Zu diesem Thema lese ich gerade ein sehr interessantes Buch.
Die Autorin beschreibt u.a. die Entwicklung ihrer Trainerlaufbahn von der "Koehler"-Methode über "Futterlocken" bis zum Clickertraining nund bescheibt die jeweiligen vor und Nachteile der Methoden.
Hochinteressant.
Ihrer Meinung nach gibt es drei Hauptgruppen von Methoden, der rest ist eine Mischung daraus:
Kommandobasiertes Training, das wiederum unterteilt wird in Lernen über Vermeidung, sprich, hauptsächlich über Strafe; und (Futter)-Locken, bei der der Hund in die richtige Position gelockt und dann bestärkt wird.
sie nennt es deswegen Kommandobasiert, weil bei beiden Methoden das gewählte Signal gleich zu beginn, wenn das Verhalten gelernt werden soll mit eingeführt wird.
Die dritte Methode ist Clickertraining. Die ist als einzige nicht Kommandobasiert, weil das Signal erst später verknüpft wird. Und sie unterscheidet sich weiter hin deutlich darin, dass der Hund nicht in position gelockt wird und falsches Verhalten beim Lernen nicht bestraft wird.
Ich finde es wichtig, das vorweg zu sagen, weil ich finde, dass es einen Unterschied zwischen METHODE und Trainingsweg gibt.
Clickertraining ist eine Methode.
Futterlocken ist eine Methode.
Stop and Go beim "an lockerer Leine" ist ein TrainingsWEG
Jede einzelne Methode kann für ein gewünschtes Verhalten verschiedene Trainingswege haben.
Und ein Trainingsweg kann sich verschiedener Elemente der Trainingsmethoden bedienen.
Am Beispiel von "Stopp and Go":
Der Hund zieht an der Leine --> ich rucke an der Leine und bleibe stehen - dann gehört das Rucken in die "Überstrafreize"-Methode
Der Hund ist steht und ich locke mit einem Leckerchen in die richtige Position und gehe los - ganz klar Futterlocken.
Der Hund geht an lockerer Leine und ich Clickere: Aha, Clickertraining.
Natürlich MUSS ich das Stopp and Go so nicht machen.
Ich kann den Leinenruck weglassen.
Oder das Futterlocken.
Oder das Clickern...
Es ist ein Trainingsweg, keine Methode!
'Jeder einzelnen Methode wiederum liegen die Lerngesetze zugrunde und diese lauten:
1. Verhalten, dass eine für den Ausführenden erstrebenswerte Konsequenzen haben, werden vermehrt ausgeführt.
Das Verhalten wird bestärkt.
2. Verhalten, dass eine für den Ausführenden vermeidenswerte Konsequenz haben, werden zukünftig seltener gezeigt werden.
Das Verhalten wird bestraft.
Man kann Konsequenzen sowohl hinzufügen = Positiv (Leinenruck, Leckerchen), als auch weg nehmen = negativ (Druck auf den Popo, Aufmerksamkeit)
Und wenn man das zusammensätzt ergeben sich vier mögliche Konsequentarten, die ein Verhalten haben kann:
Positive Bestärkung: etwas, was der Hund als erstrebenswert empfindet wird hinzugegeben (z.B ein Leckerchen kommt angeflogen...)
Positive Bestrafung: etwas, was der Hund als vermeidenswert empfindet, wird hinzugefügt (verbale BEstrafung, Leinenruck, körperliches Androhen...)
Negative Bestärkung: etwas was der Hund als vermeidenswert empfindet, wird entfernt (lockerlassen der Leine, nachlassen der Drohgebärde...)
Negative Bestrafung: etwas was der Hund als erstrebenswert betrachtet, wird entfernt (das gezeigte Leckerchen verschwindet, Aufmerksamkeit wird entzogen....)
Und ALLE Methoden und ALLE Traingsmethoden lassen sich darauf hin analysieren, welche der vier Konsequenzarten man anwendet! Selbst dann wenn der jeweilige Trainer sagt, er arbeitet nicht damit....