Beiträge von Shoppy

    Huhu,

    ich spiel dafür gerne das "wirf das Leckerchen und renn weg"-Spielchen.
    Dazu werfe ich ein Leckerchen, wenn der Hund grad bei mir ist, entgegen meiner Gehrichtung (also nach hintenweg) und gehe oder laufe in meine Richtung weiter. Hund saust los, um das Leckerchen zu erwischen, das ja wegkullert, und dann in den meisten Fällen hinter mir her, weil - sie bewegt sich schnell :rollsmilie2: :hust: da muß ja was tolles los sein..

    Wenn der Hund zu mir unterwegs ist, geb ich das Rückrufsignal, clicke, und werfe das Leckerchen in meine Laufrichtung - und renne dann in eine andere Richtung los. Hund saust wieder hinter dem Leckerchen hinterher und dann, wenn er es gefressen hat, hinter mir - - dann sag ich also wieder das Rückrufsigal, click, fliegendes Leckerchen.

    Manchmal gebe ich auch ein Leckerchen aus der Hand und werfe dann ein weiteres, damit ich den Hund wieder "los" werde. =)

    Man kann das ganze schön auf einer Wiese spielen, oder auch auf einem Weg - dann werfe ich immer nach hinten, denn sonst würde ich ja immer hin und her wandern das wird dem hund dann schnell langweilig.

    Das Spiel spiele ich fast auf jedem Spaziergang - den Jungs scheint das viel Spaß zu machen.


    Ausserdem werte ich den Namen des Hundes und auch das Rückrufsignal so auf:

    Ich sage den Namen, wenn der Hund "einfach nur da ist", und gebe eine Belohnung. Das wiederhole ich einfach ein paar Mal hintereinander. Also "Crispel" ---> Leckerchen geben. Der Hund muß kein Verhalten ausführen, um ein Leckerchen zu bekommen. Das ganze mach ich wie gesagt ein paar mal hintereinander und in ganz vielen kleinen Sessions über den Tag verteilt. Damit "lade" ich sozusagen den Namen des Hundes mit tollen Belohnungen auf - nicht nur mit Leckerchen - ich sag auch einfach mal den Namen, bevor ich die Tür zum Garten öffne, oder ein Spielzeug werfe, zum Mäuschenbuddeln schicke, etc...
    Als nächsten Schritt füge ich ein Markersignal für "Hund sieht mich an" in den Ablauf ein, also:
    Name sagen, Hund sieht mich an (und das klappt meistens, weil der Name ja inzwischen mit all den tollen Belohnungen aufgeladen ist - hund könnte ja eine davon verpassen), clicken, dann Belohnung geben - Der Click markiert das Verhalten "Frauchen ansehen". Auch das wiederhole ich ein paar Mal und mach das mehrmals über den Tag verteilt.

    Nach ein paar Tagen schalte ich in den Ablauf auch noch das Rückrufsignal ein:
    Erst wieder ohne Anspruch daran, was der Hund tut, wenn der Hund grad eh bei mir ist:
    "Crispel, komm!" --> Belohnung geben. Du ahnst es schon... wiederholen ;D
    Dann
    "Crispel, komm" --> Hund sieht mich an --> Click --> Belohnung.

    Das Namensspiel spiel ich drinn, draussen, in ablenkungsarmen Situationen - dann langsam auch unter steigender Ablenkung.
    Das "Wirf das Leckerchen..."-Spiel spiel ich auch erst mal nur ohne Ablenkung.


    Ausserdem habe ich noch ein Signal, das ich gebe, wenn der Hund sich auf den Weg zu mir gemacht hat - und noch unterweg ist. Es ist sozusagen ein "Das was du grad machst ist super, mach damit weiter"-Anfeuerungssignal

    Als Wort ist das bei mir z.B. "schnell.... schnell.... schnell....!"

    Das baue ich Ganz genau so auf wie den "Namen" und das "Komm" - mit rückrufspielen, während der Hund auf mich zu rennt, und durch Boosten der Wertigkeit durch Verknüpfung mit Superbelohnungen - Nochmal - nicht ausschließlich Futter.

    Zusammengenommen nennt man das dann "Doppelter Rückruf" - der wurde von Ute Blaschke-Berthold (http://www.cumcane.de) entwickelt.
    Doppelt, weil es zwei Signale gibt:
    Ein "Umorientierungssignal" (z.B. "Komm")
    und das "Ankersignal" (z.B. "schnell.... schnell.... schnell...)

    Beim RückRUF hänge ich noch den Namen davor - da habe ich quasi ein Aufmerksamkeitssignal, ein Signal, dass sagt welches Verhalten es werden soll und wenn er dann losläuft kommt das Ankersignal.


    Ich hab das gleiche dann nochmal als Pfeifensignale aufgebaut - ein langer glatter Pfiff ist die entsprecheung zum "Komm" und kurze, wiederholende tütüt-Pfiffe sind der Anker.


    Die sind wieder ganz genau aufgebaut wie oben

    ganz sicher bin ich nicht allwissend.

    und ich habe sehr wohl verstanden was Du damit sagen wolltest.
    ABer das Verhalten macht nicht in erster Linie "schauspielerischen" Sinn, sondern wurde im Lauf der Evolution als "Abbruchsignal" gegen übergriffiges Verhalten anderer entwickelt. Deshalb ist das Verhalten durch entsprechende Situationen auslösbar UND mit der dazugehörigen Emotion verknüpft.

    Bestimmt hast Du schon mal gehört, dass man, wenn man sich nicht gut/glücklich oä. fühlt, man sich grade hinstellen, braustraus, Rückengrade, Lächeln soll? Weil man damit die Emotion, die diese Verhalten eigentlich AUSLÖSEN umgekehrt auch hervorgerufen werden können?
    Es gibt da eine netteUntersuchung: man hat z.B. Leute Begriffe, die Alt, Krank, Unwohlsein, Gebrechen, etc ausdrückten, lesen lassen und danach gefragt, wie die Leute sich fühlen und gemessen/beobachtet, wie schnell, schwungvoll sich die Personen bewegen - guess what. Die Leute waren durch das Lesen dieser Begriffe quasi gefühlsmäßig um jahre gealtert :D

    Wenn sich also ein Hund vermeintlich "schauspielernd" zitternd auf den Rücken wirft, hört für mich ja jegliches Schauspielern auf.

    Ausserdem finde ich, dass ein Hund schon durchaus kommunizieren darf, wenn ihm grad was sehr zuviel wird. Wenn man genauer zu"hört", braucht man nämlich nicht mehr auf solche angeblichen "Dramaqueen" Signale zu warten - z.B. zusammengezogene Augenbrauen, zuckende Ohren, gesträubte Vibrissen sagen es doch schon viel früher.


    Kommunikation ist NIE eine Einbahnstraße - und ich finde es ziemlich erschreckend, wenn ein Hund "zittern, auf den Rücken werfen" als Taktik lernen muß, weil seine hundesprachlegasthenischen Zweibeiner die subtileren Signale, die er zuvor zeigte offenbar nicht verstehen...

    Zitat

    Wie hast du ihn denn "geschimpft" ?

    Wenn du ihn angebrüllt hast, wunderts mich nicht. Hast halt ein Sensibelchen.

    Es gibt allerdings auch Hunde, die so schlau sind, dass sie zittern und sich auf den Rücken schmeißen, weil sie genau wissen dann passiert nichts mehr.

    Genau dazu ist das Verhalten ja auch da!

    Gegen das Anspringen:

    - Rückruf üben, üben, üben und hochwertigst bestärken!!!
    - "Alle Pfoten am Boden" bestärken, bestärken, bestärken
    - möglichst alle Möglichkeiten "Anspringen" auszuführen per Management (Rückruf, Schleppleine, Leine so verkürzen (nicht rucken), dass der Hund nicht an den "anzuspringenden" herankommt.
    - anspringen auf Signal setzen. =)

    Letzteres, weil ich das selbstbelohnende Verhalten dann als Belohnung für anderes gewünschtes Verhalten einsetzen kann. Ich frag es z.B. auch dann bei MIR ab, wenn der Hund das einfach machen muß, bei der anderen Person aber nicht darf. Dann ist der Hund da wo er hinwollte - nämlich oben, und zwar "auf Befehl" ;) und der andere Mensch könnte z.B. jetzt streicheln, ohne sich zu bücken und selber dabei umgerammt zu werden. Nett bei Kindern, die das alleine noch nicht geregelt bekommen, oder bei nicht standfesten Personen, oä.