Beiträge von Shoppy

    Niemand, der den DRR komisch, überflüssig oder seltsam findet, ist gezungen, ihn anzuwenden.
    Niehmand muß ihn DRR nennen, zum "Rückruf"-Teil jetzt Umorientierungssignal sagen, und zu dem, was manche Menschen eben "anfeuern" nennen, Anker sagen.
    So sind halt die Begriffe, mit denen ich dieses für mich sehr nützliche Werkzeug kennen gelernt habe, und das ich seit dem ich kapiert hab, wie es funktioniert und wie mans aufbaut, benutze.

    Es ist wie immer: man denkt drüber nach, findet es eben sinnlos, oder man ist sich noch nicht so darüber im klaren, oder es passt halt mehr oder weniger Nahtlos in das, was man sonst auch schon macht.


    Ganz offenbar gibt es Leute, die dieses noch gar nicht kannten, die es jetzt ausprobiert haben, und gut damit klar kommen.
    Ganz offenbar gibt es Leute, die was gelesen haben, es nicht verstanden haben, und trotzem laut schimpfen.
    Und es gibt, wie immer sonst auch überall, Leute, die es verstanden haben, aber es passt aus irgend einem Grund halt nicht, oder jedenfalls nicht ganz genau so ins eigene Konzept...


    Dafür, dass das so ist, wie es immer ist, find ich den thread ziemlich großartig, weil sich das übliche "wattebauschblödsinn ist sowieso scheiße"-Gelaber sich in Grenzen hält :D

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    Na das ist doch mal ne positive Bilanz

    find ich auch :gut:
    und auch gleich mit eigener Fehleranalyse, supergut

    Zu dem Bölken, wenn andere Hunde sich treffen oder miteinander spielen und rennen - da gibts ja auch gerne mal). Eine kundin von mir hat einen jungen Aussi-Rüden, den so etwas schlimm augeregt hat - wenn er nicht hin konnte zum mitmischen. Dann hat er ziemlich hochfrequent geschrien.
    Sie hat solche Situationen gezielt, und kontrolliert genutzt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass der Abstand anfangs ausreichend war. Wir haben "mitmischen dürfen" als Bestärker eingesetz, wenn das möglich war. Wir haben das konditionierte Entspannungssignal eingesetzt, Geschirrgriff und ganz viel "Wo ist der Hund". Im Freilauf ist er immer noch voll im Sturm und drang - aber jederzeit aus dem Spiel abrufbar. An der Leine guckt er den wildesten Spielen zu - und man sieht, dass er gene mitmachen würde, aber er guckt, dreht sich zu Frauchen, guckt wieder zu, dreht sich wieder zu Frauchen - und kann ohne Tobsuchtsanfall umdrehen und von der Szene weg gehen. :D
    Wenn er mit anderen spielt, guckt er, wo Frauchen ist, und wenn sie geht, brettert er hinterher.
    Finde ich ziemlich spektakulär :gut:

    Ich denke, das war viel zu viel gewollt - arbeite erstmal daran, dass er entspant von A nach B kommt - und nimm nur die Hälfte der Strecke, die Du für viel zu kurz hälst - das reicht nämlich :)

    Lieber winzig kurze Strecken, auf denen beinahe alles wundervoll klappt, als lange Strecken, wo nur ab und an was funktioniert.
    Welcher Abschnitt war gut? Bei dem, wo er sich nicht auch noch bewegen mußte. Das ist der Start: fahr wo hin wo du direkt - oder nach nur ein paar Metern sitzen und beobachten lassen kannst.
    Setz die Leckerchen gezielt für "guckt XY an" ein. Mach das für sagen wir mal zehn Minuten. Dann zurück zum Auto. Schön wäre, wenn er im Auto schlafen könnte.
    Dann fährst du entweder nach Hause, oder zu einem Spaziergehgebiet, wo aus seiner sicht absolut tote hose ist, und er einfach rumschlubbern kann.

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    Ich bin so hin- und hergerissen. Sehe in allen Argumenten sinniges und unsinniges und denke, ich bin kein 'Clickerer', finde aber den Weg ganz interessant. Ich habe zur Zeit keinen Hund - brauche noch etwas Zeit - habe aber mit meinem vorherigen Hund und dem Clickern nur im Spassbereich gearbeitet.

    Ich wuerde gerne von Dir Erklärungen zu folgenden Punkten haben, um es besser verstehen zu können:
    - Was ist Meidemotivation, wie baut man die auf und wie arbeitet man sie mit Clickern ein?

    Lebewesen vermeiden, was ihnen unangenehm ist, oder was Sie erwarten, dass es unangenehm werden könnte. Strafen wendet man deshalb an: Hunde sollen lernen, das bestrafte Verhalten zu unterlassen, weil sie eben die Bestrafung vermeiden wollen.
    Selbstverständlich funktioniert das, es hat nur bestimmte Regeln, die man beachten muß, und Nebenwirkungen, über die man sich im klaren sein muß. Was mich stört ist, dass man die "Risiken und Nebenwirkungen" selten von denen erklärt bekommt, die die Anwendung Bestrafungen empfehlen.


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    - Kannst Du Dich auf Deinem Hundespaziergang auch um Dich und Deine Mitmenschen kümmern, oder musst Du mit dem Clicker in der Hand 'allzeit bereit' sein, um gewünschtes Verhalten zu belohnen?

    Ja - das kommt natürlich auch etwas davon ab, wie groß/klein die Baustellen des Hundes sind.
    Es ziemlich genau wie "Autofahren lernen" - anfangs ist man leicht wegen der ganzen vielen Sachen, die man beachten muß, vielleicht überfordert, sodass man nicht auch noch mit Mitspazierern reden kann. Aber das automatisiert sich alles, und igendwann kann man mit Hndschaltung am Berg anfahren, Blicker anmachen, Scheinwerfer und Scheibenwischer aus, und auch noch die kinder dirigieren, damit die auf der Rückbank nicht anfangen, dummes Zeug zu treiben.


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    - Was passiert, wenn Du vergisst oder es nicht schaffst 'richtiges' Verhalten mit Click zu belohnen und der Hund ausserdem keine Belohnung (Leckerchen) für sein richtiges Verhalten bekommt? Fängt man dann nicht wieder weiter vorne an, um sich an den 'alten Vertrauensstand' heranzuclickern'

    Nö. Das ist ja das gute bei der Positiven Bestärkung - man kann mal das falsche bestärken, oder auch mal was besonders tolles gar nicht.
    Im gegensatz dazu ist eine der oben erwähnten Regeln bei der Anwendung von Bestrafung: Man MUSS das Verhalten IMMER bestrafen. Also schon beim aller ersten Auftreten, beim letzten Auftreten, und bei allen anderen dazwischen auch. Die Einhaltung dieser Regel ist meines Erachtens nicht mal von Perfektionisten mit Adleraugen zu leisten.
    Ausserdem sind Leckerchen nicht immer Bestärker (z.B. wenn dem Hund schlecht ist, oder er satt ist, oder er starken Streß ist). Und es gibt viel mehr Bestärker als Futter.


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    - Wie funktioniert es, dass der Hund, der gerne mit Hunden pöbelt, im Bogen um Hunde herumläuft, obwohl Du 15 Meter weit entfernt bist? Haltet ihr Blickkontakt? Clickst Du regelmäßig. Kommt der Hund zu Dir, sobald Du clickst.

    Durch Übung ;D
    Das ist in etwa so, als ob man fragt: wie funktioniert es, dass das I-Dötzchen die Berufsausbildung mit 1+ abschließt?
    Erstmal lernen Kinder, wie man sich in eriner Schule verhält, dann Lesen, Schreiben und Rechnen, dann weitere Fächer. Das ganze dann mit steigender Anforderung über mehrere Jahre und machen dann eine Ausbildung...
    Bei Hunde dauert es zum Glück meistens keine Jahre. Man muß sich halt vorab überlegen: was macht der hund momentan, was soll er eigentlich tun, wie sieht jeweils genau aus, und wie kommen wir vom IST- zum SOLL-Zustand. Dazu braucht man Zwischenziele.
    Eins meiner ersten in diesem Themenbereich wäre "entspanntbleiben können bei Hundesichtung - beide Hunde bewegens sich nicht oder langsam". Dazwischen gibts dann "an der Leine langsam dran vorbei gehen (mit geringer werdender Distanz), und "Abrufen vom anderen Hund", "Deeskalierende Signale" u.ä.

    Und dann ist das wie bei Kindern und der Ausbildung - manche lernen schnell alles was sie anpacken und machen die Ausbildung scheinbar mühelos, und andere schaffen es nur mit Mühen, oder vielleicht soger nie. Und genau wie bei Menschen hängt das auch davon ab, wie sie dabei unterstützt oder behindert werden.


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    Sorry für die vielen Fragen. Ich bin gespannt auf Deine Antworten!

    Gruss
    Klaus

    Niemals für wichtige Fragen entschuldigen :D

    Naja, die "reden" halt miteinander. wir können nicht genau wissen, was sie sich da mitteilen, aber vielleicht war der eine eben anderer unhöflicher als der andere, und Jack hat ihm nur gesagt, er soll mal seinen Stinkefinger fein wieder einziehen!

    Ich würde das nicht überbewerten, und einfach erstaml so weiter machen. Merks Dir - vielleich zeichnet sich ein Trend ab "Schwarze Hunde mit hochgetragener Rute, oder so, und bei denen achtest du dann halt auf ein paar Zentimeter mehr Abstand, oder andere Dinge, die es für Jack leichter machen.

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    Und für mich gibts da keinen Unterschied in der Basis !
    Du siehst den Hund aufs Kind zurennen, rufst STOP und erzählst dem Hund dann, was er tun soll (vermute ich mal).

    Nö, da würde ich direkt abrufen.


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    Ich sehe meinen Hund auf dem Weg dorthin, ruf Lass Es (mein NEIN). Was Hundchen danach tut ist mir schnuppe, ausser er überlegt noch, dann schieb ich ein Komm nach.

    Wir brechen beide ein Verhalten ab -> nix anderes als strafen

    Nein, das ist nicht das gleiche. Ich baue die Signale mit positiver Bestärkung auf. Ich muß also aufpassen, dass ich das "unerwünschte" Verhalten möglichst frühzeitig unterbreche, weil ich nämlich ansonsten gefahr Laufe, das unerwünschte Verhalten zu bestärken :D denn meine Signale sind durch den aufbau tertiäre Bestärker.


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    Und ich glaube nicht, daß wir (ausser dem Clicker) unsere Kommandos anders aufgebaut haben. Oder was machst du, wenn Hundi ein Stop überläuft ?

    Gruß, staffy

    Dann denke ich, "verdammte Axt", schreibe eine Notiz an mich selbst, dass ich in ähnlichen Situationen nächstens frühzeitiger reagieren und ausserdem das Signal etwas pimpen muß, und rufe dann halt einfach nochmal.

    Was machst Du, wenn Dein Hund ein "Nein" überläuft? Ach, ich weiß, das kommt bestimmt niemals vor...


    Ich habe Hunde, keine Maschinen. Ich habe nie behauptet, dass die wie Maschinen 100%ig funktionieren und jederzeit und immer in allen Situationen auf alle Signale richtig reagieren.

    Mir fallen auch spontan 10 Gründe ein, warum ich bei einer auf Grün springende Ampel nicht losfahre ("komm/fahr los") ignoriere" (war nicht erkennbar, war abgelenkt, Motor war abgesoffen, hatte keinen treibstoff mehr, ein anderes Signal hat das "Grün" überlagert, die Kreuzung war blockiert, wenn ich losführe, plättete ich die Frau mit dem im Gulli hängengebliebenen Kinderwagen, will gar nicht losfahren, weil ich am ziel gar nicht so gerne ankommen mag...). Oder, bei Rot ("Nein, nicht fahren" doch noch zusiehst, zügig von der Kreuzung zu kommen (von hinten kommt ein Ding mit Überbreite und schiebt mich sonst in den Gegenverkehr, traue mich nicht anzuhalten, weil ich an dem steilen Hang mit der Gangschaltung nicht wieder starten könnte...

    Alle diese Arten von Hinderungsgründen gibt es auch für das Nichtausführen von Signalen bei Hunden, und für die meisten kann der Hund nichts - der Mensch ist verantwortlich. Deshalb ist für mich das Vorhandensein der Möglichkeit, dass mal ein Signal nicht ausgeführt wird, kein hinreichender Grund, über Meideverhalten zu arbeiten. Und zwar, weil das Verknüpfen eines Maideverhaltens mit mir die Wahrscheinlichkeit erhöht, das Signale nicht ausgeführt werden, weil ein weiter Hinderungsgrund hinzukommt, den ich ohne diese Verknüpfung nicht gehabt hätte (will gar nicht losfahren, weil ich am ziel gar nicht so gerne ankommen mag...).

    Alle meine Signale haben eins gemeinsam: sie sind mit mir verknüpft. Daraus folgt für mich, dass ich mich hüte, ein Signal mit etwas aversivem zu verknüpfen. Denn indem ich dieses Signal "vergifte", vergifte ich alles, was Bestandteil dieses Signals ist - also MICH, und damit wiederum sämtliche andere Signale.
    Bestrafung hemmt Verhalten - global...

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    Nun, soo anders ist es nicht - einfach eine Ergänzung. Ich finde die Idee, dass es beim Konditionieren nicht nur auf die Anzahl der Wiederholungen ankommt, sondern auch die Qualität eine Rolle spielt, gar nicht so abwegig.

    Genau!
    Abwegig sowieso auf keinen Fall. Wenn man einen qualitativ unglaublich guten Bestärker nutzen kann, ist man auf jeden Fall klar im Vorteil gegenüber denjenigen, die sowas nicht anwenden können, wollen oder dürfen.
    Aber das ist eben immer noch nicht alles, wie man Bestärker bis aufs letzte "ausbluten" kann ;D

    Wo ist mein Lottoschein.... :rollsmile: :hust:

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    Ich bestärke auch spontanes Herkommen, oder "spreche" nur eine informelle Einladung zum Herkommen aus (meist körpersprachlich), und bestärke auch dies, boostere somit die Bestärkungshistorie.

    Das mache ich auch oft, oder markiere "Rückblicke".

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    Das ist hilfreich, da es das Verhalten wie du sagst als sehr lohnenswertes Verhalten positiv verknüpft. Aber im Notfall muss ich das Verhalten per Signal abrufen können, ich muss das Verhalten per Signal zualleroberst auf die aktuelle Prioritätenliste des Hundes katapultieren können.

    Klar ist es wichtig, dass man das Verhalten mit einem Signal abrufen zu können - dazu muß man es verknüpfen - ist uns beiden klar.
    Was ich sagen wollte, ist, das das Verhalten nicht von den Signalen "wertig" gemacht wird, sondern von den Bestärkern. Thorndike...

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    Und dazu ist es hilfreich, wenn das Signal für den Hund eine spezielle Bedeutung hat. Ein Hund lernt problemlos mehrere Signale für dasselbe Verhalten. Ich muss den Rückpfiff nicht banalisieren, um das Verhalten mit hochwertiger Bestärkung zu boostern, dazu kann ich ein Alltagssignal nehmen, oder spontanes Verhalten.

    Ich weiß nicht genau, ob Ute bei der Entwicklung "banalisieren" gedacht hat. Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es aber schon im Prinzip in die Richtung, dass es weder für den Mensch noch für den Hund etwas spezielles für spezielle Situationen ist, sondern ein immer in jeder Lebenslage erstklassig funktionierender Rückruf.
    Deine Variante ;) geht da ein wenig in die Richtung des Superschlachtrufs. Der ist per Definition von Pia ja immer mit der gleichen Belohnung zu verkoppeln, und nur in "Notfallsituationen" zu verwenden.
    Das Ding ist halt: Jeder muß für sich dann in jeder fraglichen Situation erst entscheiden "ist es eine Notfallsituation, oder nicht, und wenn es keine ist, und ich nutz den SSR, nutz ich den dann unnütz ab?".
    Wenn ich es richtig verstanden habe, wollte Ute dieses Abwägen-Müssen grade nicht.
    Ich hab auch son "kannst du in nächster Zeit mal bei mir auftauchen"/"wir gehen jetzt so in diese Richtung, kannst Du bitte folgen..."-Schlubber-Rückruf. da will ich schon auch, dass er (mit)kommt, aber das Zeitfenster ist ziemlich weit offen. Denn DRR wende ich an, wenns flott gehen soll oder muß. Ich muß also nur überlegen langsam/richtigschnell und nicht auch noch "besonderswichtigeranlass"?

    Lustigerweise werden auch die "Schlubber-Rückrufe" im durchschnitt schneller - dabei bestärke ich die gar nicht besser als vorher. Weiß nicht woran das liegt.


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    Für DICH ist das das allerwichtigste Signal überhaupt, aber wie sehen die Prioritäten für den HUND aus? Sieht der das auch so, und warum? Warum sollte es für ihn so wichtig sein, wenn es tagein, tagaus dutzendemale erschallt? Klar, er wird hochwertig belohnt, aber ich kann nicht fünzigmal pro Tag die hochwertigste Belohnung überhaupt vergeben, dadurch wird sie banalisiert.

    Warum spielen die Leute Lotto oder, noch besserer Vergleich, warum kaufen Sie Tombular-Lose (ausser dem Grund "für den Guten Zweck" - aber dazu "Bräuchte man ja keine Tombula) - weil sie Aussicht auf den Hauptgewinn sehen. Ich rücke NICHT immer den Hauptgewinn raus. Wenn man mal genau guckt - ich werfe sehr häufig EIN Leckerchen, machmal gibts Futtertube, mal irgendwas anderes passendes von der Top-Twenty-Liste.

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    Es ist auch schlicht nicht machbar - ich kann nicht 20 Fährten täglich legen, oder 20 Hasen- und Rebhuhnattrappen am Gummiseil präparieren, oder 20 Dosen Katzenfutter schmeissen. Belohnungen, die sehr häufig gegeben werden, verlieren zwangsläufig den Status des Obertollsten, des Besonderen - ein Tag kann nicht 20 ultimative Highlights haben.

    Richtig! SO geht es tatsächlich nicht, aber so habe ich das auch nie beschrieben, oder? Das Ziel ist es, den DRR mit variabel (mal bestärker, mal nix) variabel ;) (mit verschiedenen VerstärkerARTEN) zu verknüpfen.
    Also nicht 20 Mal Futtertube, oder 20 Mal Reizangel, oder 20 Mal Spur legen. Sondern: einmal Katzenfutter, einmal TroFu werfen, einmal Schleppe legen, einmal Vögel aufscheuchen, zweimal Keks aus der Luft fangen, einmal rollendes Frolic jagen, einmal im Misthaufen wälzen, einmal im Mauseloch graben, dann vielleicht mal wieder an der Futtertube schlecken, oder einen in "Anspringhöhe" an den Baumstamm geklebten Futtertubenklecks abschlecken, Käsewürfel aus der Hand, dann einen Beliebten Trick ausführen... abwechslungsreich, spannend, nicht vorhersehbar, Tombula: Hauptgewinne, "Naja"-Gewinne" und sogar ab und an mal "Nieten"--> "Suuuper gemacht.., okay"...


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    Das Signal wird zu einer Chance auf hochwertige Belohnung, aber es kündigt nicht das Nonplusultra an, und die Chance bietet sich sehr oft. Das klappt dann tatsächlich mit vielen Wiederholungen besser.


    Ja, nein, ja *kicher*
    Ja, das Signal kündigt eine Chance auf eine Bestärkung an.
    Nein, der Hund weiß nie genau welche.
    Ja, oft, viele aber unterschiedliche Bestärkungen - the best of both worlds, sozusagen.

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    Wenn es mir aber gelingt, ein Signal so zu verknüpfen, dass es für den Hund dieselbe Wichtigkeit bekommt, wie für mich, dann brauche ich keine unzähligen Wiederholungen - Hunde lernen für sie wirklich wichtige Dinge viel, viel schneller. Ich gehe nur ein, zweimal in der Woche trailen, trotzdem kennen meine Hunde die Bedeutung des Signals (packen der Trail-Tasche) zuverlässig und haben das mit dem folgenden Verhalten verknüpft. Würde ich die Tasche aber öfters packen, und dann nur einen normalen Spaziergang folgen lassen, würde das Signal an Wichtigkeit verlieren, so gern sie auch spazieren gehen. Die Nummer 15 oder 20 auf der Top Twenty Liste hat nicht dieselbe Bedeutung für den Hund, wie die Nr 1. Ein Signal, welches fest mit den allerobersten Aktivitäten auf der Liste verknüpft ist, ist wichtiger für den Hund, als eines welches meist Nr 15 - 20 ankündigt.

    Klar, aber...
    hihihi

    Das folgende trifft bei Dir wahrscheinlich nicht zu, weil Deine Nasen wahrscheinlich so geierig auf "jagdliche Veranstaltungen" sind, dass die tatsächlich immer ziehen - und dadurch ja außerdem schon unterschiedliche Motivationen abgedeckt sind.

    Angenommen, jemand hat so einen "Überbestärker" nicht, oder kann diesen nicht oder nur mit großem Aufwand anwenden. Dann MUSS er ja notgedrungen irgendwas nicht so tolles als Bestärker verwenden. Richtig?
    Ein bißchen habe ich dem mit Crispel dieses "Problem", denn seine Top Twenty Liste ist draussen nicht besonders umfangreich, und selbst für die Dinge, die er manchmal, oder sogar oft toll findet, ist er nicht immer zu haben. Deshalb mache ich bei ihm (zu) viel über Futter (verschiedene Arten, verschiedene "ergatterungsmöglichkeiten") - ziemlich einseitig. Ich tät mir gern mal ne läufige Hündin als Bestärker ausleihen ;D. Da entwickelt sich gerade eine Trainignsidee hihihi

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Nicht immer passt "Essen" (oder "Spielen" oder "oder") zu der Motivation, in der er gerade ist, wenn ich ihn abrufen muß. (z.B.: wenn man hauptsächlich mit "Spielen" bestärkt und man einen Hund abrufen muss, der grad dabei ist, rennend die Flucht zu ergreifen - "Flucht" ist Lebenserhaltung und schließt Spielverhalten auf, desshalb passt "Spielen" zur Fluchtmotivation nicht, und macht das zurückkommen ziemlich unwahrscheinlich - in dem Fall hätte man gerne "Erfüllung des Sicherheitsbedürfnisses" in der Bestärkungsgeschichte).
    Und wenn das nicht passt, hab ich eben das Problem, dass ihn die vorhersehbare Konsequenz, wie hochwertig die auch ansonsten in fast allen Situationen ist, einfach nicht "anspricht" und schon bleibt er an der Hündinnen-Pippi-Stelle kleben - denn zu der Motivation "lecker riechender Hündin" habe ich noch nichts auf die "Bestärkungshistorien-Liste" aufgeladen.

    Das ist ja immer das, was wir in den "wenn ein Hase blabla, kann ich mit xy-Wurst blabla, das interessiert ihn nicht die Bohne...!" Threads lesen können - der Hund hat offenbar zu diesem Verhalten als Bestärkung ausschließlich "Essen" und dieses vermutlich nur als "trocken, immer das selbe, aus der Hand, langweilig..." auf der Liste stehen... hm... da käme ich auch nicht, wenn ich grad nen Kathy Sdao Seminar auf DVD gucke, oder noch viel weniger, wenn ich LIVE in einem geilen Seminar sitze und mein Seeking Circuit rot glüht vor Begeisterung... :pfeif:

    Ich will das Verhalten mit Bestärkern verknüpfen, die verschiedene Motivationen entspringen, auf der Bestärkerhistorienliste des DRR, weil ich auch aus verschiedenen Motivationen heraus rufen muß.

    Ich wollte nicht sagen, dass Deine Variation schlechter oder falsch oder was auch immer ist - es ist nur eben einfach anders. Und das wollte ich noch einmal verdeutlichen.

    Ich finde es großartig mit Dir (und den anderen natürlich auch) darüber zu diskutieren - und ich finde es auch völlig in Ordnung, ein Konzept für die eigenen Bedürfnisse zu variieren. Ich schreib deshalb ja auch immer "ich mache XY" und nicht "Man muß das genau so und so machen" (naja, schon schreib ich gelegentlich "man macht... aber mehr aus "ich will nicht immer ich ich ich Schreiben" Gründen :ops: ).

    Das ist so ähnlich wie beim "zeigen und benennen" - dafür gibt es auch verschiedene Variationen, und es ist prima, wenn jemand das leicht anders oder für was anderes benutzt - vielleicht kann das wer anders ja auch grad gebrauchen.

    Neulich hab ich z.B. gehört, dass die Leslie McDevitt ein Welpenbuch auf Basis von CU schreibt und mein Reflex-Gedanke war "Hööö, wozu solln das gut sein?" direkt gefolgt von "OOOHHH genial!!!" Will ich haben, das Ding - Bücher sind mein Ruin, aber ich will eben alles wissen, was anderen Leuten zum Thema "Hundetraining mit effizienten NETTEN Mitteln" jemals eingefallen ist. (ich verzichte dafürg gerne auf diebücher mit nicht netten Methoden :rollsmile: )


    Genau genommen finde ich sogar, dass genau das Variieren, auf eigene Situation und Bedürfnisse anpassen großartig. Vielleicht brauche ich Deine Sichtweise auf den DRR mal für einen Kunden, wer weiß und dann hab ich ihn, weil wir drüber gesprochen haben - juchu!