Beiträge von Shoppy

    Dann sind die "Flugleckerchen" nicht gut genug. Aber es ist auch nicht so schlimm, wenn er erstmal weiter den Knochen bearbeitet - wir wollen ihm das Teil ja nicht abnehmen - er soll nur merken, dass das Auftauchen eines Menschen, während er einen Knochen bearbeitet, nur noch mehr Goodies ankündigt.

    Zum Andrücken - ohne genaue Beschreibung, wie das Verhalten aussieht, bzw. ohne das Verhalten selber zu sehen, ist es sehr schwierig, dazu was zu sagen.

    Wenn er nur manchmal verteidigt, hat er vielleicht dann halt noch Hunger - oder es war besonders lecker. Da würde ich aber trotzdem erstmal das "Anwesende menschen machen mehr viel leckeres Essen"-Programm fahren

    nein auch keine Leckerchen auf die Treppe legen und schon gar nicht am Halsband ziehen.

    Es ist in Ordnung wenn er nicht will, darum geht es ja:

    Er soll die Sicherheit gewinnen, dass er das gefährliche Monster erst bezwingen braucht, wenn er dazu bereit ist.

    Wenn er jetzt auch von unten nicht mehr die Treppe betritt, machst Du von unten das gleiche Pendeltraining wie von oben.
    Die Belohung ist das Leckerchen - und die Tatsache, dass er sich von diesem bösen Ort wieder entfernen darf.

    es ist schon sehr unterschiedlich, wie gut Hunde erzogen werden.
    Das merkt man auch selber direkt, wenn man einen Hund hat, der nicht besonders gut auf Belästigungen durch andere Hunde zu sprechen ist...

    Manche Hundehalter sind da mal sowas von Schmerzbefreit, die würden nicht mal bemerken geschweige denn verhindern und oder es ist ihnen schlichtweg komplett egal, dass der eigene Hund grad wieder irgendwen belästigt. Und das ist extrem schade, weil es diese Pappnasen sind, die unser Image versauen...


    Ich rufe meine Hunde grundsätzlich zu mir - mir ist aber egal, ob sie stehen oder sitzen - liegen brauchen sie gar nicht, meine kurzhaarigen Nackedeichen.

    Das Büchlein "Waldi allein zu Haus" kennst Du sicherlich schon?

    Ansonsten kann man ein "Sicherheitssignal" aufbauen, das mit Entspannung verknüpft ist, und das (nach Aufbau) immer anwesend sein wird, wenn der Hund alleine ist.

    Man muß also entweder etwas optisches (z.B. einen bestimmten Gegenstand, eine Decke etc.) oder taktiles (ein neues Halstuch oder Schal) nehmen, was dann halt die ganze Zeit sichtbar ist, wenn der Hund alleine ist - aber weggeräumt wird, wenn der Mensch wieder kommt. Oder etwas akustisches, wie z.B. eine bestimmte Musik-CD, die nur für diesen Zweck verwendet wird.

    Diese Signale (die man auch als Kombi verwenden kann), werden mit Entspannung verknüpft und gleichzeitig mit "Dein Mensch ist jetzt grad nicht für Dich da".
    Also z.B. kannst Du eine blaue Deke über einen Stuhl hängen, dem Hund ein neues Halstuch anlegen und eine neue entspannungsmusik-CD anwerfen - und dann gehst Du für ein Stündchen in die Bedewanne ;D das kann sie ja schon in entspanntem Zustand.
    Wenn Dun fertig gebadet hast, räumst du alle "Abwesenheitssignale" wieder weg.


    Wären bisher selbst kurze "Trennungen" selbst innerhalb des Hauses eine Katastrophe, würde man das natürlich kleinschrittiger einführen, z.B. Halsband an, den Hund eine Minute ignorieren (der darf aber direkt neben einem stehen), Halstuh ab, weiter im normalen Tagesablauf, halbe Stunde später das selbe nochmal.

    etc.

    Wichtig ist, dass du die Signale erst wirklich extrem gründlich mit der entspannten "nichtansprechbar"-Zeit konditionierst. Auf keinen Fall darf der Hund eins der Signale wahrnehmen, während Du tatsächlich weg bist. Variiere die Zeit, die du "unansprechbar" bist, und pendele die Zeit aber insgesammt immer länger - am Besten viel länger, als sie nachher tatsächlich alleine bleiben muß.
    Das ganze mehrfach am Tag und mehrere Wochen.
    Erst dann benutzt du die Signale für "tsächlich zur Haustür raus gehen" - und da gehst Du anfangs raus, und sofort wieder rein - falls nötig, nicht mal die Tür zu machen.

    Nach dem wieder reinkommen natürlich sofort die "Abwesenheitssignale" wegräumen.
    Dann machst Du wieder einige Wiederholungen des Signals mit "Innerwohnungs-Abwesenheiten" bevor du wieder ein "Draussen vor der Tür" machst.
    Bei den "draussen vor der tür"-Versionen steigerst du langsam aber variabel die Dauer - mal etwas länger, dann auch ruhig mal wieder etwas kürzer. Mach es nicht immer nur länger, denn dadurch wird es ja immerzu nur schwieriger für den Hund - wenn zwischendurch immer mal nur ganz kurze "DvdT" dazwischen gestreut werden, macht sie sehr häufig die Erfahrung, dass das ganze ja total locker und easy ist, und nur manchmal schwieriere Sachen gefordert werden.
    Zwischen durch auch immer wiedermal die Signale mit "Innerwohnungs-Abwesenheiten" positiv aufladen.

    Anfangs würde ich die Verlängerungsschritte wirklich im Sekundenbereich ansiedeln - lieber gleich da sicher gehen, dass sie versteht - Frauchen ist SOFORT wieder da!
    Bevor sie wieder nur einen einzelnen "Oh Gott, sie ist weg, sie kommt nie wieder, oooooo Scheiße!"-Erlebnis hat.


    Weitere Maßnahmen, die unterstützen können:
    manche ätherischen Öle haben von sich aus entspannende Wirkung, z.B Jasmin, Lavendel, Zitrone, die kannst Du - in Verdünnung von ein Teil ätherisches Öl, 10 Teile Mandelöl, ein zwei Tropfen auf das Halstuch auftragen - als zusätzliches Element zum taktilen Entspannungssignal.
    Anderen Hunden hilft ein Thundershirt beim Entspannen - das sind ziemlich enganliegende "T-Thirts" - durch den Druck auf die Haut des Hundes wird Oxitozin ausgeschüttet - ein körpereigenes Entspannungshormon.

    Ausserdem könnte die Unterstützung von Bachbüten/Homöopathie hilfreich sein - dazu solltest Du aber einen guten THP befragen!

    Supi dann hst Du jetzt ja genügend Zeit, das zu üben, ohne das du den Hund dadurch schleifen mußt.

    Nimm Dir einige richtig gute Leckerchen mit und überleg Dir vorher, biswohin er letztes Mal problemlos mitgegangen ist. Du gehst also los und ungefähr fü Meter vor der Stelle gibst Du ein Markersignal (Clicker) oder "Click" sagen (maht auch nix, wenn dun das bisher noch nicht in Benutzung hast) gibst dann ein paar Leckerchen drehst um und gehst mindestens 10 Meter weiter weg. Unterwegs redest du nett mit dem Hund. Nach ca. 10-15 Metern bleibst Du stehen, lobst wieder, und gehst dann wieder richtung unterführung und bleibst wieder an der Stelle stehen, wie beim ersten Mal. dort wieder Markersignal geben, Leckerchen geben, umdrehen und wieder zu der 10-15 Meter entfernten Stelle zurückgehen. Das ganze machst Du noch 2 bis 3 Mal und dann gehst Du einen anderen Weg zum spazierengehen weiter.
    Du pendelst also zwischen zwei bisher völlig "ungefährlichen" Stellen auf dem Weg zur Unterführung hin und her und an der Stelle, die näher an der Unterführung liegt, gibts lecker Essen.

    Der Hund lernt dabei, dass er auf diesen gefährlichen Ort zu gehen kann, und dafür auh noch Essen bekommt, dieser gefährliche Ort aber gar nicht ZU nahe kommt.

    vielleicht kannst Du dann auf dem Rückweg entweder aus der anderen Richtung durch die Unterführung gehen (hast ja gesagt, dass das problemlos geht) - aber da gibst du dann beim Raufgehen der Treppe auf jeder Stufe ebenfals guteste Leckerchen.
    Oder Du wiederholst einfach noch einmal die oben beschriebene "Pendelübung"

    Das ganze machst du jeden Tag, wenns geht mehrmas über den Tag verteilt. Und nach und nach gehst Du 1-2 Meter dichter an den "bösen Ort" heran.

    Wenn das alles gut ist, und Du problemlos bis an die Treppe heran kommst, aber dann an der Treppe hängen bleibst, kannst Du das gleiche Pendeln von UNTEN angehen, sprich, Du gehst von unten an die Treppe ran, gehst eine Stufe rauf, drehst um, gehst wieder runter, click, Leckerchen.
    Dann wieder eine Stufe rauf, umdrehen, runter, click, Leckerchen.
    Je nachdem wie Dein Hund das mitmacht kannst du dann langsam die Anzahl der Stufen, die du raufgehst erhöhen, bis Du irgendwann oben angekommen bist. Und der Hund tatsächlich von ganz oben wieder runter geht.


    Das klingt zugegebenermaßen sehr kompliziert und zeitaufwendig. In den meisten Fällen ist es aber so, dass, wenn der Hund erstmal gemerkt hat, dass er erstmal dichter an das böse Ding ran muß, als er es wollen würde, sehr viel Vertrauen in Dich gewinnt. Er lernt, dass Du nur forderst, was er auch leisten kann - er kann sich die Zeit nehmen, die er nun mal braucht, um das ganze als "ungefährlich" einzusortieren, und es auch noch cool zu finden, weil da gibts ja auh noch lecker Essen.

    Möglicherweise wirst Du zwischendrin festestellen, dass er sich wundert, dass es nicht viel dichter rangeht - dann geh halt so dicht ran, wie er freiwillig geht! Aber nicht locken! Locken bringt ihn nur in Konflikt zwischen - "Da ist Essen und mein Mensch" und "ICH WILL DA NICHT HIN"
    Und dabei wirst Du mit "da will ich nicht hin verknüpft!! Das will man nicht wirklich, ansonsten muß man sich nicht wundern, wenn auch ein Rückruf immer schlechter funktioniert :/

    Ich geh an Ressourenverteidigung auch nicht mit noch weiterer Verknappung dieser Ressource heran.

    Je nach Ausprägung des Problems, lass ich den Hund aus dem Napf fressen - und werfe aus angemessener Entfernung (also soweit weg, dass er mich wahr nimmt, aber noch nicht so beunruhigt ist, dass er sehr dramatisch warnen müßte), viel BESSERE Leckerchen in seine Richtung. Mit anderen Worten - ich bin die Quelle von "Mehr und Besser" während er frisst.
    Nach und nach verkürze ich dann die Distanz - ich geh näher ran.

    Wenn es ein Problem mit stehengelassenem, leeren Fressnapf gibt, fliegt auf jeden Fall ein ziemlicher Batzen (relativ harte Leckerchen, bzw Trockenfutter nehmen, damit die ordentlich auseinander fliegen) weit vom Napf weg - z.B. in den angrenzenden Raum, wenn der Hund fertig ist mit fressen, damit man ungefährdet den Napf einsammeln kann.

    Es gibt dann auch durchaus eine Weile MEHR, als die eigentliche Tagesration - Notfalls gibts aus dem Napf eben irgendwas was ziemlich geschmacks- und kalorienarm ist - dann ist auch der Kontrast zum "was es vom Menschen fürs 'Rankommenlassen' extra gibt" größer.


    Genauso geh ich auch vor, wenn zB Kauknochen verteidigt werden - dann gibts auch Flugleckerchen extra dazu. Und zwar nicht etwa eins in einer Stunde, sondern alle paar Sekunden richtig leckeres, hochwertiges Zeug - wei gesagt - ich will meine Bedeutung verändern von "die nimmt mir alles weg" zu, "wenn die kommt gehts erst richtig los mit dem lekeren Zeug"

    DANN hat er nämlich keinen Grund mehr, mir gegenüber irgendas zu verteidigen!