Beiträge von Shoppy

    Neues Leben, neuer Name

    Nenn sie auf jeden Fall um, Du weißt nicht, welche blöden Verknüpfungen sie mit dem alten hat, also weg damit - aus diesem Grund würde ich auch nichts ähnlichklingendes nehmen.


    Ich spiel mit meinen umgetauften Pflegehunden das Namensspiel:
    Ich sag den Namen - und gebe ein Leckerchen.
    Dabei muß der Hund absolut nichts machen - der kriegt den Brocken, weil ich den Namen gesagt habe.
    Das ganze wiederhole ich ein paar Mal am Stück. Den Tag über mache ich das möglichst oft, an verschiedenen Orten (im Haus - in allen Zimmern, im Garten - an verschiedenen Stellen, Beim Spazieren gehen - alle paar Meter.

    Wenn der Hund anfängt, sich auf seinen Namen zu mir umzudrehen, kommt Schritt zwei des Namensspiels:
    Ich sage den Namen, der Hund dreht sich zu mir, CLICK, Belohnung.
    Was ist der Unterschied?
    Mit dem Click markiere ich das Verhalten "zu mir umdrehen" - vorher habe ich einfach nur den Namen mit dem Leckerchen verknüpft, jetz verknüpfe ich ein Verhalten mit einem Signal
    Sage ich den Namen, und der Hund dreht sich nicht um, bekommt er den Keks trotzdem - dann sind wir vielleicht an einem Ort, an dem Stufe zwei noch nicht geht.

    Je öfter man das macht, desto schneller lernt der Hund, dass sein Name das tollste Geräusch der Welt ist. Es ist sein Umorientierungssignal, der Anfang des Rückrufs! Und es ist ausschließlich mit guten Sachen verknüpft, großartig!!

    Zitat

    Natürlich soll ein Hund erzogen werden. Das Aufräumen soll die Erziehung ja nicht ersetzen. Sie soll nur, bis der Hund verstanden hat, was man von ihm will, den Erfolg verhindern. Denn hat er Erfolg, wird es immer schwerer ihm das wieder abzugewöhnen. Und wie ich auch schon mehrfach schrieb, ist es ein Unterschied, ob der Hund unter meiner Kontrolle steht, oder sich unbeobachtet fühlt, bzw. es auch ist.

    Aufräumen ist Teil der Erziehung. Ein Verhalten, das nicht auftreten kann (weil es die Möglichkeit nicht hat, aufzutreten), wird nicht bestärkt. Verhalten, dass nicht bestärkt wird, lohnt nicht. Nicht lohnendes Verhalten tritt nicht auf.

    Das Problem mit klauen ist: wenn der Hund an klauen denkt, und das Verhalten anfängt (und wo beginnt "anfängt" mit dem riechen, mit einer Kopfdrehung??), WURDE es bestärkt - so ein Pech! Wenn man den Hund also in Versuchung führt, wird er sowohl bestärkt, als auch "bestraft" - oder das, was der Mensch dafür hält.
    Und noch besser (oder schlechter, je nach dem aus wessen Perspektive man es betrachtet) es ist auf einem variablen Bestärkungs-Schema - wie werden Spielsüchtige spielsüchtig, richtig - die Chancen auf einen Gewinn sind minimal, aber ab und zu wird bestärkt - so ein Pech.
    UND es wird ausserdem nur variable Bestraft. Eine der Regeln, die eingehalten werden muß ist aber, dass das Verhalten JEDESMAL bestraft werden muß, damit die Bestrafung funktioniert.
    Da das Verhalten aber erst bestraft wird, wenn es schon ausgeführt wird (und einigemale gar nicht, weil man nicht oder zu spät "erwischt"), kann diese Regeln praktisch nie eingehalten werden - AUSSER, man räumt auf, natürlich :hust: und stellt Fallen. Aber dann räumt man ja eh auf, also kann man auch das Falle stellen lassen.

    Interessantes zum Thema Herdenschützer findet man auch bei Herrn und Frau Coppinger in ihrem Buch "Hunde"

    Wenn ich das richtig erinnere, verteidigen die ihre Herde deshalb, weil sie auf sie sozialisiert werden - wie werden bei z.B. den Schafen geboren, wachsen da auf und sehen sie daher als ihre "Familie" an.

    In der Beschreibung des TS klingt es für mich so, als sei ein Hund zwar der Rasse nach ausgewählt worden, aber nicht nach den "Vorkenntnissen" = Sozialisierung auf all die Tiere, die auf dem Hof leben...

    also, ich habe schon einen Herdenschützer gesehen, der mit Schlägen und Leinenrucken "erzogen" wurde. Das ging "gut" bis er 9 Monate alt war, und dann hat gemerkt, dass er ein großer starker Herdenschützer ist und hat sich weder das eine noch das andere von egal wem gefallen lassen - auch von dem "Rudelführer" nicht - der 10 Jährige Sohn hat ineressante Narben im Gesicht, jetzt...
    Und natürlich ist der Hund schuld... :gott:

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    Du schreibst das so, als hätten wir das nicht getan. Nur stell dir vor - uns wurde mehrfach empfohlen einen Trainer hinzuzuziehen und dieser Trainer hat im ganzen Raum einen guten Ruf. Was glaubst Du, wie wir an den geraten sind? Wir sind nicht bei ihm geblieben, aber trotzdem hat er erstmal an uns verdient. Uns wurde im Erstgespräch etwas von sanften Erziehungsmethoden ohne Gewalt versprochen. Es wurde ausdrücklich abgelehnt Starkzwang, Haltis, Teletakt und Co. einzusetzen. An wen wir da geraten waren, haben wir da also noch nicht bemerkt.

    Sorry, so habe ich das aber nicht gemeint.
    Ich rege mich über diesen Typen auf - über die Methoden, wie er Kunden angelt - offenbar auch noch mit Lügen. Da muß ich mich leider gleich noch mehr aufregen (über den Trainer). :sad2:


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    Der TS hat den Trainer nicht beauftragt und sich sicherlich vor dem Spaziergang auf das Urteilsvermögen des Nachbarn als HH verlassen. Ich finde das sehr menschlich. Keiner von uns kann sich davon frei machen in Situationen, in denen er sich überfahren wird, auch mal falsch zu reagieren. Das kommt nunmal vor. Der TS selbst hat doch durchaus die richtige Einstellung zur Erziehung. Was sollen da die Vorwürfe?

    Das hatte ich verstanden ;)

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    "... Schmerz wird als Motivation eingesetzt, nicht Belohnung...

    Da kann man mal sehen, wie pervers das ist. Schmerz als Motivation zu bezeichen... Echt krank!! Das es keine Belohnung ist, dürfte ja klar sein. Allerdings sind wirkliche Belohnung auch immer Motivation... die die Bereitschaft steigert mit dem Menschen mitzuarbeiten, nicht (wei beim Schmerz) die Motivation, den Menschen zu meiden...


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    Leider können auf diese Art sehr viele Fehlverknüpfungen entstehen. Der Grund für das Fehlverhalten wird indes nicht beseitigt. "

    Richtig, es wird bestenfalls das "falsche" Verhalten zeitweise gehemmt. Und der Grund für das Fehlverhalten wird nicht nur nicht beseitigt, nicht wahr? Der Hund bekommt ständig bestätigt, dass der andere Hund tatsächlich sehr gefährlich ist, selbst, wenn der auf Entfernung bleibt, denn dessen Auftauchen bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, Schmerzen zu bekommen steigt :kopfwand:

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    Wir sind auch mal an so einen Trainer geraten. Ganz so hetig war es nicht, aber der arbeitete mit Leinenruck und Unterwerfung. Auf Nachfrage sagte er, dass man die Wahl habe den Hund schnell zu erziehen oder ob es lang dauern soll.

    Wobei sie dann vergessen zu erwähnen, welche Methode lange dauert, und welche Mehtode schnell welche Ergebnisse erzielt. :hust:

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    Wenn man dann aber ein Problem hat, dass massiv ist oder gar gefährlich, hat man den Salat und lässt sich evtl. hinreißen.

    Je größer das Problem ist, desto schlauer sollte man sich vorher selber machen - und nicht nur aus einigen wenigen Quellen! Es gibt ganze Forschungszweige, die sich damit beschäftigen, wie Tiere effektiv, leicht, schnell und mit den wenigsten unerwünschten Nebenwirkungen lernen, und wie sie auch noch den meisten Spaß dabei haben.
    Diese Sachn werden nicht in Tresoren als STreng geheim gelagert - sie sind frei verfügbar - vieles davon kostenlos oder sehr preiswert im Internet.
    Das Problem ist, den Müll auszusieben - das geht ganz leicht, indem man sich mal fragt, würde ich diese Methode auch bei meinen Kindern anwenden? Würde ich meine menschlichen "besten Freunde" so behandeln? Würde ich die zur Mitarbeit motivieren, und sie um Mitarbeit bitten? Oder würde ich sie von etwas abbringen durch erschrecken, androhen von Strafe oder tatsächliche Bestrafung? Wie würde man es finden, wenn man selber so eine neue Fertigkeit lernen müßte, etwas, was man so sinnvoll, abwegig oder ekelig findet, wie ein Hund z.B. "an lockerer Leine gehen" vorkommen muß - Recycling-Müll sortieren etwa...

    Und trotzdem lohnte es sich für solche :zensur: :zensur: :zensur: immer noch, ihren Mist, sorry anders kann man das echt nicht bezeichnen, für viel Geld unter die Leute zu bringen.

    Und dann müssen es die Hunde und unbeteiligte Nachbarn, andere Passanten, andere Tiere etc. ausbaden. :sad2: