Huhu,
ich schreib mal in Deinen Text, was ich machen würde. Ich hoffe, es wird nicht zu unübersichtlich
.
ZitatHallo,
gestern war ich nochmal mit Butch (kniehoher Mischling), dem neuen Hund, der in Kürze bei uns einzieht, spazieren. Er ist an der Leine relativ "unfreundlich" anderen Hunden gegenüber. Fixiert sie schon, wenn er sie in der Ferne erkennt, legt sich dann in die Leine und bellt.
Für diesen Fall solltest Du Umorientierungssignale und Entspannungssignale trainieren (würde ich für beide Hunde einüben...).
Umorientierungssignale sind z.B. ein "Schau mir in die Augen, kleines", ein Fingertouch, (Rückruf ist auch eins
)
Wenn der Hund (die Hunde) sie kann, wendest Du sie an BEVOR der Hund anfängt zu fixieren.
Was dabei beim Üben wichtig ist: Da man die Anspannung
aus der Situation nehmen will, und beim Lernen immer die Emotion, die man beim Erlernen hat mit in die Übung eingeknüpft wird (sprich, wenn Du irgendwas lernst und dabei aber Angst hast, oder es doff findest, wirst Du dieses Gefühl IMMER haben, wenn Du dieses Verhalten ausführen mußt), ist es extrem wichtig, dass all die in solchen Situationen zu verwendenen Signale "Nett" aufgebaut werden. Wenn der Hund den Fingertouch total toll findet, und sehr gerne macht, dann wird sich diese Emotion auf die Situation "anderer Hund kommt" übertragen. WEil das natürlich auch umgekehrt gilt, muß das Fingertouchen immer wieder in "nicht Hundebegegnungs"-Situationen mit guten Emotionen aufgefrischt werden, sonst wird der Hund irgendwann Fingertouch blöd finden...
Das gleiche gilt für Blickkontakt-Signale - auch die muß der Hund toll finden und super gerne ausführen!
Ich arbeite in solchen angespannten Situationen auch mit konditionierten Entspannungssignalen. Das sind Signale, die für den Hund "alles ist gut und entspannend" bedeuten (wie man das aufbaut, findest Du über die Suchfunktion). In einer "Situation" kann man dann also das Entspannungssignal sagen und der hund wird wieder ansprechbarer für weitere Signale, wie z.B. den Fingertouch, den Blickkontakt oder für das Hinsetzen.
Wenn die Spannung schon zu groß ist, verwende ich einen "Geschirrgriff".
Der hat ebenfalls den Sinn, dass der Hund sich entspannt und ansprechbarer wird. Gleichzeitig habe ich den Hund so im wahrsten Sinn des Wortes besser "im Griff". und er kann nicht wild durch die GEgend hüpfen und sich wie ein Idiot aufführen.
Ich baue es so auf: ich sage "Geschirr" und kündige so den Griff an, dann greife ich in den Rückensteg, oder den Bauchgurt und wenn ich noch eine Hand frei habe, gleichzeitig in den Halsgurt. Dann gibts lecker Essen - entweder mehrere Leckerchen hintereinander oder ich lasse den Hund an einer Futtertube schlecken - während eine Hand am Geschirr bleibt. Dann sage ich Okay, lasse das Geschirr los und es gibt kein Futter mehr.
DAs ganze wiederhole ich einige Male pro Übungseinheit, mehrmals am Tag mindestens eine Woche lang unter steigenen Ablenkungen.
Freut sich der Hund auf seinen GEschirrgriff, kann ich es auch "in der Situation" anwenden, aber man muß das Signal immer wieder aufladen, sonst wird die andere Emotion auf den Geschirrgriff übertragen...
Brauche ich beide Hände am Geschirr, weil ich den Hund sonst nicht halten kann, sage ich das Entspannungssignal...
ZitatOhne Leine - so hat mir die Pflegestelle berichtet - ist er aber absolut verträglich mit allen Hunden. Mein Hund, der jetzt schon seit 6 Jahren bei uns ist (Malteser), macht selbst an der Leine aus Unsicherheit ab und zu nen riesen Terz. Auch er ist ohne Leine sehr verträglich mit allen Hunden.
Bau die gleichen Signale auch für den Malti auf, dann reagieren beide gleich darauf. Übe aber erst mal beide voneinander getrennt.
ZitatNun mein Problem: Wie bekomme ich beide Hunde, die sich dann natürlich auch noch gegenseitig aufstacheln in den Griff? Wahrscheinlich hilft es nur, mit beiden getrennt zu üben, oder? Aber wie mache ich es, wenn ich beide gemeinsam ausführe, und wir einem anderen Hund begegnen? Wie genau soll ich mich am besten verhalten?
Liebe Grüße,
Laura
Ja, erst mal getrennt üben. möglichst so lange, bis beide sehr gut auf Signale während solcher anstrengenden Begegnungen reagieren können.
Ich würde an Deiner Stelle sehr viel WErt auf den Geschirrgriff und das Entspannungssignal legen, denn das kann man auch eben bei zwei hunden gleichzeitig anwenden, oder man greift in ein GEschirr, sagt das Entspannungssignal und hat noch eine Hand für das Füttern beider Hände frei.
Wenn beide Hunde gelernt haben, dass man in solchen Situationen entspannt bleiben bzw. wieder werden kann, kannst Du dann langsam Anfangen, auch Verhalten wie sitzen, oder an lockerer Leine weitergehen einzuführen. Aber das würde ich erst anfangen, wenn das mit der Entspannung wirklich klappt. Wenn Du nämlich quasie "sitz" schreien mußt, damit sie es dann mehr oder weniger aus Angst ausführen können, verbesserst Du nichts an dem Gefühl, das die beiden in der Situation haben...