Beiträge von Shoppy

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    das hast du komplett falsch verstanden...


    Nein, habe ich nicht.
    Ich weiß wie lernen funktioniert ;)


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    Natürlich ist es besser für das Futter das er sowieso bekommen würde etwas zu verlangen wie ein paar übungen usw.
    was ich meinte ist, dass man zum futterautomaten verkommt wenn man
    sobald der Hund ein gewünschtes verhalten zeigt, es dadurch verstärkt dass er ein Leckerlie bekommt. Der Hund merkt das un zeigt es öfter. Will er ein Leckerlie spielt er dann das erlertne einfach wieder ab, wir denken "oh schön wie der das gelernt hat".

    Genau! Verhalten, dass sich lohnt, wird öfter gezeigt - Clickertrainer sagen auch "... werden angeboten"
    Das ist so ein schöner Ausdruck, ich liebe ihn! Der Hund hat verstanden, welches Verhalten der Mensch öfter sehen möchte und NATÜRLICH versucht er, ob er, wenn er es erneut zeigt, wieder eine Belohnung bekommen kann. Er bietet das Verhalten an - und zwar macht er es BEVOR die Belohnung kommt. Er tritt sozusagen in Vorleistung!

    Das ist es doch genau, was der Mensch möchte - das der Hund das Verhalten zeigt.
    Aber dann gibt es Menschen, die dieses verdrehen und dem Hund "unlautere Absichten" unterstellen und behaupten, er wollte einen Manipulieren. Wenn das mal nicht verdrehte Logik ist...


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    Was ich aber denke was er gelernt hat, uns zu bedienen wie einen Futterautomaten. Kommt nix raus mach ich halt mal sitz, komm immer noch nix spiel ich alles erlernte der Reihe nach mal runter; Sitz, Platz, gib Pfote etc.

    Das ist der Punkt, wo Signale auf den Plan treten.
    Ein Signal ist sozusagen eine grünen Ampel für ein bestimmtes Verhalten.
    Das Signal sagt dem Hund, dass er jetzt die Gelegenheit hat, für dieses Signal eine Bestärkung zu ergattern, wenn er nämlich das richtige Verhalten ausführt. Ist die Ampel für das Verhalten nicht grün, kann er das Verhalten anbieten bis er schwarz wird, dann gibt es einfach keine Belohnung dafür. So einfach ist das.
    Aber zunächst muß der Hund ja erstmal lernen, welches Verhalten sich lohnt, dann muß er lernen, wie das Verhalten heißt, und dann ist es an der Zeit, dem Hund das Konzept zu vermitteln, dass es für das Verhalten nur Kekse gibt, wenn man auf die Grüne Ampel gewartet hat. Sprich, wenn er sich setzt, und man hat nicht "sitz" gesagt, muß man nicht "bezahlen". Und erst dann sage ich "das Leben ist ein Glücksspiel" manchmal gibts dafür was (und "WAS" ist nicht gleich Leckerchen, siehe unten), und machmal auch nicht...


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    Hatte das Problem anfangs auch, habe ihm das Kommando "Komm" zum herbeirufen beigebracht. Und es hat halt nur funktioniert wenn ich halt auch Leckerlies dabei hatte, ohne ging gar nix. Sogar im Hof bei uns, also eingezäuntes gebiet, wo er kaum abgelenkt ist, hat dann irgendwann "komm" nichtmehr funktioniert, weil er genau wusste er bekommt nur was wenn ich in die Tasche greife. Also hat er "Komm" nur befolgt wenn er sich sicher war er würde etwas dafür bekommen.

    Tja, Trainingsfehler. Das ist liegt nicht an der Positiven BEstärkung an sich, sondern daran, dass man nicht weiß, wie sie funktioniert.
    Wenn der Hund genau weiß ob, und wenn ja was er für ein Verhalten bekommen wird, wägt er ab.

    Einfach mal "variables Bestärkungsschema" googlen.
    Wobei ich variabel und variabel (kein Druckfehler) bestärke - ich wechsele wann/wie oft ich bestärke und WOMIT ich bestärke.
    Rückruf ist ein potentiell lebenswichtiges Signal, also bestärke ich FAST immer und FAST immer SEHR hochwertig - aber nicht immer mit Leckerchen.
    Ich habe für jeden Hund in meinem Haushalt eine Belohnungsliste, sprich ich habe mir aufgeschrieben, was jeder Hund absolut GEIL findet und wofür er sich quasi die Beine abhacken würde - übertrieben gesagt - und ich versuche diese GEILEN Sachen als Bestärker einzusetzen.
    Hier ist ein TEIL der Bestärkerliste vom Gandhi: http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…nungsguide.html


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    Das Kommando hab ich dann irgendwann aufgegeben und "hier" eingeführt, immer dann bevor er den Futterdummy apportieren durfte oder bevor ich ihn geöffnet habe damit er daraus fressen kann. Nun weiß er "hier" heißt: hopa, jetz gehts los. Wenn ich jetz zu ihm komme beginnt die "jagd" und am ende bekomm ich was.

    Aha, hochwertigere Belohnung (Action mit dem Dummy und Menschen, Jagdspielchen...), und schon gehts besser - und am Ende gibts Essen... :hust: siehe oben...


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    Und dieses Kommando funktioniert nun auch ohne das ich den Beutel in der Hand habe. Abrufen draußen funktioniert damit auch recht gut, nicht immer aber wir arbeiten daran.
    Es mag gut funktionieren bei anderen Hunden, unsere Hündin wurde auch mit Leckerlies erzogen und es klappt wunderbar, beim Rüden halt nicht. Da fruchtet eher die andere Methode.

    Und wer hat gesagt, dass positive Bestärkung sich ausschließlich auf "Leckerchen" beschränkt? Auf Gandhi's Liste sind gerade mal fünf von 20 Punkten "Leckerchen", und, wie gesagt, das ist nur ein Teil seiner tatsächlichen Liste...


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    Und das Abwarten ist nicht für die Tonne...
    Willst du einen Hund der deine halbe Hand verschlingt weil er es nicht erwarten kann endlich zu fressen? So hat das nämlich am Anfang ausgesehen beim Rüden. Außerdem fristt er dadurch eher entspannter, es treibt nämlich eben nicht das Erregunsniveau in die Höhe...
    Sollte man eigentlich meinen ist aber beim Rüden eben nicht so. Obwohl es wohl die ganze Problematik gibt weswegen der Thread hier erstellt wurde, aber fressen tut er recht entspannt, ist also kein Schlinger.

    Komisch, dass meine Hand noch dran ist. :hust:
    Was ich damit meinte ist: Diese Übung wird gerne auf einen "Impulskontrollübungsplan" gesetzt, damit der Hund "Impulskontrolle lernt" und, klar, natürlich ist es sinnvoll, dass der Hund einem nicht das Fressen aus der Hand reißt, mit oder ohne Hand dran - aber das generalisiert sich leider nicht auf anderes Verhalten. Ausserdem ist "Impulskontrolle" eine endliche Resource des Hirns - wenn man es viel bei bestimmten Sachen benötigt, ist möglicherweise für andere Situationen nichts mehr übrig - deshalb sollte man sich Gedanken machen, wo man Prioritäten setzt. Wenn der Hund im ganzen ein entspanntes Tierchen ist, der es gelassen erträgt das eine Kindergartenklasse über ihn hinweg tobt, dann kann man solche Spielchen wahrscheinich schadlos machen, ohne sich an anderer Stelle zu wundern. Hat man ein reaktives Tierchen, dass sich bei jedem fallenden Blatt und sämlichen anderen Umweltreizen in einen hysterischen Anfall schreit, dann braucht er seine Impullkontrollkapazitäten einfach da, und nicht am Futternapf, aber das nur am Rande.

    Aber unter anderem aus diesem Grund kommt es für mich darauf an, WIE man das Warten aufgebaut hat - bei meinen beiden Ressourcenschweinchen hat mir anfangs eine Mikrosekunde "alle Füße auf der Erde" gereicht, die hab ich markiert, und dann das Futter gegeben - und ich hatte, weil ich ja aus der Hand gefüttert habe, pro Mahlzeit geschätzte 150 Gelegenheiten, dieses Verhalten auszuwählen und zu bestärken - was glaubst du, wie schnell es gegangen ist, dass mir dieses Verhalten "angeboten" wurde...
    Und wie lange hat es wohl gedauert, dass Hund tatsächlich warten konnte, so dass man den Napf unfallfrei zu Boden setzen konnte?

    Hätte ich sofort "xMinuten im Platz warten" verlangt, wär ich nicht ein einziges Mal zum Bestärken gekommen, denn das Verhalten wurde nicht gezeigt - und schon mal gar nicht in Anwesenheit eines anderes Hundes.


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    Wenn deine Hunde alle gleichzeitig Futter bekommen und du denjenigen noch mit Leckerlies hinterher fütterst der als erstes fertig ist, kann ich mir nicht vorstellen dass das sehr entspannt ist wie deine Hunde fresse, möchte mir aber kein Urteil erlauben, kenne dich oder deine Hunde ja nicht.

    Die beiden Ressourcenverteidiger essen ziemlich schnell - aber wir haben mit "500 gr Barf auf einmal runterschlucken" angefangen *hust*. Mittlerweise sind wir bei "Maulvollnehmen, Kauen, Runterschlucken, usw!" *kicher* und dann wird der Napf noch gründlichst ausgeleckt und saubergeputzt - und dann ist eben einer der Beiden zu erst fertig. Der Ridgeback bekommt fast die doppelte Menge UND frisst langsamer, also ist der dann noch nicht fertig. Da ich nicht will, dass die kleinen sich auf diese attraktive Essen stürzen, bitte ich sie zu mir, und belohne diesen "Abruf vom Futter" mit Leckerchen.
    Irgendwann ist dann auch der RR satt und dann darf einer der beiden den Napf auch noch sauberputzen - und wenn der damit durch ist, geht der andere auch noch mal gucken.
    Anfangs hätte alleine der "da war mal Lecker Essen drin Napf" zu mindestens fliegenden Haaren geführt.

    SO: http://lh5.ggpht.com/_zPGdh_ldPAQ/T…20/IMG_6501.JPG aufregend sah das nach nicht mal 2 Monaten - der Schwarze (Gandhi) ist Anfang Mai bei mir eingezogen...) aus... Hochwertiges Futter aus einem sehr begehrten Futterball-Spielzeug - zwei Hundenasen zentimeterweit auseinander und keiner sieht die Notwendigkeit, den anderen auch nur anzudrohen - Kommunizieren sie, wer welches Bröcken fressen will - aber ja!!

    :gut:

    Ganz besonders doof ist das, wenn man bei der Erziehung dann auch noch mit nicht gar so netten Methoden (ich sag jetzt nicht, dass das hier der fall ist, denn das kan ich gar nicht beurteilen - ich mein das ganz allgemein!!!!)
    hantiert hat, weil man, bzw hund immer die Emotionen, die man beim Lernen des Verhaltens und der dazugehörigen Signale/Befehle/Kommandos hatte, mit diesen Verhalten und Signalen/Befehlen7Kommandos verknüpft.
    Wenn der Hund dann Z.B. "Platz" mit runterdrücken gelernt hat, und man ihn in einer für ihn eh unangenehmen Situation dann ins Platz schickt, hat man diese Situation soeben auch noch doppelt "verdoofert" (die mit "Platz" verknüpfte Emotion wird nicht alzu positiv sein, wenn damit körperlicher Zwang verbunden war) UND Liegen in unangenehmen, beängstigenden Situationen ist schon ganz von alleine unangenehm :/


    Ich würd jetzt also erstmal "Erziehung" Erziehung sein lassen und unabhängig davon vermitteln, dass andere Hunde was ganz was feines sind. Dazu würde ich an Orte gehen wo es Hunde gibt, die aber garantiert an der Leine oder, alternativ, hinter einem Zaun sind.
    Ich markiere dann "anderen Hund ansehen" und bestärke das - was du da nimmst ist ziemlich egal, hauptsache, der Hund findet es geil, je geiler je besser. Ich würd nur anfangs darauf achten, dass es nichts ist, was den Hund zu stark hochdreht, oder unkontrollierbar hoch dreht - wenn zergeln zwar aufregend ist, aber der Hund trotzdem die Zergelregeln beachtet, dann spricht nichts dagegen als Belohnung zu zergeln...

    Mir ist wichtig, dass der Hund den Eindruck bekommt, das andere Hunde gar großartig sind, (weil Auftauchen derselben tolle Sachen zur Folge haben, immer!!!!) UND dass es sein Job ist, Dir jedesmal Bescheid zu sagen, wenn er einen entdeckt. Wenn man das hat, fän gt man an, seine Erwartungen an den Hund langsam wieder hoch zu setzen - z.B. dass dann befolgen von einfach Signalen wieder möglich ist, oder an lockerer Leine gehen, etc. Oder man verringert die Distanz zum anderen Hund - allerdings nicht beides gleichzeitig.

    Übringens gibt es eine DVD-Serie/Buch genau für dieses Problem:
    Leslie McDevitt "Control unleashed" http://www.dogwise.com/itemdetails.cfm?ID=DTB1048

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    Genauso hatte ich dieses "Sehen und Benennen" auch verstanden. Und ich hatte mir gedacht, selbst wenn der Hund der TS nicht aggressiv ist, so würde ihr Dein Vorgehen doch helfen, die Dinge, die er aufregend findet (egal ob positiv oder negativ, das können wir hier ja nicht wissen) als "normal" empfindet. Vielleicht spürt er dann auch: 'Okay, Frauchen hat's auch gesehen, sie ist ganz ruhig, Leckerchen sind auch noch genügend da dann kann ich die Sache auch locker nehmen...!'


    Genau - ich fang damit im Prinzip immer an, wenn der Hund irgendwas in seiner Umwelt "bemerkt" - egal, ob er sich schon aufregt, oder noch nicht - Leider ist es ziemlich schwierig, Kunden das zu vermitteln, denn "der Hund macht ja noch nix" :headbash: ja, eben!!!
    Wenn ein Hund was anguckt, beschäftig er sich damit, und wenn man das nicht beachtet, verschenkt man eine Gelegenheit, dem Hund eine Info darüber zu geben, was man und hund davon halten soll.
    DAS wäre Sozialisierung, im Prinzip - wenn man den Welpen (z.B. aber auch bei erwachsenen Hunden) nicht nur passiv in eine Situation bringt, damit "er das kennen lernt" sondern eben "Das Ding/LEbewesen" direkt mit etwas positivem verknüpft. Sahnehäubchen oben druff ist, dass man das Ding/Lebewesen auch noch mit einem Begriff verknüpft.
    Es gibt eine Studie über eine Border Collie Hündin, die 1022 (!!!!!!!!!!!!!) Spielzeuge nach Namen auseinanderhalten kann. Und die mußte der ziemlich mühsam lernen.
    Mit dem "Zeigen und Benennen" lehrt man Kathegorien (Oder Namen für Personen oder Hunde, z.b.) - und das ganz nebenbei...


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    Oh ja, dieses schönfüttern ist mir persönlich ja auch ein Graus.

    Ich finde die Vorgehensweise jetzt wirklich interessant. Fiete ist ja auch ein Leinenpöbler (offline ist er echt sozial verträglich). Ich überlege, ob ich das ganze auch mal ausprobieren sollte.

    Joa, mach doch einfach mal. :D
    Übringens hatte ich das so böse mit dem Schönfüttern ja gar nicht gemeint - genau genommen ist es das ja zumindest teilweise.
    Ich mag nur die meisten Beschreibungen nicht, wie man es machen soll. Das ist immer so schwammig und unpräzise.

    Beim Zeigen und Benennen ist es Wichtig, dass der Hund das Ding zuerst bemerkt:
    "Ding angucken" = click --> Bestärkung (so geben, dass der Hund von dem Ding wegguckt, falls der Hund das vielleicht anfangs nicht alleine hinbekommt, "wischt" man das Leckernchen an der Hundenase vorbei - sodass die Hundenase zumindest ein bißchen hinter geht....
    Ich click anfangs SEH FRÜH in das "Ding angucken" hinein, damit der Hund sich nicht fest-starren kann. "Länger angucken" hat bei mir ein anderes Signal und das shape ich mir auch erst, wenn "Kurz angucken" ohne aufregung funktioniert (im sitzen, stehen, gehen, mit nachfolgender Ausführung von anderen Signalen etc.).

    Beim "Schönfüttern" ist es sehr häufig so, dass die Leute dann anfangen zu füttern und gar nicht sicher sind (oder nicht mal darauf achten) ob der Hund das Ding schon gesehen hat. Das kann dann unter Umständen dazu führen, dass der Hund, der Angst vor dem Ding hat, die Angst auf die "Belohnung" verknüpft - UUUUPS!


    Ausserdem ist beim "Zeigen und Benennen" wichtig, dass nachdem der Hund das ding angeguckt hat, und man das geclickt hat, ein Alternativverhalten des Hundes kommt, damit der Hund das Teil eben nicht länger anstarrt - dafür nehm ich anfangs "Nase weg drehen" und bastele daraus umdrehen, weggehen, weitergehen, Handtouch, Sitzen, was auch immer - gerne jedes mal was anderes ;D
    Denn wie "verlernt" man, welches Verhalten man auf ein bestimmtes Signal (in diesem Fall "Das böse Ding sehen = lospöbeln) zeigen soll? Jedes Mal, wenn man das Signal bemerkt, macht man danach ganz was anderes. Genau, wie man sich sein Rückrufsignal oder den Namen des hundes ruiniert, wenn man ruft, wenn der Hund grad nicht kommen kann, weil er weg rennt, mit dem anderen Hud spielt, einen Hasen hetzt, sich im Fuchskaka parfümiert, oder den Fund-Burger inhaliert. :p

    ha, den Thread hat die Shoppy selber gefunden ;D


    Ich denke, Dein Bauchgefühl mit der Unsicherheit könnte richtig sein (schwierig aus der Ferne zu sagen, ohne die Körpersprache in der Situation sehen zu können).

    Übrigens sagt das Haarsträuben nur aus, dass der Hund aufgeregt ist - es ist ein Anzeichen des erhöhten Erregungsniveaus, nicht notwendigerweise von Aggression oder "Wut" (wobei man bei "Wut" ja auch aufgeregt ist...).
    Das mit der Wasserspritze find ich eine ziemlich blöde Idee - was soll er daraus lernen? "wenn son doofes Teil kommt, werd ich auch noch von meinem Menschen nassgespritzt! - Jetzt find ich das plötzlich ganz toll!!" HÄ?? Dein Hund soll Dir ja vertrauen, und das untergräbst Du damit auch noch. Im Besten Fall ist ihm das Gespritze egal, aber dann hilft es nicht mal, um ungewünschtes Verhalten zu unterdrücken - und das ist das einzige, was das überhalt bewirken würde - Verhaltensunterdrückung. Davon lernt der Hund nicht einen Piep darüber, dass diese bösen Teile nicht blöd sind - sondern ist einfach nur gehemmt, sprich, er unterläßt Verhalten um die Bestrafung zu vermeiden.

    Er kann aber auch lernen, dass die Dinge, die ihn verunsichern, aufregen, beängstigen nur "Signale" sind, sich an seinen Menschen zu wenden, um nachzufragen, wie man mit diesem Ding denn nun umgehen soll (als Zwischenschritt) bzw. das manche Dinge sogar toll sind (andere Hunde evt., oder fremde Menschen) oder dass manche Sachen auch einfach ignoriert werden können.

    Ich mach das nicht über irgendwelche "Gehorsamsübungen" - das kommt später ganz von alleine - wenn der Hund gelernt hat, das all das aufregende Zeug gar nicht so furchbar ist, kann er auch wieder klar denken und ist dann in der Lage, gestellte Aufgaben auszuführen.


    Oder andersrum argumentiert: ich generalisiere als erstes "Coolness" auf alle möglichen Sachen, die ein Hund extrem spannend, beängstigend, beuruhigend oder auch TOTALSCHEISSEEEEEEEEEEEEE findet!
    Und je nach "Coolness"-Faktor kann man dann mehr oder weniger schwieriges Verhalten von seinem Hund erwarten.

    Interessanter Weise bekommt man dabei fast "nebenbei" einen Hund, der sich verhält, wie man sich das wünscht, weil man eben nicht nur "schönfüttert", sondern ja auch auf das Verhalten Einfluß nimmt.

    Wenn ich mit einem Hund, der Angst vor Autos hat "Wo ist das Auto" (Zeigen und benennen, nachzulesein in dem verlinkten Thread) spiele, erwarte ich anfangs nichts weiter, als, dass der Hund das Auto anguckt, und Futter wahrnimmt - es muß nicht mal genommen werden - das wär zwar schön, geht notfalls anfangs aber auch so: riechen reicht und das MUSS der Hund wenn ich das Futter vor seine Nase halte ;)
    Nach und nach forme ich daraus ruhiges stehen, nach dem Clicken Umorientierung zu mir, sitzen, an lockerer Leine gehen, oder was auch immer man bei dem Auslöser halt sonst noch so braucht. Ich verlange aber in jeder auftretenden Situation jedesmal nur soviel, wie der Hund leisten kann. Mit anderen Worten - auch wenn ein Hund gestern an lockerer Leine an einem "Lieblingsfeindhung" vorbeigehen konnte, und heute deutlich wird, dass er jetzt nicht kann, verlange ich das nicht, sondern frag, ob sitzen geht, oder einfach nur "nicht schreiend im Geschirr hängen" - Ich kann nicht beurteilen, warum etwas, was vermeitlich "gelernt" wurde, heute, morgen, oder übermorgen oder nächstes Jahr dann doch wieder nicht geht. Vielleicht hatte der Feindhund gestern die weiße Flagge dabei weil er selber Bauchweh hatte - heute ist er wieder fit und seine Körpersprache sagt: "Go ahead, make my day!!" Oder der eigene Hund hat seine Impulskontrolle schon anderweitig "verbraten" und keine Körner mehr dafür übrig - dann braucht er eben mehr Unterstützung.
    Dann hat es keinenZweck, mehr zu verlangen und zu ewarten, als er leisten kann, das würde nur zur Verunsicherung und Verwirrung führen.

    Huhu,

    ich hab letztes Jahr zwei Ressourcenverteidiger ins Haus geholt - beide als Pflegehunde, den einen hab ich inzwischen übernommen, der andere Sucht noch Sofa :D

    Beide haben Futter stark verteidigt. Gandhi (das ist der, den ich übernommen habe) kann so ziemlich alles als "seins"betrachten - ganz besonders, wenn ein anderer Hund es toll findet - including me!!!

    Ich habe anfangs getrennt gefüttert, um "Klopperei ums Futter" erst gar nicht zu haben. Um "fressen in anderer Hunde-Anwesenheit" zu üben, hab ich einen der beiden Resourcenschweinchen an die Leine genommen, meinen Ersthund dazugenommen (ohne Leine) und habe zunächst Leckerchen aus der Hand gegeben (Gandhi oder Easy, dem Pflegehund) bzw. geworfen (Crispel, damit er nicht näher kommen mußte).
    Das habe ich so häufig gemacht (ofmals mit der gesamten Futterportion), bis es beide Ressourcenschweinchen nicht mehr interessiert hat, ob da nun noch ein anderer Hund im Raum ist, oder nicht. Erst als das mit dem Futter aus der Hand kein Problem mehr war, hab ich den Napf wieder eingeführt.


    Was ich nicht mache:
    Abliegen lassen, warten lassen, Ressourcen verknappen, Drohverhalten bestrafen, auf einen Konflikt anspringen, denn das ist alles Kontraproduktiv, weil es die Konfrontation des Hundes aufgreift = bestärkt.

    Irgendwo oben wurde gefragt, ob man "mit der positiven Schiene nicht zum Leckerlie-Automaten wird?"

    Ich seh das so:
    Der Hund muß fressen - also muß ich ihn füttern.
    Ich kann das ohne Gegenleistung machen, indem ich ihm pünktlich zur Uhrzeit XY den Napf hinstelle (und vielleicht höchstens ein Platzbleib "verlange" - was in der Situation das Erregungsniveau des Hundes hochtreibt, weil die Fütterungszeit eben extrem wichtig für den Hund ist, weil er ja fressen muß, und es auf diese Weise nur ein oder zwei mal am Tag stattfindet (es also extrem knappe Resourcen sind :headbash: ) und Mensch dann auch noch ziemlich viel Impulskontrolle abfordert (die sich, nebenbei bemerkt auf NullkommaNIX anderes Verhalten, z.B. draussen, generalisiert, sprich, es ist für die Tonne...))

    ODER ich verwende einen mehr oder weniger großen Anteil der Kalorien, die der Hund eh fressen muß, um Verhalten, dass ich fördern will bestärke.

    Welches ist wohl aus Hundesicht "automatischer"?


    Übrigens kann ich inzwischen allen drei Hunden gleichzeitig extrem hochwertiges Futter (BARF) vor die Nase stellen, und jeder frisst aus seinem Napf. Wer zu erst fertig ist, bekommt von mir Extra-Kekse, damit und weil die anderen in Ruhe zuende fressen können.

    Och, ich hab doch Zeit. Was soll ich mich hetzen?
    Das Tierchen ist doch erst 2 Jahre alt, kam als durchgeknallter "Gebrauchthund" und angeblicher zu klein geratener Dobermann zu mir, ist vermutlich ehr eine Tschechische Schwarzwildbracke (man lese selber nach, wievie Jagdtrieb man da so haben kann...), hat zuvor bei ahnungslosen Ersthundehaltern gewohnt, deren Trainer seiner an MS erkrankten Besitzerin den reichlich hilfreichen Tipp gab, sie müße einfach dem Tierchen mal zeigen wo der Hammer hängt und ihn ordentlich Alpharollern, in solchen Aktionen erschöpfte sich dann das Training auch schon. Zudem hat die kleine Knalltüte SDU, was sich bei ihm in Wahrnehmungs und Verarbeitungsstörungen äußert (ich denke mal, dass er es sonst schon irgendwie vermeiden würde, in vollem Galopp mit dem Kopf gegen Wände, Türen oder Bäume zu rennen...), und was Trainingsbemühungen anfangs etwas von dem guten alten Griechen gab, der immer diesen dummen Stein wieder den Berg hoch rollen mußte...

    Zudem waren wir ein gut Weilchen damit beschäftigt, sein Aggressionsverhalten gegen Menschen und andere Hunde zu bearbeiten.

    Soll ich die Trainingszeit, die wir dazu verwendet haben mal in Minuten angeben, das wird sehr beeindrukend sein... :hust:

    tröste Dich:
    das mit dem menschengemachten Leinenfrust, das man sich selber ranzüchtet, weil man das Tierchen im Welpenalter zu möglichste allen Hunden hinläßt, ist keineswegs ein Anfängerfehler.
    Die überwiegende Anzahl der Welpenstunden/Welpenspielgruppen sind so aufgebaut, dass den Welpen praktisch nichts anderes Übrig bleibt, als genau das zu lernen.
    Entweder sind die Trainer tatsächlich so dumm, dass sie nicht sehen, welche späteren Probleme sie sich damit ranzüchten, oder aber sie wissen es ganz genau - und machen es mit Absicht :zensur: :zensur: :zensur: :zensur: :zensur:
    Schließlich braucht der Halter dann anschließend langwierige "nicht an der Leine zieh"-Kurse oder gar Leinenpögler-Einzelstunden. Ein Schelm, wer böses dabei denkt....