Beiträge von Shoppy

    Du hast geschrieben, dass ein weiterer Trainer jetzt nicht drin ist, deshalb hatte ich noch keinen empfohlen.
    FAlls sie das aber doch noch mal versuchen möchte, sollte sie sich an diese Hundeschule wenden: http://www.cumcane.de
    Die sind etwas weit von Euch weg, aber auf Anfrage kann man jemanden bei Euch in der Nähe nennen, der Euch kompetent beraten kann - es gibt auf der Seite auch eine Liste mit Hundeschulen - vielleicht ist da ja schon was in Eurer Nähe dabei.

    Was ich erst mal am wichtigsten finde: ganz in Ruhe das Maulkorbtraining anfangen. Dann die weitere Informationszusammenstellung.
    In der Zeit möglichst ausschließlich mit positiver Bestärkung weitertrainieren und allem "Übel" weiträumig aus dem Weg gehen, damit er das Verhalten nicht weiter einüben kann.

    Nochmal: Deine Bekannte hat doch schon so viel erreicht: das größere Problem - seine Angst vor Menschen ist doch schon so viel besser geworden, das ist eine großartige Basis, die sie sowieso für weiteres Training benötigt.
    Und wenn ich richtig gelesen habe, hat sie das Problem mit anderen Hunden ja auch schon auf sehr spezifische Auslöser (helle/weiße Hunde) reduziert. Ich würde nicht sagen, dass der Rest ein Klacks ist, das bestimmt nicht. Aber es ist eine großartige Leistung, die sie sich mal klarmachen muß!! Dann wird es ihr auch wieder leichter fallen, weiter zu machen.

    Bau den Geschirrgriff doch einfach auf und probier ihn aus. Man kann ihn wunderbar mit dem Entspannungssignal kombiniert anwenden.
    Das Ziel ist ja auch bei beiden das Gleiche: Anspannung rausnehmen, Ansprechbar werden.
    Über den Clicker solltest Du noch mal nachdenken.
    Barbara Schöning hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass das Click-Geräusch in der gleichen Hirnregion verarbeitet wird, in der auch Angst entsteht.
    Sehr vereinfacht ausgedrückt: Wenn Hund Angst hat, arbeitet er im "Echsenhirn", das wiederum für das Abspuhlen von instinktivem Verhalten zuständig ist. Wenn dieser Gehirnteil aktiv ist, ist das Vorderhirn, also der Teil der für Willkührliches Verhalten zuständig ist, praktisch "aus" - Lernen ist also nicht wirklich möglich. Ausserdem kommen viele Signale nicht mehr an - Was man nicht hört, kann man nicht verarbeiten. Der Click kommt in der Amygdala an, dem Teil, der dann gerade "An" ist UND der Click löst eine konditioniere emotionale Reaktion aus - eine positive und genau diese positive emotionale Reaktion, die der Hund trotz Angst, trotz Streß wahrnehmen kann, kann dann click für Click gegen die andere konditionierte Emotion - Angst - anarbeiten....

    Erst mal finde ich toll, was sie bisher schon erreicht hat.
    Die Traininerin hat offenbar die richtigen Ansätze geliefert.
    Ich empfehle bei derartigen Problemen folgende Bücher:

    Der ängstliche Hund von Nicole Wilde
    Hab keine Angs mein Hund von Rolf C. Franck und Madeleine Grauss
    Alter Angeber von Patricia McConnell
    Trau nie einem Fremden von Patricia McConnell

    und auf Englisch:
    Pamela Dennison "How to right a doge gone wrong" - kommt irgendwan dieses JAhr auch auf Deutsch raus
    Jean Donaldson "Fight"
    Emma Parson "Click to Calm"
    Ali Brown "Scaredy Dog!"


    Im Internet kann sie nach Informationen über systematische Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, konditioniertes Entspannungssignal, Geschirrgriff suchen.
    Falls noch nicht geschehen, würde ich Maulkorbtraining beginnen, damit sie einfach selber sicherer ist, dass selbst im Fall der Fälle nichts wirklich schlimmes passieren kann.

    Mithilfe der ganzen Infos kann sie dann mit dem Training fortfahren, es vielleicht entsprechend seiner Bedürfnisse optimieren und weitere Trainingsfortschritte erreichen.

    und was ich noch vergaß zu schreiben:

    ... und wenn er sich nach dem Click weiter auf die Seite rollen sollte (passiert ja vielleicht mal, weil er eben einfach schon in der Bewegung drin war) gibts Du das Leckerchen einfach so, dass er dazu wieder in die Platz-Position zurück muß.
    Und weil man ja sowieso möchte, dass das Hundetier im Platz was länger liegen bleibt, kann man auch einfach mehrere Leckerchen hintereinander geben.

    Hallo,
    ich arbeite mit Blickkontakt, aber nicht als konstantes "Anstarren". Für einige Hunde kann das Dauerstarren vielleicht das richtige sein, aber ich glaube dass die meisten besser klarkommen, wenn sie selber gucken dürfen, was denn um sie rum passiert.
    Ich arbeite daher viel mit "Zeigen-Benennen-Umorientieren-Alternativverhalten".
    Dabei zeigt man dem Hund das "Ding" und benennt es - z.B. "Da ist der Fido" (das ist in etwa auch das "Wo ist der Hund" von McConnell), dann markiere (Clicke) ich, dass Hund das "Ding" ansieht, wodurch automatisch die Umorientierung erfolgt (weil Hund sich nach seinem Leckerchen umsieht (sieht er sich nicht um, ist man zu dicht am "Ding" dran)). Danach wiederum frage ich ein gut eingeübte Alternativverhalten ab, z.B. einen Fingertouch, ein Sitz, einen Hundetrick, was auch immer, ganz egal, Hauptsache man ist sich relativ sicher, dass der Hund es in der Situation zuwege bringt. Das wird selbstverständlich wieder markiert und bestärkt.

    Sollte das "Ding" dann noch da ist, kann man den ganzen Ablauf wiederholen.


    Ansonsten stehe ich total auf Pendeltraining und das geht so:
    Man braucht eine hilfreiches "Ding" das sich zum Training für eine Weile zur Verfügung stellt (Anfangs:im wahrsten Sinne des Wortes - es STEHT einfach nur irgendwo rum). Dann gehe ich mit dem Hund einige SChritte aus der führ ihn "ungefährlich erscheinenden" Distanz auf das "Ding" zu, während ich clicke, fütter, clicke, fütter, clicker, fütter. in immer noch fast sicherer Entfernung clicke ich ein letztes mal, sage "Kehrt" und dreh um und gehe wieder weg. Dabei wird dann nicht mehr gefüttert, den hier ist die Entfernung die Bestärkung für den Hund.


    Und weiterhin habe ich u.a. Geschirrgriff und Entspannungssignal im WErkzeugköfferchen...

    Hui, da ist ja viel los gewesen in der ersten Woche.

    Mach jetzt erst mal eine ganze Weile gar nichts weiter, bis sie sich richtig bei Euch eingelebt hat.

    Was ich Dir unbedingt ans Herz legen möchte ist das Buch "Der ängstliche Hund" von Nicole Wilde. Da steht im Prinzip alles drinn was man erst mal wissen muß - vor allen Dingen weißt Du dann, nach welchen Gesichtspunkten Du einen kompetenten Trainer findest - will sagen, verschieb deinen Hundeschulbesuch bis Du wirklich kompetent entscheiden kannst, ob Trainer XY der richtige für Euch ist.

    Bis Du das Buch hast, g**glest Du erst mal nach den Begriffen systematische Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, Entspannungssignal.

    Was ich in den nächsten Tagen machen würde: als aller erstes: Anfangen ein Entspannungssignal zu konditionieren. Als nächstes würde ich einen Fingertouch einüben und dann tie üblichen Verdächtigen, wie Sitz, Lockere Leine, Platz. Alles natürlich nur mit positiver Bestärkung.

    Erst wenn Du da eine gute Basis hast, kannst Du anfangen, sie irgendwo mit hinzunehmen.

    Sihra,

    Du kannst andere Kinder nicht erziehen, und deren Elter schon gar nicht.

    Was Du aber auch machen kannst: Dich nicht über solche Situationen ärgern, denn Dein Zwerg wird das spüren und wahrscheinlich unerwünscht verknüpfnen - vielleicht mit diesem Kind, oder mit irgendwas anderem was er in der Situation noch wahrnimmt. Später wundert man sich dann und kann es mit keinem "Erlebnis" erklären...

    Frei nach dem Motto, was ich nicht verhindern kann, nutze ich zu meinem Vorteil, rettest Du erst mal die Situation. Dann ergibt sich ja meistens eine Gesprächssituation, in der man nett erklären kann, warum das Verhalten des Kindes/der anderen Person nicht okay war - man könnte Straßen, schnellfahrende Autos und rufende Kinder in die Erklärung einflechten, das wird jedem verdeutlichen, warum man wenig begeistert ist.

    Wie immer funktioniert die Vermittlung der Information "bitte nicht meinen Hund rufen/anfassen/fütter/xy" besser, wenn man es nett macht. Ironie, Nörgeln, spitze BEmerkungen oder BEschuldigen bürsten das GEgenüber nur auf GEgenwehr und bringen GAR NICHTS

    Ah, na dann kannst Du das Antischnappie-Spielie ja in den Spielsituationen anwenden.

    Frage: tut das denn ehr weh, oder ist er recht sanft?
    Weil: ich sage meinen Welpenbesitzern ja auch immer, dass eine Beißhemmung (= wie wenig HART ein hund beißt, nicht das NICHT gebissen wird) nur lernt, wer eben beißt. Und daher lernen sie eben, wie man Hunden beíbringt, dass Hundschnute ganz furchtbar sanft mit Menschenhaut (und Menschenkleidung) umgeht