Beiträge von Shoppy

    Zitat

    Wenn ein anderer Hund dich stellt kannst du deinen nicht einfach Suverän dadurch Klickern. Du musst deinen Hund unter Kontrolle haben und den anderen so vertreiben das er dich nicht hackt. Und ich kann sagen ich bin öfters gehackt wurden, was für einen Hund mit Schutztrieb ein no go ist. Keiner darf der Mama wehtun....

    kann ich nicht???
    Echt???

    So ein Mist, warum hast Du mir das nicht gesagt, bevor ich es gemacht hab?? :hilfe:


    Ich habe, oder inzwischen sollte ich wohl besser "hatte" schreiben, einen ziemlich extremen Ressourcenverteidiger - ich bin seins - und wenn ich Futter "dran" hab, bin ich noch viel mehr seins.

    Aber er hat bei Hundesichtung schon etwa dreimillionen Mal folgende Erfahrung gemacht:
    "Seh ich einen Hund, clickt sie und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter" - "Der Hund kommt näher, sie clickt und ich krieg Futter"...

    Das sind acht Clicks, also geschätze 30 Sekunden einer Hundesichtung.
    Wenn der Hund also 3 Minuten sichtbar und interessant für Gandhi ist, dann das ganze mal sechs...

    "Hund geht weg... hm. Kein Futter mehr?? HEY komm zurück!!!"

    Mit verschiedenen Hunden, an verschiedenen Orten, jeden Tag.

    Ab und an springt uns mal einer zwischen die Pfoten - was glaubst du, wofür das ein Umweltsignal geworden ist? "Ich hau meinen Poppes auf die Erde und gucke zwischen diesem aufdringlichen Köter und Mama hin und her, denn so geht das "Wo ist der Hund?" Spiel und dafür gibbet viel und legga Essen!"

    Ich muß dem nicht mal sagen, was er zu machen hat, das hat sich ganz nebenbei raus-geshapet.

    Oder mit anderen Worten - ich muß den Hund nicht unter Kontrolle haben, denn er lernt durch diese Methode sich selber unter Kontrolle zu halten.

    Übrigens: wenn ich bedenken habe, dass ein Hund Löcher in andere Hunde (oder Menschen) machen könnte, trainieren wir mit Maulkorb.
    Sicherheit, so lernen wir ja gerade, geht vor... :hust:

    Ich möchte noch mal was zu dem "Hunde sind, wie Menschen, individuell" sagen.


    ja, das stimmt.
    Aber die Schlußfolgerung darauf finde ich nicht ganz korrekt.

    Die Lerngesetze treffen immer zu. Also, dass durch den Einsatz von Bestärkung Verhalten bestärkt wird, dass Bestrafung von Verhalten (und da nicht nur "DAS" Verhalten) reduziert, Risiken, Nebenwirkungen, der gnze kram.

    Was individuell ist, ist, was die individuellen Hunde als bestärkend oder bestrafend empfinden.
    Hier ein sehr genialer Link: http://www.easy-dogs.net/home/blog/training.html
    Vielleicht zählt mal jemand durch, wieviel unterschiedliche Bestärker da zusammengekommen sind...

    Was auch natürlich total individuell ist, ist, worauf man aufbauen kann - welche Erfahungen hat der Hund schon gemacht, welche Konzepte hat der Hund schon gelernt, mit welchen Sachen hat er nette/doofe Erlebnisse verknüpft, was sagt seine genetische Vorprogrammierung, wo Grenzen liegen?

    Ausserdem, und das hängt natürlich mit den anderen Punkten zusammen, ist es sehr unterschiedlich wie schnell die Hunde Fortschritte machen, wie Stressanfällig sie sind, ob sie irgendwelceh körperlichen Beeinträchtigungen haben, die gewisse Sachen erschweren oder verhindern.

    Hunde können gelernt haben, dass man einem Menschen am Besten aus dem Weg geht - ich meine nicht Wegrennen, oder flüchten. Ich hatte letzten Sommer einen Gasthund da, der sollte per Körperliches Bedrängen "Respekt" lernen. Nicht als erster durch die Tür - abdrängen, nicht an der Leine ziehen, Mensch wurschtelt sich nach vorne und drängt den Hund nach hinten. Der Hund war ständig damit beschäftigt, genügend Abstand zu halten - klingt ja erstmal nicht so dramatisch - aber wenn man als Trainingsziel "an lockerer Leine hat, und der Hund einem ausweicht, muß man entweder sehr viel schneller sein, als der Hund und/oder selber an der Leine ziehen.
    Das Training ging, so sagt mir das Frauchen schon einige Monate so, und sie war gar furchtbar stolz, dass der Hund "nicht mehr sooo doll zieht!".....
    ich hab drei-vier Tage Clickern gebraucht, und der hat GAR nicht mehr gezogen... jedenfalls mich. Er hat es mir in seinem Fall sehr leicht gemacht - und sehr sehr gerne für sein Trockenfutter gearbeitet.

    Seit zwei Wochen habe ich einen Havanneser im Training - der schleppt Herrchen (rüstiger Rentner, 50 jahre Hundeerfahrung...) durch die Gegend. Die hatten bisher zwei Stunden und schon in der zweiten berichtete man mir, dass man das mit dem Clicker ja immer noch nicht so ganz richtig verstanden hätte. :D Aber, so fuhr er fort, der Hund bleibt stehen und setzt sich hin, wenn Mensch stehen bleibt, und nachdem der erste "rausrausrauuuuus-Drang" sich erstmal etwas gelegt hat, kann er Minutenlang an lockerer Leine gehen... wird dann halt minikurz langsamer... :gut:
    Und das, wo der Hund unterwegs mindesten 3/4 der Zeit keine Leckerchen nimmt. Herrchen clickt, und sagt "okay" oder "Weiter" oder "geh schnüffeln"... und clickt gelegentlich auch noch den schnüffelnden Hund an... Jetzt formen wir aus dem "setzt sich hin, wenn Herrchen wegen straffer Leine stehen bleibt" ein "kommt zu Herrchen zurück" und bestärken nebenher alles wa "an lockerer Leine ist".
    Herrchen hat zuvor noch nie was von Clickern gehört. Leckerchen haben schon vorher "nicht richtig funktioniert - wenn er einen anderen Hund sieht, interessiert ihn ein Leckerchen nicht die Bohne".... ach ja.
    Übrigens erinnert mich der Malteser vom Verhalten sehr, an meinen Sommergast - immer sehr auf körperlichen Abstand bedacht - ich hab nicht nachgefragt, aber man berichtete mir ja schon, das alle möglichen Trainingsmethoden schon ausprobiert worden waren...

    Mich lehrt das - man muß eben aufhören zu "erwarten",
    Dass alle Hunde Käse lieben
    Dass alle Hunde nach einem Kochrezept lernen.
    Dass alle Hunde in der gleichen Reihenfolge und in der gleichen Geschwindigkeit Lernfortschritte machen.
    Dass alle Hunde auf der gleichen Stufe anfangen.

    Ich finde, das schöne beim Clickern ist, dass völlig egal ist, was der Hund als Ausgangsverhalten zeigt, denn das kann man umformen. Allerdings macht es genau das etwas komplizierter zu beschreiben, was man wann wie tut, denn ich weiß halt nicht, was der Hund als nächstes "bestärkbrares" Verhalten anbieten wird.
    Allerdings weiß ich, das man als Mensch erstmal lernen muß, zu erkennen, was alles "bestärkbares Verhalten ist" - und wie viel man doch bestärken kann.

    Ganz bestimmt wirke ich auf viele andere wie eine ziellos clickende Futterschleuder. Ich clicke, auch wenn ich vorrher gar kannen "Befehl" gegeben habe... Ich clicke, wenn der Hund z.B. einen anderen Hund gesehen hat, sich bei der Begrüßung, bei der ihm ins gesicht gesprungen wurde, abdreht, ruhig stehen bleibt, wenn er angerammelt wird, den Hund bei dessen Halter abzustreifen versucht, oder beim Rückruf mit einem kleinen Bogen um andere Hunde herumläuft, oder etwas langsamer wird. Ich clicke, wenn ein anderer Hund uns anbellt, wenn wir nur mit "katze angucken" an selbiger vorbei kommen, ohne dass Hund kreischen muß, dass er sitzen kann, wenn ein Auto vorbei fährt, oder fahrradfahrende Kinder fast über seinen Schwanz fahren - klingelnd, natürlich ;)
    Das wirkt bestimmt sehr wahllos, aber, ehrlich, meistens weiß ich genau, was ich tu, und manchmal mach ich Fehler... bei Training über positive Bestärkung müßte ich diesen Fehler allerdings hundete von malen wiederholen um mich som in eine Ecke zu clickern, dass ich da nicht wieder raus komme... Paar mal falsch bestraft, und ich hab irgendwas wesentliches verbockt... das las ich doch lieber sein...


    Beim Gandhi clickere ich locker eine Tagesration Futter auf einem Spaziergang in den Hund, weil der einach so viele Baustellen hat, und ich ihm so mitteilen kann, was das angemessene Verhalten ist.
    Aber ich muß auch wissen, wann ich das Geschirrfesthalten muß, weil er sich gleich vergißt, und dann ausrasten und sich auf das Auto stürzen wird. zum Glück haben wir das reduziert von "irgendwo in der Landschaft ist eins, ich raste mal für den rest des Tages komplett aus" auf "da ist was überraschend um die Ecke gekommen, ganz dicht an uns vorbei WAAAAAAAAA okay, Kekse??!"

    Das ist jetzt wieder ein Roman geworden...

    Huch?? Da ist mein Thread??? Kann ich eintritt verlangen?? hihiih


    "Schau" (mich an) und "Wo ist..." schließen sich nicht aus.

    Ich denke, man muß für jeden Hund gucken, was für ihn leichter ist - nur zum Menschen gucken, nach dem Motto, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
    Oder zwischen Auslöser und Mensch hin und her gucken.
    Oder sogar, den Auslöser im Auge behalten.

    Was der Hund braucht (der Hund, nicht der Mensch), merkt man beim Shapen. Oder auch nicht. Das liegt aber nicht an der Methode (clickern), sondern daran, wiesehr man versucht, den Hund in eine "muß so funktionieren"-Schablone zu pressen...

    Ich benutze Clicker/Markersignale für alles, sowohl alberne Hundetricks, als auch "den ernst des Lebens". Das Lernverhalten eines Lebewesens weiß nicht, ob es da einen "Trick" lernt, oder an einem "richtigen" Verhalten arbeitet.
    Der einzige, der da willkührliche Unterscheidungen sucht, ist der Mensch.

    Ich habe wechselnde Pflegehunde verschiedener TSOrgas, die mit unterschiedlichen Problemverhalten von "Aggressiv gegen Menschen allgemein, Kinder im Besonderen", "Aggressiv gegen andere Hunde", "Ausgeprägte Ressourcenverteidigung gegen Menschen und/oder gegen andere Hunde", "sehr engagiertes Jagdverhalten" gekommen sind.
    Da ich ausserdem eine zwingerfreie Hundepension betreibe, kann ich es mir a.) nicht erlauben, dass meine Pflegelhunde meine Zahlenden Gäste "fressen"... b.) nicht erlauben, dass die zahlenden Gasthunde Macken mit nach Hause nehmen, die sie vorher nicht gehaubt haben (aufgrund Vorkommnissen mit den Pflegeln ODER mit mir [weshalb Abruchsignale oder sontiges aversives Zeugs nicht in Frage kommt http://www.hundehobby.com/strafe/strafet.html])
    c.) die Sache sehr vereinfachen, und einfach angemessenes Verhalten zu trainieren.
    Die Pension mache ich jetzt seit anfang 2007, ich habe alle Hunde, die da waren geclickert, und alle haben - auch wenn sie nur einen Tag oder zwei da waren, in diesem Zeitraum irgendwas für mich sinnvolles gelernt, und wenn es nur "langsam durch Türen gehen" oder "an lockerer Leine gehen" war.

    Kein Hund hat jemals mit der Pfote aufgezeigt und gesagt: zuhause clickern wir nur an Tricks (die meisten Clickern zu Hause gar nicht. Ich lade den Clicker nicht auf, ich lege einfach gleich los.
    Ich habe einen Stammkunden, der wird zu Hause dafür hart bestraft (nach Aussage des Herrchens wird er mit der Leine gehauen), wenn er andere Hunde anknurrt :mute: - was zur Folge hat, dass er die ersten Mal, die er hier war, natürlich nicht geknurrt hat, wenn ihm ein Hund zu nahe kam. Er hätte sich gleich draufgestürzt, und sich (verletzungsfrei) ins Nackenfell gehängt und geschüttelt....
    Ich habe ihn einfach gesichert (an die Leine genommen) und dafür bestärkt, dass er "andere Hunde bemerkt" hat (und für ihn hat "bemerken" anfangs sogar darin bestanden, dass sich andere Hunde in anderen Zimmern umgedreht und anders hingelegt haben...), Click, Verstärker.
    Ich habe weiterhin bestärkt: von alleine in sein Körbchen gehen, zum anderen Hund gucken, sich von anderen Hunden weg drehen, und JUCHUUUU, andere Hunde anknurren....
    Das gute Tierchen kommt seit ca. drei Jahren drei mal im Jahr für jeweils 1,5 - 2 Wochen, war also jetzt großzügig gerechnet 18 Wochen da, und das einzige was ich nicht mache ist, mit anderen Hunden in einem Raum schlafen lassen (ausser die anderen schlafen in ihren Boxen) und sie mit meinen Ressourcenverteidigungs-Schweinchen füttern, ohne dann dabei zu bleiben.

    Es gibt Clickertrainer, die mit großen, undometizierten Raubtieren kooperatives Verhalten (Tierärztliche Untersuungen, - behandlungen, Wechsel von Gehegen, Verladen für Umzug, etc. trainieren. Und die können, wenn sie nicht gefressen wrden wollen, oder sich nicht mit acht weiteren Personen auf das trächtige Krokodilweibchen stellen wollen, nicht auf Training mit Strafe zurückgreifen.

    Hier ein paar Links zu/über Leute/n, die es wirklich wissen müssen, denn sie haben in ihrem Leben tausende von Tieren aus hunderten von Tierarten trainiert: Marian und Keller Breland und Bob Bailey. Und zwar zu einem unglaublich hohen Niveau.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Keller_Br…_Keller_Breland
    http://www.behavior1.com/
    http://www.huehnerbaendigerin.de/urspr_usa.html
    http://stalecheerios.com/blog/training-…nimal-training/

    Dagegen ist das was wir unseren (domestizierten) Hunden beibringen wollen wirklich albernes Pillepalle...