Zitat
Dann nimm doch mal mein Beispiel. Mein Rüde hat das "Bedürfnis" die kleine Hündin zu vernaschen. Ich will das nicht, er gehorcht nicht. Und nun?
Erzähl doch mal, wie Du den 72 kg Burschen da runter holst.
Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs
Gaby, dann holst Du ihn darunter. Das ist doch ganz klar.
Die Frage ist, muß ich das "ruppig" tun, oder nicht.
Und ich erklär auch noch gleich, warum mir die Definition von ruppig egal ist, jeder hat davon eine vorstellung m Kopf und wir würde bis zum Sanktnimmerleinstag diskutieren, und trotzdem würden wir uns niht einig werden, was nun unter ruppig fällt und was nicht.
Was ich möchte, ist, dass man sich Gedanken darüber macht, was man denn täte, wenn diese 72 Kilo grundätzlich zurückbeißen, wenn man "ruppig" wird.
Was ich auch möchte ist, dass man darüber nach denkt, warum die bisherigen Mittel, die man anwendet, in manchen Situationen ab und an mal nicht greifen. Woran liegt es, hat man nicht genügend geübt, ist die Ablenkung zu stark, hat man nicht genug vorgesorgt, sollte man manche Situation meiden, sollte man ein Signal aufbauen, dass besser funktioniert. Sollte man evtl früher eingreifen.
Ich maße mir nicht an, zu behaupten, dass das in diesem Fall so ist, denn ich kenne weder Dich noch den Hund. Ich möchte nur einfach, dass wir uns mal hinsetzen und uns fragen, was wir denn machen, wenn unser Partner, Arbeitgeber, Kollege, Vater, Mutter, Kind so behandelt, wenn wir etwas für uns völlig normales tun, und die andere Person das aber "Jetzt sofort" aus für uns nicht nachzuvollziehenden Gründen beendet haben möchte.
Das Thema ist hier ein wenige anders, aber der Anfang passt schon schön genau hier her: http://flyingdogpress.com/content/view/42/97/
Ich weiß, dass das Leben kein Ponyhof ist, und dass wir den Hund immer wieder zu Sachen "zwingen" oder von Sachen abhalten müssen, die er gerade tun möchte. Die Frage ist für mich nicht, dass man das eben machen muß, sondern welche Umgenagsvormen dabei hat.
Ich bin nämlich der Ansicht, dass, wenn man üblicherweise auf "Ruppigkeit" weitestgehend verzichtet, man darauf auch etwas schwierigen Situationen größtenteils verzichten kann.
Beispiel:
Im Frühjahr, vor der Leinenpflicht war ich mit Crispel im Freilauf unterwegs, über eine Wiese rictung Feldweg. Auf dem Feldweg waren schon zwei weitere Menschen mit ihren Hunden unterwegs, jeweils 200m bzw 300m weiter den weg rauf. Aus der Dorfrichtung läuft auf einmal ein weiterer Rüde auf meinen Hund zu: die Halter hatten meinen und die anderen Hunde/Halter im Blickfeld, ich die Halter aber nicht (und umgekehrt). Der andere Rüde ist NICHT mit anderen Hunden verträglich. Frage ich mich mal als erstes, warum haben die den abgeleint... Also habe ich in der Hoffnung, dass die ihren Hund noch abrufen, den Crispel zurückgepfiffen. Cooper hat ihn aber auf halber strecke abgefangen. Frauchen (15j. Mädchen) rennt schreiend hinterher, und wedelt wild mit der Leine.
Die beiden Rüden stehen und drohen sich an. Bis das mädel auf 5 m ran ist, und wieter brüllt und mit der Leine um sich schlägt. da ging die Klopperei dann los (Keiner wurder verletzt) ich habe dann dem Mädel gesagt, sie soll jetzt mal ruhig sein, stehenbleiben und die Leine still halten. ich würde jetzt hingehen und den Crispel anleinen (und btw, der andere Hund hatte mir schon mal einen netten blauen Fleck verpasst, weil er (angeleint) Frauchen (ebenjenes mädel) umriss und mir das Maul gegen den Arm gerammt hat - ich hatte gewagt zu atmen...) als ich die Leine am Crispel dran hatte, fing sie wieder an zu brüllen, und schlug mit der Leine auf ihren Hund ein (sie hat nicht getroffen, weil der inzwischen gut auszuweichen gelernt hat...) also habe ich auch noch nach dem Halsband von dem Kerl gegriffen, und gesagt, sie möge jetzt bitte einfach anleinen und einfach nur stehenbleiben, ich ginge dann jetzt....
Ich kenn den Hund jetzt seit drei Jahren. Mindestens für diese drei Jahre wird an immer schlimmer werdendem Verhalten gegenüber anderen Hunde im immer escalierendem Menschenverhalten "gearbeitet". Die Beißvorfälle häufen sich.
Das wird immer so weiter gehen, bis sich mal einer hinsetzt und darüber nachzudenken beginnt, ob das eine vielleicht mit dem anderen zusammenhängt.
Neulich habe ich dies Familie wieder getroffen, diesmal war ich mit meinem als Leinenpöbler abgegebenen PflegeDobi Ghandi unterwegs (angeleint) und Cooper wurde diesmal von der Mutter der Familie geführt, Tochter und Sohn waren auch dabei. Die haben - ungelogen - zu dritt praktisch auf dem Hund gesessen, damit der sich nicht losreisst und mein Leinenpöblechen ist an lockerer Leine an denen vorbeimarschiert (Abstand vielleicht 10 Meter....)
Ich glaube nicht, dass die in der Situation irgendeine andere Möglichkeit hatten. Ich glaube aber sehr wohl, dass man an diesem Verhalten arbeiten kann - mit "netten" Mitteln, und deutliche Verbesserungen erzielen kann.
Darum geht es mir - das solche Teufelskreise nicht entstehen. Und das wenn sie schon da sind, dass sie durchbrochen werden, indem man einfach mal anhält, aufhört, sich hinsetzt, nachdenkt und bemerkt, dass es so offenbar nicht wirklich sinnbringend ist.
Wie gesagt. Jeder hat seine eigene Vorstellung von "Ruppig". Und es wird immer Leute geben, die es lächerlich finden, dass was sie mit dem Hund machen, als solches zu bezeichnen. Oder noch schlimmer, dass sie es für lächerlich erklären, dass andere sich darüber Gedanken machen. Das ist eben deren Pech, bzw. das Pech des Hundes.
Ich habe schon einen Hundehalter seinen Hund mit Absicht gegen einen elektrischen Schafszaun laufen lassen sehen, Aussage: finde ich ganz gut, dann hat die vielleicht dann Angst vor den Schafen. Und tatsächlich, für die restliche Zeit ist sie nur noch halb so hoch durch die Gegend geschlichen und der Rückweg am bösen Zaun vorbei konnte nur an Herrchens Aussenseite "gemeistert" werden. Ich frage mich wirklich, was in den Köpfen von solchen Menschen vorgeht...
Das ist bestimmt schon vielen Hunde aus Versehen mal passiert, dem Crispel auch, als er unter einem E-Zaundraht durchgelaufen ist, und mit der Schwanzspitze dran gekommen ist - auf die Wiese hats gepasst, auf dem Rückweg hing an der Stelle der Draht tiefer, AAAUUUUTSCH. Das ist DOOF und mir fiele im Leben nicht ein, einen Hund mit Absicht dagegen laufen zu lassen (die Hündin war angeleint, und er hätte einfach nur stehen bleiben müssen, um das zu verhindern
)
Mich interessiert nicht wirklich wer was für wie ruppig hält oder nicht.
Mich interessiert WARUM man es für nötig hält, so mit seinem Hund umzugehen.