Beiträge von Shoppy

    Ich arbeite mit solchen Hunde mit

    - rausfinden, auf welche Distanz der Hund einen anderen sehen kann, ohne in das unerwünschte Verhalten zu fallen.

    - Voraussetzungen schaffen:
    Aufmerksamkeit auf den Halter steigern
    "an lockerer Leine"- Fertigkeiten trainieren oder ausbauen
    angekündigten Geschirrgriff konditionieren
    Entspannungssigna konditionieren
    "Wo ist der Hund"-Spiel (Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, automatische Umorientierung auf das Signal "Hund erblickt anderen Hund") einführen
    - Distanzvergrößerung als Bestärker aufbauen (nicht nur dafür braucht das Team "an lockerer Leine"-Fertigkeiten, wie Kehrtwendungen, Seitenwechsel des Hundes, Kurven laufen...) = Negative Bestärkung - für alles andere ausschließlich positive Bestärkung!!

    - Trainingssituationen schaffen, in der der Halter sofort Erfolg hat, und so Hund und Halter eine "Schablone" geben, wie es schließlich aussehen kann.

    - Opportunistisches Nutzen von Trainingsgelegenheiten im Alltag (mit allen Hunden, die man trifft wird "Wo ist der Hund?" gespielt, und das gelernte angewendet), stänidges Beachten vom Trainingslevel des Hundes = Vermeidung von Situationen, die der Hund noch nicht leisten kann, Einsetzen von Management (z.B. Geschirrgriff), wenn man diese Situation mal nicht vermeiden kann.

    - Langsames, dem Lerntempo des Hundes angemessenes Steigern des Schweirigkeitsgrades

    -Generalisieren (kommt sowieso fast von alleine, weil Trainingsmöglichkeiten im alltag genutzt werden) mit möglichst vielen bombensicheren Hunde, oder zumindest solchen, die von ihren Haltern gut zu kontrollieren sind.

    - Festigen des Verhaltens (üben, üben, üben)


    Was ich nicht benutze:
    Schreckreize, Abbruchsignale, sonstige positive Bestrafung.

    Zitat

    Mein Hund zieht ständig an der Leine (egal welche 1m, 5m oder 10m) obwohl ich mich seit 1 Monat an Martin Rütters Tip gehalten habe, immer die Richtung zu ändern sobald der Hund vor mich läuft...
    Das Ergebnis ist, dass wir ständig nur im Kreis laufen und nicht vom Fleck kommen.

    Wenn die Methode seit einem Monat keine Verbesserung bring, ist sie nicht die richtige.
    Es gibt ziemlich viele verschiedene Methoden, "lockere Leine" zu lehren, und viele davon kann man kombinieren oder abweseln.
    Das allerwichtigste für "lockere Leine" ist Aufmerksamkeit - wenn der Hund Dir keine Aufmerksamkeit gibt, kann es nichts werden.
    Fang also mit Aufmerksamkeitsübungen an.
    Ich fange da so an:

    1. Namensspiel/Level 1:
    Namen des Hundes sagen, Leckerchen geben (egal was der Hund macht), mehrfach wiederholen, mehrmals am Tag und an vielen verschiedenen Orten "Üben" ;D
    Level 2 - mit Clicker
    Namen des Hunde sagen, wenn er Dich ansieht, clicken, Belohnung geben

    2. Blickkontakt "einfangen":
    In allen möglichen Situationen (besonders draussen) freiwilligen Blickkontakt clickern.

    3. Blickkontakt Formen:
    nachdem die Häufigkeit des Blickkontakts durch das Einfangen erhöht wurde, zögert man sekundenbruchteilweise die Länge des Blickkontaktes heraus, damit der Blickkontakt länger gehalten wird.

    4. Radiustraining im Freilauf (falls das nicht geht, an der Schleppleine:
    Stell Dir vor, Du hast einen Kreis um dich herum, mit einem Durchmesser von, sagen wir 2-3 Metern. Wenn der Hund in diesem Kreis ist, auch wenn das ehr zufällig ist, clickst Du das an. Das Leckerchen wirfst Du nach HINTEN (nimm ein, das richtig schnell kullert), denn dann muß sie auf dem Rückweg nach vorne wieder an dir vorbei laufen (und dabei durch den Kreis) - Click, Leckerchen nach hinten werfen. Wiederhol das so oft es geht - und achte auf folgendes: Bremst der Hund sich irgendwann selber aus, wenn er an Dir vorbeiläuft? Click, JACKPOT!! Wichtig ist, dass Du wirklich häufig bestärkst, je öfter desto schneller wird der Hund das gewünschte Verhalten verstehen "Gehe in der Nähe Deines Menschen".
    Nach und nach kannst Du je nach bedarf den "heißen" Radius dezimieren, sprich, es wird nur noch belohnt, wenn der Hund in einem 2.50 m Radius ist/bleibt, dann in einem 2.00 Meter, 1.50 Meter...

    Wenn Du da ein alterstaugliches "Bei Fuß" draus bauen willst, gibst Du von Anfang an gelegentlich (nicht immer, sonst wird es dem Flitzer schnell zu langweilig) genau in der Fußposition (einfach mit dem Leckerchen in die richtige position locken.


    Zitat


    Dann flippt mein Hund immer noch total aus, wenn uns jemand entgegen kommt. Egal ob Auto, Traktor, Pferd, Mensch, Hund... er will immer sofort hin und alle bespringen und begrüßen. Ich kann nur noch mit Schlepp gehen, aber auch das nützt nichts, weil mein Hund dann wie wild zieht, 2 meter hoch springt und sich wie ein Erdbeben aufführt.

    Ich weiß nicht wie ich ihn beruhigen kann. Sogar mit Putenfleisch oder Käse ist er kaum noch ansprechbar.


    oh, sowas hab ich auch zu Hause, in zweifacher Ausfertigung ;D
    Mit den beiden spiele ich "Wo ist XY?"-Spiele (gib das in die Suchfunktion ein, ich hab das letzte Woche mehrfach beschrieben) - XY steht dabei für eine "Kategorie" von Dingen, die der Hund aufregend findet - z.B. "wo ist der Hund?", "Wo ist der Mann?", "Wo ist das Auto?"

    Wenn er so ein toller Horizontal-Bungee-Springer ist, bau auch einen angekündigten Geschirrgriff auf (Suchfunktion). Das senkrechte Abheben kannst Du ganz gut verhindern, wenn Du so auf die Leine trittst, dass diese noch lang genug zum graden stehen, aber nicht zum hochspringen ist. In der Position kann man dann toll "Wo ist XY?" spielen.

    Zitat

    WEil ich nun das Gefühl habe, gar nichts auf die Reihe zu kriegen, werde ich soooo wütend auf mich, auf meinen Hund... hab ihn heute zum ersten Mal total angebrüllt. Das hat ihn total beeindruckt - aber ich will mit meinem Hund nicht brüllen.

    Ach, das ist bestimmt auch schon jedem mal passiert, aber Du hast recht, es hilft nicht nachhaltig. Versuch am besten gar nichts zu sagen, - ausser natürlich du spielst "Wo ist XY?" - obwohl das auch ohne reden geht.
    Versuch ruhig, sanft, recht leise und mit relativ tiever Stimme zu sprechen - nicht böse! Man ist überrascht, wie viel aufmerksamer sie werden, je genauer sie hinhören müssen :hust:

    Das schwierigste bei der Sache ist, dass man sich wirklich ganz auf seinen Hund konzentriert, und sich nicht mit den "betroffenen" Passanten, oder wem auch immer unterhalten oder gr rumstreiten kann. Wenn Du antworten MUSST, warum auch immer sprich in der gleichen tiefergelegten Säuselstimme in Richtung Hund, damit der mit seiner aufmerksamkeit bei Dir bleiben kann, und nicht abdriftet.


    Zitat

    Wir sind in einer super guten Hundeschule (jedenfalls haben unsere Trainer 6 sehr gehorsame, glücklich wirkende Hunde), wenn wir dort sind klappt alles soweit sehr gut.
    Aber zu Hause ist es eine Kathastrophe.

    Ohne Ablenkung ist er folgsam, aber wehe es kommt jemand. Dann brennen bei ihm alle Kabel durch.
    Ich habe Angst, dass ich das niee niee niee in den Griff kriege und mich alle für einen unfähigen, dummen HH halten.

    Das die Hunde gut erzogen sind, ist schon mal fein. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, es gibt Hunde, die ganz leicht zu erziehen sind, und andere an denen man sich schon ganz schön die Zähne ausbeissen kann - und man kann beim "ergebnis" nicht immer sehen, wie viel Erfahrung, Können etc. tatsächlich hinter der Sache stecken - damit wollte ich KEIN Urteil über die Trainer abgeben ;) - ich kenne die schließlich nicht!

    Doch, das bekommst Du in den Griff. Der Anfang ist gelegt, nur hast Du einige Zwischenschritte übersprungen - die müssen jetzt eben nachgeholt werden, aber mit den richtign mitteln bekommst Du das in den Griff!!

    die paar Vitamine, die da verkoren gehen kannst Du doch anderweitig wieder zuführen (Gemühsebrei...)
    Z.b. kannst Du Gemüsebrei (Gemüse andünsten, dann pürieren) und je nach Geschmacksvorlieben mit Käse oder Leberwurst etc. mischen und in einen Kong füllen. den Kong im Gefrierschrank anfrieren kassen (du kannst es auch durchfrieren lassen, wenn der Keks ein hartnäckiger Schlecker/Kauer ist, ansonsten würde ich es ihm anfangs leichter machen, und es nur teilfrosten) und ihm den Kong dann geben - das kühlt, ist lecker und macht evtl Verluste wieder wett.

    Du sagst, sie war 10 Minuten im Freilauf - das war vielleicht viel zu lange.

    Wenn ich die Schleppleine ausschleiche, dann mache ich das Sekundenweise - oder zumindest Minutenweise. :D

    Ausserdem versuche ich, den Hund während der "frei"-Zeit im Arbeitsmodus zu halten, oder zumindest gucke ich häufig, ob Signale noch befolgt werden können. Man kann an dem Tempo, mit dem die Signale ausgeführt werden sehr sehen, ob der Hund noch im Vorderhirn ist oder gerade ins Hinterhirn (= Hundewelt = kaum oder nicht mehr ansprechbar) abzudriften droht.
    Falls Hinterhirn-Modus droht, sammele ich den Hund möglichst umgehend wieder ein, und er kommt entweder wieder an die Schleppleine, oder ich versuche es mit einer Radiusverkleinerung und mehr Arbeitsmodus.

    bisher habe ich eine SChleppleine noch nicht durch Zerschnippseln ausgeschlichen, dafür hab ich zu wenig Knete und zu häufig Pflegehunde, die SL-Training brauchen =)

    Dogsperience kann ich auch nur wärmstens empfehlen.

    Wenn man sich das so einfach machen könnte, hätte ich derzeit zwei Hunde im Haus, die dringend eingeschläfert gehören... :ops:

    wie schon viele geschrieben haben: Das Tierheim ansprechen. Ich wette, der Schutzvertrag wird eine Klausel enthalten, die etwas darüber aussagt, wie genau in einer solchen Situation zu verfahren ist - und ich bin mir ziemlich sicher, dass "einfach einschläfern lassen" so nicht vorgesehen ist.