Ich würde gerne die Funktion verstehen, die die Gewalt in der Inszenierung hat. Wenn man sagt, dass die Prügeleien etwas mit Systemkritik zu tun haben, dann muss man doch erklären können, inwiefern das der Fall ist, unabhängig davon, ob man den Film mag oder nicht.Die paar kritischen Sätzchen machen den Film jedenfalls nicht zu einer Kritik.
Ich will jetzt nicht zu weit ausholen und ich packs mal in den Spoiler falls jemand den Film noch nicht kennt...
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Also wirklich nur ganz grob: Ich persönlich habe die Kampfszenen nie so in den Vordergrund gestellt. Für mich sind sie Ausdruck des inneren Kampfes des Protagonisten nach Außen, wie später ja klar wird, dessen Kampf mit sich selbst und seinem Leben das er eigentlich verabscheut. Gewalt als direkter Ausbruch aus dem Bedeutungslosen, Mittel sich lebendig zu fühlen, Betonung von Härte, Männlichkeit, Schmerz fühlen um sich lebendig zu fühlen -grade weil das gesellschaftlich nicht Anerkannt ist, tabuisiert wird etc... Die Mitglieder fühlen sich stark, überlegen, befreit. Und im Fight Club wird der Grundstein für das Projekt Chaos gelegt in dem Tyler ja seine Helfer rekrutiert, das von Anfang an der Plan. Die Gesellschaftskritik beginnt meiner Ansicht nach schon gleich am Anfang, die Szene mit dem IKEA Katalog in seiner Wohnung wo an den Möbeln die Katalognamen auftauchen finde ich genial. Der Protagonist erzählt da bereits zu Beginn sehr viel und es gibt den ganzen Film über einiges an "Systemkritik". Auch sein Job, den er verabscheut und der moralisch fragwürdig ist gehören dazu. Als er Tyler trifft, seine Eigentumswohnung und seinen ganzen Besitz in die Luft jagt beginnt sein Ausbruch aus dieser Gesellschaft. Er hat sich befreit von der Last des Konsums und des Besitzes und beginnt sich frei zu fühlen. Auch die Wendung in der klar wird, dass Tyler seiner Psyche entsprungen ist finde ich spannend. Das Projekt Chaos ist der direkte Angriff auf die gesellschaftliche Ordnung, das Finanzsystem etc... Genauer kann ichs grad nicht beschreiben, dafür habe ich den Film zu lange nicht gesehen.