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Ja, der Clicker dient der Kommunikation, aber es ist eine sehr eingeschränkte Kommunikation. Der Click hat eine einzige Bedeutung: "JA, deine Handlung eben war unter diesen Umständen richtig und dafür gibt es eine Belohnung." Nicht mehr, aber auch nicht weniger, und deshalb ist der Clicker als Kommunikationsmittel auch so unschlagbar, wenn es um die punktgenaue Bestätigung eines erwünschten Verhaltens geht.
Genau. Diese Verhalten bekommen ein Signal, was ein Wort, ein Handzeichen oder ein Umweltsignal, wie ein sich nähernder Fußgänger sein kann...
Zitat[Er sagt dem Hund aber nicht, was ich von ihm will, und er sagt ihm nichts darüber, in welcher Stimmung ich bin – das soll er auch nicht, aber daher ist es eben eingeschränkte Kommunikation.
Jain.
Der Click sagt dem Hund natürlich nicht, "mach jetzt Verhalten XY", weil das Click NACH dem Verhalten XY kommt.
Allerdings bekommen die Verhalten ja Namen, siehe oben.
Der Click sagt allerdings "Mach Verhalten XY ÖFTER...
Und dadurch lernt der Hund insgesamt ein Verhaltensrepertouir - und im Zusammenspiel mit den Signalen, welche das im Einzelnen auch immer sein mögen, sagen die GEsamtheit der Clicke dem Hund natürlich sehr wohl, welche Verhalten er ausführen soll.
Das ist aber bei JEDER Trainingsmethode so, dass die Konsequenz das Verhaltensrepertoire "macht", aber nicht dafür da ist, "jetzt bitte Verhalten XY ausführen" - das machen die Signale, Befehle, Kommandos, oder wie auch immer man sie nennt, deshalb verstehe ich die Gegenüberstellung nicht wirklich.
"http://www.reachingtheanimalmind.com/pdfs/ch_09/ch_09_pdf_01.pdf"
Seite zwei, letzter Satz:
"The potential of the clicker stimulus to improve animal learning throughout the entire process of a behavior may not only increase the rate of behavior acquisition, but also reduce animal frustration an further enhance the relationship between trainer and animal."
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Genauso eingeschränkt wäre aber die Kommunikation, wenn ich (mit welchen Mitteln auch immer) dem Hund nur sage: "NEIN, was du da tust ist verboten!" Leider kommt das bei dem, was man zu diesen "Respekt-Methoden" zu lesen kriegt eigentlich immer so rüber, als würde das Hauptgewicht auf dem Aufstellen von Verboten liegen, deren Übertretung dann natürlich nach Verwarnung auch bestraft werden muss. Kann sein, dass das in der Praxis dann anders ist, aber ich habe in den letzten Tagen in entsprechenden HPs, Büchern und Foren gestöbert, und so ist es bei mir angekommen. Teilweise werden dann sogar "Tricks" wie Platz oder Hier so beigebracht, dass der Hund unter Druck gesetzt wird und sich nur durch ausführen des gewünschten Verhaltens aus der ihm unangenehmen Situation befreien kann. Also ein Focus auf Lernen durch negative Bestärkung und positive Strafe.
Ja, diesen Eindruck habe ich auch des öfteren, und ich kann nicht beurteilen, inwieweit dieser Eindruck falsch ist, denn es wurde (bis zu genau diesem Beitrag von naijra jedenfalls - weiter habe ich jetzt gerade noch nicht gelesen) auch noch nichts weiter beschrieben.
Zitat
Ich vermisse da einfach das Gefühl für die richtige Balance. Kommunikation und Lernen lassen sich nicht fein säuberlich trennen, und daher möchte ich ein deutliches Überwiegen der positiven Bestärkung. Ich bin ein Mensch, und nicht darauf angewiesen, alles so wie Hunde zu machen. Ich kann mit JA und NEIN kommunizieren, kann beides als Hilfe auch verdeutlichen, aber ich kann durch überlegtes Management so steuern, dass wir zu 90% JA Situationen haben, ich muss nicht ständig alles verbieten müssen. Man sollte viel mehr loben als strafen/korrigieren/massregeln, das wussten gute Tiertrainer schon vor dem ganzen Methodenhype.
“The Effects of Combining Positive and Negative Reinforcement During Training.” Nicole A. Murray, 2007. Master's thesis. University of North Texas.
http://www.reachingtheanimalmind.com/pdfs/ch_09/ch_09_pdf_05.pdf
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Ich weiß, shoppy würde ihren Hund niemals aus den Augen lassen und immer eine Alternative bieten, bzw würde der Hund gar nicht frei laufen.
Das ist falsch.
Ich kann meinen Hund quasie immer frei laufen lassen, und sogar dabei ständig aus den Augen lassen, weil er ganz alleine weiß, wie er sich verhalten soll. Weil er weiß wie, weiß er AUTOMATISCH, wie nicht...
Ich würde aber einen Hund, der das noch nicht weiß, oder von dem ICH nicht weiß ob er weiß, wie man hund sich richtig verhält (und dass weiß ich bei Gasthunden eben nicht glaich von Anfang an...) zunächst einmal an der Schleppe haben oder, je nach Eindruck zumindest genauer im Auge behalten. Wenn wir uns dann besser kennen gelernt haben:
ich weiß, was der Hund kann/nicht kann, der Hund weiß, was ich erwarte und belohne, entscheide ich, ob und falls ja, wo Freilauf möglich ist, oder eben Schleppe, in der Hand oder schleifend.
Es ist doch ein Unterschied, ob ich einen hund für 4 Tage dahabe, und da entscheide, der ist an Katzen nicht abrufbar, der kommt im Dorf an die Leine und darf ausserhalb nur an Schleppleine rennen (schleifend), oder ob ich weiß, der Hund lebt seine nächsten zwanzig Jahre (oder auch unvorhersehbar lange, wie Sam-Sausesetter-sucht-Sofa), bei mir, und ich fange an, ein Verhalten dafür zu trainieren!