Beiträge von Shoppy

    ha, Rotties sind so toll
    Ich hatte neulich eine junge Rotti-Dame für sechs Wochen zu Gast - die hatte "allerstrengste Leinenpflicht, weil sie überhaupt gar keinen funktionierenden 'Appell'" habe. :schockiert: Also, ich kenn mich im Rotti-Vokabular nicht aus. :hust:

    Deshalb hab ich sie auf dem Weg zum Feld für "an lockerer Leine gehen" geclickert. Und dann, tja also, ich konnte sie gar nicht "losleinen", genauer gesagt ich konnte sie gar nicht mehr LOSWERDEN - hat die ganze Zeit rumgestrebert und wolte neue Tricks lernen. Hat das mit dem Click und dem Verhalten das sich lohnt anbieten so schenll verstanden...
    Am nächsten Tag hat die Schleppi geschleppt und ich wurde sie rotzdem nicht los *kicher*
    Und wenn sie bemerkte, dass sie tatsächlich mal weiter weg war, kam sie angerast wie Kugelblitz. Und hüpfen konnte die :jump: :jump2: :hurra:

    Aber das ist ganz und gar OT...... hihihi

    Natürlich muß da dran trainiert werden.
    Es ist aber schon ein Unterschied vom Trainingsaufwand, ob man versucht einen ausgeprägten Jagdtrieb kontrollierbar zu machen, oder einem Hund die Grundbegriffe des Lebens mit dem Menschen beizubringen. Das eine Universitätsstudium - das andere Kindergarten bis Mittlere Reife

    na, ich wette, Wenn Du etwas nachdenkst, kommst Du bestimt auf genügend andere - obwohl als "60MillionenLottoJackpot!-Bestärker im Sommer, wenn er draussen abgeduscht werden kann, anschließend ;D

    Aber ich kann ja reden mit meine Kurzhaar-Teflonbeschichteten-Anmirbleibtnixkleben-Hunden :hust:
    Ridgebacks und Dobis haben eben auch ihre Vorteile :herzen1:

    Also ich denke schon das die TS einen Hasen von einer läufigen Hündin unterscheiden kann - und wenn sie vorher mit ihrem Riesenteilchen und Kinderwagen problemlos unterwegs war, kann man wohl keinesfalls von Erziehungsproblem reden...

    Zitat

    Na zum Glück ist der Hund halt noch normal :D
    Ja so ähnlich wie du das beschreibst habe ich angefangen zu üben
    Erst darf er schnüffeln wenn er ein klein wenig auf mich achtet muß er an kurzer Leine "Bei Fuß" laufen ,dann gibs wieder ne Schnüffelstrecke an lockerer Leine .Hoffe das er irgenwann versteht was ich will, ist nämlich nicht so leicht 35 Kg von einer besonders gutriechenden Stelle wegzubekommen .

    LG Nettydog

    Bau noch eine Extrabestärkung dafür ein, dass er wieder auf Dich achtet - das ist ja das wesentliche, damit er merken kann, dass Du weiter gehen möchtest.
    Ansonsten könnte es passieren, dass er immer länger und läger schnüffelt, besonders wenn er "bei fuß gehen" nicht wirklich richtig prickelnd findet.


    Wenn du mal gehen MUSST, bevor er aufhören kann zu riechen, kündige das wegziehen an.
    Ichb ahb dafür ein "Weiter" und das hab ich wie folgt aufgebaut (das ist mein einzigstes Signal, das ich über BEstrafung aufgebaut habe ;)

    Hund hat sich irgendwo festgesaugt - ich sag "weiter" warte zwei Sekunde (das ist wichtig - mehr dazu später) und gehe dann los und ziehe den Hund sanft und langsam vom Objekt der Begierde weg. Den ersten Schritt, den der Hund ohne Zug tut, wird bei mir geclickt, und entweder mit Leckerchen belohnt, oder z.B. dadurch, dass er wieder zu der Stelle hin darf.

    Die Pause zwischen "Weiter" sagen und losgehen ist wichtig, weil der Hund ja lernen soll, dass er nach "weiter" losgehen soll. Dazu muß er auch die nötige Reaktionszeit haben. Mit anderen Worten, nachdem er gelernt hat, was "weiter" heißt (nämlich, dass es keinen Zweck macht, dass man stehenbleibt und staubsaugt), hat er die Möglichkeit, die Strafe (weitergezogen zu werden) zu vermeiden, indem er die Pfoten schwinkt.

    Zusätzlich sag ich immer "Weiter", wenn der Hund SOWIESO weitergehen will, z.B. wenn wir an einer Straße warten mußten und jetzt weitergehen. Oder wir in Richtung von irgendwas unterwegs sind wo er hin will, und click auch da das weitergehen an - udn bestärke in dem Fall mit schnelerem Gehen oder soetwas.

    Oh, du hast einen ganz normalen Hund? =)

    Ich benenne "Schnüffeln" - sprich, ich markiere "an lockerer Leine gehen", sage "geh schnüffeln" und lass den Hund schnüffeln, und zwar sooo lange er will. Wenn er fertig ist, und bemerkt, dass ich noch da bin, clicke ich und geb nen Keks, oder sag sogar nochmal "geh schnüffeln" - meistens ist diese Stelle aber "durchgerochen"...

    Dann gehen wir "an Lockerer Leine" weiter - kurz vor der nächsten Schnüffelstelle markiere ich, dass die Leine locker ist, und schicke as Bestärkung "geh schnüffeln" und steh dann wieder rum, bis fertig geschnufft ist. Click an, das ich bemerkt werde, gebe Keks und oder schicke noch mal schnüffeln.

    So geht das auf "Schnüffelrunden" oder besonderen "Schnüffelstrecken" (das sind die, wo viele Hunde langgehen und es halt überall nach irgendeiner Duftmarke riecht) von einer Stelle zur nächsten.

    Durch das "fertigschnüffeln lassen" erreicht man, dass der Hund den Menschen nicht mehr als Spielverderber sieht.

    Durch das Benennen lernt der Hund, wie das Verhalten heißt, was ihm so viel über seine Umwelt erzählt und dass er unbedingt ausführen MUSS, weil er eben seine Umwelt großteils über den Geruchsinn kennenlernt und versteht.

    Und durch das Bestärken des "'nach dem fertig schnüffeln wieder beim Menschen anmelden' (und das Benennen) klinkst Du Deine Wenigkeit in diese absolut wesentliche Beschäftigung des Hundes als "Teilnehmer" ein, bei der Du ansonsten aussen vor bliebest, weil Menschen eben so furchtbar schlechte Riechkolben haben. :roll:

    Zusammengenommen wird er schneller mit dem Schnüffeln fertig sein, echt jetzt!!
    Besonders, wenn Du auch an Stellen, die nicht gar so spannend sind zum "geh schnüffeln" aufforderst :hust:.

    Ausserdem bestärkst Du "an lockerer Leine gehen" mit DEM Suchtverhalten des Hundes überhaupt, was glaubst Du, wie sehr du das damit aufwertest :gut:

    Zitat

    Hallo shoppy,
    danke für Deine ausführliche Anleitung. Als Anker einen Click zu nehmen, geht bei zwei Hunden etwas schlecht, vor allem weil der jüngere sowieso immer sofort und direkt kommt, der ältere derjenige ist, der "herumgammelt". Dann clickere ich und der jüngere gewöhnt sich dann gerade etwas an, was gar nicht gewollt ist, weil meine Aufmerksamkeit ja gerade dem älteren gilt.

    :schockiert: hab ich irgendwo beschrieben, dass ich einen Click als Anker benutze?
    Ich habe ein Pfeifensignal oder ein Wortsignal als Anker - und ich meine, das auch so beschrieben zu haben. Vielleicht kannst Du die Passage bitte zitieren, aus der du rausliest, das ich als Anker clicke.

    Aber um auf das "was mache ich , wenn ein Hund da ist, und der andere angetrödelt kommt?" einzugehen:
    Weil ich oft mit mehreren Hunden unterwegs bin hab ich diese oder ähnliche Situationen häufig. Das ist aber nicht wirklich ein Problem.
    Also:
    Angenommen ich bin mit Gandhi und Crispel unterwegs - der Crispel ist bei mir, und der Gandhi hat Unfug im Kopf und will abdampfen - dann geb ich das UOS und werf dem Crispel Leckerchen zu - gebe das Ankersignal und geb dem Crispel als Jackpott die Futtertube zum abschlecken.
    Jep, richtig gelesen, der Crispel kriegt Bestärker, obwohl er "Nix" gemacht hat. ;) Kommt der Gandhi bei mir an, bekommt der natürlich seinen eigenen Jackpot. Fertig ist die Tüte.

    Ist die Situation andersrum, der Gandhi bei mir, und ich ruf den Crispel mach ich das ganz genauso - da bekommt der Gandhi Bestärkungen für "Nix" und der Crispel sein Kram, wenn er bei mir angekommen ist.
    Im Grunde habe ich das beim Gandhi genau so aufgebaut, der war, als er noch nur an Schleppe war, natürlich immer da, bzw. immer viel schneller bei mir als der Crispel.


    Zitat


    Spielzeug geht auch nicht, das müsste ich ja zur Belohnung auch mal werfen, oder?
    Und da kommt dann das zweite Problem: der ältere bringt nichts zu mir - apportieren ist nicht. Was ich bei ihm an Tricks schon probiert habe! Bei Leberwurst aus der Tube kommt er zwar sofort, aber der Ball oder die Frisbee bleiben dann da liegen, wo er stand
    Und dann rennt der jüngere hin und holt sich das Teil, ach menno :ops:

    Hier gehts also zum einen darum, was für welchen Hund ein bestärker ist - das kann ich Dir natürlich nicht beantworten, was da am wirkungvollsten ist mußt Du schon selber wissen, bzw herausfinden.
    Ich lasse meine Kunden eine Liste mit mindestens zwanzig Bestärkern aufstellen - ja, genau zwanzig. Und da will ich dann nicht "Hüttenkäse, Gouda, Edamer, Fleischwurst, Putenbrust, Hähnchen" lesen, sondern
    z.B. "Leckerchen" als eine Kategorie (innerhalb derer man dann durchaus unteschiedliche Sachen anwenden darf), Rennspiele mit Mensch, Rennspiel mit anderem Hund, Wälzen in Fuchskaka, Fressen von Kuhfladen, Vogel aufscheuchen, Eichörchen auf den Baum jagen, Frische Hasenspur ausarbeiten, versteckten Dummy finden, Fußgänger anbellen, Schafe zusammen treiben, Verstecktes Wild anzeigen, in die Leine beißen, Zergeln, auf Strohballen springen, Trick XY ausführen, Mäuse ausgraben, den Laternenpfahl beschnuppern, den nächsten Baum markieren, auf einem Baumstamm balancieren, Schwimmen dürfen, durch einen Wassergraben rasen, hochgewirbelte Blätter fangen, nach Seifenblasen schnappen, einen Schneehang runterrutschen, ein heißes Hetzspeil mit der Reizangel, ein Lauerspiel, geworfenes Leckerchen fangen, hinter einem gekullerten Leckerchen herflitzen und im Prinzip alles, was der Hund so treiben würde, wenn man ihn machen ließe, besonders die Sachen, die man als Halter "Ablenkungen" nennt.

    Ich habe meinen Hund schon als Belohnung zum Misthaufen geschickt, von dem ich ihn grad zuvor - bevor er ihn erreicht hatte, abgerufen habe - und er konnte sein Glück kaum fassen.
    Und ich Pfeife auch gelegentich einfach, bevor ich seinen Napf auf den Boden stelle.


    Zitat


    Ich dachte auch, dass ich meinen Pfiff mit der Pfeife nochmal mit extrem Leckerem aufbaue. Das Signal "zu mir kommen" haben wir in den letzten Tagen nochmal mit Speziallecker geübt.
    Ich denke, ein Pfiff dringt dann doch noch eher in das Hundehirn, wenn gerade gerannt wird :???:

    Ich versuche, die Pfeife mit möglichst vielen vielfältigen sehr hochwertigen Bestärkern zu verknüpfen, nicht nur mit Fressen, denn wenn die Motivation des Hundes in der Situation nicht "Essen" ist, und der Pfiff ausschließlich mit Essen verknüpft ist, dann WEISS der Hund, ohne nachzudecken, dass ihm durch den Pfiff garantiert eine Bedürnisbefriedigung entgeht - und dann kommt er eben nicht, denn Bedürfnissbefriedigung geht vor. Ist aber quasi jedes Bedürfniss, dass er sich vorstellen kann, mit dem Pfiff verknüpft, kann er ja vorher nicht wissen, ob nicht sein Mensch genau das bieten, was er grad braucht ;D und schon muß er nichts mehr aufgeben...

    Zitat

    Mein jüngerer ist der Haupttreiber, ist mir heute aufgefallen, da habe ich ihn mir aber am Halsband schnappen können und bin mit ihm am Halsband führend aus der Situation herausgegangen. Er wird jetzt zwei Jahre alt und das ganze fängt wohl gerade an, so dass ich umgehend etwas dagegen tun muss...

    LG
    Petra mit Blue und Luca

    Ja, beim Erwachsen WErden werden nicht nur Menschen selbstständig und fangen an, selbstständige Entscheidungen zu treffen - das ist bei Hunden auch so, deshalb ist es so wichtig, dass der Hund gelernt hat, dass die Entscheidung mit seinem Mensch zusammen zu arbeiten immer eine gute, sichere, sich lohnende ist, und nicht nur manchmal...