Beiträge von Shoppy

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    So lange, bis er keine Angst mehr hat.
    Gleichzeitig verstärke ich aber das ängstliche Verhalten (was ja eigentlich ein Parameter für die Angst ist).

    Wenn der Hund keine Angst mehr hat, aber ängstliches Verhalten zeigt, trainere ich dem Hund das ängtsliche Verhalten ab (wie auch immer).

    JA!! DEFINITIV!!
    Meiner Meinung nach klappt Gegenkonditionierung am Besten, wenn man möglichst knapp unterhalb der Reizschwelle arbeitet. Knapp, weil man sonst ewig rumdaddelt, ohne nennenswerte Fortschritte zu erzielen.

    Und JA, dass ist ziemlich eng verdrahtet, allerdings stärker in "Verhalten ist an Emotionen gekoppelt"-Richtung, bzw. sorum ist es leichter im Hundetraining anzuwenden.
    Es gibt aber auch Trainer, die "Emotionen sind an Verhalten gekoppelt" gezielt einsetzen: sie lehren z.B. ängstlichen Hunden, den Schwanz höher zu tragen, oder zu "dominanten" den Schwanz tiefer zu legen etc. und geben dann in entsprechenden Situationen Signale für "Schanz hoch/Schwanz runter"
    Soweit bin ich noch nicht :hust:

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    Für mich ergibt sich trotzdem daraus kein Trainingsansatz :???:

    Warum nicht? :???:

    Zitat


    Das müsste ja heißen, dass ich immer wenn der Hund ängstliches Verhalten zeigt (und auch Angst hat) verstärken.

    Jain. ;)

    Du verknüpft die Angstauslöser mit etwas positivem. Dazu ist nicht Voraussetzung, dass der Hund ängstliches Verhalten zeigt (Der Desensibilisierungs-Part des Traingsprogramms).

    Ich mach das z.B. mit dem "Wo ist das *beängstigende Teil*?"-Spiel.

    Mein Pflegehund Easy reagiert stark auf andere angeleinte Hunde. Also spielen wir "Wo ist der Hund" mit jedem Hund den er entdeckt, egal in welcher Entfernung. Anfangs ALLES angebrüllt hat (auch in 300m Entfernung), kann er inzwischen mit zum Training als Ablenkungshund - er ist da voll der Streber - er muß nur, wenn der andere Hund zu nahe kommt (wie nah das genau ist, ist abhängig vom anderen Hund, wie der sich benimmt, wie schnell er sich bewegt, ob der auch bellt...), hingucken dürfen, sonst ist er echt beunruhigt. Und fängt dann wieder an zu bellen und in die Leine zu hüpfen. Darf er aber zwischendurch gucken ("Easy, wo ist der Hund?"), und nach Bedarf auch die Distanz erhöhen, dann kann er locker mitarbeiten. Cooler Easy :gut:

    hihi,

    ihr antwortet zu schnell für mich :D


    Wenn man die Gegenkonditionierung mit systematischer Desensibilisierung kombiniert, also den Reiz erst mal so geschwächt präsentiert, dass der Hund ihn zwar wahrnimmt, aber noch gar nicht negativ darauf reagiert, dann bestärkt man nicht nur die Angst NICHT ;) sondern auch noch das richtige Verhalten, das man schlussendlich haben will.


    Viele, die mit "Trösten bestärkt die Angst" argumentieren, bringen den Hund aber ständig in Situationen, in der er volle Kanne Angst hat, und erwarten dann, dass der Hund weit genug bei klarem Verstand ist, dass er bemerkt, welch cooler, selbstbewußter Hundeführer da neben ihm her läuft :headbash:
    Diese "Methode" beruht auf der Annahme, dass da eine Gefühlsübertragung stattfinden wird. Leider funktioniert die nur in diese Richtung gut: Mensch hat Angst, Hund bekommt ebenfalls Angst.
    Andersrum kann das überhaupt nur klappen, wenn der Hund wiederum noch nicht so in der Angst steckt, dass überhaupt noch was anderes als seine Angst mitbekommt . Und selbst das wäre in etwa so, als würde man versuchen mit einem Handkurbelbohrer ein Loch in eine Betonwand zu bohren, anstatt einen Bohrhammer zu benutzen!

    Also ich nehme lieber Werkzeuge, die das schnellere und qualitativ bessere Ergebnisse erzielen :roll:

    Ja, natürlich möchte ich die Emotion beeinflußen, aber guch doch mal wie das gemeint ist, wenn man sagt: "mach xy nicht, das bestärkt die Angst..."

    Die meinen doch, dass man damit die Angst verschlimmert.

    Wenn ich etwas, was der Hund tatsächlich super findet zu der Angstsituation hinzufügt, dann verschlimmert sich die Angst nicht, sie verringert sich, weil der Hund die Situation mit etwas positivem Verknüpft.

    Wichtig: Es muß ewas sein, was der Hund WIRKLICH - und auch in der Situation, als Positiv empfindet.
    Dazu muß das wirklich super toll sein, und die Situation muß so sein, dass der Hund das Positive auch tatsächlich mit bekommt.
    Deshalb klappt Gegenkonditionierung eigentlich nur gut, wenn man auch gleichzeitig Desensibilisierung einsetzt, sprich, die Situation kontrolliert, dass der Hund unter seiner Reizschwelle bleibt.

    Ah, isch hab das Betüddeln verjessen.

    Wenn der Hund das Betüddeln in dieser Situation als positive Sache empfindet, wird es als positive Verknüpfung auf das "Angstkonto" eingebucht.
    Findet er es dagegen als beunruhigend, wird sich an der Emotion nichts in Richtiung schwarze Zahlen tun. Sondern vielleicht wird gelernt, dass man in der Situation auch besser noch seinen Menschen meiden sollte...


    Ich finde, die Frage ist nicht, ob man seinen Hudn unterstützt, sondern wie.

    Also, gaaaaaaanz kurze Antwort:

    Angst ist eine Emotion.
    Man kann nur Verhalten bestärken. ;)


    Ich vergleiche das gerne mit einem Bankkonto. Wenn ein Bankkonto "Angst hat", ist es in en roten Zahlen, im Minus, hat eine negative Emotion.
    Beim Gegenkonditionieren zaqhlt man positive Verknüpfungen auf das Konto ein. Je nach Kontostand, tatsächlichem Wert der positiven Verknüpfungen, und deren Anzahl kommt man mehr oder weniger schnell (oder auch gar nicht...) in die Schwarzen Zahlen.
    Das ganze hat aber nur indirekt was mit dem Verhalten zu tun, das gezeigt wird.

    Das Verhalten ist sozusagen die sichtbar gewordene Emotion.
    Wenn sich die zugrunde liegende Emotion ändert, ändert sich meistens auch das Verhalten gleich mit. Und falls nicht, hat sich die Motivation des Verhaltens geändert.

    Beispiel: Hund bellt böse einen anderen Hund an, click, Leckerchen ;)
    xMal wiederholen.
    Vielleicht bellt der Hund jetzt sogar öfter, aber es ist mehr ein: "Hey, ich belle, wo bleibt mein Keks?" an den Halter gerichtet und nicht mehr: "Du, komm mir mal hier her und ich hau dich zu Brei!" an den anderen Hund adressiert. Bei dem einen ist der Hund voll im Vorderhirn, weiß genau, was er tut, und mit der Absicht, eine Belohnung rauszuschlagen (ich würde an der Stelle das Signal einführen :D ), bei dem anderen ist er voll im Hinterhirn, dass für Lebenserhaltung, hier: verteidigung von Leib und Leben zuständig ist, und nur reagiert ohne "nachzudenken".

    Also selbst, wenn man jetzt das Verhalten "Bellen" bestärkt hat, ist durch die Gegenkonditionierung die Motivation verändert worden. Und ein Hund, der bei Anblick eines anderen Hundes nicht mehr die Motivation hat, sich seiner Haut zu erwehren, sondern Leckerchen abzustauben, kann man auch einfach ein anderes Verhalten abverlagen. :gut: Sind ja jetzt im Vorderhirn-Modus.

    Nu war die Antwort doch irgendwie gar nicht kurz...

    Zitat

    Wie Martina schon schrieb: Du musst üben, dass der Reiz wahrgenommen wird und in ein ruhiges Verhalten mündet. Das geht mit Klicker, aber auch ohne ;) Der Klicker hilft beim Timing ganz gut. Du musst aber bei den Hibbelmodellen aufpassen, dass sie die Übung nicht übertreiben und danach suchen was anzuschauen um dann beklickert zu werden. Das macht dann wieder Stress! Also immer ganz besondere Obacht darauf, dass der Hund entspannt schaut bwz. wegschaut. Ich sage immer, dass der Hund eigentlich nur "gelangweilt in der Gegend herumstehen soll" und man genau das belohnt.

    Viele Grüße
    Corinna

    Habe noch nicht bemerkt, dass das so passiert.
    Also ich merke schon, dass sie mir Sachen (auch neue Sachen, die vorher kein Thema waren) anzeigen, die sie bemerken, aber bisher wird keiner hibbelig(er als er sowiso schon ist) dabei/davon - ehr im Gegenteil. Irgendwie scheinen sie zu denken, dass das eine Möglichkeit ist, mit ihrem Menschen über ihre Umwelt zu "reden".
    Bei Hunden, die aus Angst/Unsicherheit hibbeln, entdeckt man so vielleicht weitere Angsauslöser, die kriegen einfach eine weitere Vokabel, und wir arbeiten etwas dran rum.
    Wenn es einfach ein "Ej, guckma, daaa, :schockiert: woooow, jetzt bin ich aufgeregt" ist, dann gibts da vielleicht auch eine Vokabel für - wenn solche Dinge öfter angezeigt werden, manchmal frag ich auch einfach "Was ist da los?" lass noch ein/zwei mal gucken und dann gehts weiter im Text :roll:
    Überhaupt mache das ganze so ruhig und leise wie möglich.
    Zwischendürch "teste" ich auch immer mal wieder, wieviel Hilfe der Hund denn in den typischen Situationen denn braucht.
    Ghandi ist ja mein Fahrradfetischist - anfangs brauchte er nur eins (auch stehend...) zu sichten, und das Hetzgejodel ging los. Inzwischen sind die nicht mehr interessant, wenn sie am Garten vorbei fahren, oder wenn wir auf einer Wiese sind, wo es interessant riecht, ist das wichtiger als Fahrräder hetzen. Fahren sie direkt auf uns zu - auf der Straße an uns vorbei, ist das dann noch wieder etwas anspruchsvoller. Ohe Leine würde er noch drauf donnern, aber er bleibt am Ende der Leine stehen macht sich ziemlich groß - dreht sich auf den Click um und setzt sich hin :schockiert: so kann ich erstmal damit leben :gut: