Also als erstes möchte ich mich wirklich mal ganz herzlich bei allen für die ausführlichen und vorallem hilfreichen Antworten bedanken. Damit bin ich schon mal sehr viel weiter als noch vor wenigen Tagen. Und ich habe auch nicht mehr das Gefühl als Hundemama völlig versagt zu haben.
Ne Schleppleine hab ich mir gleich gestern noch geholt. Bin gespannt wie sich das damit jetzt dann entwickelt. Werde auf jeden Fall berichten, ob und was sich bei uns tut.
@dieschweizer:
Danke für die detailierte Hilfestellung. Zu deiner Frage mit meinem Hundetrainer. Also ich muss vorneweg sagen, dass ich 2 Trainer habe. Der eine ist ein Freund von uns und ich muss sagen, seine Hunde hören aufs Wort. Er liebt sie auch abgöttisch. Allerdings sind mir seine Erziehungsmethoden manchmal zu "streng". Seine Hunde schlafen in einer Box im Flur, dürfen nicht auf die Couch oder sogar ins Bett und solche Sachen. Deswegen findet er es auch nicht so ideal, dass wir Emil ein wenig "vermenschlichen". Aber er hat echt Ahnung und hat uns am Anfang ganz viel geholfen. Er riet mir, konsequent zu bleiben, das winseln und geheule zu ignorieren und stetig an meiner Erziehung festzuhalten. Also so nach dem Motto, irgendwann hört er schon auf wenn man nicht reagiert. Er ist gegen eine Kastration, so wie ich ja eigentlich auch. Hab seinen Rat auch befolgt, bin aber damit gescheitert. Denn das Winseln macht er ja fast ausschließlich im Büro und da kann ich nicht abwarten, bis er von selbst aufhört. Erstens bin ich nicht alleine in meinem Büro (auch wenn meine Kollegin SEHR viel Verständnis für Emil und mich hat) und zweitens hab ich einfach Angst um meinen Job oder hald den Hund. Es haben sich auch schon Kollegen beschwert wegen Emil, was meine Situation nicht gerade einfacher gemacht hat. ![]()
Der zweite Trainer ist mein Vermieter. Der hat nen Hundehort und beschäftigt sich sehr viel mit Hunden. Bei ihm wiederrum hab ich das Gefühl, dass seine Hunde auch nicht immer gehorchen. Sein Rat war ebenfalls an meiner Erziehung weiterzuarbeiten (aber keine konkreten Tipps) und evtl. Kastration. Also hab ich mich immer noch unschlüssig über das wie und was durch sämtliche Internetforen gelesen. Da bin ich dann auf diesen Hormonchip gestoßen und hab mir die Erfahrungsberichte durchgelesen. Einen Beitrag fand ich sehr interessant. Ein Mann schrieb, dass er mit seinem Hund die ähnlichen Probleme hatte wie ich bei Emil momentan. Dass er ihm den Chip für ein Jahr setzen ließ und als die Wirkung nachließ, war der Hund aus der Pupertät draußen und war wohl wieder der "alte Hund". So musste er ihn nicht dauerhaft kastrieren und kam trotzdem leichter durch diese Monate. Also rief ich meinen Tierarzt an und fragte ihn nach seiner Meinung. Er meinte es wäre ein Versuch wert und dass die Nebenwirkungen dabei sehr überschaubar wären. Also entschloss ich mich dafür. Wie gesagt, das war erst letzte Woche, deswegen ist davon auch noch nicht viel zu bemerken bei Emil.
Trotzdem möchte ich nochmal betonen, dass mir JEDER gesagt hat, dass ich auch an der Erziehung weiterarbeiten muss. Also das war mir von Anfang an klar dabei, ich hatte nicht die Hoffnung dass mit dem Chip alle Probleme wie weggeblasen sind. Und ich arbeite ja gerne an mir und meinem Hund, wenn ich dann auch wieder Erfolgsmomente habe. So ist es einfach sehr frustrierend manchmal.
(Aber ich hab ja jetzt schon einiges dazugelernt :D)
Das mit dem Verbellen der Leute ist auch so eine Sache. Da Emil ja nicht jeden anbellt. Bei manchen geht er einfach vorbei ohne überhaupt zu reagieren, da ist "Zeitung lesen" und alles andere viel interessanter. Bei manchen geht er vorbei, schwänzelt drauf zu und wenn ich ihn rufe kommt er zu mir, wird belohnt und geht einfach weiter. Und dann wiederrum gibt es Menschen, da macht er schon nen Aufstand wenn er sie in der Ferne entdeckt. Also wie kann ich erkennen, welcher jetzt ok für ihn ist und welcher nicht? Kinder findet im Emil im Übrigen GANZ furchtbar. Die verbellt er immer. Wobei ich gestehen muss, dass das teilweise auch unsere Schuld ist, weil wir einfach "vergessen" haben ihn frühzeitig mit Kindern zu sozialisieren. In unserem Bekannten- und Freundeskreis gibt es leider keine Kinder. Inzwischen haben wir ihn schon mehrmals mit Kindern in Berührung gebracht. Meine Arbeitskollegin nahm ihren Sohn mal mit, oder die Tochter meines Chefs war für ein paar Stunden im Büro. Anfangs hat er sie angebellt, dann hab ich ihnen leckerchen in die Hand gedrückt und ihnen die Kommandos gezeigt, die Emil kann. Nach ein paar Minuten haben sie dann richtig schön miteinander gespielt und Emil hatte auch garkeine Angst mehr. Zum Schluss waren sie fast unzertrennlich, weil das Kind ihn so süß fand und er das Kind für die Aufmerksamkeit und die Leckerchen liebte.
Oder wenn ein fremdes Kind fragt, ob es Emil streicheln darf nehm ich mir Zeit mit dem Kind und Emil und bringe die beiden ganz langsam zusammen. Trotzdem hat Emil immer Angst. Entweder versteckt er sich hinter mir oder bellt. Also wie krieg ich das hin, dass er lernt, dass sie ihm nichts tun? Dazumal ich nicht wüsste, dass er jemals schlechte Erfahrung mit einem Kind gemacht hat.
Kiwi:
Also unser Hauptproblem ist wirklich hauptsächlich im Büro und das Alleinebleiben zuhause. Ansonsten ist er zuhause immer sehr ruhig und zufrieden. Weil ja alle da sind, sein gewohntes Umfeld usw.
Das mit zuviel Aufmerksamkeit kann durchaus sein. Weil ich, zumindest im Büro, immer hinterher bin warum er sich so verhält. Und ich weiß ja sogar, dass ich damit mehr falsch als richtig mache, aber es ist schwierig. Aber wie bereits gesagt, ich werde versuchen eure Ratschläge zu beherzigen und alles ein bisschen lockerer zu sehen.
So, soviel von meiner Seite, ich muss jetzt mal wieder bisschen was arbeiten ![]()
Schönes Wochenende und so.
LG Kathi