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Ich lese hier immer wieder, dass es wichtig ist, Welpen im ersten Lebensjahr vor allem Ruhe beizubringen. Das leuchtet mir ein und ich versuche es seit Wochen mit meinem Hund, bisher allerdings leider relativ erfolglos. Mittlerweile wird das zum echten Problem, da meine Hündin in der Wohnung permanent aufgedreht ist und von Raum zu Raum rennt (und zwar wirklich rennt.. normal gehen kann sie anscheinend irgendwie nicht). Sie wird nur dann ruhig, wenn sie auf den Schoß nehme und (natürlich gegen ihren Willen) festhalte. Dann entspannt sie meistens nach 1-2 Minuten und schläft ein.
Ahaaa, Du hast also einen ganz normalen Welpen zu Hause
Schuldigung, das haben beistimmt schon mehrere geschrieben...
Also - einen Weg, sie zu entspannen hat Du ja schon mal entdeckt: sie wird ruhig, wenn Du sie auf den Schoß nimmst. Großartig! Wenn Du sie das nächste mal aufden Schoß nehmen willst, damit sie sich entspannt, sag ihr ein Wort dazu, z.B. eaaaaaaaaaaaaaasy, oder ruuuuuuuhig, oder reeeeeeeeeeeeeeeeelaaaaaaaaaaaaaaaax, oder schlaaaaaaaaaaaaaaaaaaafen! Durch die Kombination "Entspannungswort" -- tatsächliche Entspannung wird das Wort zum klassisch konditionierten signal für Entspannung.
Bau dieses "Wort sagen/auf den Schoß nehmen/Entspannen" Kombination möglichst häufig in den Tagesablauf ein - am besten an vielen Stellen in der Wohnung, damit sie das nicht mit einembestimmten Ort verknüpft, sondern tatsächlich mit dem gewählten Wort. Wenn es irgendwie geht, nimm sie auch nicht jedesmal auf den Schoß - lass sie auch mal neben Dir liegen, oder versuch, dass sie dass auf Ihrer Decke hinbekommt (wirst die vielleicht einfangs direkt daneben setzen/legen müssen.
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Das kann aber natürlich keine Dauerlösung sein und außerdem hat sie mittlerweile eine Größe erreicht, die das ganze Prozedere auch nicht gerade vereinfacht. Wenn ich sie ignoriere und warte, bis sie von alleine zur Ruhe kommt, kann das schonmal gute 2 Stunden dauern. Sie legt sich aber auch dann ausnahmslos nie in ihr Körbchen, sondern kommt zu mir aufs Sofa (das darf sie im Prinzip auch, sie hat dort ihre eigene Decke) und sucht Körperkontakt. Sobald ich aufstehe, ist sie wieder wach und legt frisch und fröhlich aufs Neue los.
Das mit dem ignorieren alleine hat keinen Zweck, wenn sie Dir die ganze Zeit hinterher toben kann. Ich würde zwei Sachen machen:
Wenn du relativ "stationär" bist - abends vor dem Fernseher, z.B. kann sie mit aufs Sofa und du kannst die Gelegenheit nutzen, das Entspannungssignal aufzuladen. Wenn Du dich viel bewegst (Hausarbeiten...) Dann leinst Du sie auf ihrem Platz an (alternativ geht eine Box). Geh Anfang sehr häufig hin und lob und belohne sie mit Leckerchen und Kuschelminuten , damit es sich für sie auch lohnt, auf ihrem Platz zu sein.
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Das Problem ist für mich nun einfach, dass mich das ewige Rumgespringe in der Wohnung endlos nervt. Es ist zwar nicht so, dass sie mir am Rockzipfel klebt und mir überall hin hinterherläuft, aber sie geht über Tische und Bänke und steigert sich ins Toben so sehr rein, dass sie dabei zum Dauerkläffer mutiert. Das Kläffen und Poltern finden meine Nachbarn sicherlich auch nicht allzu angenehm, also muss ich das dringend in dern Griff bekommen.
Mach ihr mehrere Plätze im Haus - in Zimmern wo Du Dich länger aufhälst. Leg Ihr eine Decke hin, lein sie an, falls sie noch nicht so lange da drauf beleiben würde, und geh wirklich oft hin, und nimm Dir drei Minuten Kuscheln/Entspannungswort/Kong... So kann sie dann immer mit dabei sein, aber unter bestimmten Regeln. Dich stört ja nicht wirklich, DASS sie mit kommt, Dich stört, WIE sie mitkommt 
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Mir geht es nicht darum, dass der Hund in den Ruhezeiten stoisch auf seinem Platz liegt und nicht aufstehen darf, aber er sollte zumindest den Großteil der Zeit optimalerweise schlafen/dösen (und zwar hauptsächlich auf einem seiner Plätze) oder sich still alleine beschäftigen. Klar bekommt er zwischendurch auch mal Aufmerksamkeit und wir legen auch gerne mal zwischendrin 5 Minuten klickern oder so ein, aber das extreme Aufdrehen in der Wohnung würde ich gerne abschalten und die Wohnung grundsätzlich zum Ruheort erklären. Ist das von den Zeiten in unserem Tagesablauf her realistisch oder erwarte ich zu viel?
Das kommt, wenn Du Ihr viel an verschiedenen Stellen in der Wohnung beim Entspannen hilfst, und sie auch, wenn Du sie beim selbstständigen ruhen "erwischt" lobst - ruhig und leise, damit sie sich nicht gleich wieder hochwallst.
Ich merke den Unterschied, welche unterschiedliche Emotionen verschiedene Hunde mit meinem Garten verknüpft haben. Crispel denkt offenbar es ist seine Sonnenbank - Spielen oder Clickern geht nicht wirklich gut - weil man im Garten offenbar schnarcht und sich besonnen läßt. Einige Gasthunde denken, es handelt sich um eine Rennbahn und sind schon aufgeregt, wenn ich in die Richtung der Gartentüre gehe.
Trainingskunden, die schon ein paar mal im Garten geclickert wurden gehen nicht mal schnuppern - die stehen vor einem und bieten Verhalten an - altes und neues
Alle haben irgendwas mit dem Ort verknüpft.
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Nun zum zweiten Problem: wie bringe ich ihr bei, auf ihrem Platz zur Ruhe zu kommen? Ich habe bisher folgendes versucht:
1.) Ihr beigebracht, dass "ab" so viel bedeutet, wie dass sie in ihr Körbchen gehen soll. Das hat sie auch verstanden und geht auch rein, sie bleibt aber nie länger als eine Minute drin (sie kennt das Kommando "bleib").
Das ist doch ein guter Anfang. Hinschicken können ist schon mal super. Wenn du weißt, es geht höhstens eine Minute, dann mach folgende: Ruf sie nach einer halben Minute raus. Lass sie eine kleine Übung machen, clicker as süßes mit ihr, und schick sie anschließend wieder auf ihren Platz. Nach 20 Sekunden wieder raus rufen. Sitz, Platz, Steh, ab ins Körbchen. Wechsel mit der Länge der Zeit im Körbchen ab, mal nur 20 Sek, dann mal 50 Sek. Dann wieder nur 30 Sek. Dann Leinst du sie mal für 5 Minuten an. Dann wieder nur kurz...Lein sie auch ruhig mal für nur ein paar Sekunden an.
Ich würde nicht mit einem "Bleib"-Signal arbeiten: denn eigentlich ist es ja egal, wo sie liegt, sie soll ja nur lernen, sich irgendwo hin zu legen, und zu schlafen. Ein "Bleib" hat ja aber eine andere Funktion, namlich: "Halt diese Position, bis ich einen anderen Befehl gebe" - und damit müßte der Hund ja eigentlich wachbleiben und warten, was als nächstes kommtn. Natürlich kannst Du das für Deinen Gebrauch auch anders definieren. Dann brauchst du aber für "Bleib so wie und wo Du bist, bis ich einen anderen Befehl gebe" ein anderes Signal mit anderem Übungsaufbau.
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2.) Sie immer wieder reingeschickt, wenn sie aufgestanden ist und ihr dabei auch was zum Kauen oder einen Kong gegeben, damit sie erstmal beschäftigt ist. Meistens schleppt sie das Kauzeugs aus dem Körbchen raus auf den Teppich und beschäftigt sich dort damit. Ständiges Zurückschicken endet damit, dass sie irgendwann das Kauzeug/Kong aus dem Körbchen schleudert und mich ankläfft. Ignoriere ich das, verlässt sie ruckzuck wieder ihr Körbchen und das Ganze geht von vorne los.
Offenbar ist "Kauzeug essen" nicht mit dem Körbchen, sondern mit dem Teppich verknüpft.
Ist es denn wichtig, wo sie das frisst? Falls ja, lein sie in/am Körbchen an, und gib ihr dann die Knochen. Dann kann sie es nicht wegschleppen, und Du muß sie nicht mit "Geh in Dein Korb "nerven". Bring ihr gelegentlich noch kleine andere Leckereien im Körbchen vorbei.
SUPER!! genau das habe ich oben gemeint. Dass sie wieder aufsteht, macht erstmal nichts - das ist ein späterer Trainingsschritt. Erstmal muß sie die Verknüpfung bekommen, "im Körbchen bin ich ruhig und entspannt" - an der Dauer und an der Distanz zu dir arbeitest Du getrennt (mit den oben erwähnten maßnahmen - verschieden langes drinnlassen/rausrufen und dem Anleinen.
Das ich Anleinen gut finde, habe ich ja schon geschrieben. Da hast Du die Möglichkeit, sie zu ignorieren - aber, sieh das nicht als einzige Möglichkeit - arbeite aktiv daran, dass sie den Platz gut und entspannend findet.
ich weiß, das klingt nach sehr viel Aufwand, aber meistens geht das relativ zügig innerhalb weniger Tage, dass sich da eine Gewohnheit entwickelt, wenn man eben anfangs wirklich hartnäckig ist, und sich die Zeit nimmt, gewünschtes Verhalten zu unterstützen, zu bemerken und zu bestärken.
Natürlich arbeitet man dabei mit einem gewissen Maß an Zwang - aber man muß ja nicht gleich drei Stunden in einem anderen Raum verlangen, sondern arbeitet im selben Raum, in kurzen Zeitsegmenten, und mit viel Belohnung durch Aufmerksamkeit, Knabberkram, Leckerchen und Streicheleinheiten.
Zerlege das Verhalten "für längere Zeit entspannt an einem bestimmten Platz weg vom Mensch liegen bleiben" in die einzelnen Bestandteile:
an den Platz gehen
auf den Platz hinlegen
Entspannen
Dauer
Distanz
Übe diese erst einmal getrennt und füge sie nacheinander systematisch zusammen. Dann klappt das mit dem ruhigen Hund in der Wohnung.