringen" für eine Variation von "Sitzen" hält. Liegen habe ich schon gesehen, vor allen Dingen von Labradoren und Schäfern. Crispel hält dagegen "Stehen" für eine Variante von "sitzen". Aber auch umgekehrt ;) So be it...


    Wieso MUSS er korrigiert werden? Er WEISS, dass Hinsetzen (statt anspringen IMMER die richtige Lösung war.

    Wenn Du weißt, wie man Oberweserdampfschifffahrtsgesellschaftskapitän schreibt, versucht Du dann das irgenwie anders zu schreiben, nur weil man Dich noch nicht korrigiert hat - weil Du das noch nie falsch geschrieben hast?

    Zitat

    Ich hatte schon mal gefragt, wo der Unterschied zwischen:
    Hund springt Person an -> HH sagt "NEIN" -> Hund geht mit den Pfoten auf den Boden und bekommt ein Lob; nächstes mal das gleiche Spiel
    oder
    Hund springt Person an -> HH ignoriert das Verhalten -> Hund geht mit den Pfoten auf den Boden und bekommt Belohung; nächstes mal wird Hund schon gelobt, bevor er springt und noch die Pfoten auf den Boden hat.

    Und meine Möglichkeit ist:
    Hund sieht andere Person, hat noch alle Füße auf dem Boden (weil Person noch weit genug weg: click, Bestärkung.
    Der Hund wird für das Verhalten bestärkt, ohne erst einen Fehler (anspringen) gemacht haben zu können.
    Wer nicht lernt, einen Fehler zu machen, sondern gleich für richtiges Verhalten bestärkt wird, wird eben dieses wattebachgeschängertes Verhalten eben auch zeigen, wenn HuHa vielleicht gerade mal nicht aufpasst.

    Zitat


    . Bleibt der Stinker stehen, gehe ich einfach weiter. Ohne Ansprechen oder sonst was ziehe ich ihn dann mehr oder weniger hinterher. Läuft er vor mir und ich sehe, daß er gleich ans Ende der Leine kommen wird, drehe ich mich rum und lasse ihn in die Leine laufen.

    Was ist Dein Ziel? Soll er jemals ohne Schleppleine laufen? Dann setz ein Signal ein (z.B. "Weiter", wenn er mitkommen soll, oder "warte", "Stopp", oder "zurück", bevor er das Leinenende erreicht), das Du in einem anderen kontext als dem der Schleppleine einübst, denn sonst lernt er ein Leinen-Signal, und das funktioniert nur, wenn eine Leine dran ist am Hund.


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    Bemerkt er mein Umdrehen, bevor die Leine zu Ende ist und nimmt Kontakt zu mir auf, kriegt er nen Jackpot.

    Sehr gut!

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    Kommt er mal ausnahmweise nicht, setze ich das mit der Leine durch.


    Das würde ich lassen, weil er dadurch unter umständen lernen kann, dass er ein "Komm" nur zu befolgen braucht, wenn eine Leine dran ist...

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    Warum nutze ich die Leine OHNE Aufmerksamzeichen, wenn sie gleich zu Ende ist??? Weil ich möchte, daß mein Hund von sich aus auf mich achtet. Gebe ich ihm immer Zeichen, lernt er ja nie auf mich zu achten, sondern lernt nur, daß Frauchen ihm immer schön sagt, was gleich passiert. Das soll er aber von selber merken.

    Okay, dann darfst Du aber auch tatsächlich GAR KEIN Singal einsetzen, auch kein Leinensignal. Dann solltest Du immer die gleiche Leinenlänge geben (denn woher soll er sonst wissen, was der höchst erlaubte Radius ist, wenn der sich immer mal wieder ändert), und ihn am Leinenende warten lassen, bis er von alleine darauf kommt, dass das was er gerade macht, nicht zielführend ist.

    Allerdings würde ich es ganz ohne nicht aufbauen: angenommen, Du bist in einem Gebiet, wo er unerwarteter weise stärker abgelenkt ist, als Du es erwartet hast (und er deswegen ohne Leine unterwegs) - mit gut eingeübten Signalen, kannst Du ihn dann immer noch ansprechen, aber wie sagt man so schön, "aus den Augen, aus dem Sinn".


    Um die Aufmerksamkeit Dir gegenüber allgemein zu verbessern, kannst Du freiwillige blickkontakte zu Dir "einfangen" und zufälliges bei Dir auftauchen (auch wennst erstmal nur ein Vorbeilaufen an Dir sein sollte, mit Jackpots belohnen. Er wird dann öfter schauen, und er wird natürlich öffert bei dir vorbeilaufen, denn das lohnt sich ja.