Beiträge von Shoppy

    mach Dich nicht verrückt. Das konntest Du ja nicht ahnen. Für viele Hunde ist das eine gute Möglichkeit instinktives Verhalten in sicherem Kontext auszuleben.
    Falls du praktische Unterstütung brauchst, wende Dich an Diana von http://www.die-briards.de
    Sie kann Dir praktisch zeigen, was ich versucht habe theoretisch zu erläutern - oft muß man ja sehen, wie das genau geht, damit man es versteht und damit man genauer weiß, was man wie machen soll.

    Supi,

    ich würde mich über Berichterstattung freuen :D.

    Das mit dem Gasthund finde ich interessant - man bekommt ja oft als Ratschlag, dass Emotionsübertragung stattfindet, und das man daher "einfach nur ruhig" ein muß, und alles wird gut.

    Andersrum klappt das oft ganz gut - einer wird hysterisch, und ein anderer, der vielleicht auch ein wenig unsicher ist, wird gleich mit angesteckt, und dann rennen zwei hystrische Hunde rum :gott: ...

    Natürlich hilft es, wenn man selber ruhig bleibt - nur so kann man doch selber noch sinnvolle Entscheidungen treffen, und so handeln, dass sich auch der Hund wieder beruhigen kann - aber einfach nur "ruhe ausstrahlen" alleine reicht längst nicht aus. ;)

    Die meisten genannten Tipps können dazu führen, das wirklich begehrte Dinge schneller runtergeschluckt werden, der Hund zum schlimmen Ressourcenverteidiger wird, und/oder den Menschen vielleicht beißt, weil der Mensch offenbar ein Ressourcenproblem hat :lol:


    Wie ich "Aus" trainiere:

    Hilfsmittel: Zergelspielzeug oder irgendwas ungefährliches, was der Hund gerne ins Maul nimmt und festhält, Clicker, Leckerchen, gute Augen.

    Ich nehm den Clicker in die eine Hand, und das Zergelding in die andere und fange ein Zergelspiel an, und click dann alles an, was "lockererlassen" ähnlich ist. Die Leckerchen lasse ich auf den Boden fallen.
    Bei richtig begeisterten Zergelern braucht man mehrere Clicks, bis der Hund das Zergel ganz losläßt, um die Leckerchen aufzusammeln. Für das ausspucken des Zergels gibt es noch einen Click und Jackpot.
    Wenn der Hund fertig gefressen hat, biete ich an, erneut zu zergeln.
    "Lockeres Maul" anclicken, jedesmal Leckerchen fallen lassen. Jackpot beim vollständigen loslassen.

    Nach mehr oder weniger vielen Wiederholungen wird der Hund "Zergelausspucken" anbieten, und erst dann füre ich das Signal ein. "Aus" sagen, knapp bevor er das Ding ausspuckt.
    Das ganze mit verschiedenen Sachen durchspielen, auch mit "verbotenen" wie Socken, Unterwäsche, Tücher, damit der Hund "Aus" schnell generalisiert.

    Das hat den gloriosen Vorteil, dass
    man nichts "Besseres" mit sich rumschleppen muß für den Fall, dass der Hund seine "Krönung" findet, die er keinesfalls, auch nicht für das Beste Leckerchen der Welt tauschen würde.
    Man keine Konkurrenzsituation aufbaut (hinter dem Hund her rennen, dem Hund ins maul packen...)
    Man muß den Hund nicht erst einfangen, um dem Tierchen ins Maul packen zu können.

    Annika, Du mußt die drei Sachen, die ich als Vorraussetzunge beschriben habe, ausserhalb des Gartens aufbauen.

    hysterische Hunde sind nicht ansprechbar, die bekommen weder mit, dass man sie an einer Schleppe durch die Gegend zieht, geschweige denn dass sie irgendwelche "Befehle" hören oder gar ausführen können. Das Gehir ist auf Lebenserhaltung (Flucht, Angriff oder Jagd - und da du denkst, dass es seit dem Coursing angefangen hat, könnte - muss es aber nicht - Jagdverhalten mit Hetz-Gejodel sein).

    Zu erst mußt Du es also erst mal schaffen, dass sie überhaupt wieder mit dem Vorderhirn (in dem das willentliche Denken stattfindet) arbeitet - wenn sie hysterisch ist, ist sie im hinterhinrmodus - und die arbeiten nicht miteinander, sondern hintereinander - entweder das eine oder das andere...

    Weil das Verhalten so stark ist, und weil es potentiell dazu führen kann, dass Du den Garten verlierst, würde ich:

    den Hund erst mal gar nicht in den Garten lassen - üb mit ihr an anderen Orten, wo das Geschrei "egal" ist, oder noch besser, wegen größerer Distanz oder besserem Sichtschutz nicht auftritt.

    Den Garten mit Sichtschutz ausrüsten - je mehr je besser. Die Buchenhecken sind vielleicht nicht so hoch, aber bald werden sie ja dichter. Wenn es erlaubt ist: Kauf Dir einen Schafszaun (gibts z.B. bei Amazon 50 Meter für um die 90 €. Damit kannst Du einen kleineren Bereich abstecken und dann die Sichtschutz-Matten dran hängen.
    möglicherweise sind Blumenbeete ja am Gartenrand erlaubt: es gibt viele Stauden, die verdammt hoch werden :D z.B. Astern oder Staudensonnenblumen, auch Gräser wie Chinaschilf, Bambus, etc... Auch wenn es nicht erlaubt ist, rundrum Beete anzupflanzen - Selbst einzelene Unterbrecher können schon helfen, weil sie die Aufmerksamkeit unterbrechen können.


    alle möglichen Sachen, die Du mit in den Garten nehmen kannst (Hundebox, Hundedecke, Geschirr, Geräusch (z.B bestimmtes Musikstück auf iPod o.ä....) mit Entspannung verknüpfen. Dann den Hund nicht als "Bestrafung" in die Box packen, sondern als Erholung von der Umwelt - die macht ihr gerade mehr Streß, als sie verarbeiten kann, sie klappt ins Hinterhirn, und das ist nur reaktiv...


    Ich finde es ganz wichtig, dass Du verstehst, dass sie sich nicht "entscheidet" zu kreischen. Sie kann sich nicht entscheiden, irgendetwas zu tun, Ihr hinterhinr hat die Führung übernommen und sie reagiert auf Auslöser mit schreien. Deshalb ist es auch völlig sinnlos, ihr etwas zu verbieten, ihr einen Befehl zu geben, etwas zu unterbinden, oder sie einfach wegzuziehen, in der Hoffnung, dass das ihr Verhalten auf diese Auslöser irgendwie verändern. Der Hirnteil der für "vernünftiges" Verhalten zuständig ist, ist bei einem hystreischen Anfall auf Standby-Modus und hat nix zu sagen!!!

    Du mußt ihre Reaktion auf diese Auslöser verändern (die Übungen, die ich im ersten Post beschrieben habe) und im Garten dafür sorgen, dass sie die Auslöser möglichst wenig sehen kann.
    Wenn sie hauptsächlich auf vorbeigehende Hunde reagiert, braucht der Sichtschutz tatsächlich nicht so hoch zu sein, weil sie ja
    a. selber nicht so groß ist und auch
    b. die anderen Hunde meißt nicht höher als 70 cm sind...

    Bestimmt war es geplant, dass Du mit ihr viel Spaß im Garten haben wirst. Das ist jetzt erst mal in weiter Ferne - Garten ist Streß für sie und damit auch für Dich.
    Erst, wenn ihr alle Komponenten zusammen habt (Entspannungssignale,
    Entspannungsverknüpfung mit ihrer Box, einer Decke und vielleicht einem Song..., Geschirrgriff, "Wo ist der Hund"-Spiel, UND genügend Sichtschutz fügst Du diese Teile zusammen.
    Richte es möglihst so ein, dass sie gar nicht erst schreit - wenn es Zeiten gibt, in der wahrscheinlichn viele Hunde am Garten vorbeiwandern werden, tu sie vorher in die Box. Mach ausserhalb der Box, wenn niemand auf den Wegen ist, irgendwas ruhiges, damit sie den Eindruck gewinnt, dass der Garten nur zum Lernen und Sonnenbaden da ist, nicht um sich darin aufzuregen. Menschen haben z.B. auch den Eindruck, dass es am Strand um Sonnen, Beach Volleyball, Erholung und Urlaub geht, und nicht um einen Ort an dem mensch schwere körperliche oder geistige Arbeite verrichten muß. Dieser Eindruck ist durch klassische Konditionierng entstanden. Und genau diese klassische Konditionierung hat dafür gesorgt, dass sie jetzt auf "Hunde am Zaun meines Gartens" mit hysterie reagiert. Kein "Denkprozess" notwendig.
    Gegen diese Verknüpfung mußt du jetzt mit anderen Verknüpfungen anarbeiten.

    Wow,

    also ich habe mir das Video nicht angeschaut, aber ich habe schon hystgerische Hunde schreien hören :/

    Als erstes mal eine Empfehlung für eine sehr sehr gute Hundeschule. Die ist zwar etwas weiter weg, lohnt aber jeden Kilometer Fahrt :gut: :
    http://die-briards.de/

    Was ich als aller erstes machen würde ist, den Geschirrgriff zu konditionieren (nicht im Garten :hust: ) und das geht so:

    Du sagst z.B. "Stop" (sofern Du das nicht schon für etwas anderes verwendest), greifst dann in ihr Geschirr und ziehst es leicht nach hinten oder zur Seite, aber nicht nach oben, (und halt, als wirklich aller erstes würde ich mit clickertraining beginnen :D ) clickst, gibst ihr ein Leckerchen. (Also "Stop", Geschirrgriff, Click, Leckerchen.)

    Dann läßt Du das Geschirr wieder los.
    Das ganze wiederholst Du in unterschiedlichen Situationen an unterschiedlichen Orten 50mal über den Tag verteilt.
    Nach genügend Wiederholungen (wie viele ist abhängig vom Hund) wird sie anfangen, sich beim Griff ins Geschirr, oder vielleicht sogar schon, wenn du "Stop" sagst, zu Dir umzuorientieren, oder sich hinzusetzen. Das gibt dann einen Jackpot!Übrigens soll man nicht am Geschirr reißen, sondern einfach nur ein wenig gleichmäßigen zug aufbauen.

    Was hat das nun mit dem eigentlichen Problem zu tun? - Viel, aber erstmal mußt Du noch ein paar andere Sachen vorbereiten.


    Ich würde noch ein Entspannungssignal konditionieren (findest Du über die Suchfunktion) und das "Wo ist der Mann (Frau/Kind)"-Spiel einführen (hier habe ich das gerade für Wo ist der Hund" beschrieben: https://www.dogforum.de/fpost8329772.html#8329772 - der Aufbau ist der gleiche, nur in deinem Fall eben mit Menschen)

    Jetzt noch ein paar Fragen zu Deinem Grundstück:
    Wohnt ihr da, oder ist das so etwas wie ein Schrebergarten, in dem ihr euch nur Stundenweise aufhaltet?

    Wie hoch ist der Zaun? Es gibt recht preiswerte Sichtschutzmatten, die man einfach am bestehenden Zaun befestigen kann - so brauchst du keinen zusätzlichen Zaun zu ziehen.

    Gehen die Wege rund rum ums Grundstück?

    Kann man die "Mitgenossen" für einige Tage bitten, andere Wege zu benutzen? Dann kannst Du nämlich leichter gezielt bestimmte Sachen trainieren.


    Grundsätzlich hat sie jetzt verknüpft: Im Garten ist es furchtbar aufregend, denn da laufen Leute vorbei, und dann werd ich hysterisch und fange an zu schreien!" Sprich - jetzt hält sie schon gezielt nach solchen Situationen ausschau.
    Deshalb wäre es toll, wenn es mal drei vier Tage gäbe, an denen wirklich NICHTS am Zaun vorbei geht, während sie im Garten ist, und sie lernen kann "im Garten kann ich auch entspannt sein!"
    Wenn das möglich ist (oder Du sie zumindest so gezielt in den Garten lassen kannst, dass wenigstens dann grade keiner ist...), und du sie dort entspannen kannst, dann könnt Ihr zum eigentlichen Training übergehen.
    Da ist es dann wichtig, dass Du sie an relativ kurzer Leine hast, demit sie gar nicht erst ins "Leinehechten" geraten kann. Wenn sie dann einen fußgänger entdeckt, spielst du das "Wo ist der Mensch" mit ihr. Wenn sie sich zu doll aufregt, versuchst Du sie mit dem Geschirrgriff und dem Entspannungssignal wieder auf den Boden zu holen.

    Wichtig ist, dass Du einen Weg finden muß, selber dabei ruhig und gelassen zu bleiben. Wenn du ärgerlich und/oder frustriert bist, während Du sie am Geschirr hältst, oder versuchst, sie zu entspannen, puscht ihr euch nur weiter gegenseitig hoch.

    Das Entspannungssignal und den Geschirrgriff mußt du in entspannten Situationen immer weider aufladen, und auch das "Wo ist der Mensch"-Spiel mußt Du in völlig anderen Situaionen weiterspielen, damit sich die hsyterische Stimmung nicht auf diese drei Übungen überträgt, sondern es sich eben umgekehrt verknüpfen kann.

    Hat das Tempo, in dem sich die Menschen am Zaun bewegen, einen einfluß auf ihr Verhalten?

    Hallo Marie,

    kennst Du das "Wo ist der Hund?"-Spiel?

    Da Du ja clickerst, kannst Du Tina das ganz schnell "Bei-Clickern" ;)

    Man baut es in einer Situation auf, in der sie einen Hund sieht, sie aber entspannt und glücklich ist: Du clickst einfach, wenn sie einen anderen Hund ansieht. Wenn sie sich nicht nach dem click zu Dir umdreht, um das Leckerchen zu bekommen, gehst Du einfach ein paar Schritte rückwärts, bis sie sich umwendet - das darfst du ruhig ausnahmsweise auch noch mal anclicken (normalerweise gibts ja für jeden click ein Leckerchen - aber hier ist es auch wichtig, dass sie schnell versteht, "nach dem click muß ich mich zu Frauchen umdrehen, auch wenn ich einen anderen Hund sehe"). Das Ganze wiederholst Du ein paar Mal, bis es ein flüssiger Ablauf ist: sie guckt nach dem anderen Hund, Click, sie wendet sich Dir zu, Leckerchen, sie guckt wieder nach dem anderen Hund....
    Dann baust du in den Ablauf das Signal ein, indem du "Wo ist der Hund?" fragst, wenn sie sich sowieso gleich nach dem anderen Hund umsehen wird. Das mußt Du dann wiederum einige Male wiederholen, damit sie das Signal mit ihrem Verhalten verknüpfen kann.

    Üb das auf den Spaziergängen mit vielen verschiedenen Hunden, aber noch nicht mit den bellenden Hunden am Zaun!

    Falls Du die Möglichkeit hast, das mit anderen Hunde zu üben, die auch am Zaun bellen, wo sie sich aber nicht so anspannt, dann üb es auch da.

    Das Tolle an dem Spiel ist, dass Tina da lernt, dass sie andere Hunde angucken kann - aber nur kurz, denn dann kommt ja schon der Click, und sie wendet sich um. Meistens fangen die Hunde dann an, andere Hunde, die wir vielleicht noch gar nicht bemerkt haben, anzuzeigen: sie sehen hin, und wenden sich um - denn so ist ja der Ablauf: hinschauen, Frauchen anschauen... Wenn sie das macht, ohne, dass Du "Wo ist der Hund?" gefragt hast, clickst Du, dass sie sich zu Dir umwendet, und gibst Ihr einen Jackpot!!
    Es gibt ihr Sicherheit, denn sie lernt ein Spiel mit festen Regeln, bei der die Abläufe ganz klar sind!
    Sie kommt dadurch in einen Arbeitsmodus, bei dem sie sich besser auf Dich konzentriert, denn sie muß ja bei der Sache bleiben, um sich weiterhin Leckerchen zu verdienen.

    In der Situation mit den bellenden Hunden am Zaun, kannst Du es einsetzen, sobald die Hunde sichtbar oder hörbar werden (je nachdem was zu erst passiert.
    Wenn sie sich anspannt, kannst du zusätzlich zum Belohnungsleckerchen auch wieder einige Schritte zurück gehen und die Entfernung zu den "Biestern" vergrößern. Dann pendelst Du erstmal eine weile hin und her.


    Wenn sie auch gut Blickkontakt zu Dir halten kann - auch in der Situation, dann kannst Du das mit dem "Wo ist der Hund"-Spiel abwechseln.
    Oft ist es ein Problem für Hunde, die ganze Zeit ihren Menschen angucken zu müssen, und nicht gucken zu dürfen, was da gefährliches hinter oder neben ihnen vorgeht.

    Das alleraller wichtigeste ist, dass du richtig häufig clickst (gleich nach dem Leckerchen sofort wieder clicken!!!), und für diesen Abschnitt der Straße richtig tolle Leckerchen auffährst.
    Sei nicht knauserig - je öfter du clickst, desto schneller versteht sie, dass sie sich nicht um die "Biester" kümmern muß, denn sie kriegt Kekse, und die "Biester" bellen bloß neidisch.
    Lass Dir auch Zeit mit dem Leckerchen abbauen - solange sie noch nicht absolut völlig cool an denen vorbei schwebt ist es dazu noch viel zu früh.

    Mein Hund findet andere Hunde meistens ziemlich gut, und es stört ihn nicht weiter, wenn er von "Zaungästen" verbellt wird - und er bekommt dafür immer noch oft eine Belohnung dafür, denn das ist ein Verhalten, dass ich unbedingt erhalten muß, auch weil ich ihn als "Anbellopfer" von anderen Hunden im Training einsetze - da sollte er nach Möglichkeit nicht zurückbellen. und ganz ehrlich, es ist soooo cool, wenn der große braune Hund ohne mit der Wimper zu zucken an so Terrorkläffern vorbeisegelt, dafür könnte ich ohn jedes mal knutschen. :roll:

    Verknappung von Ressourcen führt zur Eskalation des Ressourcenverteidigenden Verhaltens... Wenn weniger da ist, wirds vehementer umkämpft. Ist doch logisch...

    Wenn ich einen Ressourcenverteidiger unter meinen Gast- oder Pflegehunden da habe, bekommt der Stänkerer Leckerchen dafür, dass sich ein anderer Hund nähert. Ist keiner da, gibts kein Leckerchen.
    Dabei muß man natürlich kontrollieren können, wie dicht der andere Hund herankommen kann (und wie weit der Stänkerer sich von der Leckerchen Quelle (mir ;) ) entfernen kann.

    Konkret mache ich das so:
    Ich habe Stinkstiefel an der Leine und bitte jemanden, den anderen Hund näher (wobei "näher" individuell auf Stinkstiefel zugeschnitten ist...) zu bringen (wenn ich keinen Helfer habe, binde ich den Übungspartnerhund irgendwo an und nähere mich mit Stinkstifel an der Leine...). Dabei spiele ich mit Stinkstiefel das "wo ist der Hund?"-Spiel, sprich, ich clicke, wenn Stinkstiefel den anderen Hund ansieht, und orientiere ihn dann per Leckerchen von dem anderen Hund weg. Das ganze wird in schneller Folge oft wiederholt. Wenn Stinkstiefel das Verhalten "zeige kurz an wo der andere Hund ist" anbietet, bekommt das Spiel einen Namen, indem ich "Wo ist der Hund?" sage, kurz bevor Stinkstiefel es wieder tut.
    Nach genügend Wiederhlungen habe ich einen Hund, der auf "Wo ist der Hund?" die Gegend nach einem anderen Hund abscannt und hn mir anzeigt = kurz hingucken --> zu mir umwenden... Click, Keks.


    Damit erkläre ich dem Hund ganz viele Sachen gleichzeitig:

    1. Das "Ding" bekommt einen Namen, nämlich "Hund" (ich spiel das "Wo ist...?" mit verschiedenen Kategorien - Menschen, Autos, Katzen...)

    2. der Hund verknüpft "Auftauchen oder Anwesenheit eines anderen Hundes" mit wir spielen dieses "Wo ist...?" Spiel

    3. der Hund lernt ein angemessenes Verhalten, nämlich Umorientierung zu seinem Menschen, wenn ein anderer Hund auftaucht - sprich, ER sagt MIR, wenn er einen erspäht hat, Bescheid, und ich bin der Aufgabe entledigt, den Radarturm für meinen Hund zu machen.

    4. der Hund verknüpft "anderer Hund taucht auf" mit "Möglichkeit, lecker Essen zu bekommen" - eine ziemlich nützliche klassische Konditioniering, die den derzeitigen Stand: "anderer Hund - den muß ich fressen!" durch "anderer Hund taucht auf, gleich gibts bei Mensch Essen" ersetzt.

    5. Auftauchen anderer Hunde rufen eine andere emotionale Reaktion ("Sicherheit durch Teamwork mit meinem Mensch nach bekannten Regeln" statt "Aufregung wegen Unsicherheit durch bevorstehender Konkurrenzsituation") hervor.

    Ich spiel dieses Spiel sowohl in gestellten Szenarien, als auch total oportunistisch, dass heißt immer, wenn wir einen anderen Hund irgendwo in der Landschaft haben.

    Besonders geil ist dieses Spiel auch für Leinenpöbler, die dann nämlich beim Anblick von anderen Hunden nicht mehr in die Leine rasen und das übliche Pöbelprogram abziehen, sondern mich höflich auffordern, das "Wo ist der Hund"-Spiel zu spielen.


    Mit fortgeschrittenen Ressourcenverteidigern (also im Training fortgeschrittenen ;) ) spiele ich auch das "ein Löffelchen für Stinkstiefel..., ein Löffelchen für den anderen Hund"-Spiel. Dabei kündige ich an, wer das nächste Leckerchen bekommt. Und da der Hund weiß, wie er heißt, und meistens auch noch weiß, wie der andere Hund heißt, weiß er genau, wann er eins bekommt, und wann nicht. Dabei bekommt der Stinkstiefel immer öfter was ab, als der andere Hund - Hunde können zählen :D

    Zitat

    dann würde unsere Möglichkeit ziemlich Schrumpfen :D

    grob genommen wäre die Mitte dann Thüringen/Hessen
    grob genommen sogar um Erfurt, Fulda
    wobei da eben Definition wäre, ob die angegebenen 400km Luftlinie oder Autostrecke sind :D


    ich finde, die mitte ist hier

    am 2. januarwochenende zum 3. Wesermushing