ZitatVielmehr dreht er drinnen bisher eher in Situationen auf, in denen er ne hohe Erwartungshaltung hat und die immer gleich sind: Beispiel: abends Runde um den Block, danach Futter... Da wird er dann ab ner bestimmten Uhrzeit unruhig. Es ist da super schwer für mich den richtigen Weg zu finden. Bisher habe ich versucht nen ruhigen Moment abzupassen, aber je länger ich warte, desto unruhiger wird er.
Das ist eine gute Idee. Das Problem ist meistens, dass man seine eigenen Änsprüche zu hoch geschraubt hat, sprich, man wartet auf die "totale" Ruhe. Aber stell es Dir doch einfach als Shapingübung vor - ein Ticken ruhiger als Wirbelsturm als Einstieg, und dann Schritt fürSchritt den Sturm in böige Winde, laues Lüftchen und dann Windstille ummodelieren. Das funktioniert!
Wenn es voraussehbare Situationen sind, kannst Du auch versuchen, ob Du die unvorhersehbarer bekommst - nicht immer zur gleichen Uhrzeit, nicht immer in der gleichen Reihenfolge, vielleicht mal schon ein bißchen Futter vor der Runde geben, oder das Füttern ganz von der Runde abkoppeln - nicht direkt danach füttern, sondern erst 1-2 Stunden später, etc.
Oder du gehst den umgekehrten Weg und machst aus der vorhersehbaren aufregenden Situation eine vorhersehbar entspannende - Beschreibung unten.
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Er hat in solchen Situationen eine dermaßen hohe innere Spannung, daß er anfangs auch oft mit nem Quietsche-Kläff aufgesprungen ist, sich paarmal gedreht hat und dann erst nach erneuter Aufforderung sich wieder hingelegt hat... Wie gesagt: DAS klappt nun schon fast gut...
Was wär also in der Situation ein vielleicht viel besserer Bestärker als Leckerchen?
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Mit den Clickerrunden selbe zeit, selber Ablauf wollte ich eh machen...
Meinst Du nicht, dass Du dann die gleiche Aufregung "heranzüchstest", die du jetzt vor der Abendrunde hast?
ZitatMarkerwort reagiert er nicht so exakt drauf, die Aufregung ist da die gleiche, eher noch höher. Schraube ich die Clickerrate runter (vorallem wenn ich shapen will), dann wird er frustriert, unsicher, fängt das kläffen an, ist überfordert... DAS ist aber nicht mehr so schlimm, wie früher mal.
Also als erstes tät ich "kreischen" = Bellen als "Trick" unter Signalkontrolle bringen.
Ich hab auch so eine Frusttoleranzniete im Haus, der mich anbellt, wenn er nicht weiter weiß, oder er meint, ich clickere nicht häufig genug.
Ich hab dann das Bellen benannt und angeclickt.
Das ging ziemlich schnell, dass ich "Kreischen" auf Signal auslösen konnte - und das mach ich jetzt, BEVOR er selber einen Kreischanfal bekommt - das klingt anders als ein richtiger Anfall und ausserdem mache ich damit das "Frustventil" auf, sodass es nicht überlaufen oder gar Platzen muß. Ich fordere ihn so oft hintereinander zum "kreischen" auf, bis nur noch ein halbherziges Miniwuff aus ihm rauskommt - dann mach ich mit dem weiter, was wir zuvor gemacht haben. Hat sich auch draussen bewährt, da er ja gerne mal Leute ankreischt, die da seiner Meinung nach nicht sein dürften. Die soll er mir anzeigen, und bevor er kreischt, frag ich das einfach ab ;P
Dann wür ich die Sessions VIEL kürzer machen. Ich hatte schon Sessions, die genau EINEN Click lang waren, dann hab ich in die Pause geschickt.
Pausesignal ist ungeheuer wichtig, gerade mit so Frusttoleranznieten.
Und als letztes - offenbar sind Deine Zwischenschritte zu groß - mach sie kleiner, finde Zwischensschritte zwischen den Zwischenschritten!
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Es ist schwierig, weil ich ja immer noch nicht weiß, was von seinem Verhalten von der Schilddrüse kommt und was Ausbildungsfehler oder einfach Art von Bluey ist...
Letztendlich ist das doch egal. Du kannst nur an dem aktuellen "Zustand" rumfeilen. Wenn er SDU hat, und noch nicht eingestellt ist, kannst Du eben nur so arbeiten - oder du wartest, bis die Medikamente anschlagen.
Wenn es seine Art ist, bleibt Dir auch nichts anderes übrig, als ihn da abzuholen, wo er ist, und dann halt per Training zu gucken, in wie weit Du das Fenster verschieben kannst.
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Ich bin weiterhin sehr an einem Austausch mit Euch interessiert und muß dann wohl entscheiden, ob es Sinn macht zu clickern oder ob ich vielleicht nicht doch abwarten soll, bis wir den Termin hinter uns haben und er (hoffentlich endlich) behandelt werden kann/wird... Und wie es dann weiter geht.ich dachte halt, ich könnte ihm "gefahrlos" helfen...
Ja, warum denn auch nicht?
Bisher hat er die Erwartung "Clickern" ist extrem aufregent - das ist nichts weiter als eine klassische Konditionierung.
Frage ist also - wie verändere ich diese Erwartungshaltung?
Die Antwort ist doch im Prinzip ganz einfach: Clickern hat vorhersehbar Entspannung zur Folge und das geht so:
Erstmal ausserhalb des Clickerzusamenhangs rausfinden, was ihn zuverlässig entspannt. Angenommen "Ohr/Kopf/Hals/Rückenmassage" ist fü ihn so entspannend, dass er dadurch zum schnurrenden Kätzchen wird.
Dann sagst Du das gewählte Entspannungssignal, und beginnst dann mit der entsprechenden Massage. Massieren, bis offensichtliche Entspannung eingetreten ist.
Hände vom Hund, Entspannungssigal erneut sagen, wieder mit der entsprechenden Massage beginnen. 4-5 Mal wiederholen.
End of Session.
So, das ganze wiederholst du halt ein paar Tage lang, jeweil einige Male über den Tag verteilt. Dann steht irgendwann Dein Entspannungssignal.
Die Entspannungsarbeit kannst Du allerdings von Anfang an direkt in das Clickern mit einauen:
Clickersession starten, einfache Aufgabe, ein Click, Belohnung, Entspannungssignal sagen, Entspannungsmassage beginnen, bis der Hund sich offensichtlich entspannt. Hände vom Hund, Signal zum "clickersessionstart" geben, einfache Aufgabe, ein click, Belohnung, Sessionende-Signal, Entspannungssignal, Entspannungsmassage...
4-5 Mal am Stück wiederholen...
Wenn er in den "Clickersessions" anfängt, direkt nach dem Entspannungssignal runterzufahren, ohne dass Du überhaupt die Massage starten mußt, kannst Du vielleicht die Clicks zwischen den Entspannungsphasen erhöhen - zwei Clicks pro Session, oder drei. Oder Du gibst direkt nach dem wirkungsvollen Entspannungsignal erneut das "Clickersession beginnt"-Signal.