Beiträge von Lucy_Lou

    Heute morgen gut 2,5 Stunden Spaziergang, weil schlechtes Wetter :D . Irgendwie hat mir das bislang gefehlt diesen Herbst :hust: . War schön und außer Rehen hatten wir dann Wald fast für uns :smile: . Dann habe ich gearbeitet, die Hunde haben gepennt :muede: . Nachmittags habe ich das Womo geschrubbt, die Hunde die neuen Hasen bewacht (Lucy hat sie fixiert und Grisu aufgepasst, dass sie nicht aufgefressen werden...), eine knappe Stunde Futterbröckchen in der Hecke gesucht (selbst Grisu war ausdauernd :rollsmile: ) und Abends ging es noch kurz in den Wald mit 2 müden Hunden...

    Die Frage richtet sich an diejenigen, die sich für einen Rassehund oder bewusst für einen bestimmten Rasse-Mix entschieden haben. Was mich interessiert: warum entscheidet man sich für eine bestimmte Rasse? Was waren die ausschlaggebenden Rasseeigenschaften? Und was mich noch mehr interessiert: wovon wurde man überrascht oder war der Hund dann genau so, wie man gedacht hat? Was kam obendrauf, was war vielleicht auch völlig anders, als erwartet?

    Und noch viel spannender für mich: habt ihr auf bestimmte Dinge besonders geachtet in der Erziehung, Sozialisation, was auch immer, weil ihr dachtet, das ist wichtig bei der Rasse? Und falls, hat das mehr genutzt oder mehr geschadet?! Und eine fiese Frage, mag jemand antworten :D ?: "entschuldigt" ihr einige Eigenschaften des Hundes mit der Rasse? Und: habt ihr gegen Rasseeigenschaften (Jagdtrieb, Schutztrieb, Hütetrieb etc.) gearbeitet, um den Hund "alltagstauglicher" zu bekommen?

    Wir zelten nicht, haben aber ein Wohnmobil. Unsere Erfahrung ist: eine sehr starke Gewöhnung an Stellplatzsituationen durch die Hunde, mit einer völlig anderen Reaktion auf "Fremde" als Zuhause. Da kam mit der Zeit die Erwartungshaltung bei den Hunden: wir sind mit dem Womo unterwegs und da erwartet uns eh sonstwas an Eindrücken/fremden Hunden/seltsamen Geräuschen... Die schlagen auf Stellplätzen/campingplätzen sehr viel weniger an (weniger als mir lieb ist...) und sind sehr viel toleranter anderen Hunden gegenüber, als bei uns Zuhause. Allerdings orientieren sich beide auch sehr stark an mir. Also: weniger Territorialverhalten + entsprechendes Frauchen = ruhige Hunde... Aber viele Hunde sind auf Stellplätzen ungefähr nur am bellen und ja, das ist nervig :roll: . Meine Hunde sind ja nun wirklich keine Engel, aber das stört mich an fremden Hunden doch und würde mich auch an den eigenen stören. Wobei meine es ernst nehmen, wenn ich etwas gar nicht will. Ich denke, ihr könnt das nur selbst beurteilen. Es gibt ja auch genug Übernachtungsplätze, die man quasi für sich hat, zumal außerhalb der Saison. Ich würde sicher nicht ohne meine Hunde einen Urlaub verleben, der mit Hunden gut machbar ist, sondern im Zweifelsfall an deren Verhalten arbeiten ;)

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    Sie hat das eigentlich nicht gelernt. Es war von Anfang an so :???:

    Ich bezog mich darauf:

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    Finya zieht nicht an der Leine, egal welche Länge sie hat. Wenn die Leine sich spannt, bleibt sie automatisch stehen, aber sie läuft immer mal wieder von links nach rechts, guckt da und dort, etc.


    Sie nutzt den Radius, hat gelernt, den Radius nutzen zu dürfen, zieht aber nicht wie eine Irre... Die Leine begrenzt sie, hat sie gelernt, nicht du.


    Der Hund findet es ja nun mit Sicherheit nicht toll, spannend, auslastend, in irgendeiner Weise erstrebenswert... neben seinem Menschen her zu dackeln, nicht links nicht rechts zu schauen, kein schnüffeln, kein markieren, kein gar nichts. Das macht der ja nicht aus Spaß an der Freude. Wenn er sonst fast nur frei läuft, okay, Leben ist kein Ponyhof, da muss er halt durch. Aber die Vorstellung, der Hund macht das in der Regel "freiwilig", "gerne", wenn er es denn mal gelernt hat :???: . Es ist, denke ich, in der Regel eine Kosten-Nutzen-Rechnung für den Hund. Meine Lucy verschwendet keine Energie, findet 99% der Umwelt uninteressant, also dackelt sie neben mir her. Ausgesprochen simpel zu führen, aber mein Verdienst ist das nicht unbedingt :hust: . Mein Grisu findet vieles interessant... Da ist dann der Punkt: Grenzen setzen + du bekommst das, was du willst, durch Zusammenarbeit. Gelobt seien die Leckerlie-verrückten Hunde, er gehört nicht dazu :roll: . Wie auch immmer, der durchschnittliche Hund tut genau das, was sich für ihn lohnt, was auch immer er als lohnend ansieht und lässt, was sich nicht lohnt. Und bewegt sich halt gerne in gewohnten, berechenbaren Bahnen. Neue Regeln schaffen, konsequent sein, und dem Hund vermitteln, du bekommst eh bloß durch die und die (von mir gewollten) Verhaltensweisen, was du willst.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hat dein Hund bisher verknüpft: Leinenlänge darf man ausnutzen, aber maximal leichten Zug aufbauen?! Das ist dann natürlich irgendwann bombig drin beim Hund :p . Bei meinen Hunden ist es aber auch ähnlich (und es stört mich nicht). Wobei ich das "Feintuning" über die Leinenlänge regel und noch ein paar Zusatzregeln habe. So z.B.: es wird nicht unmittelbar vor meinen Füßen gekreuzt. Bei kurzer Leine wäre es automatisch so, als wird auch nicht vor mir die Seite gewechselt. In der Lernphase: sofort stehen bleiben, wenn Hund das versucht und wieder zurück zitieren. Zusätzlich habe ich ein Kommando eingeführt, hinter mir die Seite zu wechseln, denn manchmal möchte ich ja auch, dass sie das tun ;) . Das klappt prima und lässt sich halt als eine Regel bei jeder Leinenlänge anwenden. Das Kreuzungsverbot + ich bleibe bei kurzer Leine nicht stehen, wenn Hundi schnüffeln möchte und ziehe mein Tempo durch, führte schon ganz gut dazu, dass die Hunde neben mir laufen. Grisu neigt schon dazu, die Leinenlänge auszunutzen, was er ja auch theoretisch darf. Möchte ich, dass er neben mir bleibt und ihm ist da freiwillig nicht nach ( :hust: ), gibt es eine Aufforderung dazu. Aufgebaut wie nicht-kreuzen: also stehen bleiben + Hund an meine Seite zurück beordern. Mittlerweile weiß er, wenn ich das am Anfang eines Weges mache, gilt das dann auch für den Rest des Weges...

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    Ich bin der Meinung, dass auch berufstätige Menschen einen Hund halten dürfen und ich gaube, es ist allen klar, dass auch Futter, sämtliches nötiges Zubehör wie Halsbänder und Leinen und auch luxusartikel wie Spielzeug, tausende Decken, Kissen und Knochen nicht einfach vom Himmel fallen.


    Bitte nicht angegriffen fühlen, ich mein auch nicht dich, aber so die Richtung: "ein jeder, der Hunde mag und gerne einen hätte, darf natürlich einen haben", das ist eine Aussage, die mag man bzgl. einer nicht-lebenden Ware treffen, irgendwas lebensnotwendiges vielleicht... Natürlich, es mag viele Hunde geben, die mit sehr vielem klar kommen. Für mich ist erst mal niemand ein Tierquäler, der arbeiten geht und einen Hund hält. Aber dieses: ich will, also darf ich, also muss der Hund das akzeptieren... es klingt für mich einfach total egoistisch. Egal was für den Hund das Optimum wäre, egal was der sich vielleicht erträumen würde, ich will, der Hund kann damit leben, also muss er und Punkt. Und ganz ehrlich: welcher Hund braucht denn "sämtliches nötiges Zubehör wie Halsbänder und Leinen und auch luxusartikel wie Spielzeug, tausende Decken, Kissen und Knochen" :???: ? Nicht falsch verstehen, aber für mich sind Hunde Rudeltiere/Familientiere, wie auch immer man das nennen mag, und zu sagen, woanders hätte der Hund es schlechter, ich geh doch spazieren und muss das Geld verdienen und ein Hund steht jedem zu, der einen will... Wie eine Art Grundrecht?! Egal was Hundi davon hält?

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    Das ist ja nicht der Status Quo sondern Sonderfälle.

    Man muss auch die Leute verstehen, wenn ein Hund so ist wie deiner, dann ist das nicht für jeden Hundehalter (grade die Leute die immer nur einfache Hunde haben/hatten) nicht nachvollziehbar. Wenn ein Hund gut sozialisiert ist und die Möglichkeit hatte Kontakt mit anderen Hunden zu haben, dann zeigt er ja dieses Verhalten normalerweise nicht

    Was ist denn "normal"? Was darf der Hund denn zeigen? Muss er sich über alle Kontakte freuen? Oder zumindest völlig relaxt und souverän über allem stehen? Und wenn der andere Hund aufdringlich wird und der eigene hat da keinen Bock drauf? Oder darf es das nicht geben? Oder: was ist noch "Imponiergehabe"? Wie viel "Rüdenunverträglichkeit" ist normal? Wie viel Nähe muss der Hund wollen/brauchen zu fremden Hunden, um "normal" zu sein? Sollte er verspielte (10 Monate alte) Junghunde mögen oder falls nicht, zumindest mal relaxt völlig drüber stehen? Und falls er deutlicher wird, ist er halt schlecht sozialisiert? Ich rede jetzt nicht von Panik oder in Verletzungsabsicht drauf gehen beim Anblick fremder Hunde...
    Was ist mit Territorialverhalten, Ressourcendenken (z.B. bzgl Beute, potentieller Paarungspartner...), unnormal, schlecht sozialisiert, wenn ein Hund da nicht freudig-fröhlich alles teilt? Mal angenommen, man weiß, der eigene Hund reagiert in der ein oder anderen Situation nicht "freundlich". Nun hört der Hund aber und sucht von sich aus den Kontakt zu anderen Hunden in dem Moment nicht. Ich sehe da nicht so recht die Baustelle, frag mich aber manches mal, was so verdammt schwer daran ist, einen Hund mal kurz bei sich zu halten :???: Sorry, ich schweife ab...

    … sie tief schlafen und ihr sie dann weckt?

    Lucy blinzelt verschlafen, gähnt ausgiebig und schließt die Augen erst mal wieder...

    Grisu ist sofort hellwach, gut gelaunt und voller Tatendrang :D


    … in der Nacht ein ungewöhnliches Geräusch am Haus/an der Wohnung zu hören ist?

    Lucy schläft weiter, Grisu lauscht erst mal und wufft dann gegebenenfalls


    … ihr einer fremden Person die Leine (samt Hund) in die Hand drückt und weggeht?

    Ich vermute, beide würden erst mal irritiert hinter mir her schauen. Grisu würde vermutlich versuchen mir zu folgen und zumindest das Winseln anfangen. Lucy weiß ich nicht. Kann sein, dass sie dann schaut, was sie alternativ Gutes von dem fremden Menschen zu erwarten hat und ob es dann überhaupt so dramatisch ist, dass ich nicht mehr da bin :hust:


    … ihr bei einem Gewitter mitten auf dem Feld steht?

    Grisu weicht mir nicht von der Seite, ist unsicher, aber nicht panisch. Lucy interessiert das nicht.


    … im Fernsehen ein Hund bellt?

    Grisu sucht den Hund und reagiert auch die Körpersprache, bzw. die Art des Bellens des Fernseh-Hundes. Lucy interessiert das nicht


    … ihr singt?

    interessiert beide nicht


    … zur Musik durch die Wohnung tanzt?

    Grisu beobachtet mich, macht eventuell vorsichtig eine Spielstellung (also vorne runter), wirkt in der Regel leicht irritiert. Lucy interessierte das nicht.


    … sie draußen etwas verbotenes (Wurst, Tierknochen, totes Tier wie Vogel oder Hase) aufgenommen haben – und ihr es ihnen wieder wegnehmen wollt? (Situation 1: Hund ist an der Leine, Situation 2 Hund ist im Freilauf).

    Mit und ohne Leine reagieren beide gleich. Grisu bleibt stehen und schaut mich sehr intensiv an (nimmt das "Futter" aber nicht in die Schnauze). Er weiß eigentlich, er bekommt eh kein okay, aber fragen tut er trotzdem jedes mal. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
    Lucy wirft mir einen unauffälligen Seitenblick zu. Fühlt sie sich unbeobachtet, inhaliert sie im vorbei gehen, bzw. frisst, so lange es niemand merkt... Fühlt sie sich beobachtet, seufzt sie theatralisch und läuft weiter... Bei Knochen, die eigentlich zu groß zum inhalieren sind, ist es prinzipiell das gleiche. Hat sie es in der Schnauze und ich schau dann doch hin, hört sie auf Aus.

    In meinem Fall gibt es so viele Rassen, die ich interessant finde... Also einmal X, immer X ist bei mir nicht so. Aber ich denke schon wieder in die Richtung Hütehund/Hofhund, also 2 Hunde und diese Kombi :smile: . Auch die Apportier-Ecke fänd ich interessant (Labrador und Golden mal außen vor... vielleicht ein spanischer Wasserhund?). Auch Boxer finde ich vom Wesen her toll. Oder eine Bordeaux Dogge :D . Am liebsten die Kombi (2 Hunde): souverän-eher eigenständig-ausgeglichen-wachsam + will to please-voller Tatendrang-intelligent und "mitdenkend". So in die Richtung von dem, was ich jetzt auch schon habe... also doch einmal X, immer X :lol:

    Was ich nicht haben wollen würde sind Windhunde, Vollblutjäger, nordische Rassen, Terrier...

    Lucy ist ein Berner Sennen-Collie-DSH (und vielleicht noch mehr)

    Das kann man sich dann ja zusammen basteln, wie es passt :D

    Vom Berner der Sturkopf, die Eigenschaft, ihr beim Denken zuschauen zu können, das mit dem "Kopf durch die Wand", wenn sie was will, ungeachtet irgendwelcher einfacheren "Alternativlösungen" :roll: , sie weiß ganz genau was sie will und was sie nicht will. Sie ist recht souverän und eigenständig, wenig an mir orientiert (man merkt vielleicht jetzt schon, exakt das Gegenteil von Grisu...).

    Vom Collie mag sie die manchmal überraschende Weichheit und Sensibilität haben. Sie mag keine Konflikte, wenn sie sich vermeiden lassen und wählt grundsätzlich den einfachsten Weg (auch das ganz im Gegensatz zu Grisu). Negatives bleibt sehr tief und lange haften.


    Vom DSH :???:

    Jedenfalls hat sie Beute- und Jagdtrieb und ist durchaus zur Mitarbeit motivierbar.

    Sie hat kaum Wachtrieb, ist sehr berechenbar, hat nicht das, was man als will to please bezeichnet, sie will das Leben genießen und tut alles, um genau das zu können (auch das im Gegensatz zu Grisu...). Sie lernt sehr viel langsamer, auch wenn sie sich wirklich Mühe gibt, und sie besitzt kaum Körpergefühl, im Vergleich zu Grisu.


    Und ich finde Lucy sehr viel einfacher im Alltag :smile: