Beiträge von Brazilia

    Ich meld mich auch mal wieder zu Wort.

    Zu der Stelle, weswegen er mich gebissen hat. Er hat nach wie vor extreme Verfilzungen an Brust, Bauch und Beinen. Da lässt er aber keinen mehr ran. Die größten wurden bereits weggeschnitten, aber diese hier hängen unmittelbar an der Haut und jucken ihn offensichtlich. Ich hab schon letztes Jahr gesagt, dass es eigentlich am besten wäre, den Hund ruhig zu stellen und dann mal halb zu scheren, damit man erstens dann wie mittlerweile erkannt die Kratzwunden zu behandeln und andererseits das Fell wieder richtig nachwachsen kann. Ihr hättet den kleinen mal sehen sollen, als er im Tierheim ankam. Der wurde drei Jahre im Zwinger nicht gekämmt.

    Das TH werde ich nicht informieren, weil ich für den Hund eine eigene HP habe. Das war die Voraussetzung, dass ich seine Pflegschaft b.a.W. bekomme.

    So mittlerweile sind wir laut Aussage des HTs nicht mehr bei der SchHA, sondern bei VP, BHA bzw. Obidience. Das hört sich schon ganz anders an. Dann sollte er aber nicht drei Tage vorher von SchHA reden. Wenn er sich beim Training mit den Hunden genauso klar ausdrückt, wie gegenüber Menschen. Prost Mahlzeit!

    Problem bei der ganzen Geschichte: Das Tierheim muss im Moment an allen Ecken sparen. Eben dann auch an den falschen. Ich hoffe, dass der HT meinen Schatz nicht vermurkst, sondern dass ich dem Hund zuliebe in meiner Meinung falsch liege und er doch ein Super-Hund wird. Denn alle Anlagen dazu hat er.

    Noch ein kurzer Hinweis zur Vermittlung: Der HT erwähnte, dass er den Hund evtl. selbst behalten will. Was L. in dem Moment ein sicheres Zuhause bieten würde. Ich kann ihn leider nicht dauerhaft behalten, weil ich eigentlich gar keine Hunde in meiner Wohnung halten darf (nur mal kurzfristig als Ausnahme) und sonst 13 Stunden am Tag unterwegs bin. Das ist für den Hund auch kein Zustand und HuTa finde ich für die Hunde schon sehr stressig.

    Allen einen guten Start in die neue Woche und danke noch mal für die Tipps.

    Hallo Micha,

    vielen Dank für deine konstruktive Kritik. Die nehme ich sehr gerne an.

    Mir tut der Hund auch leid, dass er hin und her geschickt wird. Mir wäre es lieber, wenn sich der HT nicht eingemischt hätte. Er hatte noch genug andere Hunde im TH zur Auswahl und das habe ich ihm auch deutlich zu verstehen gegeben.

    Ich habe erst seit August 2010 mit Hunden überhaupt zu tun, als ich angefangen habe als Ehrenamtliche im Tierheim auszuhelfen. Diesen Bezug zu dem Hund habe ich nun einmal bekommen, weil kein anderer am Wochenende sich mehr getraut hat mit ihm zu gehen. Er war damals noch ein absoluter Frauenhund. Kein Mann kam in seine Nähe. Die Grundkommandos kannte er nicht und Leinenbeißer war er auch. Das haben die Angestellte, die unter der Woche mit ihm geht und ich am Wochenende, wenn sie nicht da ist, ihm alles an- bzw. abtrainiert noch bevor sich der HT eingemischt hat.

    Vielen Dank für die Buchtipps. Das werde ich beherzigen.

    Und meiner Hand geht es mittlerweile viel viel besser. Er hat ja auch nicht tief gebissen. Er hat eben blöderweise eine große Vene auf der Handoberfläche getroffen, so dass sich der Bluterguss schön bis zu den Fingerknöcheln langsam ausbreitet. Aber ich empfehle zur ersten Behandlung Betaisodona zur antiseptischen Wirkung, falls doch ein bisschen Blut gelaufen ist, dann im Nachgang regelmäßig Heparin-Salbe gegen Schwellungen und gleichzeitig Massagevibration mit Magnetfeld.

    Beste Grüße
    Jana

    Guten Morgen,

    vielen Dank schon mal vorab.

    Vorneweg:
    Ich war dagegen, dass er zu dem Trainer in Pflege kommt, weil ich hinsichtlich der Trainings-Methodik Gerüchte gehört habe und der Selbstverherrlichung dieses Trainers nichts abgewinnen kann. Aber gut, ich hab dahingehend nichts zu sagen. Er hat Erfolge und Misserfolge bei anderen Tierheimhunden gehabt, aber zwischendurch waren seine Tipps wirklich hilfreich. Da er über das Wochenende nicht da ist, hat er mich gefragt, ob ich L. über das Osterwochenende nehmen möchte. Andernfalls hätte L. die Tage im Tierheim verbringen müssen.

    Zum bisherigen Beißen:
    Das ist immer nur im Zwinger vorgefallen.

    Jetzt gerade liegt er auf dem Teppich und seufzt vor sich hin.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzhund
    In welchem Ausmaß er mit ihm dieses Training absolvieren will, weiß ich nicht. Im Moment geht es offenbar um Gehorsam. Ich misch mich da nicht ein, weil ich ja keine Ahnung habe.

    Zum Stock schlagen:
    Der Hund kommt ursprünglich aus meinem Ort und war unter Hundebesitzern bereits bekannt, weil der vorige Besitzer auf dem Hundetrainingsplatz schon negativ aufgefallen ist. Vorgestern Abend hab ich einen Bekannten getroffen, der ihn noch aus der alten Zeit kannte und der war beeindruckt über das jetzige Verhalten von L.

    Ich versuche derzeit, L. zu unterstützen, wenn er auf mich zukommt und Streicheleinheiten einfordert. Wenn er irgendwo liegt, lass ich ihn in Ruhe.

    Ich denke schon, dass er unmittelbar danach wusste, dass er etwas falsch gemacht hat. Ich werde ihn jedenfalls nicht derart weiter bedrängen.
    Er ist ein guter Hund.

    Also Danke euch allen und noch schöne Osterfeiertage.

    Liebe alle,

    ich schreibe euch, weil ich heute morgen Morgen das erste Mal von einem Hund gebissen wurde und nun Hemmungen habe, ihm wieder so zu vertrauen wie noch vor dem Biss.

    Zur Vorgeschichte:
    L. ist ein 4 Jahre alter Altdeutscher Schäferhund-Rüde, der vor ca. 7 bis 8 Monaten ins Tierheim gegeben wurde, weil er unter tierverachtenden Verhältnissen gehalten wurde. Seit dem arbeiten zwei bis drei Tierheimangestellte bzw. Ehrenamtliche mit ihm, um ihm das Vertrauen an den Menschen zurück zu geben.
    Zu mir hat er die stärkste Beziehung und ich habe ihn mehrmals schon zu Hause gehabt. Ganz offensichtlich ist er auf Frauen bezogen, da er im Tierheim nach Männern geschnappt hat, um mich zu verteidigen. Das liegt aber auch in seiner Zeit vor dem Tierheim begründet. Er wurde vom ehemaligen Besitzer mit dem Stock geschlagen und im Zwinger vernachlässigt. Erziehung hat er damals gar keine erhalten.

    Die Grundkommandos "Sitz, Platz, Hier, Komm, Fuß, Bleib" kennt er. "Aus" im Grunde genommen auch, aber er hält sich nicht immer dran, sein Besitzerinstinkt ist doch recht stark. Soweit ich das beobachten konnte, hat er eine niedrige Aggressionsschwelle und kommt sehr leicht in Rage. Das war aber bisher nie bei mir der Fall, weil ich den Eindruck hatte, dass er letztendlich doch sehr sensibel und unsicher ist. Ich hab ihn beim Training weniger mit Leckerlis, sondern meist mir ruhigen Worten, Geduld und Lob unterstützt.

    Seit einigen Wochen wohnt er jetzt bei einem Hundetrainer, der ihn zum Schutzhund ausbilden möchte bzw. durch Feinheiten im Training eine Vermittlung ermöglichen möchte.

    Seit gestern ist er über das Osterwochenende bei mir und heute morgen haben wir wie immer gekuschelt. Er hat sich gestern immer wieder gekratzt und heute morgen wollte ich ihn auf mögliche Zecken untersuchen, als er ohne Vorwarnung (Knurren) auf mich losging und meine linke Hand solange maltretiert hat (Nachschnappen) bis ich mich komplett wegdrehen konnte und ihn dann vor Schmerz direkt angebrüllt habe. Ich war natürlich geschockt und bin danach zum Kühlen ins Bad und habe mir dann direkt die Hand desinfiziert und verbunden. Jetzt ist sie natürlich geschwollen und ich werde noch einen richtig schönen Bluterguss bekommen, aber das soll mich nicht weiter stören.

    Mein Problem liegt jetzt darin, dass ich zwar erkenne, dass es L. leid tut und er danach auch wieder ganz lieb war, aber ich nun Hemmungen habe, so unbekümmert wie vorher mit ihm umzugehen. Er kommt zu mir zum kuscheln, wobei er sich nicht mehr auf die Couch traut, wo der ganze Vorfall statt fand, aber mehr als den Kopf kraulen kann ich im Moment nicht.

    Nach Rücksprache mit dem Trainer meinte dieser, dass er letzte Woche Zeckensalbe bekommen hat, die evtl. Juckreiz auslösen könnte, weswegen er sich wohl kratzt und, dass er dort, wo ich nach Zecken gesucht hatte, einen Haarknäuel hat, den er letztens versuchte L. wegzuschneiden und selbst gebissen wurde (bzw. nach ihm geschnappt wurde, das kam im Gespräch nicht deutlich heraus).

    Jedenfalls, wie würdet ihr wieder auf den Hund zugehen und euch sozusagen selbst therapieren? Ich will L. ja nicht verlieren. Er ist ein toller Hund, mit so vielen Trainingsfortschritten seit dem letzten Jahr, und er hat eine Zukunft verdient, das will ich ihm ja auch nicht mit meinen Hemmungen jetzt kaputt machen.

    Vielen Dank für eure Hilfe und Antworten.

    Viele Grüße
    Jana