Beiträge von Shoppy

    Ohweia,

    mein Reader-Teilchen sagt, er hat 80 neue Beiträge gefunden - und eigentlich sind es sogar mehr, denn ich hatte gestern nacht schon angefangen und mir dann selber ein Bein gestellt. grab ich die also noch mal aus?

    jep, es lohnt sich :P


    http://fearfuldogs.wordpress.com/2010/05/14/don…ad-on-this-one/
    und
    http://fearfuldogs.wordpress.com/2010/04/29/rewarding-reactivity/
    in welche Freds passen die gerade rein *hihihi*


    den hatten wir vielleicht schon, aber den brauchen wir nochmal :P
    http://www.theotherendoftheleash.com/ready-using-me…-help-your-dog/

    Keep Going Signal - da gibts gerade einen Fred in der Clicker-Rubrik:
    http://trickponies.wordpress.com/2010/04/29/keep-going-signal/


    http://www.dogspelledforward.com/the-real-man%E…brains-vs-brawn

    weil ich heute sentimental bin
    http://www.training-horses-naturally.com/the-horsemans-prayer.html


    hach, mein Lieblingsthema, wenn auch auf Pferde bezogen...
    http://www.training-horses-naturally.com/animal-behaviorist.html

    TAGTeach Clickertraining für Menschen, cool
    http://foundations4lifetraining.blogspot.com/2010/05/more-tag-videos.html

    noch ein bißchen über TAGging....
    http://bookendsfarm.blogspot.com/2010/05/clarit…t=Google+Reader


    EDIT:

    den muß ich einfach noch nachschieben:
    http://www.facebook.com/#!/video/video…85326309&ref=mf

    die unterschiede von kgs und ib sind fließend.

    Grob gesagt bedeutet das keep going: mach genau was du grad machst weiter (Halte die Stellung, z.B. Platz / gehe genau so im "Fuß" weiter oder ähnliches).


    mit der IB drückt man dagegen aus, dass der Hund den richtigen Ansatz hat, aber noch etwas verbessern kann.
    Beispiel: man hat den Hund gerufen, der orientiert sich um, läuft aber nicht gleich, oder ein wenig zögerlich los. Dann kann man mit der IB sagen, jep, der Ansatz ist richtig, jetzt bitte den Rest des Verhaltens ausführen/schneller durchführen."

    Die Übergänge von Unsicherheit zu Angst zu Panik sind doch fließend - da gibt es keine starren Grenzen.
    Ausserdem ist Strategie, mit dieser Unsicherheit/Angst/Panik umzugehen (Und das läuft unbewußt ab, deshalb mag ich eigentlich nicht "Strategie" und "umgehen" schreiben, weil man mit diesem Begriffen den eindruck gewinnen könnte, dass sich der Hund willentlich entschließt "Jetzt habe ich Panik und öööhm heute renn ich mal weg, oder? Ja!").
    Hunde haben individuelle Tendenzen - manche haben die "Distanzvergrößerung durch Wegrennen"-Tendenz, andere die "ich mach den Rambo-und vertreib euch!"-Tendenz, wieder andere frieren ein oder fallen in sich zusammen und flüchten in eine Innenwelt - und dann gibts noch die "Kasper"-Methode. (Auf engleisch sind das ziemlich viele f-Begriffe :D)


    Ein Angstauslöser schaltet das Hirn auf "Lebenserhaltung" um. Und oftmals bestimmt die Stärke und oder die Art des Reizes, welche Methode zuerst angeworfen wird.
    Jedenfalls läuft nichts übers Vorderhirn, wo abgewägt wird zwischen "hmmm, es ist etwas, was sich selber nicht bewegen kann, also nehm ich wegrennen!"

    Zitat

    Nochmal @ Shoppy

    So wie ich es gelesen hab arbeitest du mit neg. Verstärkung in der Hinsicht, dass der angstauslösende Reiz bei keiner Reaktion oder gelassener Reaktion des Hundes verschwindet?

    Ja, oder man geht selber mit dem Hund von dem Ding weg. Mit einem Freund und seinem unverträglichen RR haben wir das z.B. so gemacht:
    ich bin mit dem Pflegesetter, den ich zu dem Zeitpunkt da hatte, voraus gegangen, Freund mit RR hinterher. Ich bin irgendwo stehen geblieben, Setter hat sich die Landschaft angeguckt. Freund hat hinter mir ein Verhalten abgefragt, oder ein angebotenes nettes Verhalten geclickt, und ich bin auf den Click weiter gegangen. das ganze dann einfach mehrmals wiederholen.
    Man kann das aber auch stationär machen. Das ist z.B. hilfreich, wenn der Hund auch unabgelenkt noch stark an der Leine zieht. Da warte ich nicht, bis das mit der lockeren Leine trainiert ist, sondern stelle das Team irgendwo auf die Wiese und gehe mit einem "Gegnerhund" um das Team herum, wobei das dann kein "glatter" Kreis ist, sondern mehr wie Stern oder eine Magerittenblüten aussieht.
    Grisha Stewart (Die Frau von der BAT-Seite) nennt das "Monster in the Middle" - als ich das gelesen habe, dachte ich nur - ach so nennt man das, was ich da treibe :lol:


    Zitat

    Allerdings glaube ich das Streicheln/Futter/Aufmerksamkeit bei Unsicherheit (keine Angst!) dazu führen kann, dass der Hund lernt das ängtsliche Verhalten zu zeigen (nicht Angst haben) sich lohnen kann um Aufmerksamkeit/Futter/ usw. zu bekommen bzw. das etwas störendes weggeht.

    Och, ich denke, dass das auch bei Angst geht.
    Wenn das Verhalten seine Funktion erfüllt z.B., wie in Deinem folgenden Beispiel

    Zitat


    (Ich erinnere mich an eine Erzählung hier aus dem DF wo der Hund der Mutter(?) immer geschrien hat wie am Spieß, wenn sich Kinder genähert hat, darauf hin hat die Mutter den Hund hochgehoben und die Kinder verjagt.)

    Hunde tun, was funktioniert :hust:
    negative Bestärkung fürs Schreien durch "Mama verjagt die bösen Kinder" - vielleicht mit Zusatzbonus "Oben ist es sicher und gleich kommt auch noch die Oxy-Dosis."
    Schwierig zu sagen, ob der Hund jetzt "absichtlich" schreit, weil er genau den Ablauf verstanden hat und nur den Anlass nimmt, um auf den Arm genommen zu werden. Oder immer noch wirklich aus Angst schreit.
    Eigentlich glaube ich ja letzteres, weil, wenn die Notwendigkeit nicht mehr bestünde, dass die Kinder verschwinden sollen, warum müsste er dann noch schreien.


    Zitat


    Desweiteren glaube ich auch, das Angst und ängstliches Verhalten gesteigert werden können, wenn man den Hund Aufmerksamkeit in Form von gucken usw. gibt (das Gefühl, Frauchen weiß dass das Ding Angst auslöst).
    Ulexa guckt mich z:b. an wenn sie etwas anbellt was in ihr Unsicherheit auslöst und guckt wie ich darauf reagiere.

    Also der Hund orientiert sich ob der HH auch davor Angst hat (oder vielleicht sollte man von Unsicherheit sprechen zwinkern ).

    Ich bin noch nicht sicher, ob ich Dich richtig verstehe. Ich laber ma drauf los *lol*:
    Angst kannst Du natürlich steigern. z. B. indem man dem Hund vermittelt, dass er durch keines seiner Verhalten dem bösen Ding ausweichen kann. Oder indem man Bestrafung, Schmerzen, andere Schreckreize o.ä. (auch unabsichtlich) mit dem Ding verknüpft (Deshalb bin ich ein vehementer Gegner von Verwendung von Schütteldosen, Wasserspritzern etc. beim Training von Leinenaggression!).
    Dazu gehört auch, dass man z.B. den Hund und seine Angst "ignoriert und wie ein cooler Führer" agiert.

    Deinen Satz mit der Aufmerksamkeit habe ich noch nicht so ganz gepeilt. Meinst Du, dass du das Angstverhalten bestärkst, indem der Hund Aufmerksamkeit bekommt?
    Die Erfahrung habe ich bisher noch nicht gemacht.

    Wenn ich den beschriebenen Ablauf richtig verstanden habe, bellt sie erst etwas an, und guckt dann, was du machst?
    Finde ich so jetzt keine verwunderliche Reaktion. Easy macht das so, wenn ich in sein Bellen reinclickere (Mach ich ja, weil, Reiz = Keks, gell) - dann sieht er ungefähr :???: so aus, kommt dann aber, um sich den Keks zu holen.
    Ich habe aber auch schon Hunde gesehen, die bellend in die Leine rasen und dann hektisch zum Halter - und in dem Fall dann mit einer Körpersprache, die sagt: "und auf die Richtung muß ich auch achten, denn wenn da son böses Ding kommt, rasstet Frauchen auch meistens aus, und schmeißt mit Klapperzeugs :schockiert: !" Und dann hat er zwei Richtungen, die er irgendwie "Bearbeiten" muß. Ein weiterer Grund, warum ich nicht mit Abbruchssignale, egal welchen, arbeite. Ich will nicht der Gegner vom Hund werden, sondern sein Sicherheitsbereich.
    Das geht nur, wenn der Hund erst gar nicht auf die Idee gebracht wird, dass es aus meiner Richtung auch mal Donnerwetter geben könnte.

    Wenn sie also bellt und sich dann umorientiert, gäbs bei mir Click und Jackpot.

    Zu der Unsicherheit biem Menschen.
    Klar gibts die auch, der Mensch ist ja auch gegen den Reiz negativ konditioniert - er wird ja immer bös bestraft, wenn er so ein Ding, indem der Hund dann ausflippt. Also muß sich genau genommen auch der Mensch gegenkonditionieren und desensibilisieren.
    Deshalb haben es Trainer in der gleichen Situation oft so viel einfacher. Die sind nicht negativ konditioniert, haben keine Angst, dass der Hund gleich wieder ausrastet, sie wissen genau, was sie dann tun, und sie haben meistens (hoffentlich) eine gute Vorstellung davon, was man dem Hund in er Situation noch abverlangen kann und was nicht mehr und sind flexibeler darin, zwischen den einzelenen "WErkzeugen" hin und her zu wechseln. Und ausserdem ist es Trainern auch nicht peinlich, was der böse Hund da wieder für ein Theater macht. Mit anderen Worten, man ist "unbeteiligt" und tatsächlich cool ;).

    Ausserdem sehe ich solche (auch die überraschenden) Begegnungen als Trainingsgelegenheiten und nutze alles was sich mir bietet, auch wenn die bösen Dinger nur am Horizont vorbeiziehen. Wenn der Hund es bemerkt, kann man es für die eigenen Zwecke nutzen (und wenn er es nicht bemerkt und er aber eine Vokabel für das böse Ding kennt, kann man ihn darauf aufmerksam machen und es dann nutzen *ätsch*) und MIT dem Hund arbeiten. Die meisten Hundehalter finden so etwas aber einfach nur bedrohlich und machen dann nichts, bis es zu spät ist, der Hund schon reaktiv ist, rumböllert und an der Leine Drachensteigen spielt. In dem Fall kann man dann nur noch GEGEN den Hund bzw seine Reaktivität ankämpfen.

    Zitat

    Huhu Martina!

    Ich hoffe, Du hattest eine erholsame Nacht.. :D

    Sie war zu kurz. Ich hatte noch begonnen den "Blog-Leser"-Thread zu füttern (und dafür lese ich logischerweise alles vorher) und dann habe ich ausversehen mittendrin den Tab zugemacht :headbash: da binich dann einfach mal ins Bett gegangen.


    Zitat

    Vielen Dank für Deine ausführlichen Beispiele. Ich hab mir die Texte gleich mal ausgedruckt und an die Pinwand gepinnt, damit ich es öfter lesen kann...

    Ich hab da noch eine ganz kleine Verständnisfrage:

    Du schreibst (hier und in anderen Threads) dass Du ganz unterschiedliche Dinge als Primärverstärker verwendest. Benutzt Du dafür immer den gleichen Sekundärverstärker?

    Sprich: Bei dem gleichen Hund kündigt mal der Click ein Leckerchen ab und mal das Buddeln nach einer Maus?

    Der Click kündigt eine Belohnung an. Welche das ist, sage ich dann an, ausser es gibt Leckerchen. Das habe ich irgendwie vergessen, dass man das auch ja ankündigen könnte. Ich sage also nach dem Click "Geh schnüffeln", "Lauf", "Point" (Vorstehen) oder was auch immer an.


    Zitat


    Oder hat jeder Primärverstärker seinen eigenen Sekundärverstärker (liese sich ja leicht über unterschiedliche Markerwörter z.B.: "Maus" und "Keks" lösen, ich weiß nur nicht, ob es sinnvoll ist.)

    :lol: Feine Sache, in meinem eigenen Thread darf ich so off topic werden, wie ich will.. :headbash:

    Nein, ich hab zwar verschiedene Marker (Clicker, YES, JA, GUT, Zungenschnalzer) aber die sagen alle jeweils nur, dass es eine Belohnung gibt - nicht welche.
    Das schöne daran ist, dass er dann nämlich auch mal ein büsken warten kann, bis die Belohnung parat ist.

    Du klickst es ein paar mal ohne Signal, bis du denkst, jetzt hat er es, jetzt wieß er, dass er dafür geklickt wird, dass er kurz dahin guckt.

    Dann führst Du das Signal ein BEVOR er sich zu dem Teil anguckt (sonst denkt er ja, dass "zu Dir umdrehen" "Wo ist das Ding?" heißt :???:

    Das ganze muß dann halt mehr oder weniger häufig verknüpft werden, also Signal und Verhalten.
    Das kommt z.B. auch darauf an, wie schnell Dein Hund normalerweise so generalisiert.
    Beim ersten mal lernt er ja quasi nur das DAS Ding "Fahrrad" ist. Dann lernt er das JENES Ding auch "Fahrrad" ist. und so weiter, bis er schnallt "ach, die dingers mit den Rädern und den strampelnden Menschen druff sind *fahrrad* - aha!"

    Manchem Hund hilfte es auch, wenn man ihm zwischendurch einfach mal die Sicht auf das böse Ding nimmt.

    Wenn man den Schlumpf also eh am Geschirr gepackt hat, kann man ihn damit sanft aber hartnäckig umdrehen. Wenn man eine Hilfsperson dabei hat, kann man die auch als beweglichen Sichtschutz dazwischen stellen (im Training mach ich das meistens - es hat echt manchmal Vorteile, einen ziemlich breiten Po zu haben :lol: Natürlich versuchen die Knilche dann, an einer Seite dran vorbei zu gucken, also macht man einen Schritt in die Richtung, dann gucken sie Links vorbei, also einen großen Schritt in die Richtung - hat was von Torwart. Bisher haben mich die Hund immer nach einigen Wiederholungen angesehen mit der Sprechblase "Öi, ich kann nix sehen!" :hust: Das gibt Click und Kekse! Die meisten Hunde haben sich darauf hingesetzt und so :???: ausgesehen. Click, Kekse. Meistens braucht man den Ablauf nur in 2-4 Situationen zu wiederholen und sie setzen sich gleich so schräg hin, dass sie sowohl das Ding, als auch den Mensch ansehen können und brauchen keinen Exterenen Sichtschutz mehr.

    Hat man keine Hilfsperson dabei, kann man dem Hund die Hand vor die Augen legen.
    Bei mir heißt das "Blind" und es ist ziemlich leicht (zu hause ohne ablenkung, erstmal) zu üben. Man setzt sich irgendwo mit dem Hund hin, sagt "Blind", legt die Hand vor die Augen (höchstens ganz sanft berühren) clicken, Keks, Hand weg nehmen. Wenn der Hund doll ausweicht, läßt man erstmal das Signal weg und formt sich das Verhalten.
    Wichtig ist, dass man die Hand "weich" läßt und sei möglichst nur vor die Augen hält - damit der Hund das nicht mit einem vielleicht zuvor praktizierten Schnauzgriff :schockiert: verwechselt (wenn man den gemacht hat, dann bleibt der Daumen am Zeigefinger angelegt - ich persönlich halte die Hand so, dass die Handfläche vor den Augen ist, und der Daumen an einer Wange nach unten zeigt - also ziemlich genau wie ein zu hoch gerutschter Schnauzgriff - aber meine Knilche kennen originalen und dessen Bedeutung ja auch nicht :p
    Oder besser, natürlich kennen sie den WIRKLICH originalen - von anderen Hunden ausgeführten, mit der Bedeutung "nu mach ma laaaaaaaaaaangsamer, reg dich ein büschen aaaaaaaab... eaaaasy!" und nicht das alberne imitat von irgendwelchen selbsternannten Hundeflüsterern" (die übrigens fast ausschließlich hundekörpersprachlich betrachtet ziemlich laut unflätiges zeug brüllen, das als "Flüstern" zu bezeichnen, ist echt ein starkes Stück!!)


    Bestimmt fällt mir noch mehr Werkzeug ein, aber getz muß ich erstmal in die Heia *gäääähn*

    Du clickst den Moment, wo er sich gerade zu dem Teil umzudrehen beginnt. Er soll es ja nicht lange angucken, sondern dir quasie nur mit einer kurzen Kopfdrehung sagen "Da drüben isset".
    Wenn er sich dann nach dem Click direkt zu Dir umdreht ist das super.
    Manchmal klappt das nicht auf Anhieb - wenn man z.b zu dicht dran ist, oder der Hund sich schon zu festgeguckt hat (weil man zu spätg geclickt hat :ops: ) - dann kann man das weggucken unterstützen, indem man das Leckerchen vor der Nase lang zieht. Dabei reicht es anfangs völlig aus, wenn der Hund dem Keks nur ein wenig folgt - also einfach ein paar Grad die Nase umschwenkt.
    Wenn der Hund es schon gewohnt ist, auf ein "Such dir dein essen aus dem hohen Gras"-Signal blindlings auf "Nasenmodus" umzuschalten und mit selbiger durchs Gras zu rüsseln, kann man die Leckerchen auch direkt vor ihm auf die Erde fallen lassen (sie sollten durch sein Gesichtsfeld fallen, dammt er der plötzlichen schnellen Bewegung folgt ;) ).

    Der Ablauf ist also: Hund dreht die Nase richtung böses Ding, Click, Keks so geben, dass der Hund vom Ding weggucken muß, wohin auch immer (anfangs).
    Das Hingucken läßt man wie es ist, oder formt es kürzer (keinesfalls länger), das "Wohinauchimmergucken" nach dem Click formt man um in "Mama/Papa angucken", gerne auch länger und anhimmelnder. =)

    Wenn man einen flüssigen Ablauf hat:
    Angucken, click, Weggucken, Keks" hängt man das gewünschte Signal davor:
    "Wo ist das Fahrrad", Hund dreht sich in Richtugn Fahrrad, click, Hund orientiert sich um, Keks.

    Das ganze wiederholt man möglichst häufig. Mein staatlich geprüfter Fahrradanzeiger guckt so häufig zu den Fahrrädern um, wie er sie beunruhigend findet - da krieg ich je nach Gelände 3 bis 10 Wiederholungen an einem Fahrrad *kicher*
    Hunde brauchen ca. 20 bis 50 Wiederholungen, um ein Signal zu lernen, also braucht man 10 bis 20 Fahrradfahrer, bis der Hund sicher weiß und angefangen hat zu generalisieren, dass das Ding mit den zwei Rädern und den Menschen mit roten Köpfen ein "Fahrrad" ist.

    Wenn man die Wiederholungen dazunimmt, die man zuvor geclickt hat, damit der Hund das System "ich guck in, ich krieg einen click, ich dreh mich weg" versteht, hat man ungefähr 70 bis 100 mal Fahrrad = Lecker Sachen verknüpft, und schon einiges auf das "Fahrräder sind ziemlich Geil"-Konto eingezahlt.

    Und alles ohne kontraproduktive Abbruchsignale, yeay!!

    Zitat

    Ich danke Euch allen sehr, langsam wird das ganze viel klarer für mich!

    :gut:

    Shoppy, was meintest du, als du schriebst, dass man seinen hund nicht nur mit streicheln unterstützen kann?

    meintest du damit ihm die kontrolle über seine angst zu geben? oder meintest du noch was anderes


    Das kommt auf die Situation an.
    wenn ich nicht wenigstens ein bißchen ausweichen kann (womit weggehen als Belohnung ausfällt) dann spiele ich so lange "Wo ist xy?", wie es der Hund gerade noch zusammenhalten kann - das ist ein so toller Gradmesser: wenn entweder hingucken oder weggucken nicht mehr geht, müssen andere Mittel her, manchmal hilft noch das konditionierte Entspannungssignal den "Point of no return" etwas herauszuzögern.

    Wenn das es auch nicht mehr tut, nehm ich dann einfach meistens den angekündigten Geschirrgriff. Weil meine Pflegel/Kunden alle ehr groß sind, ist das sowieso die einzige Möglichkeit, die so festzuhalten - nur an der Leine, würde man wie Fähnchen durch die Gegend segeln (und ich bin ehr die breite Ausführung, mich kriegt man eigentlich nicht so schnell weggesegelt :ops: ).
    Wenn ich mit einer Hand festhalten kann UND mit der gleichen hand auch noch einen clicker betätigt bekomme, gibts clickersalven und Futter, sofern das noch genommen werden kann. Meine derzeitigen Pflegel können FAST immer essen. Das ist schon mal super! Ich liebe übrigens GEschirre, wo man die Leine auch Vorne auf der Brust befestigen kann - dann kann man sich nämlich auf die Leine STellen (so kurz machen, dass der hund vorne nicht abheben kann) und eine Hand im Geschirr festkrallen, und dann hat man tatächlich meistens eine Hand noch frei...

    Geht das nicht, weil man gerade nicht gelenkig genug ist, und nur noch einfach mit beiden Händen halten kann, hält man eben fest, und hofft, dass das doofe Ding zügig weit genug weggeht. Schön ist es, wenn man eine möglichst große Körperkontaktfläche hinbekommen kann (Hund zwischen oder an die Beine klemmen) damit die Oxy-Ausschüttung angekurbelt wird.
    Und wenns dann die entsprechende Distanz wieder hat, gehts weiter mit "Wo ist...?"
    Letztens bin ich mit PflegelHund Easy sogar anschließend an ein kurzes in die Leine hechten und bellen (bin nicht schnell genug in die Wiese verschwunden, war von drei bösen Dingern umzingelt :schockiert: ) den zwei besonders bösen Dingern hinterher maschiert - zwei sehr aufregenden Hunden (beide haben schön fixiert, weil die Halter keine Shnung von nix haben) - Trainingsmöglichkeiten lasse ich mir nicht entgehen :p also hinterher und unterwegs immer mal wieder Alternativverhalten abgefragt. Easy, der Streber, hat das alles fein hinbekommen.


    Wenn man ein stationäres böses Ding hat (einer meiner Kundenhunde findet Bahnschranken gar furchtbar, besonders, wenn die sich bewegen - leider liegen die auf einer Spaziergestrecke), kann man je nach Größe entweder eine Freeshaping/Target-Training draus machen, sprich, man formt den Hund, auf das Ding zuzugehen. Oder man macht es mit Pendeltraining (also ein stücksken zusammen mit dem hund rangehen, Click, Leckerchen, umdrehen, weggehen, umdrehen, wieder hingehen, Click, Leckerchen...) oder man macht es mit BAT - also in die Richtung gehen, auf ein akzeptables Verhalten warten, clicken, zur Belohnung weggehen...
    Die erste Version nehme ich gerne, wenn es was kleineres ist (Gullideckel, Gelbe Säcke, Mülleimer...) dann gehen wir auf eine gewisse entfernung ran, ich bleibe stehen und clicke für "Fußbewegungen in die richtige Richtung" Leckerchen gibts bei mir, oder jedenfalls weg von dem Ding. Damit ist die "Belohnung durch Distanzvergrößerung" auch gleich wieder mit im Programm.

    Die Kundin hat es hinbekommen mit: einmal Pendeln (ca. fünfmal in die Richtung (fast so dicht, dass sie schon fast auch dran vorbei gehen hätte können) und dann nach Hause und einmal mit ranshapen, unterstützt mit Konditioniertem Entspannungssignal und einem Geschirggriff auf Höhe der Schranke (die an dem Tag etwas gewackelt hat, weil es so windig war. Auf dem rückweg hat der Schlumpf das Ding dann angezeigt. nun weiß er das das Ding "Schranke" heißt.
    Kann man doch mit leben, dass der Hund ein paar mal nach Keksen fragt, wenn er an so einem furchtbaren Riesenmonster vorbei geht :gut:

    Neee, überraschend für mich ist, dass ich negative Bestärkung anwende :D

    das hätte ich ja letztes Jahr noch weeeeeiiiit von mir gewiesen, weil ich das eben direkt mit der böse positiven Bestrafung verbunden habe (eigentlich ist das ja direkt verknüpft, um was böses wegnehmen zu können (= negative Bestärkung), muß man ja erstmal das Böse hinzufügen (=positive Bestrafung) :hust: .

    Das ist übrigens der Grund, warum ich Diskussionen über "würdet ihr Euren hund bestrafen und wenn ja wie?"-Diskussionen so ärgerlich finden. Weil die einen nämlich an hauen, rucken, schütteln, erschrecken und schocken denken, und die anderen in Lerntheoretischen Begriffen reden, und dann alle aneinander vorbei diskutieren.

    Noch ärgerlicher finde ich, dass es manche für überflüssig halten, diese Definitionen a) zu lernen und b) auch an zu weden und statt dessen entweder ihre eigenen Empfindungen zu den Begriffen ausbreiten, oder aber irgendwelche Neukreationen von irgendwelchen Hundegurus "besser finden".
    Da krieg ich echt die Pocken.
    Es gibt eine Fachsprache, und wer sich als Fachmensch ausgibt, sollte sie verwenden. Wer unbedingt auf Umgangssprache mit Phantasiekreationen besteht, ist für mich als Laie enttarnt...

    aber das ist OT :hust: