Huhu,
das "Problem" bekomme ich auch recht häufig vorgestellt. oft on Leuten, die mit ihrem hund in einer Welpenstunden waren, wo es mit "Leine ab, erstmal spielen" losging.
Da lernt der Hunde nämlich gleich "wunderbar"
, dass "anderer Hund erscheint = SPIELEEEEEEEEEEEEEEEEN!"
bedeutet.
Wenns Welpi dann wächst, und sowieso die Welt entdeckt, ist es dann um so schwieriger, den Hund zu überzeugen, dass NICHT jeder andere Hund nur kommt, um mit ihnen zu spielen...
Wir arbeiten daran mit mehreren Sachen.
Erstmal werten wir in "Störhundefreien" Situationen den Rückruf auf - manchmal hatten die Leute noch gr keinen, weil der Welpi ja immer fein von alleine hinterherrennt... Oder sie hatten ihn sich den RR schon so versaut, dass ein neuer aufgebaut werden mußte...
Ich lehre dabei den "Doppelten Rückruf" (https://www.dogforum.de/der-doppelte-ruckruf-t126830.html), der ist für die meisten Leute und hunde komplett neu, und daher noch nicht mit irgendwelchen blöden Verknüpfungen belastet. (google Poisened Cue). Der DRR wird in ablenkungsfreier Umgebung aufgebaut - und dann werden nach und nach Ablenkungen dazugenommen.
Ausserdem führe ich das "Wo ist der Hund"-Spiel ein (ist auch unter "Zeigen und Benennen" bekannt.
Dabei clicken wir den Hund, der einen anderen Hund erspäht hat, an - und reichen ein Leckerchen so, dass er die Nase etwas drehen muß. (durch das Drehen der Nase soll der Hund lernen, sich von dem anderen Hund abzuwenden. Das ollständige Abwenden, oder gar umdrehen ist in den meisten Fällen als erster Schritt den Hunden nicht möglich - sie KÖNNEN einfach nicht, also zerlegen wir dieses Verhalten in kleine Schritte.
Nach dem "anderen Hund angucken", Click und Leckerchen darf der Hund sofort wieder gucken, das wird auch sofort wieder angeclickt und bestärkt.
Klingt Kontraproduktiv. Ich weiß. Man "belohnt" den Hund für "anderen Hund anstarren" - gell??
Nicht ganz.
Erstens lernt der Hund ja, dass man die Nase etwas wegdrehen, und damit ganz kurz wegsehen kann (das wird dann im weiteren zum "ganz umdrehen" geformt) und zweitens macht man sich selber in dem "anderen Hund anseh"-Verhalten "breit - Man macht es zu einem Spiel, dass der Hund mit seinem Halter spielt.
Und drittens lernt der Hund, dass man gar nicht ziehen oder hampeln muß, wenn man einen anderen Hund sieht - am schlausten ist es sogar, wenn man in Kommunikation mit seinem Menschen tritt, denn das lohnt sich.
Durch das Gucken dürfen nimmt der Hund seinen menschen nicht mehr als Barriere wahr, sondern als "Mitspieler" dadurch klappt es meistens ganz schnell, dass diese furchtbare dringlichkeit "unbedingt zum anderen Hund müssen" wegfällt. Man kann sich langsam und gesittet annähern - ansonsten hat man es ja dann oft, das die Hunde gelernt haben, "wenn ich einen anderen Hund seh, fängt Muddi mich ein, also muß ich schneller reagieren, und gleich losbrettern!" Was nicht nur doof für den Hundehalter ist, sondern auch für den anderen Hund, denn auf den rast nun ein Hund zu, der es aus zwei Gründen eilig hat - und Hunde mögen es gar nicht so gern, wenn ein anderer auf sie zu rennt, ohne die Hundeettikette zu beachten....
Und schon hat man einen dummen Teufelskreis. Der Hund hat es immer eiliger - und läßt dabei mehr oder weniger die hundeettikette hinten über fallen. Der andere hund findet es nicht nett und äußert sich entsprechend, und schon hat man Gerangel.
Wenn man den Hund an der Leine hat, und er deshalb nicht zum anderen Hund kann, hat man das was man "Barrierefrustration" nennt - und woraus sich bei entsprecchendem Temperament und einigen weitere nicht beabsichtigten, denn dennoch auftretenden Zutaten schnell Leinenpöbelei entwickeln kann. 
Wenn man in einer entsprechenden Trainingsgruppe arbeitet, kann man auch auf Absprache "spielen mit dem anderen Hund" als Belohnung einsetzen.
Das geht dann meistens relativ problemlos, weil sich die Hunde nicht so in Rage fixiert und frustriert haben. Und DANN funktioniert auch der Rückruf besser, weil hund hat ja nicht so die Not, dass Mensch einem vom tollen Spielen abhalten will, immer nur...