Beiträge von Shoppy

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    Ich Blondie hab ne Frage ;D

    Heißt das der HF steht dann immer da und ruft z.B. "Hundename + komm" (als Umorientierungssignal) und "schnell-schnell-schnell" (als Anker)? Oder ist das irgendwann Hundename + komm + 1x "schnell"?
    :skeptisch:


    Eigentlich unterstützt das wiederholte Ankersignal das Zurückkommen - es ist ein "keep - going" signal - daher, jaaa, man steht da und ruft "schnell, schnell, schnell..." oder was auch immer man gewählt hat.

    Meine haben alle einen ziemlichen Radius, da würde man sich ins Koma Rufen/Pfeiffen
    Ich mach es so, dass, wenn sie noch etwas weg sind, die Pausen zwischen den tüttüts /schnell schnell etwas länger sind - und je näher sie kommen/je schneller sie laufen - oder wenn sie schneller laufen SOLLEN, erhöhe ich die Frequenz, sprich, die Anker kommen schneller hintereinander.
    Sind sie nur paar Meter weg, benutz ich auch mal nur das UOS oder nur den Anker.

    Wenn ich das (hoffentlich) richtig verstanden habe, sind die Gründe, warum man den Anker beibehält und nicht dann wieder auf einmal ausschleicht, folgenden:

    - man läd es sich ja "mit dem Benutzen" wegen der anschließenden Bestärkung automatisch auch wieder auf und muß daher nicht extra Zeit zum "wiederaufladen" verwenden - wie z.B. beim Superschlachtruf.
    Gut - ich mach das mit meinen Rückrufspielchen - aber bei den Jagdnasen brauche ich einen sitzenden RR, sonst können die nicht in den Freilauf. (und ausserdem benutze ich die RR-Spielchen, siehe ganz oberster Beitrag, ja auch als Radiustraining und als "an lokkerer Leine"-Shaping-Gelegenheit.

    - der Anker macht es dem Hund viel einfacher, unterwegs auftauchenden Ablenkungen zu widerstehen. So ein Einzelenes "Hier" oder "Komm" oder "Pfiff" ist schnell vergessen, wenn man 5 Sekunden danach was interessantes erspäht/erriecht - da "erinnert" der Anker, was denn grad gemacht werden soll, und welches Verhalten die Bestärkung einfahren wird.

    Oh, die Überschrifft kam mir bekannt vor ;)

    Ich freu mich, dass ich jemanden "erleuchten" konnte :roll: :hust:


    Mein "Umorientierungssignal" (langer Pfiff bzw. Name+Komm) waren jeweils zuvor schon als "alleiniges RR-Signal" aufgebaut - der Pfiff war sogar zuvor als Superschlachtruf gedacht und entsprechend konditioniert.

    Ich bemühe mich, alle Einzelbestandteile sehr oft und sehr variabel (mit unterschiedlichen BestärkerARTEN) zu konditionieren (zum Mäusebuddeln schicken, kollerndes Leckerchen hetzen, Mäuschen-Spiel, mich anspringen dürfen, mit mir rumhüpfen, zum Misthaufen rennen dürfen, zurück zu den anderen Hunden... unter anderem deshalb habe ich auch diesen "benenne das Verhalten"-Wahn =) Ich will Premacken *kicher*

    Das ist auch ein wesentlicher Unterschied zum Superschlachtruf, der ja A.) mit immer der gleichen Superbelohnung konditioniert wird, und den man nach dem Aufbau nur sehr selten einsetzen soll.
    Ich fand das für den Gebrauch einfach zu unpraktisch - ich brauchte etwas, dass ich einfach grundsätzlich als sehr sehr zuverlässigen Rückruf benutzen konnte, ohne mir vorher überlegen zu müssen, ist es jetzt eine hochdramatische Situation, "verrbrauch" ich mir dazu einen Superschlachtruf?
    Und ausserdem - Wenn es nur mit einem Bestärker verknüpft ist - kommt der Hund dann nicht ins abwägen, wenn die Konsequenz nicht der Motivation entspricht? Das ist ja ein Kritikpunkt, den man immer wieder hört: "wenn er nen Hasen... kann ich mit dem Leckerchen...."


    Gandhi und Easy (und der Vorgänger-Pflegehund Sammy Sausesetter) haben das übrigens jeweils im "mitgehen" gelernt - die waren/sind ja anfangs an der Schleppe gesichert, und demzufolge IMMER da, wenn ich Pfiff, und haben teilweise z.B. eine Futtertube in der Schnutte gehabt, während ich eins der Signale von mir gab - das hat offenbar gleich nachhaltig geprägt.
    Als der Gandhi das erste Mal im Freilauf war, war das mal sowas von nicht geplant, denn es war am Waldrand, er war schon ziemlich hochgedreht. Und dabei ist er dann auch losgebrettert, und wenn ich die Schleppe nicht losgelassen hätte, wären ich, ein mitgänger samt Hund im Schlehengebüschgraben gelandet - dann lieber Leine los - Innerhalb von Sekunden war er auf Höchstgeschwindigkeit, und gleich drauf nicht mehr zu sehen *ohooooooooo*...
    Also hab ich wohl mal gepfiffen, und dachte dabei, na, da kann ja nix werden. Ich hab nüscht gesehen, der Mitgänger sagte: "der ist auf der anderen Seite des Gebüschstreifens un findet den Eingang nicht." Da rannte er tatächlich hin und her - ich also Anker gepfiffen, und schwupp war er wieder da - mir und den anderen sind die Augen rausgefallen....

    Ich hab den Schlumpf auch schon von durchstartendem Reh (dickes braunes langsam hoppelndes Reh, auf riesenigem weißen Feld - ich war bestimmt 500 Meter vom Hund weg....) abgerufen - das UOS hat ihn "rumgeworfen" und der Anker "rangesaugt" - obergeil...


    Ich glaub, ich muß auch mal Filmchen machen - allerdings ist er als Bracke halt immer sehr weit wech - und schwarzer auf grau in grau, ob man da überhaupt was sieht??

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    huhu und bevor ich im Eifer des Gefechts das Dankesehr vergesse: Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung, die nebenbei bemerkt total genial geschrieben ist
    und nun mal mein Senf dazu:


    Danke!
    Bitte!
    *kicher*


    Na, das ist doch schon mal was!!


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    Das hab ich glaub ich aus Versehen gemacht. Beispielsweise mussten wir Bus fahren und an der Wartestelle rumstehen (bzw. ich und mein Enki hat Panik gehabt). Da ich dann einfach stehen geblieben bin und er durch die Leine eingeschränkt war, dachte ich mir: Gut, geb ich dir was zu tun. Weil beschäftigter Hund kann net soviel Restenergie für Angst aufbringen. Siehe da: Mittlerweile setzt er sich auf Kommando zu 80% hin und verharrt. Das belohne ich immer mit C+B. Ein ruhiges langes Sitz und er hockt dann in der Regel nach ein- bis zweimal Ansprache.

    Das ist ja "nur" (nicht negativ gemeint) ein "Sitzsignal" - toll, dass es er es trotz aufsteigender Panik ausführen kann!!!
    Ich glaub, bei dem angekündigten Geschirrgriff ist es nochmal irgendwas anderes - ich hätte das wirklich auch nicht geglaubt - man konditioniert das so vor sich hin, "wochenlang" tut sich nichts wesentliches (wir hatten da auch noch mit der unbehandelten SDu zu tun), wenden es zwar in der Situation an, aber den Hund zerreißt es trotzdem - unglaublich wieviel Kraft son zartes 23 Kilo-Hundchen aufbringen kann, wenn es partout das blöde Auto fressen will - ich hab manchmal auf der Leine gestanden, und mit beiden Händen an zwei Stellen das Geschirr festgehalten, und der konnte mich trotzdem fast umwerfen... und ich bin ehr "umfangreich" gebaut :pfeif: ...
    Und dann auf einem Spaziergang, wo ich nach 5 Minuten nicht nur umdrehen, sondern den Hund an die Orga zurückgeben und nie weider Hundetrainer sein wollte, und vor Frust und Wut und weil ichs so schade fand, und mir nach albernen 5 minuten schon alle Knochen whe taten, Tränen in den Augen hatte, weil der wie ein Idiot an der Leine rumflog und offenbar NIX ging, hab ich aus lauter Verzweiflung "STOP" gesagt - und der Hundehintern klappte auf den Boden!
    Platsch!
    Und ne halbe Sekunde später kommt die Nase rumgeschwenkt und fragt mich "ich sitze, also bin ich, was nu??" Hysterie abgeschaltet ich so :???: "JAAAAAAAAAAAAAAAA" *Jackpot*


    Und seit dem ging das in den meisten Situationen - und wenn das Wort alleine nicht reicht, dann schaltet er spätestens auf den Griff ins Geschirr auf Vorderhirn um.

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    Ja irre, das kenne ich auch. Nach dem Sitz tritt merklich Entspannung ein, der Blick wird klarer, die Ohren stellen sich in Normalposition etc. Ich merke das ihm meine Nähe tatsächlich gut tut, d.h. ich lege ihm wenn er neben mir sitzt und er wieder hibbelig wird die Hand auf die Brust oder an die Schulter und streiche ihn beruhigend. Allein am Herzrhythmus merk ich, dass er dann runter kommt.

    jaaaaaaaaaaaa, das großartige Oxitozin - das ist bestimmt auch ein Bestandteil (wenn vielleicht auch kein wesentlicher) des Geschirrgriffs, denn man übt ja schließlich Zug auf das Geschirr und damit Druck auf die Haut aus - und dadurch wird Oxitozin ausgeschüttet.

    Oh - wo ich das sage - hast du schon mal von Körperbändern oder Thundershirts gehört? Das kann bei ängstlichen Hunde sehr gut helfen...

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    Der Ansatz mit der Benennung ist mir bekannt, das einzige was mich auf Dauer stören würde, ist das ich den Hund ständig zuquatsche oder stell ich mir das jetzt falsch vor?

    Guck oben Deine Punkte 1-3 an. Aus diesen Dingen kannst Du Kategorien bilden und für diese entsprechende "Vokabeln lernen": Kind/Kinder, Autos, Leute. Fertig!

    Jep, anfangs quatscht man wohl ziemlich viel, je nachdem wieviele man von den Aufregern man halt auch so trifft und natürlich wie viele der Hund auch hat, die nicht in eine Katekorie zu packen sind - der Gandhi ist da sehr extrem, weil er halt auch noch Jagdtrieb auf alles mögliche hat.
    Das coole daran ist ja aber, dass man diese Vokabeln quasi überflüssig macht, weil der Hund sdie dazugehörigen Aufreger dann immer weniger dramatisch findet. :D
    Theoretisch kannst Du auf das Benennen verzichten, allerdings kannst Du dann den Hund auch nicht auf überraschend näher kommende Sachen aufmerksam machen, oder dem Hund sagen - "hey, lass uns grad mal dieses "Wo sind die Leute?"-Spiel machen, während wir hier in Sicherheit stehen, und die Leute weit genug weg sind." Denn damit damit kannst Du Desensibilisieren/Gegenkonditionieren - was nur wirklich gut funktioniert, wenn sich der Hund sicher fühlt - dann guckt er aber meistens nicht öfter als einmal zu diesen Aufregern hin und man hat nur eine, wenn mans nicht bemerkt hat keine Gelegenheit zum Verknüpfen "Leute" = "ich krieg großartiges Essen" (oder sonst irgendwas tolles).

    Ich stell es mir vor wie einen Bilderrahmen - den packt man durch das "zeigen und benennen" um jeden Aufreger herum - und je öfter man es schafft, ein "ungefährliches Bild vom Aufreger" in diesen Rahmen zu stellen, desto mehr kann er auf die aufregenderen Versionen der Aufreger (wenn die Leute dichter vorbei gehen / wenn die Kinder schneller rennen und lauter schreien...) "abfärben".
    Hoffentlich verstehst Du mein Gestammel :O


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    Ich clicke alles an was er draußen bewusst ansieht, bisher ohne Benennung. Ich wollte damit längerfristig nachdem wir echt jedes Lebewesen 1000mal geclickert haben eine Gegenkonditionierung erreichen. Also quasi: aha da ist was und wenn ich des anschau geht's mir gut weil Leckerli ergo "die Welt ist toll"... Das klappt übrigens mit Menschen mittlerweile immer besser, weil er von Angst zu unsicherer Neugier geswitcht ist.

    Muss ich zwangsläufig benennen?


    Phantastische Idee!!!
    Nein, Du mußt nicht alles benennen. Ich click auch alles mögliche an, was die Nasen so angucken. Genau aus dem Grund: "Huch, was ist das da wohl wieder neues? Aber egal was es ist, bestimmt passiert gleich was gutes!"

    ich würde die drei Gruppen von oben benennen - und anderes "angucken" einfach so anclicken, wenn Du das Gefühl hast, das könnte er als "Gefährlich" einstufen.

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    Ich mein ich feier im Moment Busse, LKWs und Baukräne und kündige die freudigst quietschend an und werf mit Leckerlis um mich.
    Wenn ich das mit allem mach was Enki anstarrt, dann muss ich 1. mit nem 5kg Leckerlisack raus und 2. bin ich dann in meiner Gegend nur noch am Geschichten erzählen :headbash: oder?


    Ich feier dabei nicht - das ganze geht möglicht ruhig zu - weil - ich will ja "entspanntes Verhalten" formen - und erregt ist der Hund schon - da braucht er nicht noch mehr Aufregung. Ich frag einfach nur "wo ist XY", Hund guckt, click, Leckerchen, vielleicht noch leises ruhiges Lob. Stell dir das ganze mehr wie so ein ruhiges Mantra vor.

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    Was ich gerne ausbauen würde ist Enkis Reaktion die er ab und zu mal zeigt: Irgendwas komisches passiert, beispielsweise Riesenhubschrauber schwebt über uns. Enki kriegt nen Riesenschreck, aber guckt nach dem ersten Zucker sofort zu mir, ich nick nur kurz und er marschiert einfach mit.

    Man hört immer: Man muss dem Hund beibringen wo Frauchen dich hinführt passiert dir nix. Da würd ich halt gern drauf hinaus.


    Gutes Ziel.
    Ist auch meins - deshalb auch nicht der Party-Ansatz. In solchen Situationen click ich diese "bei mir einchecken dann gerne mal an und sage "Jep, ich habs auch gesehen"

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    Das Hinterherlaufen hat für mich auch den Grund, dass ich teils auch körperlich nicht mehr kann, weil er dermaßen in der Leine hängt und ich ihn an mich dran angeln muss, wenn wir über nen normal breiten Gehweg gehen. Da bringt stehen bleiben auch nix.
    Alternativ kann er nämlich toll rumreißen oder wenn ich stehe dreimal um mich rumlaufen. Er ist ein Leichtgewicht mit 17 kg, aber mitunter geht das echt richtig auf den Rücken.
    Ich bin nur froh, dass ich mich auf das Dreibeingeschirr von Blaire verlassen kann!

    ha, rate, welcher von meinen Hunden am besten an der Leine geht - und auch schon dicht bei mir, weil ich das unglaublich bestärke, weil das einfach nicht geht, dass der in die 3 Meter Leine bzw dann in das vorbeifahrende Auto kachelt?
    So ist er dann so dicht dran, dass ich problemlos ins Geschirr greifen und notfalls auch noch auf die Leine steigen kann!!
    Gandhi kann auch wunderbar folgenden Trick: Lauerhaltung bekommen, paar Schritte rückwärts hoppeln, und dann voll in die Leine krachen! Autsch!!
    Aber zum Glück sind alle Tiere darauf gepolt, Ankündigungen von unangenehmen konsequenzen blitzartig zu lernen und sich darauf fix einzustellen - das hat er zwei mal gemacht - jetzt kann ich das mit meinen augen im Hinterkopf sehen, quasi *hihihi*

    Anfangs sah unser "Spaziergang" auch wirklich nicht nach "Gang" aus - das war mehr so ein "drei Schritte gehen, gucken, dass die Welt immer noch die gleiche ist, drei Schritte gehen, gucken, dass die Welt immer noch die gleiche ist, drei Schritte gehen.... oder auch mal nur einen Schritt, oder ziemlich lange rumstehen, bis die Welt aufhört zu beben, explodieren, oder was auch immer da in seinem Kopf abgegangen ist...
    Ich habs da zum Glück super-bequem: ich habs geschätze 50 Meter Dorfstraße bis zur nächsten Wiese, die an der besagten Straße liegt, und auf der man wunderbar mit der Distanz zu den bösen Autos spielen kann. Anfangs bin ich sehr oft nicht weiter als bis auf diese Wiese gekommen, weil das Hirnchen mehr einfach nicht verpackt hat.
    Nachdem er jetzt gut auf die SDU-Medis eingestellt ist, ist das kein Thema mehr, da kann er das alles verpacken, wenn man ihm die Hilfe gibt, die er noch braucht.

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    Meine kleine Cocker-Hündin läuft mir gerne auf Schritt und Tritt hinterher.Bislang dachte ich immer,sie sei einfach nur sehr anhänglich,ausserdem bekommen meine Hunde immer mal einen leckerlie zwischendurch weil ich sie aus der Hand füttere.So habe ich ihr Verhalten so interpretiert,dass sie mitkam weil sie ja das eventuelle Leckerlie nicht verpassen wollte.

    Genau - Deine Hündin zeigt Verhalten, dass Du verstärkt hast.

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    Neulich war ein Freund von uns mit seinem Junghund bei uns und wir liessen die Hunde im Garten spielen.Meine Cocker Hündin wich mir keinen Zentimeter von der Seite und verbellte den Junghund wenn er sich mir näherte,sie versuchte ihn richtig zu vertreiben.Beschützt und kontrolliert sie mich?
    Wie kann man das abstellen,einfach in dem ich das nicht dulde?Und ihr klar zeige wer der Chef ist,oder.... :ops:

    Lg
    Honigpop

    Ich denke, Du bist eine wichtige Ressource (Du hast all die tollen Bestärker unter Kontrolle) und Du gibst ihr Sicherheit - wenn sie alleine mit Dir ist, ist sie "konkurenzlos glücklich" - nun war ein anderer Hund da - und wir alle wissen, dass Teilen erst gelernt werden muß.
    Daraus wird dann auch gleich klar, was Du üben mußt - Und das hat nicht so sehr was mit "abstellen" oder "Chef sein" zu tun, sondern mit der Erweiterung ihres Sicherheitsgefühls: sie sollte lernen, dass sie auch dann sicher ist, und auf Dich und Deine/Ihre Ressourcen zählen kann, wenn ein "Konkurrent (ein anderer Hund) anwesend ist/sich nähert.

    Ich verknappe dazu nichts (Aufmerksamkeit, Belohnungen, etc.), sondern das gibt es genau DANN erstärkt - Mehr Leckerchen, wenn sich ein anderer Hund nähert, mehr Aufmerksamkeit, wenn ein anderer Hund da ist, Jackpots, wenn ich einen anderen Hund anfasse.

    Da ich mehrere Hunde habe - und zwei davon (beide als Pflegehunde, einer davon ist inzwischen "mir" und darf für immer bleiben) als schlimme Ressourcen-Verteidiger hier angekommen sind, kann ich da mehrere Lieder von singen. Zum Glück ist mein erster Hund ein toller Co-Trainer - der selbstständig weg geht und wieder kommt, sodass ich genau die Situation "böser Konkurrent nähert sich, dafür gibts richtig geile Sachen" ohne Hilfe von anderen üben konnte.
    Mit anderen Worten. Eins der Ressourcenschweinchen war direkt bei mir - das andere hat derweil in seiner Box gewartet, und der Crispel hat "näherkommen/weggehen" praktiziert :D
    Dafür hat das Ressourcenschweinchen Krauleinheiten, allerdickstes Lob und Leckerchen kassiert (der Crispel bekom logischerweise auch Lob und Leckerchen (er bekoam sie zugeworfen).

    Sobald der neue Hund es nicht mehr problematisch fand, dass sich der Konkurrent näherte, sondern sogar super, weil da gibts ja all die tollen Sachen, habe ich auch angefangen, das "Ein Löffelchen für Pappa"-Spiel zu spielen.

    Jeder kennt das ja vielleicht, dass man beim Füttern von Kleinkindern die "Verwandschaft durchfüttert": "ein Löffelchen für Mama, ein Löffelchen für Pappa, ein Löffelchen für...".
    Bei mir geht das ein bißchen anders - ich lass die Hunde um mich rum sitzen, und kündige dann mit "Eins für Crispel" oder "eins für Gandhi" oder "eins für Easy" an, wem ich das nächste Leckerchen geben werde.
    Damit ist für jeden klar, wer es bekommt - und, noch viel wichtiger, wer nicht :D
    Dieses Spiel ermöglicht es den Hunden zu lernen, dass, nachdem Hund A was bekommen hat, er selber wahrscheinlich auch was bekommt, und dass man deshalb nicht hektisch bellen oder gar schnappen muß - Frauchen sorgt für gerechte Verteilung.
    Als Nebeneffekt wertet man ungeheuer die Bedeutung des Hundenamens auf - das ist super, das muß man sowieso, das hilft wahnsinnig beim Aufbau, Festigen und Erhaltung anderer Signale, z.B. dem Rückruf, wenn der Name als Aufmerksamkeitssignal davor geschaltet wird.

    Übrigens hat "kontrollieren wollen" was mit verlorener Sicherheit zu tun - nicht mit "Rebellion" - sondern mit Angst, weil man keinen einfluß auf den Ausgang einer Situation sieht.
    Deshalb find ich die Aussage eines TV-Trainers, dass ein Hund "Kontrollverlust hat" und die Schlüsse, die er daraus zieht, ziemlich schlimm...
    Wers nicht glaub, google den Begriff "Kontrollerlust" und was der wirklich bedeutet.

    ich click in "anstarren" rein - und gebe die Belohnung so, dass sich der Hund minimal abwenden muß - wrilich nur ein paar Milimeter Nasendrehung - dann darf sofort wieder geguckt werden - was ich sofort wieder anclicke - Leckerchen wieder leicht seitlich der Hundenase anreichen. Nach und nach erschiebe ich den "übergabepunkt so, dass richtig weggeguckt werden muß.
    DAmit bestärkst Du zwar "zu den interessanten Leuten gucken" - verkürzt aber erstens das "laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange fixieren" zu einem sehr kurzen "Oi, daa sind die!". Zweitens bestärkt man das "von den interessanten Leuten WEG gucken - durch die Wahl, wie und wo man die Belohnung gibt. Und drittens fügt man sich hinterlistig in das Verhalten ein - es ist kein "Hund macht es alleine"-Verhalten mehr, sondern ein Spiel von Hund und Mensch gemeinsam. Dadurch - durch die entstehende Kommunikation - ist der Hund dann ehr bereit, und ich mein damit nicht "will" sondern KANN =) andere Signale wahrnehmen und ausführen, z.B. mit dir mitgehen.

    Derzeit ist ihre gesamte Aufmerksamkeit auf diesen Fußgängern - und DU bist nur eine läßtige *sorry* ;) Ablenkung, die versucht, sie von ihrem für sie sehr wichtigen Verhalten abzubringen. Durch das Reinclicken in das Anstarren stellt sie fest, dass sich das Hingucken lohnt, das Weggucken auch, und dass Du mitbekommst, was wichtig für sie ist. Dadurch ist der Konflikt "Hund muß starren" - "Hund soll machen was Mensch will" komplett behoben.
    Es ist kein "Gegeneinander" mehr - sondern ein Teamsport :gut:

    Ich nenn es das "Wo ist das XY?"-Spiel - XY steht für das, was der jeweilige Hund unbedingt beobachten muß, z.B. weil er es interessant findet, jagen will, oder weil er Angst davor hat.

    Bei Ute Blaschke-Bertholt, von der ich das gelernt habe, nennt es "zeigen und benennen"

    Und es ist genial - ich weiß ganz echt nicht, wie man überhaupt ohne auskommen kann :)

    Zitat

    So habe ich das allerdings noch nicht gesehen :D . Zum Glück war ich schon von Anfang an auf einem Hundeplatz und dort galt das Gesetz, dass an der Leine nicht gespielt wird. Gut, es haben sich nicht immer alle dran gehalten, aber im Prinzip war das ja so richtig. Auch jetzt ist es dort noch so, dass fremde Hunde erstmal keinen Kontakt an der Leine aufnehmen sollen, das können sie später auf dem Platz.


    Ja, weil sich leider auch im wahren Leben da immer wieder mal einer nicht dran hält und sich von seinem Fifi zu anderen ziehen läßt - oder alternativ, seinen unangeleinten Hund zu angeleinten Hunden hinrennen läßt, habe ich angefanngen genau dieses zu üben - Leinenbegegnungen. Jetzt haben meine Hunde, und die Kunden, mit denen ich das üben, die Möglichkeit, Leinenbegegnungen aus dem Weg zu gehen, wenn das möglich ist. Andererseits ist es für die Hunde sehr viel weniger problematisch (weil bekannt, und vielfach bestärkt), wenn so Vollpfosten die Hundehalterettikette nicht kennen, und |) durch die Gegend latschen, und seinen Hund an unsere angeleinten Hunde ranläßt. ä


    Ach ja - schön dass alles so fein klappt :gut:

    ooooh doch - ich sage nur Fuchs- oder Wildschweinkaka!! Mäuseleichen sind natürlich auch oberhammer!! :D

    Zum Glück ist er kurzhaarig.

    ne mal im Ernst, Hunde finden das Zeug - und wenn sie drauf stehen, entwickeln sie unglaubliche Strategien da hin zu gelangen, ohne das Mensch es merkt - besonders wenn man es immer verbietet - man erknappt die Ressource und sie wird tatataaaaaaaaaaaaaa, wertoller!

    Deshalb rauben Räuber ja auch Banken und keine Getreidesilos aus ;)

    Eigentlich war meine Wälz-Clickerei dafür nicht gedacht - ich lad den nur einfach gerne mit allem auf, was der jeweilige Hund obergeil findet (ich clicke den Crispel, wenn er auf den Misthaufen klettert, und ich schick ihn zur Belohung eines Rückrufs da schon mal mit Absicht hin...) - als Supersonderdraufgabe krieg ich jetzt auch noch Kontrolle über das Wälzerhalten, geil...

    Habt ihr schon mal das erstaunte Gesicht von nem Hund gesehen, der feststellt, dass er nicht wie erwartet im Fuchskaka gelandet ist, weil er auf dem Click sein Verhalten kurz vor der "Schulterrolle in den SuperStink" abgebrochen, zurück gekommen und nun nen Wurstkrümel statt Kaka in der Schnute hat und er dann auch noch gesagt bekommt, nu dürfe er??

    und man sieht die Sprechblase "Hää? was dürfen??? Lass uns weitergehen...."

    tja dann ohne wälzen...

    trallalaaaaaaaaaaaaaaaa

    ach was seid ihr gemein - ich bau das grad bei meinem Pflegelhund als Signal auf - damit ich es als Superjackpo nutzen kann.
    Interessanterweise zeigt er mir die Haufen jetzt manchmaler erst an, bevor er sich hineinwirft. Mit anderen Worten: weil ich es clickere, dass er sich drin wälzt *nasezuhalt*, stellt er jetzt sicher, dass ich es auch SEHE, dass er sich gleich drin wälzen wird.
    Der nächste Schritt ist, sich vor dem Wälzen erst noch mal abrufenlassen - und dann als Jackpot "Eau de Cacaa" :lachtot:
    und wenn wir das haben, wird auf ariable Bestärkung umgestellt...
    Hach, Clickertraining ist genial...


    In die Dusche hüpfen hat er per Target training gelernt.