Beiträge von Shoppy

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    Danke, Shoppy, für die ausführliche Erklärung! :gut:

    Ich hielt es anfangs für sehr übertrieben, bin aber grad dabei, es nutzbringend anzuwenden. Rhian hat in letzter Zeit ihr Territorialverhalten ausgebaut, während ich hauptsächlich mit Splash beschäftigt war. Sie regt sich längst nicht über jeden Hund in "ihrem" Revier auf, den meisten begegnet sie unverändert freundlich, einigen wenigen nicht. Ihr Unterscheidungskriterium kann ich nicht erkennen, nun clicke ich halt alle fremden Hunde im Revier....funzt prima! :D Nur mit dem Benennen tue ich mich noch schwer, da hat wohl, wenn ich mir das durchlese, mein Timing nicht gestimmt: ich benenne, und sie guckt mich an! Bin ich ein Hund?


    hihi,
    Ich hab das manchmal, wenn sie so weit sind, dass der ehemals "BÖÖÖÖÖSE" Reiz nur noch "ach ja, da.... kann ich hier weiterschnüffeln???" ist. Wenn ich dann z.b. frage "wo ist der Hund?" werde ich angeguckt nach dem Motto "sach ma, gehts noch - ich hab dir den einmal angezeigt und das reicht doch wohl??" - dann ist DER in DER situation eben unaufregend :gut:

    Ich habe auch ein "Was ist da los?" - Das wende ich z.B. an, wenn ein Hund sich plötzlich irgendwo hin orientiert - ich aber nix entdecken kann.

    Interessant ist da auch, wenn man es mit "vorbeilatschenden Fremdhunden" spielt - während man mit mehreren Hunden unterwegs ist, und man dann möchte dass der "Fremdhund" angezeigt wird, der betreffende Hund aber sagt, nä, ich guck den Crispel an :p " is ja auch nen Hund, gell...

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    VIELEN lieben Dank Shoppy für diese ausführliche und tolle Antwort!!!
    Ich muss die Angst "den Trainer zu belästigen" erstmal verlieren Jetzt am WE lass ichs aber mal noch *schäm*
    Also das Clickern draußen hab ich 1-2 Mal probiert aber wie gesagt nur in Situationen wo wir im Wald alles ausgeschnüffelt haben und das Interesse tatsächlich mal mir galt (SEHR selten) :-p Hier auf der Straße hab ich mir das auch so in etwa gedacht das "schnüffeln" als Belohnung gelten könnte habs irgendwo schon gelesen aber die Umsetzung ist doch schwierig da ein "Rausgehen" eben nur aus entweder Schnüffeln und ich warte auf den Hund oder Zerren besteht... soll ich wirklich einfach immer klicken wenn er im Schnüffeln verharrt und das Wort sagen obwohl er nicht eine Sekunde zu mir schaut oder jegliche Reaktion aufs Clicken zeigt? Hatte Bedenken das ich das "Clicken" damit irgendwie unwirksam mache...


    Ich hab grade Hund im Training, der nur am schnüffeln interessiert ist, wenn ich dabei bin jedenfalls bisher =) (ich bin bestömmpt total gefährlich). Und der Hund (Havanneser :hust: ) zieht wie Bolle. Wir machen folgendes:
    Wir gehen los, wenns zieht, bleiben wir stehen.
    Wenn die Leine locker ist, clicken und loben wir.
    Mußten wir stehen bleiben, warten wir im ersten Schritt auf etwas Aufmerksamkeit (manche Hunde machen auch die Leine locker, oder kommen einen Schritt zurück..., alles clickbar).
    nach dem Click gehen wir mit "okay" oder "geh schnüffeln" wieder los. und dann sind wir wieder am Anfang. Entweder es geht locker mit clickern weiter, oder wir bleiben halt stecken.
    Zwischendrin bieten wir nach einem Click auch immer mal wieder ein Leckerchen an.

    Wenn sich der Hund irgendwo festgeschnufft hat, kommentiere ich das mit "geh schnüffeln", click und loben in sich widerholenden Endlosschleife - und clicke dann auch, wenn der Hund wieder los geht.
    Wenn es sich irgendwie einrichten läßt und der Hund nicht so viel schneller ist, als man normaler weise geht, kann man sich auch selber etwas beschleunigen und selber die Leine locker halten - damit man mehr Gelegenheit zum "die leine ist locker"-clicken können hat. Bei dem Havanneser geht das ganz gut, weil der im Traben schnufft, und da kann Mensch ganz gut mitkommen. Bei nem Schäfer ist da wahrscheinlich ehr nicht so möglich.


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    weißt du was ich meine? Also das es das "besondere" verliert... Danke auch nochmal für den Link da werd ich mich mal durchstöbern ob wir was passendes finden :-) An der Schleppleine könnte ich ja evtl Clicken wenn er in der Nähe ist und dann nen Rennspurt hinlegen als Belohnung ist das pro- oder kontraproduktiv?


    Nein, das ist eine Superidee! Mein Ridgeback findet extrem toll, auf einem Misthaufen (Pferdemist) rumzuklettern, dran rum zu scharren und das Ding zu markieren. Ab und an wird ein Äpfelchen verspeist oder die Schulter leicht parfürmiert. Bestimmt werde ich bald in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, denn ich clicke sowas an - nicht damit er "schöner auf dem Misthaufen rumklettert" - ob wohl er das zweifellos immer schöner macht :headbash: sondern um diese geniale Belohnung auf den Clicker "aufzuladen". ich clicke, wenn er sich freut, weil er richtig rennen kann, vorzugsweise im Sand oder auf Laub oder auf Strohballen, oder er offenbar richtig Spaß beim Spielen mit Kumpels hat. Da kann man dann eben auch mal clicken und "hast du fein gemacht" sagen, wenn grad was anderes gar nicht geht.

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    Das "flup, rein, entspannen" ist leider auch nicht so leicht bei 4 Etagen Aber wir haben heute MASSIVE Fortschritte gemacht was das zur Tür kommen angeht also ich bin sehr stolz auf ihn!!! (Geschirr lass ich eh den ganzen Tag an das war mir immer zu viel Aufregung die man sich sparen kann, verliert langsam auch den Aufregungsreiz) Werde dann vielleicht versuchen ihm den Vorraum im Flur vor der Tür irgendwie entspannt zu gestalten... Entspannungssignal sind wir dran aber ist noch nicht so weit aufgebaut das ichs anwenden könnte
    Das mit der Decken-Clickerei mach ich schon Danke

    http://www.cavecani.de/wissenswertes/…-hundetraining/
    falls du das noch nicht gefunden hast.

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    Aber wegen dem Hinterherlaufen... also es ist nicht so das es NUR nicht sein soll weils mich nervt und dem Hund Stress macht ständig aufzuspringen ABER wenn der Herr Aufmerksamkeit möchte dann fängt er an alles auseinanderzunehmen... nimmt alles ins Maul... kratzt.. usw.. hab im Wohnzimmer nicht die Möglichkeit alles "Hundesicher" hinzukriegen wegen PC und Kabeln und da er auch mal allein bleiben lernen soll wollte ich das Schlafzimmer für ihn räumen (da haben wir bisher immer nur geschlafen - er im Körbchen neben mir).. das wäre dann seine "große Hundebox" Kannst du mir da auch noch einen Tipp geben wie ich damit anfange denn es soll ja nicht als Bestrafung gelten dort drin zu sein aber ich finds schwierig wie ich ihm den Unterschied beibringen soll "jetzt darf ich da liegen und jetzt soll ich aber ins andere Zimmer"... "jetzt ist die Tür auf und ich kann die Orte wechseln und jetzt nicht" und das ganze auch noch NORMAL scheinen zu lassen wie mans beim Allein-sein-Training ja machen soll ohne Belohnungen und Begrüßungen... oder ist es überhaupt nicht sinnig ihn im Wohnzimmer liegen zu lassen und die Decke als "so toll" zu bestärken (BITTE sag jetzt nicht das es so ist,... sonst hab ich hier nen ordentlichen Fehler begangen). Also anfangen das Körbchen genauso zu Clickern wie die Decke erschließt sich mir jetzt beim Schreiben schon von allein - warum ich das nicht auch schon von Anfang an mitgemacht hab... tja... keine Ahnung :-p Wusste nicht das dieses um Aufmerksamkeit bitten so extrem ausarten kann und der Plan war ihn eigentlich frei in der Wohnung rumlaufen zu lassen... so, aber der Rest? Oder soll ich generell die Türe des Schlafzimmers schließen? Also auch wenn wir schlafen gehen und ihm die Möglichkeit die Zimmer frei zu wechseln nicht geben?


    Du hast alles völlig falsch gemacht hihi
    Natürlich nicht.
    Ich hab grade Konzentrationsschwäche, waaaaa
    also
    Ich denke, es ist am schlausten, wenn Du entweder einen oder mehrere Fest Plätze einrichtest, auf die du schicken kannst - so als langfristiges Ziel. Wenn er dann nicht vor lauter nervöser Energie nicht mehr alles anfressen muß.
    Solange das noch so ist und er Zeugs nimmt, das er nicht soll, muß du das irgendwie verhindern. Entweder, indem das Zeugs ausserhalb seiner Reichweiter auf/wegeräumt wird.
    Oder indem er an einem Platz ist, wo er das rumliegende Zeugs nicht rankommt

    Ich habe mehrere Plätze (Hundematratzen) wo Hunde allerbequemst liegen können, aber an nur sehr wenig zerstörbares Zeugs rankommen, wenn ich sie da nämlich anleine, weil ich mal grad nicht immer auge drauf haen kann. Auch Hundeboxen kommen bei Bedarf mal zum Einsatz. Zudem bekommen sie dort allerfeinstes Knabberzeug, wie Kopfhautplatten, gefüllte Kongs, Rinderohren, Rinderkniegelenke... (http://www.kausnack.de/).
    Ich bestärke auch wenn sich Hunde selber auf den Hundeplätzen parken (zur Erklärung - ich habe Zwingerfeie Hundepension, und die Gasthunde sind mit im Haus - die "neuen" müssen dann ja auch erstmal raus finden, wie man sich hier verhält) und offenbar ist das hier manchmal so lohnenswert, sich auf diese Dinger zu parken, dass die Hunde den Teil des Spiels "Reise nach Jerusalem", wo die Musik ausgeht - wenn ich in den Raum komme.... alle hopsen schnell auf eine Matratze *kicher* sehr lustig, wenn einer nicht aufgepasst hat, und kein Platz mehr übrig ist, oder man sich zu einem nicht soooo gemochten anderen Hund dazu falten müßte... dann sieht derjenige manchmal so aus: :doh:

    huhu Fanta,

    50 mal Geschirrgriff über den Tag verteilt zumAufbau ist die Empfehlung die wir geben - ich hab die nicht geschafft, jedenfalls nicht ganz ;D
    Angenommen, du gehst drei mal am Tag mit der Nase raus, und du ziehst jeweils Geschirr an und aus hat du es eh 6 Mal "in der Hand" - wenn Du also jeweils nach dem Anziehen und vor dem aussziehen einfach 2-3 Mal machst, bist du bei sagen wir 15. auf jedem Spaziergang hältst du jeweils drei mal an und machst weitere drei Wiederholungen. Dann bist du schon bei insgesamt 42
    klingt schon nicht mehr so aufwändig?


    Dem Gandhi habe ich anfangs seine gesamte Tagesration verclickert. Ich hab wirklich jede Hundebegegnung von Anfang bis Ende genutzt (und der gute Mahatma hat ja noch mehr Baustellen), daher hatte ich an DER Baustelle ziemlich schnell richtig geniale Trainingsfortschritte.

    Ich hab durch das Clickern doch nicht mehr Zeitaufwand auf dem Spaziergang, als ohne Clickern. Ich weiß nicht, ob ich die Frage richtig verstanden habe.

    Ja, der Gandhi ist ziemlich verfressen. Dem reicht auch langweiligtes Trockenfutter. Ausserdem war er ja ziemlich schnell dran gewöhnt, dass es Essen nur gegen Arbeit gibt (wenn ich den noch mehr gegeben hätte, wäre der jetzt ne Kugel. Es hört sich gemein an, so nach dem Motto "schufte, los härter" - aber so arbeite ich ja nicht - bei mir gibts besonders anfangs Bestärkung für jedes einigemaßen angemessene Ansatzverhalten und auch mal mehrere hintereinander, wenns ein spektakuläres Ansatzverhalten war =) )

    Bei mir sind auch ganz viele Trainingsaufbauten für verschiedene Verhalten sehr sehr ähnlich im Aufbau. z.b. sind meine Rückrufübungsspielchen nichts anderes als Radiustraining für Schleppleine, bzw für "an lockerer Leine" - das spart Zeit und Belohnungen ;D
    Und wann immer es geht, versuche ich alternative Bestärker zu verwenden. gugstu hier: http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…nungsguide.html und mittlerweile hatte ich ein paar weitere Einfälle.
    Die kann ich nicht immer einsetzen oder überall - aber ich lad mir damit die Markersignale auf, wann immer ich dran denke.
    "Geh schnüffeln" geht fast bei allein Hunden und fast in jeder Situation.
    Ausserdem kann man die Obergeilomat-Bestärker etwa auf andere nicht so geliebte Bestärker "abfärben. Frag mal Dragonwog :D Da werden "Leckerchen riechen" mit "Vögelchengucken" verknüpft - was dazu führt, dass sie Leckerchen jetzt in manchen Situationen auch draussen Leckerchen als Bestärkung verwenden kann.


    Hab ich noch ne Frage vergessen?

    „Zeigen und Benennen“

    „Zeigen und Benennen“ ist ein Spiel, das ich mit Hunden spiele, die auf irgendwelche Reize in der Umwelt mehr oder weniger heftig reagieren.
    Soweit ich das herausfinden konnte, hat Ute Blaschke-Berthold (http://www.cumcane.de), bei der ich das gelernt habe, diese Trainingstechnik von Kayce Cover (http://www.synalia.com/) übernommen und/oder weiterentwickelt. Ziemlich zeitgleich habe ich das auch bei Leslie McDevitt als „Look at that“-Game in ihrem Trainingsprogramm „Control Unleashes“ (DVD und Buch) entdeckt. Ich weiß nicht, ob es „abgeschaut“ oder selber entwickelt wurde. Vielleicht forscht ja mal jemand nach ;D


    Beim Zeigen und Benennen mache ich mir mehrere „Werkzeuge“ der Lerntheorie gleichzeitig zu nutze.
    Dazu erst einmal eine Beschreibung, wie das Spiel aussieht und wie es aufgebaut wird:

    Wenn der Hund etwas ansieht, wird das angelickt und bestärkt. Man kann, um das Konzept zu lehren, mit einem neutralen Targetgegenstand beginnen, wo sich der Hund nicht drüber aufregt, sondern einfach nur das Verhalten „ich guck das Ding an“ lernt.
    Wenn man es mehrfach bestärkt hat, führt man ein Signal ein. Ich sage in dem Fall: „Wo ist das 'wasauchimmer'“.
    Möchte man es draußen mit Auslösereizen spielen, ist es sinnvoll, das erst einmal unter Bedingungen zu machen, in denen der Hund den Reiz sieht/wahrnimmt, aber sich nicht darüber aufregen muss.
    Beispiel: Wenn ein Hund fremde Hunde furchtbar findet, könnte man, um das Spiel einzuführen, das ganze erst einmal mit Hundekumpels auf einem gemeinsamen Spaziergang spielen. Der Hund sieht den anderen Hund an, Click, Belohnung. Ich möchte nach dem Click eine Umorientierung zu mir – wenn der Hund das anfangs nicht kann, reiche ich die (hochwertige) Futterbelohnung dem Hund direkt vor die Nase und ziehe es dann ein winziges bisschen zur Seite, sodass die Nase ein wenig mitschwenkt. Wenn der Hund sofort nach Nehmen des Leckerchens wieder zum anderen Hund guckt, prima, kann man gleich wieder clicken. Leckerchen wieder anreichen, leicht seitlich versetzt.
    Bei manchen Hunden kann man das Leckerchen auch durch das Blickfeld plumpsen lassen. Ziel ist in jedem Fall, dass der Hund nach und nach lernt, nach dem Click den Blickkontakt vom anderen Hund löse zu können und mich ansieht – Jackpot.

    Besonders wenn man in anderen Situationen schon freiwillige Blickkontaktaufnahme bestärkt hat, fängt der Hund meist ziemlich schnell an, den anderen Hund anzuzeigen: guckt anderen Hund an, guckt zum Menschen, wieder zurück zum Hund – nach dem Motto, hey, da, ich hab den Hund gesehen, ich weiß, dafür gibt’s einen Keks.

    Prima Sache, denn jetzt hat der Hund „Hund anzeigen“ als Trick gelernt – jetzt kann man dem Verhalten einen Namen geben: bei mir „Wo ist der Hund?“
    Ich frag es, kurz bevor die Nase wieder Richtung anderer Hund schenkt, click, Keks.

    Das ganze wiederhole ich mehrfach und ändere dann irgendwas – z.B. gehen wir einfach ein paar Schritte weiter, oder bei totalem Trainingsluxus nehmen wir einen anderen Hund... Damit sich das Signal generalisiert, braucht's ein paar verschiedene Situationen mit möglichst unterschiedlichen Hunden.

    Was ist nun das gute daran?
    Es verbindet, wenn man besonders anfangs jede Hundesichtung, egal wie weit weg der ist, als Trainingsgelegenheit nutzt, mehrere bewährte Trainingswerkzeuge, nämlich:
    systematische Desensibilisierung: systematische Desensibilisierung heißt, dass der Hund sich schrittweise an einen Reiz gewöhnt, indem man diesen Reiz anfangs nur sehr abgeschwächt präsentiert. Zum Beispiel einen Hund auf größerer Entfernung. Einen Hund der nicht „gar so furchtbar“ ist. Oder einen Hund, der sich möglichst nicht bewegt.
    Was dabei „abgeschwächt“ ist, ist von Hund zu Hund verschieden.
    Klassische Gegenkonditionierung. Klassische Konditionierung wird hier: http://www.slideshare.net/CaveCani/erklr…konditionierung sehr nett erklärt. „Gegen“Konditionierung heißt, dass ein bereits konditionierter Reiz mit einer anderen Konditionierung „überschrieben“ werden soll. Wenn z.B. ein Hund schon gelernt hat „anderer Hund“ - „ich reg mich auf“ (wobei das keine bewusste Reaktion ist, sondern reflexiv abläuft), soll er per Gegenkonditionierung lernen, „ich sehe einen anderen Hund“ = „gute Dinge passieren“
    operante Gegenkonditionierung. Während bei der klassischen Konditionierung ein Reiz einen Reflex (z.B. bestimmte Hormone werden ausgeschüttet) auslöst, kann der Hund natürlich auch lernen, auf einen Reiz ein bestimmtes Verhalten (bewusst) auszuführen (das ist im Prinzip nichts anderes, als dass der Hund auf ein altes „Signal“ ein anderes Verhalten ausführen soll – leider ist das nicht so einfach, wie es sich anhört, wie jeder weiß, der schon versucht hat, einem Hund bei zu bringen, dass „Türklingel“ nicht mehr „Randale an der Tür machen“ auslösen soll, sondern „geh auf Deine Decke und bleib da bis ich dich wieder abhole“). Hier kommt das „Alternativverhalten“ ins Spiel.
    Wenn bisher der Ablauf „ich seh einen anderen Hund“ → klassische Konditioniere Reaktion = Stresshormone werden ausgeschüttet“ → operante Gegenkonditionierung = „in die Leine springen, bellen, kreischen“ war, soll das Trainingsziel dann vielleicht so aussehen: „ich seh einen anderen Hund“ → klassische Konditioniere Reaktion = Entspannungshormone werden ausgeschüttet“ → operante Gegenkonditionierung = „zum anderen Hund gucken, zu Frauchen gucken, an lockerer Leine weitergehen“

    Außerdem umgeht man mit dem „Zeigen und Benennen“ viele Stolperfallen.

    Zum Beispiel wird gerne als Maßnahme gegen Leinenpöbeln „Blickkontakt zum Menschen“ auftrainiert. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, genau das selbe Alternativverhalten baut „zeigen und benennen“ ja auch auf... Es kommt aber ein bisschen darauf an, wie man es aufbaut (und wie stringent der Hund es dann durchführen soll) – und das kann man ja sehr unterschiedlich. Man kann es ganz auf Freiwilligkeit auslegen – und einfach angebotenen Blickkontakt einfangen, und/oder aus „in meine ungefähre Richtung gucken“ ein „schau mir in die Augen, Kleines“ formen. Man kann es mit Leckerchen locken, bestimmt gibt es auch immer noch Trainer, die mit Hundenase in meine Richtung drehen“ per Zwang trainieren... Man kann ein Signal dafür einführen, oder es lassen :D
    Wenn man sehr „signalorientiert“ ist, und Blickkontakt nur bestärkt, wenn man zuvor das Signal gegeben hat, kann man ungewollter weise lehren, dass es sich nur lohnt, zu gucken, wenn man vorher angesprochen wird.
    Wenn man das „Schau“ als „Scheuklappe“ gegen „fixiert den anderen Hund“ benutzt, kann es u.U. den Hund in ziemliche Konflikte bringen, z.b. wenn der Hund Angst vor anderen Hunden hat und eigentlich sein Nervensystem verlangt, dass er im Auge behält, wovor er sich fürchtet. Auch für Hunde, die aus Frust, nicht zum anderen Hund zu dürfen an der Leine Pöbeln, ist „wegschauen müssen“ oftmals noch frustrierender – es wird gemacht, weil es ja befohlen wurde – aber der Mensch wird als Spaßbremse verknüpft – als „Gegener“ in dem Konflikt – nix gut.
    Außerdem fehlt in dem Aufbau mit „Schau“ oft der Part mit der Klassischen Gegenkonditionierung – der Hund soll den Mensch anschauen, obwohl Stresshormone geradezu nach Bewegung schreien. Und manchmal wird dann sogar gleichzeitig noch ein weiteres Verhalten für Hochschulabgänger („bei Fuß“) erwartet... oder per kurz gehaltener Leine erzwungen.


    Warum ich so ein großer Fan bin.
    Es ist ein tolles Werkzeug um die Sozialisation eines Hunde fortzusetzen (bzw. den Welpen direkt so zu sozialisieren – eine Freundin bekommt nächste Woche einen, mit dem werden wir das machen, da wird toll, ich freu mich), denn man kann einfach alles, was der Hund „plötzlich“ bemerkt, mit C&B = guten Sachen verknüpfen.
    Wichtige Kategorien können einen „Namen“ bekommen: Hunde, Männer, Frauen, Kinder, Autos, Flugzeuge, verschiedene Spielzeuge... Der Hund lernt ganz nebenbei „Vokabeln“.
    Hat man einen Hund, der sich über gewisse, plötzlich auftretende Umweltreize aufregt, und er bemerkt ein Auftreten des selben erst, wenn der fast auf ihm drauf sitzt (z.B. ein anderer Hund, der off-line um die Ecke kommt, während der eigene grad vertieft an einer Stelle schnuppert, könnt man ihn rechtzeitig mit „Wo ist der Hund?“ darauf aufmerksam machen, dass da was kommt, damit er sich noch darauf einrichten kann.
    Dadurch, dass der Hund durch den Ablauf gleich ein (meistens sogar mehrere= Alternativverhalten erlernt, kann er im Gegenzug den Menschen darauf aufmerksam machen, wenn da was kommt, worüber er sich gleich aufregen muss. Er hat als Lösungstrategie beim Auftauchen von Auslösereizen gelernt, sich an seinen Menschen zu wenden.
    Die Hilfe, die der Hund braucht, schleicht sich ganz von selber aus, denn der Hund zeigt nur Sachen von alleine an, die ihn aufregen (oder als „Spiel“ mit seinem Menschen). Ganz oft fällt mir auf, dass das „Wo ist XY“ gar nicht mehr ausgeführt wird, wenn der Reiz den Reiz ;D verloren hat. Böser Hund, reagiert nicht auf „Befehle“ kicher
    es wird zu einem tollen „ich ehe was was du nicht siehst und das ist DA!“-Spiel.
    Es ist sehr vielseitig auf alle möglichen Auslösereize, Situationen, Hunde und Probleme anwendbar.
    Es ist leicht mit weiteren netten Trainingswerkzeugen kombinierbar, z.B. mit dem Entspannungssignal, mit dem Geschirrgriff, mit Pedeltraining, mit BAT...

    So. Roman beendet, Feuer frei :D

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    Fragst Du das im Ernst?

    (Weil ich denke, Du kennst die Antwort ;) )

    Ohne Leine können Hunde viel klarer kommunizieren als mit.
    Meist schleift Mensch sie ja frontal auf den anderen zu, damits geht's schon los.
    Hunde würden einen Bogen laufen, das geht an der Leine nicht, wenn Mensch nicht mitmacht.
    Ohne Leine hat Hund auch die Möglichkeit zur Flucht, mit Leine und Mensch dran hat er keine wahl, er muss da durch.

    Nimmt man dann noch die Leine kurz wird es für den Hund richtig unangenehm...


    Ich frage, weil ich gerade ein paarmal in den Antworten etwas in der Richtung von "soll nicht selber regeln"... denn das ginge schief.

    Das "nicht selber Regeln KÖNNEN" ist also nicht das Problem. Denn ohne Leine geht das ja.
    WER zeigt also problematisches Verhalten an der Leine?

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    Hier steht der Hund natürlich völlig unter Stress... das Rausgehen ist der absolute Horror daher halten wir es hier nur kurz und zu Zeiten in denen so gut wie nix los ist... sobald wir draußen sind wird gezerrt, Nase ist entweder auf dem Boden oder es wird grade etwas fixiert, alles und jeder wird angeknurrt oder angebellt und wenn etwas richtig anschlägt dann wird richtig ausgerastet und 5 Minuten lang im Kreis gerannt schwung geholt und in die Leine geschmissen von einer Seite auf die andere.

    Nimmst Du draussen auch den Clicker?

    Ich würde "schnüffeln" benennen (einfach immer "Schüffeln" flöten, wenn er es tut, damit Du nach einem Click (z.B. für "einen Schritt ohne Ziehen gehen" oder "Blickkontakt") mit "geh schnüffeln" bestärken kannst. Das ist sehr häufig gerade anfangs ein wirkungsvollerer Bestärker als Leckerchen - die vor lauter Aufregung gar nicht erst genommen werden können.

    Nur ganz kurz raus, und so Zeiten wo nix los ist, ist eine super Idee!!
    Ich denke allerdings, das muß D tatsächlich noch viel kürzer machen. Raus, paar Schritte gehen, Pipimachen lassen, eine Situation gemeistert, flupp wieder rein und entspannen.
    Noch besser wäre, wenn Du es einrichten kannst, dass Du erstmal nur mit ihm rausfährst, und dann da die ganzen Basics einübst.


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    Einmal am Tag fahr ich in den Wald raus und hab ihn an der Schleppleine damit er seinen Auslauf bekommt dort hab ich auch ab und zu die Chance zu ihm durchzudringen aber bei Hundebegegnungen oder manchen Leuten (hab noch nicht den Unterschied rausbekommen was es ist - mancher Fahrradfahrer kommt vorbei ohne Mucken und beim anderen gehts ab) ist das gleiche wie oben beschrieben.


    Versuche solche Begegnungen erstmal mit möglichst großem Abstand.
    Unterschiede zwischen "stört mich nicht" und "muß ich töten" liegen manchmal in ganz subtilen Körpersprache-Signalen - vielleicht gucken ihn manche Leute zu lange, zu direkt an, oder bewegen sich irgendwie "komisch" oder bedrohlich, oder auf eine Art und Weise, die er schon als "gefährlich" erlebt hat.


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    Zu Hause haben wir auch noch einige Probleme... ich habe eine Decke eingeführt die nach langem Kampf auch sein Platz geworden ist (der Herr bequemte sich natürlich geschätzte 10000000 Male in die Mitte des Raumes und wurde immer zurückgebracht - er versucht es ab und zu aber immernoch... zum Glück selten). Außerdem läuft er mir überall nach. Ins Bad hab ich ihn von Anfang an nicht gelassen daher bekomm ich auch meine Duschzeit nach kurzem jaulen genehmigt. Grundkommandos hab ich über Clicker eingeführt damit kommen wir zu Hause gut zurecht und im Wald wenn mal gaaaaanz viel Ruhe ist) fands aber schon schön zu sehen wie schnell er Interesse zeigte was zu lernen :-)


    Super!!
    Er ist ja erst zwei Wochen da, da entwickelt sich noch einiges. Eine Trainerkollegein hat neulich von einem Lernbehinderten Hund berichtet, der nach zwei Jahren endlich den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Click bewußt verstanden hat - er hat schon Verhalten, dass bestärkt wurde, häufiger gezeigt, aber er hatte bis dahin nicht verstanden, dass der Click als Information gedacht ist, und das mann sich von den clicks "sagen" lassen kann, in welche Richtung das Verhalten gehen soll - also "verhalten einfangen" ging, Shapen nicht.
    Da wird Deiner deutlich schneller dahinter kommen.

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    Da mir klar ist das ich hier einiges vor mir habe habe ich mich auch an einen Trainer gewandt bei dem ich heute endlich einen Termin hatte... er war hier... hat mir einiges vermittelt... wir haben geredet und geredet... danach dachte ich "wow super dann geh ich die Sache genau SO an, perfekt" schwupps war er weg waren tausend Fragezeichen da :-(

    Schreib sie Dir auf, die Fragen.
    ich sage meinen Kunden immer wieder, sie sollen sich die Fragen, die ihnen nach der Stunde - oder während des Übens zuhause kommen, aufschreiben und entweder direkt mailen, oder beim nächsten mal Fragen. Gerade, wenn man nicht mehr ganz sicher ist, wie man etwas genau üben soll, ist es besser sofort noch mla nach zu fragen, als etwas eine Woche lang möglicherweise falsch zu üben - oder aus lauter unsicherheit gar nicht...
    Ich bitte auch um Feedback, wenn man zwar denkt, man macht, wie ich erklärt habe, aber der Hund entweder keine Fortschritte zu machen scheint, oder es sogar schlechter zu werden scheint - dann MÜSSEN wir einfach igendwas im Ablauf ändern und zwar so schnell wie möglich.
    Frag ihn also - wenn ihn das nerven sollte, dann würde ich mir Gedanken machen :roll:

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    Also ich will jetzt noch garnicht auf das Leinenproblem draußen raus das wird erstmal nicht zu lösen sein da würd ich die Gänge hier so kurz wie möglich halten. Der Trainer meinte das ich erstmal üben soll überhaupt stressfrei zur Tür zu kommen also Hund absitzen lassen, anziehen, Leine ran - so lange er sitzt immer loben wenn nicht alles wieder ausziehen und von vorne beginnen in kleineren Schritten bis wir so weit sind das er vor der Wohnungstür auch noch aufmerksam ist bis dann auch zur Haustür (Mehrfamilienhaus).


    Ich würde noch ein konditioniertes Entspannungssignal aufbauen - damit kannst Du solche Situationen etwas runterfahren - auch draussen kannst Du das Entspannungssignal einsetzen, um ihn etwas ansprechbarer zu machen, damit Signale wieder ankommen.

    Üb da "an lockerer Leine gehen", wenn Du mit ihm rausfährst an der Schleppleine - markier/bestärkwenn er an der Schleppleine in "kurze Leine abstand" bei Dir vorbeiläuft, bei dir steht, zu dir kommt, bei Dir steht, etc. clicken, Keks werfen, damit er wieder weg geht, und wieder in den "kurze Leine"Radius zurük kommen kann. Stell dir "an lockerer Leine" nicht wie "nicht dran ziehen sollen" vor, sondern als "Targetübung" - du, bzw ein vielleicht 2. Durchmesser Kreis an Deinem Linken Bein, ist das "laufene" Target. Ist er drin, gibts C&B, C&B, C&B...


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    Irgendwann gehts dann wohl draußen genauso weiter (hoffentlich) Schritt für Schritt. Bisher ist draußen selbst das beste Leckerli/Spielzeug VÖLLIG uninteressant...


    ha, dachte ich mir das doch...
    Aber es gibt so viele andere Möglichkeiten, einen Hund zu bestärken. Lies mal hier:
    http://www.easy-dogs.net/home/blog/training.html
    Da gibt es Bestärkungslisten für 54 verschiedenen Hunde - alle sind sehr unterschiedlich - die Hunde und die Listen - bestimmt bekommst du ein paar Ideen, wo für Deine Nase "arbeiten" würde.
    Übrigens sind diese Listen auch nicht "starr" - sie verändern sich je nach Situation und natürlich auch durch das Training - da kommen neu dazu andere werden uninteressant, und ganz andere können gezielt und kontrolliert eingesetzt werden.... Alles sehr spannend.


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    Ist das bisher ok? Würdet ihr das auch so angehen? Habe allerdings das Problem das mein Herr sehr pingelig ist was die Leckerlis angeht und soviel Fleischwurst oder Käse wie es dafür brauchen wird kann nicht gesund sein oder? Außerdem wie oft würdet ihr das machen? Stellt sich mir auch die Frage: Ich kann ja nicht jedes Mal mit ihm tatsächlich rausgehen und wird er dann nicht total Irre wenn ich einfach irgendwann wenn er alles richtig gemacht hat, mich wieder ausziehe und auf die Couch setze?... sorry ich weiß sowas hätte ich doch auch direkt fragen sollen als der Trainer da war aber kam mir alles erst später :-s

    Fleischwurst... siehe Bestärkerlisten ;D

    Sehr gute Fragen!!

    Ich denke, Dein Trainer will darauf hinaus, dass Dein hund das Geschirr anziehen, dich anziehen, Tür auf, rausgehen nicht mehr so aufregend findet - indem er eben nicht mehr vorhersagen kann, "wenn ich das Geschirr anbekomme - folgt unweigerlich aufregendes "draussen auf der Straße sein"
    Wenn du merkst, nee, das regt ihn immer noch mehr auf, weil es dann nicht rausgeht, würde ich den Ablauf verändern, und dann eben tatsächlich rausgehen - mirkokurz - einmal Pippi, direkt wieder rein.

    Du kannst auch den Abauf komplett "zerrupfen" und in ganz viele einzelteile zerlegen. Die sind dann allerdings NOCH kleiner, als Dein Trainer es vielleicht beschreiben hat - und sie sind auch nicht in einer aufeinander folgenden Kette angeordnet)
    Sprich, Du machst viele kleine Clickersessions: paar Wiederholungen von "Sitz" an der Tür. Pause.
    Paar Wiederholungen von: "Kopf alleine ins Geschirr stecken. Pause.
    Paar Wiederholungen vom Wohnzimmer in den flur gehen. Pause.
    Paar Wiederholungen "blickkontakt auf dem Weg zur Tür. Pause.
    Ich würde auch manchmal das GEschirr einfach anlassen, dann kannst du nämlich "ruhiges stehen(sitzen) beim angeleint werden" (möglichst in verschiedenen Räumen üben, nicht nur and der Tür...) üben, ohne das er sich zuvor schon über "Geschirranziehen" aufregen mußte.

    Eingesprengselte Entspannungssessions.


    Mit anderen Worten: wenn er frustriert wird, sind die Trainingsschritte zu groß.

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    Dann noch wahrscheinlich das größte Hauptproblem... die Aufmerksamkeit die er bekommt/wünscht. Soll alles nur stattfinden wenn er auf seinem Platz/seiner Decke ist oder wenn ich ihn rufe... der Trainer meinte auch ich soll ihn dran gewöhnen nicht die ganze Zeit mit mir im Raum zu sein also auch mal ab ins Schlafzimmer und Tür zu. Ok werd ich morgen mal mit starten und mich auf einen ordentlichen Streik einstellen :-p Ist jetzt nicht so das sich der ganze Tag nur um ihn drehte also er ging schon immerwieder auf seinen Platz wenn ich am PC war und hat gepennt aber ich war für ihn halt immer "im Blick" - wie soll ich das Problem lösen das er mir in die Küche jedesmal hinterherrennt? Selbst wenn ich 20 Mal hintereinander nur aufstehe in die Küche geh und zurück ohne was geholt oder ihm gegeben zu haben tappt er hinterher... schläft er schreckt er auf und rennt mit :-s Türe schließen ist da keine Lösung oder ist das für den Anfang gut?

    Die Baustelle würde ich echt erst mal Baustelle sein lassen.
    Ich weiß, dass der Rütter auch so angeht - er jagt die Leute durch die Wohnung, bis der hund keinen Bock mehr hat, da immer hinterher zu latschen. Allerdings finde ich das sehr kontraproduktiv, denn: Draussen SOLL er das, draussen soll er aufpassen wo du bist und dich im Auge behalten!! Da würde ich dasselbe Verhalten an anderer Stelle nicht bestrafen...
    Leg ihm einfach auch Decken in Räume, in denen Du Dich sonst noch viel aufhälst und mach kleine "Target-Trainings"- Sessions draus
    Bring ihn auch nicht aktiv 20tausendmal wieder auf seinen Platz, sondern mach da immer wieder mal kleine shaping sessions:
    1. "guck die Decke an" click, Leckerchen wo anders hinwerfen"
    2. "beweg Dich Richtung Decke" click Leckerchen fliegt...
    3. geh auf Deine Decke click, Leckerchen fliegt...
    4. geh auf Deine Decke und setz dich, Click, Leckerchen...
    5. Geh auf Deine Decke und leg dich, click Leckerchen gibts AUF DER DECKE - gerne ein paar direkt hintereinander.
    Punkt fünf richtig häufig wiederholen und sehr hochwertig belohnen, die Zeit auf der Decke langsam ausdehen, und erst dann das Signal einfügen, wenn er schon eine Weile darauf liegen bleiben kann. Dann kannst Du schicken, ohne selber aufstehen zu müssen, um ihn zurück zur Decke zu bringen.


    Mir persönlich ist es sogar ziemlich egal wo sie liegen, solange sie nicht wie die Flummies durch die Gegend hampeln. Aber natürlich kann man da etwas mehr Struktur geben und sagen "bitte dahin legen".

    Das schleicht sich ganz von alleine aus, wenn er richtig bei Dir angekommen ist, und sich er ist, dass du nicht plötzlich verschwindest - mach da keinen Konflikt draus

    Zitat


    Wie ihr merkt hat der Gute mich noch ganz schön im Griff also ich bin über jeden kleinsten Tipp dankbar und auch auf "anpfiff" gefasst was ich dem Hund hier angetan hab aber wie gesagt -nu isser da und ich möchte versuchen alles so gut es geht hinzukriegen...
    Vielen Dank schonmal fürs Lesen :-)


    Wieso "anpfiff"?

    Zitat


    Das findet beim Clickern in so reiner Form, meiner Meinung nach!, nicht statt. Ich suche und suche und sobald ich finde, belohne ich das Verhalten oder Tun. Ich brauche Zeit, Geduld und woher will man denn wissen, dass nicht auch Hunde daran gefallen finden, Menschen mit ihrem Verhalten zu ärgern - mit dem Apportel herankommen, vorbeirennen, sich zum Menschen herumdrehen und witzig herumtrödeln. Das ist ärgerlich, wenn ich gerade etwas mit dem Tier übe. Vielleicht ein Moment der Überforderung und 'ist eben so', vielleicht auch Taktik, um bei diesem 'Mist' nicht mitmachen zu müssen. Und wieder würde ich wiederholen - wenn es sein MUSS, dann werde ich nicht zweimal darum bitten.

    Ich hab jetzt nicht genau verstanden, WAS beim "Clickern in so reiner Form" nicht statt findet? Kannst Du erläutern, was Du damit meinst? Und was ist "Clickern in so reiner Form"?

    Also ich muß nicht suchen und suchen und suchen, oder wochenlang warten, bis der Hund irgendwas "clickbares" macht - die machen doch ständig was, was man clicken kann.

    Das einzige, was man ändern muß ist sein Blick"Filter":
    Wenn uns der Hund immer erst aufzufallen beginnt, wenn er grad Mist baut, oder "Mist bauen" droht - und man DANN erst anfängt auf gutes Verhalten zu warten, ja dann wartet man sich wahrscheinlich Löcher in den Bauch.

    Aber dann hat man leider schon unzählige Bestärkungsgelegenheiten vorher verpasst.
    Nur mal so als Anregungen was man alles clicken kann:
    Blickkontakt, hinetzen, hinlegen, sitzen-/liegen-/stehenbleiben wenn sich irgendwas in der Nähe bewegt, stehen bleiben, wenn ein anderer Hund losrennt, zu mir kommen, nicht zurückbellen, wenn irgendwo ein Hund bellt, süß aussehen, jegliches Signal befolgen, Geschindigkeit verringern, damit sich die Leine nicht strafft, oder damit die Distanz sich nicht vergrößert, stehenbleiben und auf mich warten, "schöne" Kommuniktion mit guten Hundefreunden, deeskalierende Kommunikation mit "interessieren mich nicht" Hunden, Bemerken von anderen Hunden, angucken von Passanten.
    Die meisten Hunde machen zu 99 % Verhalten, die man clicken kann, und und das restliche eine Prozent ist nur selten so dramatisch schlimm, dass man da selber dramatisch werden muß.

    Warum macht das keiner?
    Werde ich oft gefragt: "warum clicken Sie denn da die ganzen Zeit? Der Hund hat doch gar nichts gemacht?!??!!!"
    Ja, genau!! Statt dessen hätte er Ihren aufdringlichen 'Kleinen', der ihm schon seit 30 Sekunden ins Gesicht springt, und zu berammeln versucht, schon längst fressen können...

    Natürlich fängt man nicht mit "ins Gesicht springenden Dackeln" an:
    Die sind ja vorher Minuten lang von irgendwoher auf uns zu gekommen.
    Da hatte man unzählige Bestärkungsgelegenheiten.
    Da hätte man sich verdrücken können.
    Da hätte man den anderen Halter auffordern können, seinen Hund anzuleinen.
    Hat man einen Hund, der Konflikte mit beißen regelt, kann man dann Maulkorb anziehen, sollte der eh noch nicht drauf sein.
    Man wartet nicht tatenlos rum - man nutzt und kontrollierte das, was man in der Situation nutzen und kontrllieren kann. Das kann man als Clicktraininer doch auch machen - wir machen es eben mit netten Methoden.


    Zitat


    Ich finde es sehr interessant, wieviel Raum man Hunden und ihren Befindlichkeiten hier gibt und Menschen mit ihren Nöten mit Clickern in die Welt schickt und Wochen und Monate in ihrer Not belässt, bis sich der Hund 'freundlicherweise' zur kurzfristigen Mitarbeit 'erclickern' lässt.

    Hiermit belasse ich es jetzt, will hier niemanden aergern oder beleidigen, habe aber ganz andere Vorstellung von Erziehung und hoffe, dass dieser antiautoritäre-Clicker-Weg mehr Hunden und vor allem MENSCHEN hilft als schadet.

    Gruss
    Klaus


    Clickern ist nicht antiautoritär - aber das ist ein häufiges Mißverständnis.

    Ich verstehe ja gut, wie dieser Eindruck entstehen kann.
    Weil man ja nämlich "wartet und wartet" - und der Hund während dessen er dummes, nicht bestärkbres Zeugs macht, andere Menschen beläßtigt.

    Es gibt bestimmt Menschen, die das so machen... Und die werfen leider ein schlechtes Bild auf Trainer, die sich bemühen, dem Hund die komischen Menschenregeln auf nette Weise zu vermitteln.

    Was nehmen wir denn mal als Beispiel...

    Der Gandhi muß wieder herhalten ;D

    Also: Wenn man den Gandhi ließe, würde er vermutlich den ganzen Tag Autos, Motorräder oder Fahrradfahrer jagen.
    Wenn ich antiautoritär daran arbeitete, würde ich ihn also einfach laufen lassen, und hoffen, dass ich maaaal zum Clicken komme, bevor er plattgefahren wird.
    Aber ich werde dann doch ein wenig "autoritär" - und der junge Mann ist an der Leine, wenn wir irgendwo unterwegs sind, wo Fahrzeuge jeglicher Art unterwegs sein könnten. Und weil er anfangs den "Lenkdrachen ausser Kontrolle" an der Leine gemacht hat, wenn was angefahren kam, einschließlich kreischen und um sich schnappen, blieb mir kaum was anderes übrig, als ihn mit zwei Händen im Geschirr möglichste gegen meine oder zwischen meinen Beinen fest zu halten.
    Dieser "Geschirrgriff" wird zuvor aufgebaut - mit ankündigung: "Stop" sagen, ins Geschirr greifen, leeeicht dran ziehen (gar nicht mehr so antiautoritär, oder?) bis der Hund dem Zug nachgibt (gar nicht mehr so antiautoritär, oder?), Clicken, Bestärkung, Geschirr loslassen. 50 Mal über den Tag verteilt wiederholen.

    Übrigens war seine "ich muß ausrasten, da ist ein Auto"-Distanz anfangs jenseits von gut und böse - Kilometer weit weg?? Egal, den krieg ich noch!! Und wenn er eins gesehen HATTE, hat er sich gemerkt wo es her kam, und wo es hinfuhr und hat dann hysterisch gelauert, ob es zurück kam, bzw. ein neues kommt - sehr entspannte "spazieren gehen"...

    Der hat trotzdem für jede Autosichtung mehrfach Kekse bekommen - alles was nicht kreischen und rumschnappen war, war anfangs bestärkbares Verhalten.
    Diese Kriterien gelten JETZT nicht mehr. Wir haben die Distanz auf 2-3 Meter reduziert - sprich Fußweg neben Straße und als Verhalten ist jetzt Sitzen und gucken angemessen.

    Das heißt aber nicht, dass "in die Leine kacheln" und ankreisschen jetzt nie wieder vorkäme - der ist halt keine Maschine - und ich bin darauf eingerichet dass, wenn er sich auf "Stopp" (das durch die Verknüpfung mit dem "werde am Geschirr zurückgezogen" zu einem "Sitz auf Entfernung"-Signal umgeformt wurde) nicht hinsetzen kann, und/oder nicht entspannt aussieht, dann HALTE ich ihn entweder an verkürzer Leine oder greife ins Geschirr, dammit er eben nicht ins Auto knallen kann.

    Aber ich arbeite da nicht mit einem negativ verknüpften Abbruchsigal (der Geschirrgriff ist ein mit angenehmen Konsequenzen verknüpftes Abbruchisgnal ;) ) weil das so stark sein müßte, dass ich ihn qusi gleich erschießen müßte - es kommt einfach nicht an!!! Es dringt nicht durch - das wurde versucht, es hat nicht geklappt - das war der Grund, warum er abgegeben wurde und im Tierheim landete.


    Man muß den Hund mit dem Training da abholen wo er ist. Da führt einfach kein Weg drumrum. Man kann Idöze auch nicht gleich an Kurvendiskussion setzen, wenn sie das ein mal eins noch nicht verstanden haben, aber das heißt doch nicht, dass ich das ein mal eins nur unterrichte, wenn die Kinderlein grade Lust dazu haben, weil sie schon den ganzen Tag gemalt und gespiel haben...
    Man hat als (Grundschul-)Lehrer einen "Lehrplan".
    Den sollte man als "Hundelehrer" auch haben - dazu ist es das allerwichtigste, dass man weiß, was kann der Hund denn schon.
    Wenn der Hund lernen soll "an Passanten vorbeigehen, nicht anspringen" er bisher aber keinen Rückruf beherscht, kann man entweder "antiautoritär" an die Sache ran gehen, und "warten", dass der Hund mal einen Passanten nicht anspringt...
    Oder man könnte jegliches Interesse an Passanten mit einem negativen Abbuchsignal unterbinden
    Oder man könnte schlauerweise den Hund als Lehrplan der "ersten Klasse" an der Leine haben, und ihn für "An der Leine am Passanten vorbei gehen" oder für "ansehen eines Passanten" oder für "von einem Passanten weg, zurück zum Halter gucken" oder für "vom Passanten abwenden" oder was auch immer "nicht anspringen" ist, clicken und bestärken.
    In anderen "Schulfächern" lernt der Hund dann schreiben, :headbash: ääh Rückruf, Sitz, Stopp, warte... und/oder was der Mensch sonst noch so mit seinem Hund machen möchte.


    Das übliche Verständnisproblem zum clicker ist - der Hund kann immer einfach über all machen was er will und kriegt auch noch Kekse dafür...

    und: der Halter muß krampfhaft nach clickbarem Verhalten suchen...

    Beides Falsch...

    Menschen werden in Nöten in die Welt geschickt?? Wochen und Monate muß auf "kurzfristige Mitarbeit" gewartet werden?
    Echt.
    Du hast echt noch nie einen mitarbeitssüchtigen Clickerhund gesehen, oder?

    Kooperation erhält man nicht durch "sich selber aufdrängen" oder durch "Du mußt, sonst", durch ständiges reglementieren.
    Man erreicht es, indem man selber kooperiert, indem man sich einläßt, auf den Hund, seine Fähigkeiten, darauf, was der Hund bestärkend findet, und indem man sich hinterlistig aber Konfliktfrei in "Hundespielchen" einschleicht und diese für seine Zwecke verwendet.

    Eines der ersten Spielchen, das HuHas bei mir lernen habe ich bei Leslie McDevitt abgeguckt und für meine Bedingungen variiert - sie nennt es "Give me a break"-Game. Sie clickt den Hund für Millisekunde Aufmerksamkeit und schickt ihn zur Bestärkung "in die Pause" - zur Beschäftigung mit seiner Umwelt.
    und, oweia, wartet darauf, dass der Hund irgendwas "Aufmerksamkeitsmäßiges" macht, clickt, "ab in die Pause". ABER - das findet anfangs nicht im Hundeäquivalent zu Disneyworld statt. Sie beginnt mit einem kleinen eingezäunten bereich von vielleicht 10 mal 7 Meter - in denen nicht allzuviel interessantes Zeug ausser dem Mensch drin ist. Nach und nach kommen dann Ablenkungen dazu und der Zaun wird ausgeschlichen.
    Ich benutze statt des abgezäunten Raums eine Schleppleine - und eine mehr oder weniger langweilige Wiese oder einfach den Weg, auf dem wir grad unterwegs sind.
    Ich kriege Kooperation, indem ich eben NICHT Spaßbremse bin, sondern indem ich den Hund den Eindruck gewinnen lasse, dass er "rumschnorcheln" als Bestärkung für "beim Menschen einchecken" erarbeitet hat.
    Ich klinke mich in das "rumschnorcheln" ein - werde Bestandteil, benutze es als sehr hochwertige Belohnung, werde mit diesem selbstbestärkenden Verhalten verknüpft - und erwarte nach und nach immer mehr Koooeration vor der nächsten "Rumschnorchelpause".

    Ja, ich lasse mich sehr auf die Befindlichkeiten der Hunde ein - wie kann ich anders erwarten, dass sie mir vertrauen, dass sie tun, was ich möchte?
    ABER: das heißt nicht, dass ich wie ein Panzer durch die Landschaft rausche und auf nichts und niemanden anderen Rücksicht nehme. Das schließt sich doch gar nicht aus - das bedingt sich doch ehr geradezu. Wenn es meinen Hund sehr aufregt, dass ein Passant kommt - so sehr, dass er den anspringen würde, dann ist es die Befindlichkeit des Hundes UND des Passanten, dass ich hund da nicht hinbrettern lasse, sondern erst mal auf entfernung "erläutere", dass ruhiges Verhalten erwünscht ist und betärkt wird.
    Was ist die Alternative?