Mein Pflegehund ist ein ziemlich hysterischer Mausebuddler gewesen. Mittlerweile läßt er sich manchmal schon abrufen, oft wenigstens stoppen (oer sitzt oder liegt dann vor dem Mauseloch und hypnotisiert die Mäuse hervor
)
Ich handhabe das so:
Da er auch alles mögliche andere jagen würde, ist er derzeit ausser in sehr reizarmen Gebieten an der Schleppleine unterwegs. Wenn ich sehe, dass er anfängt sich nach Mauselöchern umzusehen, frage ich ihn "wooooooooo ist die Maus" - dann gehen wir gemeinsam ein interessantes Mauseloch suchen. Er sucht, ich trage seine Leine und die Verantwortung ![]()
Wenn er ein interessantes gefunden hat, fängt er an zu buddeln. Ich lass ihn ein wenig machen, dann hole ich ihn mit einem angekündigten Geschirrgriff* aus dem Loch heraus. Wenn er selber "stehen kann" also nicht im Geschirr hängen bleibt, wie ein Sack Kartoffeln, clicke ich und schicke ihn mit "Wo ist die Maus" weiterbuddeln. Nach und nach ändere ich meine Anforderungen so, dass ich entweder nur noch ein entspanntes Stehen, Sitzen oder Liegen vor dem Mauseloch nach dem "Stopp" mit Weiterbuddeln dürfen bestärke. Wenn ich nichts besonders vor habe, darf Herr Easy solange buddeln, wie er mag.
Habe ich keine Zeit, oder keine Lust mehr, ODER regt er sich so sehr auf, dass er auf Stopp sich nicht mehr entspannt, dann gibts ein "Weiter" und wir gehen weiter von dem Mauseloch weg. Dort frage ich dann kindergartenübungen (Blickkontakt, Sitz, Fingertouch, Platz) ab, und wenn das gut klappt, darf er wieder buddeln.
Da er durch mein "wooo ist die Maus" jetzt weiß, wie sein Verhalten heißt, kann ich das sogar als Belohnung für "an lockerer Leine gehen" oder einen geglückten Rückruf etc benutzen, wenn wir gerade an "mauselöchergeschwängerten" Orten sind.
Ich bekomme so nicht nur sein Buddelverhalten unter Kontrolle, ich nutze es auch noch schamlos für meine Zwecke aus, Doppelwopper!
* Der angekündigte Geschirrgriff:
Der aG ist ein mit klassischer Konditionierung aufgebautes Abruchsignal. Der Aufbau geht so:
Ich kündige mit einem Wort mein Vorhaben an (also, ins Geschirr zu fassen und leicht rückwärts oder seitwärts, niemals nach oben, zu ziehen) indem ich "stopp" sage, greife dann ins Geschirr und ziehe leicht (langsam und nur so viel, dass der Hund einen kleinen Schritt rückwärts oder seitwärts zu machen braucht, nicht mehr und es wird NICHT geruckt!!!), dann clicke ich und gebe Leckerchen und lasse danach das Geschirr wieder los. Das wird ca. 50 mal über den Tag verteilt gemacht. z.B. einige Male jeweils nach/vor dem Geschirran/ausziehen und auf den Spaziergängen.
Das Ganze wird solange wiederholt, bis man feststellt, dass der Hund auf das Wortsignal oder auf den Griff ins Geschirr eine leichte rückwärts (oder seitwärts, wenn man immer seitwärts gezogen hat) Bewegung macht. Ab da wartet man mit dem Click auf eben jene Bewegung. Manche Hunde setzen oder legen sich statt dessen hin, oder man kann es aus der Bewegung herausshapen, so kann man schlußendlich ein Sitz/Platz auf Entfernung auf das Wortsignal alleine herausformen!