Beiträge von Lucy_Lou

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    Dann gehen viele mit der Erwartung in Hundebegegnungen oder aber gar Mehrhundhaltung, dass sich Hunde dann schon irgendwie "zusammenraufen"... hebt einer meiner Hunde die Lefze, sind die Menschen teilweise so schockiert und "nicht normal".


    Gerade mit dem "Rudelgedanken" geht doch einher, dass fremde Hunde eben nicht gern gesehen werden. Das widerspricht doch eigentlich dem "Rudelgedanken", dass Fremde da so einfach Zutritt haben.

    Wie sehr man Rudelgedanken mit Dominanzgedanken zusammen bringt, ist ebenfalls extrem individuell vom Menschen abhängig, du scheinst es so verknüpft zu haben. In der Definition im Duden, die du für "Rudel" genannt hast, ist nichts von strenger Hierarchie und einem in allem dominantem "Rudelführer" zu lesen. Dieses Denken ist doch auch in der Wolfsforschung schon länger passé

    Ich schlepp oft viel mit auf Spaziergängen :ops: . Früh Morgens nicht, da ist ein Kaffeebecher und 2 Moxonleinen dabei, aber der Hauptspaziergang: Spielzeug, Leckerlies, Kamera... Man weiß doch nie, wozu man Lust bekommt und die Bespaßung findet bei uns halt hauptsächlich auf Spaziergängen statt... Und wir laufen hier ja auch sehr einsam, da kann was Abwechslung zwischendurch nicht schaden :lol: Geklickert haben wir allerdings schon ewig nicht mehr...

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    Der springend Punkt ist - Mensch denkt, Hund ist Rudeltier und zwingt den Hund dann in diese Rolle.


    Und was macht er, wenn er das denkt? Was ist das für eine Rolle :???: ? Du hast den Punkt ja mehrfach betont, auch was für eine Umstellung (und Verbesserung) es für die Beziehung zum Hund darstellt, wenn man ihn nicht mehr als "Rudeltier" sieht. Aber was ist denn dann anders? Ich meine, viele Menschen, die den Hund so nennen, schließen sich selbst ja sogar ins Rudel ein... Auch wenn das wissenschaftlich nicht korrekt ist, aber es kann sich ja nur dann etwas in der Einstellung zum Hund ändern, wenn er ebenso die Denkweisen aufgibt, die er zwingend mit "Rudel" in Verbindung bringt. Und das ist ja nun extrem individuell, denn kaum ein OttoNormalHundehalter hat den Duden griffbereit, sondern ein Bild im Kopf. Und meist hat es einfach etwas mit "sehr sozial lebend" zu tun...

    Was außer "da muss zwingend ein Zweithund her" meinst du denn, wenn du von dieser "Rolle" sprichst?

    Klar muss der Laptop mit, wie willst du denn sonst den Reisebericht schreiben und uns ein tägliches Update zukommen lassen :lol: ?

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    Ich weiss nicht mehr wo - ob bei Lucy-Lou... - habe ich gelesen, dass wir bei einer Mitgliedschaft in irgendeinem Schottland-Travel-Club preiswerter zu den Sehenswürdigkeiten kommen. Könntet ihr mir da noch einmal auf die Sprünge helfen?!


    Wir waren hier Mitglied: http://www.historic-scotland.gov.uk/. Wir waren sogar Jahresmitglied, was sich für uns gelohnt hat. Gibt aber auch kürzere Mitgliedschaften, bzw. den Explorer Pass. Du kommst dann in jede der betreuten Sehenswürdigkeiten umsonst rein. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was man sich ansehen will, wir haben ja recht viel besichtigt und die Eintrittspreise sind allgemein hoch.

    Du kannst dich aber einfach vor Ort entscheiden. An jeder der betreuten Sehenswürdigkeiten kannst du Mitglied werden oder einen Explorer Pass kaufen und dich dort dann auch noch mal in Ruhe erkundigen, was alles enthalten ist. Es gibt dann auch ein Begleitheft dazu, wo alle Sehenswürdkeiten eingetragen sind.

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    dass der Hund kein Rudeltier ist, heißt nicht, dass er kein soziales Lebewesen ist


    aber halt nur "semi-sozial", bzw. semi-solitär :???: . Also doch die "halbe" Zeit ganz mit sich allein glücklich?!

    Gibt es sonst keine Begrifflichkeiten für nicht-Rudel, aber auch kein Einzelgänger? Für: sozial, aber nicht im Rudel lebend? Oder will man das wirklich extra so betonen, dass der Hund eben nur halb-sozial ist und halb Einzelgänger?

    Dass der Hund kein Rudeltier ist nach Definition, gut kein Thema. Aber ich stolper immer noch über das semi-solitär... Was genau heißt das? Ich guck nur meine Hunde an und denke mir: die würden kein Interesse haben, alleine loszuziehen, auch nicht, wenn sie könnten. Die binden sich so eng... Semi-solitär klingt für mich irgendwie nach der besten Gewissensberuhigung, warum man einen Hund bedenkenlos mit Vollzeitarbeit und 10 Stunden Abwesenheit halten kann, sofern er z.B. einen Garten zum Lösen und Selbstbespaßen zu Verfügung hat... Semi-solitär klingt für mich nach "halbem" Einzelgänger, der sich bei Bedarf/zur Bedürfnisbefriedigung mal wem anschließt, aber die meiste Zeit mit sich selbst glücklich ist.

    Wer außer Coppinger nennt das denn so? Oder ist das gerade wirklich unter den Hundewissenschaftlern so ein gängig-anerkannter Begriff?

    Ich finde das "richtige" Clickern auch schwierig, wenn der Hund eben nicht in einer Erwartungshaltung sein soll. Der Click versetzt Grisu sofort in eine Erwartungshaltung. Ein ruhiges Lob rein stimmlich kann passen, aber einfach nur Ruhe ausstrahlen + die Erfahrung des Hundes "es passiert jetzt einfach nix" hat bei uns am besten geholfen. Auch ein Kommando (Platz bei uns oder situativ hinter mir gehen lassen) und selbst "erkunden", er beobachtet nur, hat geholfen. Ein "Lob" in welcher Form auch immer erwartet er da gar nicht. Er beobachtet und hat mit der Zeit gelernt, er muss nicht eingreifen.

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    Das tun sie nicht. Für den Hund ist der Sozialpartner der Mensch. Wenn sie aber verwildern (und das geht über ein paar Generationen), dann "brauchen" sie den Menschen nicht mehr und sind auch relativ schwierig bis unmöglich zu halten. Bei Streunern sieht das ein bisschen anders aus.


    Also einen Sozialpartner brauchen sie schon, auch wenn man es nicht "Rudel" nennen sollte. Und wenn der Mensch da nicht mehr in Frage kommt, wird der Hund wieder wichtiger?!

    Was "überlebt" sieht man ja recht gut bei den typischen "Südhunden", der Typ ist ja sehr einheitlich... Wir sind früher viel was weiter weg gereist, wirkliche "Einzelhunde" waren da bei Streunern wenig bei. Aber ein wirklich fester Zusammenschluss auch eher wenig (und wenn waren es oft genau 2 Hunde), zumindest was der kurze Urlaubseindruck erlaubte. In Griechenland sind wir mal auf ein "Rudel" von einem Rüden + 3 Hündinnen gestoßen. Die Hündinnen wollten Lucy an den Kragen, der Rüde stand beobachtend daneben... In Ägypten, wo wirklich kaum was älter als ein Jahr wird, war der Zusammenhang nach meiner Beobachtung sehr lose (bzw. 2-er Gruppen, vermutlich oft Geschwister?!). In Thailand, Bali oder der Dominikanischen Republik waren die Hundegruppen eher größer, aber dennoch mehr "zusammen". Da waren die Lebensbedingungen aber nicht derart katastrophal, wie in Ägypten.