Beiträge von Kathi1985

    Also als erstes möchte ich mich wirklich mal ganz herzlich bei allen für die ausführlichen und vorallem hilfreichen Antworten bedanken. Damit bin ich schon mal sehr viel weiter als noch vor wenigen Tagen. Und ich habe auch nicht mehr das Gefühl als Hundemama völlig versagt zu haben.

    Ne Schleppleine hab ich mir gleich gestern noch geholt. Bin gespannt wie sich das damit jetzt dann entwickelt. Werde auf jeden Fall berichten, ob und was sich bei uns tut.

    @dieschweizer:
    Danke für die detailierte Hilfestellung. Zu deiner Frage mit meinem Hundetrainer. Also ich muss vorneweg sagen, dass ich 2 Trainer habe. Der eine ist ein Freund von uns und ich muss sagen, seine Hunde hören aufs Wort. Er liebt sie auch abgöttisch. Allerdings sind mir seine Erziehungsmethoden manchmal zu "streng". Seine Hunde schlafen in einer Box im Flur, dürfen nicht auf die Couch oder sogar ins Bett und solche Sachen. Deswegen findet er es auch nicht so ideal, dass wir Emil ein wenig "vermenschlichen". Aber er hat echt Ahnung und hat uns am Anfang ganz viel geholfen. Er riet mir, konsequent zu bleiben, das winseln und geheule zu ignorieren und stetig an meiner Erziehung festzuhalten. Also so nach dem Motto, irgendwann hört er schon auf wenn man nicht reagiert. Er ist gegen eine Kastration, so wie ich ja eigentlich auch. Hab seinen Rat auch befolgt, bin aber damit gescheitert. Denn das Winseln macht er ja fast ausschließlich im Büro und da kann ich nicht abwarten, bis er von selbst aufhört. Erstens bin ich nicht alleine in meinem Büro (auch wenn meine Kollegin SEHR viel Verständnis für Emil und mich hat) und zweitens hab ich einfach Angst um meinen Job oder hald den Hund. Es haben sich auch schon Kollegen beschwert wegen Emil, was meine Situation nicht gerade einfacher gemacht hat. :(
    Der zweite Trainer ist mein Vermieter. Der hat nen Hundehort und beschäftigt sich sehr viel mit Hunden. Bei ihm wiederrum hab ich das Gefühl, dass seine Hunde auch nicht immer gehorchen. Sein Rat war ebenfalls an meiner Erziehung weiterzuarbeiten (aber keine konkreten Tipps) und evtl. Kastration. Also hab ich mich immer noch unschlüssig über das wie und was durch sämtliche Internetforen gelesen. Da bin ich dann auf diesen Hormonchip gestoßen und hab mir die Erfahrungsberichte durchgelesen. Einen Beitrag fand ich sehr interessant. Ein Mann schrieb, dass er mit seinem Hund die ähnlichen Probleme hatte wie ich bei Emil momentan. Dass er ihm den Chip für ein Jahr setzen ließ und als die Wirkung nachließ, war der Hund aus der Pupertät draußen und war wohl wieder der "alte Hund". So musste er ihn nicht dauerhaft kastrieren und kam trotzdem leichter durch diese Monate. Also rief ich meinen Tierarzt an und fragte ihn nach seiner Meinung. Er meinte es wäre ein Versuch wert und dass die Nebenwirkungen dabei sehr überschaubar wären. Also entschloss ich mich dafür. Wie gesagt, das war erst letzte Woche, deswegen ist davon auch noch nicht viel zu bemerken bei Emil.
    Trotzdem möchte ich nochmal betonen, dass mir JEDER gesagt hat, dass ich auch an der Erziehung weiterarbeiten muss. Also das war mir von Anfang an klar dabei, ich hatte nicht die Hoffnung dass mit dem Chip alle Probleme wie weggeblasen sind. Und ich arbeite ja gerne an mir und meinem Hund, wenn ich dann auch wieder Erfolgsmomente habe. So ist es einfach sehr frustrierend manchmal.

    (Aber ich hab ja jetzt schon einiges dazugelernt :D)

    Das mit dem Verbellen der Leute ist auch so eine Sache. Da Emil ja nicht jeden anbellt. Bei manchen geht er einfach vorbei ohne überhaupt zu reagieren, da ist "Zeitung lesen" und alles andere viel interessanter. Bei manchen geht er vorbei, schwänzelt drauf zu und wenn ich ihn rufe kommt er zu mir, wird belohnt und geht einfach weiter. Und dann wiederrum gibt es Menschen, da macht er schon nen Aufstand wenn er sie in der Ferne entdeckt. Also wie kann ich erkennen, welcher jetzt ok für ihn ist und welcher nicht? Kinder findet im Emil im Übrigen GANZ furchtbar. Die verbellt er immer. Wobei ich gestehen muss, dass das teilweise auch unsere Schuld ist, weil wir einfach "vergessen" haben ihn frühzeitig mit Kindern zu sozialisieren. In unserem Bekannten- und Freundeskreis gibt es leider keine Kinder. Inzwischen haben wir ihn schon mehrmals mit Kindern in Berührung gebracht. Meine Arbeitskollegin nahm ihren Sohn mal mit, oder die Tochter meines Chefs war für ein paar Stunden im Büro. Anfangs hat er sie angebellt, dann hab ich ihnen leckerchen in die Hand gedrückt und ihnen die Kommandos gezeigt, die Emil kann. Nach ein paar Minuten haben sie dann richtig schön miteinander gespielt und Emil hatte auch garkeine Angst mehr. Zum Schluss waren sie fast unzertrennlich, weil das Kind ihn so süß fand und er das Kind für die Aufmerksamkeit und die Leckerchen liebte.
    Oder wenn ein fremdes Kind fragt, ob es Emil streicheln darf nehm ich mir Zeit mit dem Kind und Emil und bringe die beiden ganz langsam zusammen. Trotzdem hat Emil immer Angst. Entweder versteckt er sich hinter mir oder bellt. Also wie krieg ich das hin, dass er lernt, dass sie ihm nichts tun? Dazumal ich nicht wüsste, dass er jemals schlechte Erfahrung mit einem Kind gemacht hat.


    Kiwi:
    Also unser Hauptproblem ist wirklich hauptsächlich im Büro und das Alleinebleiben zuhause. Ansonsten ist er zuhause immer sehr ruhig und zufrieden. Weil ja alle da sind, sein gewohntes Umfeld usw.
    Das mit zuviel Aufmerksamkeit kann durchaus sein. Weil ich, zumindest im Büro, immer hinterher bin warum er sich so verhält. Und ich weiß ja sogar, dass ich damit mehr falsch als richtig mache, aber es ist schwierig. Aber wie bereits gesagt, ich werde versuchen eure Ratschläge zu beherzigen und alles ein bisschen lockerer zu sehen.

    So, soviel von meiner Seite, ich muss jetzt mal wieder bisschen was arbeiten :D
    Schönes Wochenende und so.

    LG Kathi

    achso, also "nein" kennt emil und befolgt das auch. allerdings ist das eher so ein kommando, dass er zum beispiel nicht auf den schoss darf wenn ich esse, oder das er mit den pfoten nicht an den tischrand darf, oder dass er irgendwas nicht essen darf usw. also kein "bleib stehen und rühr dich nicht mehr" - oder hab ich es schon wieder falsch verstanden? denn dieses kommando sitzt, zumindest bisher, noch einwandfrei.

    Ja, das verstehe ich. Alles klar, ich glaub jetzt hab ich DAS begriffen. Ab jetzt versuche ich das zu ändern. Möchte ja nicht dass mein Hund mich als unberechenbar empfindet.

    Was ich von ihm möchte? Ja das ist eine sehr gute Frage. Ich sage öfters mal "Ich hätte gerne meinen 'alten' Hund zurück" - so wie er war bevor er in die Pubertät kam. Ich meine, klar verstehe ich das, dass sich bei ihm jetzt viel ändert und er die Welt entdecken will und so. Aber der Gehorsam und auch der Respekt geht dabei unter. Und den hatte er meiner Meinung nach vorher. Ich lass ihm Freiheiten wie das mit dem Bett und so, aber er soll sich "einfach" an meine Regeln halten. Und so viele sind das eigentlich nicht. Er soll kommen und bleiben wenn ich das sage, seine Kommandos nach Aufforderung ausführen, nicht betteln und auch wieder alleine zuhause bleiben können. Wie gesagt, sein Sozialverhalten anderen Hunden gegenüber ist tadellos. Das den Menschen gegenüber steht zumindest im Moment auf wackeligen Beinen.

    Woher kommt denn der Stress, den er scheinbar hat? Wegen der Pubertät und den ganzen neuen Dingen, die er jetzt bemerkt?
    Das versteh ich noch nicht ganz. Den eigentlich hat sich ja außer dem nicht viel geändert bei uns. Er hat wirklich genügend Bewegung, genügend Spiel- und Kuschelzeit, wird aber auch nicht rund um die Uhr betätschelt, also er kann sich auch "seine Auszeit" nehmen.
    Hab ihm jetzt auch Inteligenzspielzeug gekauft, weil mir jemand sagte, dass Emil unterfordert sei.

    Eben als ich mit ihm Gassi gegangen bin ist wieder etwas vorgefallen, was er sonst nie gemacht hat. Mein Büro befindet sich im 3. Stock. Ich gehe oben aus der Tür raus, leine ihn dort an und dann gehts raus in die große Wiese. So mache ich das schon immer. Eben mach ich die Tür oben auf, er drückt sich zwischen meinen Beinen durch und rennt wie von der Tarantel gestochen die Treppe runter. Unten war die Tür offen und Emil rennt Vollgas Richtung Straße. Im Treppenhaus hab ich ihn noch ganz "lieb" gerufen und als er garnicht reagierte bin ich voller Panik hinterher. Kurz vor der Straße blieb der dann stehen, aber auch nur weil ich schon fast hinter ihm war. Ganz erschrocken hat er sich klein gemacht und den Schwanz eingezogen. Ich meine, ich will ja nicht dass er Angst vor mir hat, aber wie hätte ich denn in so einem Fall reagieren sollen? Hatte ja auch Angst um den kleinen Kerl. Und diese Situation konnte ich auch nicht voraussehen, weil wir dieses "Anlein"-Ritual schon immer so handhaben. Irgendwie echt schwierig grad :( :( :(

    Zitat


    Was mir auffällt, Du wartest immer ab, bis Emil agiert und dann reagierst Du.

    Wenn Du bspw. merkst, dass der Gute gleich bellen wird, dann ruf ihn zu Dir und lenk ihn ab.

    Gib ihm Sicherheit und hol ihn rechtzeigt aus der für ihn verunsichernden Situation bevor er meint, agieren zu müssen weil Du ihn in seinen Augen grad allein lässt.

    Das mache ich ja inzwischen so, auch schon seit längerer Zeit, trotzdem habe ich nicht das Gefühl dass es besser wird. :( Also was tun? Hast du ne Idee?

    Also nochmal danke für eure ausführlichen Ratschläge, das bringt mir echt was.

    Das Winseln ist im Moment echt mein stetiger Begleiter. Er winselt wegen allem, hab ich das Gefühl. Manchmal ist es an mich gerichtet und manchmal kann ich es auch überhaupt nicht nachvollziehen. Jetzt im Moment sitzt er hinter mir und winselt mich an weil er spielen will und ich am PC sitze. Er steht vor der Terrassentür und winselt weil er raus will, nach einer Minute will er wieder rein und winselt. (kann bei den Witterungen die Tür im Büro noch nicht offen lassen) Manchmal winselt er obwohl er auf meinem Schoss liegt und gestreichelt wird oder einfach nur aus Langeweile?! Ich tu mich echt schwer mit dem "nicht reagieren" und wann doch reagieren und so.

    Um deine Frage zu beantworten was er mal durfte und inwiefern wir strenger geworden sind:
    Ganz am Anfang durfte er beim Essen neben oder teilweise sogar auf uns sitzen und hat für ein befolgtes Kommando auch mal ne Kleinigkeit vom Tisch bekommen oder durfte nen Joghurtbecher auslecken. Dann wurde uns gesagt, dass wir das auf gargargarkeinen Fall machen dürfen, also haben wir das abgestellt. Oder wir haben mit ihm gespielt sobald er uns sein Stofftier brachte, weil es ja "so süß" war. Als uns gesagt wurde, was wir damit anstellen, haben wir das sofort geändert. Aber diese Umstellung ist schon länger her, also bevor die aktuellen "Probleme" aufgetreten sind.
    Leider neigt man dazu so kleinen Hund zu viel zu erlauben, weil man sie nicht so schnell als störend empfindet :-/

    Das Herkommen haben wir folgendermaßen mit ihm geübt. Anfangs zu zweit auf einer großen Wiese. Abwechselnd haben wir ihn zu uns gerufen, und wenn er gekommen ist gabs "Hundeparty". Also Leckerchen, überschwängliches Freuen, Spielen, usw. Natürlich haben wir zwischendurch auch gespielt und andere Kommandos geübt, damit es ihm nicht langweilig wird oder so. Das hat auch sehr schnell geklappt. Dann haben wir ihn beim Gassi gehen an der Leine zu uns gerufen und immer wenn er kam, gabs wieder Hundeparty. Und irgendwann später ohne Leine. Und wie gesagt, es hat immer geklappt und klappt auch heute noch in den meisten Fällen. Aber manchmal eben auch nicht. Letzte Woche rufe ich ihn zu mir, wie immer mit Engelszünglein, und er sieht mich an und macht nen Vollsprint in die andere Richtung. Ohne einen mir ersichtlichen Grund. ?

    Was muss ich bei der Schleppleine noch beachten? Geschirr hat er sowieso, bei dem zarten Kerl habe ich Angst ihm mit nem Halsband das Genick zu brechen. Man hört ja öfters mal von solchen Horrorgeschichten. Deshalb von anfang an Geschirr.

    @Leo:

    Puh, da gehst du ja ganz schön ins Gericht mit mir.
    Also das, was mich interessanter macht als andere Hunde sind Leckerchen, Spielzeug, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten... die er ja regelmäßig bekommt, wenn er das Kommando befolgt. Hab ja bereits in einer Antwort geschrieben, dass ich das zwischendurch immer mal übe. Und es klappt ja auch öfters als es nicht klappt. Und wenn es dann nicht klappt, habe ich gedacht, ich kann ihn ja nicht dafür belohnen dass er nachdem er mein Herrufen ignorriert hat doch irgendwann zu mir kommt. Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Also soweit ich das beurteilen kann ist diese Pinkelei reines Trotzverhalten. Vielleicht täusch ich mich auch. Er macht das ja nur (!!!) im Büro. Zuhause garnicht. Er will Aufmerksamkeit, legt mir sein Stofftier neben den Tisch und wenn ich nicht reagiere, weil ich Arbeiten muss oder einfach nicht reagieren will, weil er mich zum Spielen auffordert statt umgekehrt, geht er ausm Büro und pinkelt irgendwo gegen. Ich erwische ihn ja nie dabei, sondern bekomme dann einen Anruf von dem Arbeitskollegen oder entdecke es selbst irgendwann. Also strafe ich ihn auch nicht, weil er nicht mehr weiß wofür. Inzwischen hab ich seinen Bewegungsradius so eingeschränkt, dass er sich nur noch in meinem Büro und der dazugehörigen Dachterrasse aufhalten darf. Seit dem ist auch nichts mehr angepinkelt worden. Aber wenn ich dann mal aus dem Büro muss sitzt er da und winselt was das Zeug hält.

    Wie meinst du das mit "Unsicherheit"? Ich habe eher das Gefühl dass er sich viel zu sicher ist. Also dass er versucht sich über mir zu positionieren?! Und was kann ich gegen diesen Stress und Unruhe machen, die du beschreibst?

    Zu der Situation mit dem Menschen anbellen:
    Vorher habe ich in etwa so reagiert: Ich habe abgewartet, ihn beobachtet und irgendwann fing er das bellen an. Dann hab ich auf ihn eingeredet, vielleicht manchmal zu laut. Mir wurde die Situation dann folgendermaßen erklärt: Emil sieht den Menschen, wartet auf irgendeine Reaktion von mir, sieht zu mir und merkt dass ich ihn angucke, was für ihn scheinbar der Befehl ist, zu reagieren. Und wenn ich dann noch laut werde, denkt er sich "Oh das muss aber wirklich Gefahr sein, wenn sie jetzt mit mir mitbellt" - (so wurde es mir erklärt)
    Also handle ich inzwischen so. Ich sehe einen Menschen und rede ruhig auf ihn ein, lenke ihn manchmal mit Kommandos und Belohnung ab und gehe an dem Menschen vorbei, als ob nichts wäre. Auch das klappt manchmal, manchmal eben nicht.

    hmmm. Soviel dazu.
    Aber danke für deine lange und ausführliche Antwort.

    LG Kathi

    P.S. Ja, ich halte doch auch nichts von Kastration. Aber hab nun schon öfters gelesen, dass es mir helfen würde. Und ich hab bei meinem Tierarzt nachgefragt und bei meinem Hundetrainer. Deswegen dieser Chip, um es zu testen und nichts endgültiges zu machen.

    SheltiePower:

    danke für deine ausführliche Antwort. Damit kann ich auf jeden Fall schon mal was anfangen. Dann werde ich mir erstmal ne Schleppleine besorgen, so eine besitze ich nämlich noch nicht. :-/
    Das mit der fehlenden "klaren Linie" kann durchaus sein. Anfangs liefen manche Dinge bisschen lockerer in der Erziehung und als wir merkten, dass wir ihn "falsch" erziehen, haben wir manches umgestellt oder sind strenger geworden.
    Da es ja bis vor kurzem immer gut geklappt hat mit folgen und so, haben wir uns deswegen auch nicht soooo große Gedanken gemacht. Das zahlt sich dann jetzt wahrscheinlich aus.
    Mit "Ignoranz strafen" meine ich, dass ich ihn dann wenn er vom ausbüchsen wieder zu mir zurück kommt und erwartet dass ich ihn lobe, weil er zu mir kommt, nicht beachte und wortlos meinen Weg weiterlaufe. Ich übe das eigentlich bei jedem Gassi gehen, dass ich ihn zwischendurch mal zu mir rufe, ihn dann belohne, und dann darf er wieder abdüsen. Auch "Sitz" und andere Kommandos sind mein stetiger Begleiter beim Gassi gehen.

    Ok, wie gesagt, ich halte Kastration auch nicht für die beste Lösung. Aber ich wollte es eben auf Anraten einfach mal versuchen. Gerne bin ich bereit das erzieherisch zu lösen, aber wie bekomm ich das gepiepse und geheule denn wieder weg? Ich meine, ich soll ja am besten garnicht darauf reagieren oder? Und auch das mit dem, dass er nicht mehr alleine zuhause bleibt macht mir echt Sorgen. Gestern Abend war ich nur 20 Minuten kurz beim Einkaufen und als ich aus meinem Auto aussteige, kann ich ihn über die ganze Straße heulen und bellen hören. Er war vorher schon öfters und vorallem länger mal alleine zuhause.

    Danke für eure Antworten.
    Liebe Grüße,
    Kathi

    Hallo ihr Lieben,

    da ich ganz neu hier bin, hoffe ich auf ein paar Ratschläge wie ich meinen Hund (und meine Nerven) unbeschadet durch die Pubertät bringe :D

    Als erstes Mal zu uns. Mein kleiner Terrorkrümel heißt Emil (Zwerpinscher-Mix) und ist gerade ein Jahr alt geworden.
    Er ist nicht mein erster Hund, aber der andere, also mein erster Hund lebt bei meinen Eltern in Bayern, weil ich ihn nicht aus seinem gewohnten Leben reissen wollte, das er seit mittlerweile 14 Jahren dort führt.
    Emil ist ein sehr lebendiges Kerlchen, mit MÄCHTIG Energie. Haben sehr früh angefangen mit der Hundeerziehung. Mit Hilfe eines befreundeten Hundetrainers und mit sämtlichen Fachbüchern. Er ist bestens sozialisiert mit Hunden, lauten Umgebungen, Menschen, Autofahren... das volle Programm eben. Welpenspielstunden standen ebenfalls auf unserer To-Do-Liste. Gute Erziehung ist/war ein Muss, weil ich Emil täglich mit ins Büro nehme. Das einzige was ich mir "zu Schulden kommen" lassen habe, ist, dass er im Bett schlafen darf. :-/ Ich gehe 4-5 Mal am Tag mit ihm Gassi, damit das Energiebündel über die Wiesen fetzen kann. Wenn wir anderen Hunden begegnen nehme ich ihn nicht hoch, sondern leine ihn nur an. (außer ich kenne den Hund, dann darf er hinlaufen) Also, kurz und gut: Ich versuche wirklich alles umzusetzen was mir gesagt und geraten wird, um den Hund richtig zu erziehen.
    Und bis auf ein paar kleine Zwischenfälle hat auch immer alles sehr gut geklappt.
    Bis jetzt... ! (Plötzlich kann ich verstehen, warum mich meine Mama damals immer in den Wandschrank sperren wollte, bis ich erwachsen bin...)
    Aktuell haben wir ein echtes Dominanz-Problem! Er testet mich jeden Tag aufs neue! Es fing an mit Markieren im Büro (was echt ÜBERHAUPT nicht geht!!!!). Seitdem hab ich seinen Bewegungsradius so eingeschränkt, dass ich ihn im Auge habe, weil da macht er natürlich nichts. Sobald ich mein Büro verlasse, winselt er wie der arme, kleine, verlassene Hund, was er vorher auch nie gemacht hat. Generell winselt er wegen allem und jedem. Wenn er raus will, wenn er ein Leckerli will, wenn er spielen will und manchmal sogar wenn er neben mir liegt und ich ihn streichle. Ich versuche dieses Gewinsle zu ignorieren, weil ich weiß, dass jede Reaktion genau das Falsche ist. Aber was soll ich denn machen, wenn er das ganze Büro unterhält? Und seit einer Woche, bleibt er nicht mal mehr alleine zuhause! Und DAS hat wirklich sehr gut geklappt, weil wir das lange geübt haben. Er sitzt vorm Fenster und heult wie ein Wolf, abgewechselt von bemitleidenswertem Winseln und Bellen. Beim Gassi gehen haut er aus mir nicht erfindlichen Gründen ab, hetzt Vögeln hinterher oder rennt zu nem Hund der auf der anderen Seite des Feldes ist. Auch das ist VÖLLIG neu. Er hat immer gehorcht. :( Anfangs bin ich auch noch immer schön hinterher gerannt, aber inzwischen bleibe ich einfach stehen und warte bis er merkt dass ich nicht mehr in seiner Nähe bin, dann dreht er nämlich um. (Außer es ist ne Straße in der Nähe oder so, dann lauf ich natürlich hinterher)
    Manchmal bin ich dann so sauer auf ihn dass ich ihm echt gerne einen Klapps geben will, aber denke nicht dass das die richtige Reaktion wäre. Ich strafe ihn meistens mit völliger Ignoranz. Das Schlimme daran ist, dass es ihn manchmal kein bisschen interessiert. Das Sozialverhalten zu anderen Hunden hat sich aus meiner Sicht kaum verändert, aber fremde Menschen bellt er seit kurzem des Öfteren mal an. Als wolle er mich beschützen. Auch wenn ich vor ihm reagiere und ihm zu verstehen gebe, dass ich quasi die Situation unter Kontrolle habe. (So stand das nämlich in einem meiner Erziehungsbücher) Vor lauter Verzweiflung und vorallem aus Angst, dass ich ihn nicht mehr mit ins Büro nehmen darf, hat mir mein Hundetrainer geraten ihn kastrieren zu lassen. Da ich das aber eigentlich nicht möchte, habe ich ihm letzte Woche diesen Kastrations-Hormon-Chip setzen lassen. Ich weiß, dass die Wirkung erst nach 4-6 Wochen eintritt, aber ich hoffe trotzdem auf ein bisschen Hilfe auf diesem Weg.

    Danke fürs "zulesen" und liebe Grüße,
    Kathi und der rotzfreche Emil