Beiträge von Shoppy

    Zitat

    Provokante Frage:

    Ist Erziehung über Respekt nicht einfach operante Konditionierung?

    LG
    das Schnauzermädel

    Ganz klare Antwort:

    Ja!!

    Man hat genau drei Möglichkeiten, Verhalten zu verändern:

    Veränderung der Auslöser von Verhalten
    Veränderung von Konsequenzen von Verhalten
    Management.

    Konditionierung (und zwar operante und klassische zusammen genommen) ist das wissenschaftliche Wort für Lernen, so einfach ist das.

    Jeder, der irgendein Verhalten eines Hundes irgendwie verändert hat (und zwar dauerhaft = wenn die Situation wieder auftritt, folgt das neugelernte Verhalten), hat konditioniert, erzogen, gelehrt, trainiert, manipuliert, und zwar indem er die Konsequenzen für das Verhalten "manipuliert" hat, oder die Umwelt "manipuliert" hat, oder sein eigenes Verhalten "manipuliert" hat.

    Wenn alle Umstände gleich bleiben, hat der Hund keinen Grund sein Verhalten zu ändern.

    Wenn der Mensch möchte, dass der Hund sein Verhalten ändert, muß er sich selber (sein Verhalten) oder etwas in der Umwelt (den Auslösereiz oder die Konsequenz) verändern.

    Dem Verhalten ist es dabei egal, ob Menschen es "mit Respekt", "nach dem Rudelkonzept", "mit Clickertraining" oder "Mit Bananenschalen" nennt.
    Tatsache bleibt: irgend etwas wurde mehr oder weniger bewußt verändert.

    Und meiner Meinung nach gehört es für einen Hundetrainer eben dazu, zu wissen, welche Mechanismen das sind, zu wissen, dass sich da ein paar Tausend Leute mit genau diesen Prinzipien inzwischen Jahrhunderte Lang beschäftigt haben, und wie man sich diese Prinzipien zu nutze machen kann.
    Es soll Hunde geben, die blind und taub sind. Denen kann man weder akustische noch visuelle Signale geben. Wie erzieht man diese nach der Respektmethode? Man kann sie weder anzischen noch körpersprachlich bedrohen...

    Zitat


    Damit es so "augenblicklich" passiert muß das Kommando aber derart konditioniert werden, daß der Hund gar nicht anders kann - für mich keine Erziehung, sondern Beeinflussung des Hundes durch manipuliertes Verhalten ;-)

    Erziehung manipuliert Verhalten.


    Ja, genau, das Leben ist grausam.
    Man muß aber nicht diese Grausamkeiten in seine Beziehung einfließen lassen - vor allen Dingen nicht für Sachen, die eben auch anders gehen.
    Menschen sind keine Hunde, wir haben zusätzliche Möglichkeiten, mit Hunden zu kommunizieren.
    Wenn man das nicht nutzen mag, vergibt eben Gelegenheiten, eine tiefere Beziehung zu seinem Hund einzugehen...


    Ich arbeite, das ist ja bekannt, auch mit einem Entspannungssignal, und das wird zukünftig das erste Signal sein, was ein Hund/Welpe lernt, wenn er bei mir einzieht. Damit brauche ich den Hund nicht hochzupuschen, um dann ein Abbruchsignal lehren zu können.
    Damit kann ich allerdings die wildesten Spiele mit dem Hund Spielen und bekomme einen sofortigen Spiel"abruch - der nicht frustriert, der nicht Verhalten unterdrückt, sondern der entpannt. Damit ist der Hund ruhig, ohne die üblichen aversiv aufgebauten Abruchsignale.


    1. Frage: macht sie das mit Dir auch, oder nur bei "Fremden"?
    Falls Sie es nur mit Fremden macht, brauchsst Du ein paar Übungshelfer, die sich auf Deine Anweisungen vor und zurück bewegen lassen :D -

    Du gibtst Deinem Hund also ihr Spielzeug, der Fremde tritt näher, Du guckst, ob sie ihn bemerkt hat, und wirfst ihr ein Superleckerchen zu. Wenn sie schon knurrt oä. war der Fremde schon ein Stück zu Dicht dran und er sollte beim nächsten Mal etwas weiter weg bleiben.
    Gleich eine Wiederholung machen: Helfer tritt näher, Leckerchen fliegt, helfer geht wieder.
    Noch eine Wiederholung: Helfer tritt näher, Leckechen fliegt, Helfer bleibt, nächstes Leckerchen fliegt, Helfer bleibt, nächstes Leckerchen, Helfer geht wieder weg.
    Je nach dem, wie dein Hund "drauf ist", kannst Du den Helfer Zentimeter weise näher heranlotsen. Bis er irgendwasn direkt neben dem Hund steht.
    WICHTIG: der Helfer versucht nicht, dem hund das Leckerchen selbst zu geben, das wäre noch viel zu früh.

    Wenn Du das mit einem Helfer durch hast, bittest Du einen weiteren "Fremden" Dir zu helfen. Mit dem machst Du den gleichen Ablauf.
    Wiederhol das ganze mit 3-4 Leuten.
    Wenn jemand in der Zeit zu Dir rein kommt, nutz das gleich als Trainingsgelegenheit: Leckerchen fliegen, während der Gast da ist. Nix gibts, wenn keiner da ist.

    Dein Hund lernt daraus, dass egal ob sie was hat oder nicht "Näher kommen von Menschen" = "Futter kommt von Frauchen" bedeutet, was dazu führt, dass sie sich, wenn jemand kommt ZU DIR ORIENTIERT.
    Ausserdem sind Gäste toll, weil die nehmen einem gar nichts weg, im Gegenteil, man bekommt noch viel besseres Zeug!

    Zitat

    Verrückte Ideen habt ihr, aber bin gespannt ob sie irgendwann das Bad meiden wird :p


    Wie genau meinst du du dass? Also bist du der Meinung Tabu-Zonen werden nur eingehalten wenn 'Mensch' dabei ist?

    lg
    Sandra

    Jein

    Es gibt Hunde, die sehr Leicht beeindruckbar sind, und die durch ein oder zwei "Neins" lernen, dass irgendwas tabu ist.
    Andere hunde lernen aber: Wenn mich jemand sieht, kann ein "Nein" kommen (oder die "wir spielen die clickerversion davon) - wenn mich niemand sieht, treffe ich die Entscheidung selber, was ich mache.


    Und dann ist es eben wichtig, welche Entscheidungsmöglichkeit die bessere Bestärkungsgeschichte hat. Das "im Bad sein" oder das draussen bleiben.

    Meiner Meinung nach ist Najiras Versuch mit dem hochbegehrten Spielzeug viel zu früh, die Belohnungsgeschichte "ausserhalb" ist nicht hoch genug. Deshalb wird der hund, wenn er im Konflikt ist, "draussen ist nett - im Bad liegt mein Leiblingsspielzeug" sich dafür entscheiden, sich das Spielzeug zu holen.
    Ich würde die "Verlockungen" im Bad viel geringer dosieren, und eine Umorientiereung von der Verlockung weg mit dem Superspielzeug bestärken.
    Das könnte man sowohl von aussen als auch von drinnen machen.

    Zitat

    Ich clickere mit meinen Hunden weil ich möchte das sie die Chance haben selbst zu verstehen was ich von ihnen möchte. Selbstständiges lernen und denken ist mir sehr wichtig und die Eigenständigen Entscheidungen die sie treffen möchte ich unterstützen.

    Außerdem kann ich Punktgenauer bestätigen und denke vorher nen bissel nach darüber was ich mache.
    Und, ich hab die Chance und kann die Klappe halten beim Training :-P

    Das unterschreibe ich voll und ergänze:

    ...und kann sogar faul rumstehen oder sitzen, während der Hund die ganze Arbeit macht... :gut:

    Management: in Abwesenheit, Tür zu.


    Dann erfindest Du Trainingszwischenschritte, die erläutern, dass auch wenn attraktive Dinge im Bad liegen, attraktiveres Zeug draussen stattfindet.
    Fang mir irgend etwas knapp jenseits von "gäääähn, langweilig....!" an, und arbeite Dich langsam zu den Suchtobjekten hoch.

    Wenn Du das superbegehrenswerte Spielzeug als solches (als superbegehrenswert) erhalten möchtest, z.B, um es als Bestärker einzusetzen, solltest Du darauf achten, seinen Wert nicht durch Verknüpfung mit unschönen Erlebnissen zu mindern (klassische Konditionieren in die "iiiigit"-Richtung).