Ich kann mir das Video so leider (?) nicht ansehen, aber nur zur Frage: viele körperlichen "Fehlentwicklungen" beruhen auf Genetik ("schlechte" Kombination von Genen oder tatsächlich Gene, die bestimmte "nicht gute" Dinge zur Ausprägung bringen oder bestimmte Dinge verhindern, die zu einem gesunden Leben beitragen). Wenn man Rassen züchtet, tut man das in der Regel nach Arbeitsleistung/Wesen und/oder nach Optik. Viele Jahrhunderte lang hatte niemand einen Hauch von Ahnung von Vererbungslehre. Bei "Arbeitsrassen" spielte Gesundheit/Robustheit eh eine große Rolle, da wurde sicher vor allem verpaart, was Leistung brachte (bringen konnte), "kranke" Hunde wohl weniger.... Dann wurden die Menschen "reicher" und in Deutschland wurden langsam aber sicher Hunde als Freizeitpartner gehalten und gerne mal nach Optik ausgesucht oder nach ein paar Schlagworten/Image. Ich persönlich finde tatsächlich, man hätte etwas weniger Wert auf Optik legen können bei den "Rassestandards" und etwas mehr auf Arbeitsleistung und Gesundheit, aber es ist halt freie Marktwirtschaft. Wer will einen Ridgeback oder Beagle, der jagt, einen Australian Shepherd, der Hof und Heim verteidigt? Was verkauft wird, bestimmt zu einem nicht unerheblichen Teil der Käufer. Wenn man mit einem bestimmten Ziel vor Augen Hunde verpaart, fördert man automatisch bestimmte Eigenschaften, die man eben fördern will. Da hängt aber oft ein Rattenschwanz mit dran: ein Zuchtrüde mag beliebt sein und vererbt genau eine bestimmte Genkombination weiter. Die erwünschten Sachen, aber auch die unerwünschten. Je enger die Zucht, je näher verwandt die Tiere, umso weniger "Vielfalt", umso mehr häufen sich Eigenschaften an. Das mag manch einer unglaublich durchdacht tun, aber so weit sind wir in der Genetik noch nicht, dass es sich genau vorhersagen lässt, welche kombinierten Gene welche Dispositionen an "Krankheiten" mit sich bringen, zumindest längst nicht bei allen. Ein guter Züchter schaut genau, was haben Vorfahren vererbt, Tanten, Onkel... und immer noch bleibt es Natur. Sehr, sehr viele tun nicht mal das: ich hab einen netten Labrador, viele wollen einen Labrador, lass ich den mal decken vom netten Rüden nebenan... Oder auch: Kohle!!! Ich hab einen Hund und finde immer einen dummen, der die Welpen kauft, und sei es nur aus Mitleid und oh Wunder, auch das funktioniert mit bestimmten Rassen am besten... Wie gesagt, der Käufer hat es in der Hand und muss auch beim "Züchter" (und wer sich alles so schimpfen darf
) nicht sein Hirn ausschalten.
Auch jemand, der eine bestimmte Rasse will, muss damit keine "Qualzuchten" unterstützen. Wenn ich eine Rasse will, die frei atmet, triebig ist... dann such ich die mir. Wenn ich eine Rasse mit Wachtrieb, aber ohne Jagdtrieb will... eine Rasse, die zu mir und meinem Leben passt... Bei einem Rassehund von einem guten (!) Züchter weiß man ziemlich genau, was man bekommt... Da hat auch der Hund am meisten von...
Ein Mischling ist letztlich immer und grundsätzlich ein Überraschungspaket. Der muss nicht kränker oder gesunder sein, aber man muss mit vielen Eigenschaften prinzipiell leben können (und der Hund, wenn es so vom Menschen eigentlich nicht gewünscht ist!). Bei einem erwachsenen Hund ist das ziemlich schnuppe, da weiß man doch recht sicher, was durchkommt. Nur die meisten Menschen wollen a) einen Welpen, b) eine bestimmte Optik, c) nicht viel Geld ausgeben (wofür Papiere
). Da braucht man sich echt nicht mehr wundern... Wofür sein Hirn einschalten, nur weil man die nächsten 15 Jahre mit dem Lebewesen einen Alltag leben will 