Beiträge von Shoppy

    Das mit den Beschreibungen hat zumindest zum Teil was mit den Fachkenntnissen zu tun.

    Wieder mal "meinen" Easy als Beispiel.
    Täten wir den mit einem der TH, in denen ich mich umgesehen habe zu "Tiere suchen ein Zuhause" schicken, würden wir erfahren, dass er ein sportlicher junger Hund ist, der ein wahrscheinlich möglicherweise vielleicht ein bißchen Jagdtrieb haben könnte, der aber für Familien mit kleinen Kindern prädistiniert ist, weil er ja soooooooooooooo kinderlieb ist. Bestimmt würde erwähnt werden, dass er ganz toll am Fahrrad läuft, und bestimmt gerne auch Joggen täte. Garantiert hätten wir erfahren, dass sich Easy mit allen anderen Hunden immer und überall total gut versteht... *seuftz*
    So Easy ist der Easy aber nicht, denn er hat auch schon (in einer anderen Pflegestelle, die ich glücklicherweise persönlich kenne...) einen Postboten gezwickt, hätte sich dort ständig mit der Hündin um Resourcen geditscht und hat den älteren halb blinden und tauben Rüden ziemlich gedeckelt, dass der sich nix mehr getraut hat. Draussen ist er dermaßen schnell übereregt, dass er in hysterie gerät und alles anbellt, was sich bewegt, wenn man ihm die Gelegenheit dazu läßt, sprich, wenn man wie die Normale Familie mit den zwei Kindern, die er ja so liebt einfach raus zum spazieren gehen geht, und nebenher eben das tut, was eine Familie som tut = nicht ununterbrochen auf den Hund achten.
    Easy hat einfach Nullkommanullnullfünf Impulskontrolle und seine Frusttolerant liegt noch weit darunter. Er ist wirklich ein SUPER Hund, wenn man das weiß, es beachtet, und genau wieß, wie man das zu händeln hat - und zwar IMMER zumindest, wenn Easy auf die Umwelt trifft (die in Gestalt von Besuch oder Postboten ja auch mal ins Haus kommen könnte...)

    zu viele Menschen, die sich im Tierschutz engagieren, sind da, weil sie den süßen, armen, gequälten, wasauchimmer Tieren helfen wollen, aber sie haben ungefähr genausoviel Fachwissen, wie der Easy Ahnung von Impulskontrolle hat...
    Und das geht einfach nicht, einer der Beteiligten Gruppen muß da Ahnung haben, sonst ist es reines Glücksspiel, dass der richtige Hund bei adoptionswilligen Menschen landet.


    Und weil ich grade dabei bin:
    Ich habe Pflegehunde, weil ich mir einen zweiten eigenen nicht leisten kann und ich möglichst viel über Hunde lernen will - drum suche ich mir auch noch mit Absicht "Baustellenhunde" :hust: aus, das problem ist bloss, dass es schwierig ist, da die richtigen Menschen für zu finden.

    Es hat nicht zufällig jemand Interesse an einem süßen Terrier-Windhundmix, evlt. mit Pointer, weiß mit schwarzen Flecken, allerliebst mit Kindern, Jagdtrieb (alles was sich bewegt), Mäusefanatisch, Arthrose in einer der Vorderpfoten, daher leider nicht so gut mit Fahrradfahren/Joggen auszulassten. Weitere Baustellen siehe oben und auf Anfrage ;)

    Weder die Box noch das Anleinen sind als Bestrafung gedacht.
    in der realität prallen da jedoch gelegentlich Theorie und Praxis aufeinander - da der Bewegungsraum des Hundes eingeschränkt wird, kann es eben schon sein, dass er es als Bestrafung auffasst, wenn er an die Leine/in die Box "muss".
    AAABER ;)

    1. Wenn ich anleine/in die Box bringe, weil er keine Ruhe gibt, dann macht das nichts, weil man ja genau das unruhige Verhalten reduzieren möchte, und Reduzieren von Verhalten läuft nun mal über Bestrafung.

    2. wenn er dann auf seinem Platz ist, tut er (er kann ja gar nicht anders) immer das richtige, nämlich auf dem Platz sein, also kann ich das wiederum unbegrenzt bestärken.

    also mache ich lerntheoretisch alles richtig - das ungewünschte Verhalten (hinterherrennen) wird bestraft, Bleiben auf dem Platz (anfangs mit hilfe der Leine/geschlossener Boxentür) wird bestärkt.

    Hunde finden ziemlich schnell raus, welches Verhalten sich lohnt - und wenn sich hinterherrennen mehr lohnt, als liegen zu bleiben, dann werden sie das eben tun. Wie öfter mal im Hundetraining, beschleunigt es das lernen, wenn man Anfangs die Situation so einrichtet, dass "Fehler" (hinterherrennen) verhindert werden UND (Groß und Ausrufezeichen) das richtige Verhalten (liegen bleiben) sehr sehr lohnenswert gemacht wird.

    ich kenne das Thema ja aus "beiden Richtungen".

    Meine erste hündin war aus dem THis jetzt fast 17 (boa, sooo lange..) her, und das TH war ein (netter) Chaotenhaufen. Keine Vorkontrolle, keine Nachkontrolle, kein weiteres Interesse. Nunja, das gibts auch bei "Züchtern".

    Also Ronja gestorben war, zog ich also los, fest entschlossen, es könne nur wieder ein TH-Hund werden. Also habe ich TH im westlichen Ruhrgebiet abgeklappert. Da meine Erlebnisse hier schon ausführlich berichtet wurden, lasse ich das jetzt mal. Also Kleinanzeigen. Einen angesehen, Geld zusammengekratzt, zwei Tage später wieder hin (200 km eine Strecke) - Hund (und der hieß "Hund" sehr kreativ) wäre inzwischen schon verkauft - boa, war ich stinkig.
    Aber offenbar mußte das so sein, denn sonst hätte ich meinen Seelenhund nicht gefunden!


    Aus der anderen Richtung kenne ich das jetzt auch: bin ja Pflegestelle für momentan zwei verschiedene Orgas.
    Über die hätte ich größtenteils nur gutes zu berichten.


    Ich glaube, es gibt wie überall zwei unterschiedliche "Gruppen", die sich für den Tierschutz engagieren.

    Einmal jene, die sich wirklich mit Herzblut UND Sachverstand um das Wohl der Tiere sorgen, und dann die, die das machen, damit sie was zu klagen haben über die Schlechtigkeit der Welt im Allgemeinen und die der Tierhalter im Besonderen - die wollen Leiden, weil sie das zu "Helden" macht. Leider haben die Tiere da wirklich selten was davon....

    Ich habe noch häufig Kontakt zur Familie, die meinen ersten "Pflegel" adoptiert hat - sie schicken Fotos, oder haben auch mal eine Frage, wie sie dieses oder jenes angehen sollen - neulich waren sie sogar auf einem Trickdogging-Seminar da. War das großartig.
    Der Sammy war ja über ein halbes Jahr da, und klar hatte ich auch eine Bindung zu dem aufgebaut (und umgekehrt) und bei dem Seminar war ich (fast) komplett abgemeldet - ABER SO MUSS DAS JA AUCH SEiN! :D

    Ich finde, dass teilweise nicht die richtigen Fragen gestellt werden.
    Und ausserdem sind die Antworten "zwischen den Zeilen" doch viel entscheidender.
    Es gab für den Sammy auch Kandidaten, die genau die richtigen Antworten gegeben hatten, aber es hat einfach nicht geklickt (jeweils aus deren Richtung) - für die Cosi gab es Interessenten, da haben bei mir alle Alarmglocken gebimmelt - aber das hat schon die Orga-Frau gemerkt, dass das nix werden wird.
    Meine beiden derzeitigen Pflegels werden es nicht leicht mit der Vermittlung haben, denn es gibt von mir keine "Anfängerhund, kann überall dazu, kann zu kleinen Kindern in eine Familie wo immerzu Aktion ist."-Beschreibung, wenn das einfach nicht zutrifft. Die Beschreibung vom Easy liest sich so abschreckend, dass seine ehemalige Sitterin sich bei der Orga gemeldet hat, was denn mit dem Hund passiert sei.
    Aber es ist eben ein unterschied, ob man einen Hund aus einem "wir hüten den süßen Hund gelegentlich für ein paar stündchen und finden, dass er toll, aktiv und sportlich ist"-Blickwinkel betrachtet, oder als Trainer, der da entsprechend Arbeit reingesteckt hat, und der will, dass der Hund nicht zum dritten Mal aus der Vermittlung zurückkommt.


    Ich finde, dass Fachkenntnis-Gefälle bei den TH und TS ist unglaublich und unglaublich erschreckend schlecht - häufig. Hinzu kommt, dass viele THs immer noch mit Trainern zusammenarbeiten, die mit den allerübelsten Methoden "trainieren".
    Da wird dann schon mal ein jugendlicher (noch beeindruckbarer) Kangal in eine Familie mit 10 j. Kind abgegeben und dazu ein Trainer empfohlen, der "ordetnlich" am Kettenwürder rucken läßt ("Wenn das nicht hilft, bekommen Sie nächste Woche das Erziehungshalsband" = Stachler), den Hund am Nacken schütteln und auf den Rücken werfen läßt und sich dann nach 3 Monaten wundert, warum der langsam erwachsen werdene Herdenschützer sich entscheidet, dass ihm eine solche Miss :zensur: oh sorry BE-Handlung nicht mehr gefällt - und sich mit seinen Mitteln dagegen zur Wehr setzt.

    Also fluchs wieder zurück ins Tierheim. In seiner Beschreibung steht natürlich weder was von "war schon mal vermittelt", noch von "reagiert auf Druck und Zwang mit Gegendruck" und natürlich schon mal gar nichts von den 2-4 Beißvorfällen (je nach dem, mit wem man spricht)

    Idioten!


    Würde ich also wieder einen Hund aus dem TS nehmen, ja, wahrscheinlich zunächst als Pflegel - und wer passt, bleibt hängen.
    Aus den Tierheimen meiner Region - definitiv nicht!!

    Ich leine auch an - und bin seit neuestem auch Fan dieser genialen Gitterboxen - großartige Erfindung - Hund kann alles sehen, und auch problemlos Flugleckechen bekommen, aber sich nicht sleber für "falsches" Verhalten belohnen.
    Ich habe ein Hundebett im Wohnzimmer direkt neben dem Bücherregal, dass schleppt auch der stärkste Hund nicht weg. In der Küche leine ich an der Heizung an (auch da liegt eine Hundematratze direkt daneben).
    Die "gefesselten" bekommen lecker Kaukrams, der lange beschäftigt - Rinderohren mit Ohrmuschel, Rinderkopfhautplatten, Kniegelenke, Eis-Kongs.

    Neulich ist der Pflegedobi selber mit einer Kopfhautplatte auf die Matratze marschiert, und mußte dann anschließend fast da abgeholt werden, der war sehr der Überzeugung, er "könne" da nicht weg - Schlumpf :hust:

    Wenn die Quittung meiner Trainingsmethode so ist, wie sie ist - dann kann es keine bessere geben. Die Methode zielt darauf ab, dass wir als Team gemeinsam Lösungen für Probleme finden, die der Hund nicht hätte, wenn ich sie ihm nicht stelle. Er ist kein Schlittenhund, und ich werde nicht auf Kosten unserer Beziehung versuchen, daran was zu ändern.



    Sacco ist überhaupt nichts für uns, denn Crispel fällt in sich zusammen, wenn das Ding auch nur ein winziges bißchen schiebt (also quasie jedesmal, wenn der Rollwiderstand überwunden wird. Und da er ausserdem in den Druck geht, kriegt er jedesmal die Krise, wenn eine Kurve kommt. Wir haben sowohl Sacco, als auch Trike mit zugbügel probiert. Crispel ist ein Hund, der sehr sensibel auf Körperberührung (von unbelebten Sachen) reagiert, also kommt das nicht in Frage.

    Und ich wiederhole mich da sehr gerne, es soll hauptsächlich ihm Spaß machen, deshalb habe ich das angefangen. Wenn er also manchmal (und die Betonung liegt auf manchmal) nicht mag, dann schieb oder rollere ich eben selber.

    Ich habe keinerlei Ambitionen dabei, meinetwegen können alle schneller, schöner, weiter fahren als wir, das ist mir sowas von egal. Mir geht es darum, dass Crispel etwas schönes mit mir ZUSAMMEN tut, und wenn das beinhaltet, dass gelegentlich ich etwas strampeln muß, dann ist das eben so.

    Das hat nichts mit der Trainingsmethode zu tun, sondern mit meiner Lebensphilosophie. Denn wie gesagt, wenn er Bock hat, schleppt er mich fette Kuh auch gnadenlos die Hügel rauf oder mit 35 Sachen über den Feldweg. Und wenn nicht, trabt er durch die Landschaft, schüffelt hier und da, schreibt überall P-Mails und ich schluppe mit 5,6 km/h hinterher und freu mich wie Bolle, dass ich den geilsten Hund der Welt habe.

    Zitat


    Ja, das Problem mit dem Anfeuern habe ich auch - aber wenn ich clicke, oder meinetwegen ein Markerwort verwende, dreht sich der Hund ja auch um, um die Belohnung zu holen. :???:

    Ja und? ;) Der Marker beendet das Verhalten. "Ziehen" ist ein "Dauer"-Verhalten, wie Bleib oder "Bei Fuß" - das hindert doch auch niemanden daran, diese Verhalten mit Markern zu trainieren.

    Bei "Hunden mit Freude an der Bewegung" kann man selbige als Belohnung ankündigen. Gelobet sei Prof Premack.
    Bei anderen gibt man halt ein Leckerchen und nutzt die Gelegenheit, ein sauberes Line-Out zu üben. :roll:


    Zitat


    Die Leinenführigkeit sehe ich übrigens auch nur bei sehr unselbständig gemachten Hunden als Problem. Mit der passenden Motivation und entsprechender Bestätigung begreift der Hund doch sehr schnell, dass Zug auf die Leine bringen da nicht verpönt ist. Das Problem sehe ich eher bei der passenden Motivation - was hat der Hund davon, das Gewicht zügig von A nach B zu befördern?

    Joa, letzteren hab ich hier. "Ziehen?? Bist du beknackt, roller doch selber!" Wenn er will, zieht er mich überall lang, aber er will eben nicht immer. Na und?
    Da ich das ganze angefangen habe, damit er "seine Freude an der Bewegung" ausleben kann, braucht er das eben auch nur, wenn er will. Da bricht mir nix bei ab, wenn ich den Scooter mal einen Hügel raufschieben muß.
    Das wird mir (nicht nur) beim Hundesport zu oft vergessen, dass wir das ganze anfangen, weil der Hund da Spaß dran haben soll.

    Zitat

    Aber:
    Shoppy, man kann, muss nicht alles clickern :lol:
    Grade im Zughundesport ist es wichtig, dass die Hunde über die Freude an der Bewegung lernen. :smile:

    Ich persönlich stehe dem Clickern im Zughundesport eher skeptisch gegenüber.


    Bestimmt bist du skeptisch - du hast ja offenbar nicht verstanden, was clickern ist. :hust:

    irgendwie ist Freitag immer nix gescheites los...


    http://www.theotherendoftheleash.com/come-to-new-zealand


    Dogs with a job, clickertrained :gut:
    Foundations For Life Training: Insect detection dogs http://ow.ly/1UgJd


    börgs:
    Umweltdesaster im Golf von Mexiko: Ölteppich driftet in den Atlantik http://ow.ly/1UgMb ich hatte mich schon gefragt, wann die Meldung kommt


    Riddle Me This, Riddle Me That: How Are Dog Behaviors Like Muscles? « Dog Training http://ow.ly/1Uh19