Beiträge von sabarta

    Also gut, jetzt wo du es sagst, so eine Phase hatten wir durchaus auch (schöön verdrängt :D ).

    Da ging es um alle Umwelteinflüsse. Spaziergänger, Autos, Fahrradfahrer, etc waren Feindbild Nummer 1. Jetzt weiss ich nicht, ob das Hüteverhalten, Kontrollverlust oder Angst war.

    Wir haben uns bewusst aus allem zurück gezogen, also das wir wirklich keinem Schwein mehr begegnet sind. In der Zeit sind wir erst zu einem Team zusammen gewachsen. Nach und nach haben wir angefangen, daran zu arbeiten.
    Bei Auto und Co. haben wir viel über Vorwarnung in Kombination mit "schau" gearbeitet. Kam also ein Auto, wurde der Hund drauf vorbereitet "Achtung, Auto" bis er es gesehen hat. Dann kam das "Schau" und in dem Moment wo das Auto vorbei fuhr, wurde viel mit Leckerlis abgelenkt. Wenn es mal nicht klappte war auch nicht schlimm. Vieles hat sich erst verbessert, wenn wir uns entspannt haben.

    Ich weiss jetzt nicht ob das ermutigend ist oder nicht, aber erst seit ca. einem Jahr (sie sind jetzt 4 1/2), ist Rider unheimlich souverän geworden!

    Da fällt mir immer wieder unsere Begegnung mit einem Waldarbeiter ein. Wir waren wandern und mitten auf einem schmalen Weg stand ein Mann, der Holz aufgestapelt hat. Da ich gesehen hab, dass er keinen Hund hat, war ich völlig entspannt. Was macht Herr Hund? Schaut ihn an (er war erst schwer als Mensch identifizierbar), schaut mich an und.... stuft ihn als absolut uninteressant ein.
    Roonie war noch nicht so entspannt, meine Mutter ist mit der Pendelmethode näher ran und dann war es auch kein Problem.
    DA war ich echt baff über den Herrn Hund :ugly:

    Genauso wie jetzt mit der Leinenpöbelei. Er wird immer sicherer, dass er sogar Interesse am anderen Hund zeigt, da war als Junghund überhaupt nicht daran zu denken!


    Achja: unser Hundebegegnungstraining findet auf einem Weg statt, wo alle paar Sekunden ein Fahrradfahrer kommt. Das bockt beide Hunde überhaaupt nicht mehr :gut:

    Wenn meine die Möglichkeit haben, flüchten sie lieber.

    Meinst du jetzt auch wenn sie sich einfach vor etwas erschrecken?

    Fällt hier irgendwas auf den Boden, sieht Roonies Reaktion so aus: Sie klemmt die Rute ein, kriecht fast auf dem Boden und legt so 2-3 Meter zurück. Das ganze passiert innerhalb von einer Sekunde. Dann dreht sie sich meistens um und schaut was es war und danach ist die Sache gegessen.
    Früher, hatte sie irgendwie panische Angst, wenn man Wäsche ausgeschlagen hat. Da hat sie auch das Weite gesucht.

    Sie hatte auch aus irgend einem Grund tierische Panik vor meinem Opa. War er zu Besuch, hat sie sich in die hinterste Ecke des Gartens verkrochen (es ist nie etwas negatives passiert!) und hat sich nicht in seine Nähe getraut.


    Bei Rider ist es sehr ähnlich, erschreckt er sich allerdings vor etwas, ist erstmal vorbei. Er läuft dann einfach weg und reagiert auf kein Rufen. Gottseidank ist und das bis jetzt nur Zuhause passiert, aber betätigt zum Beispiel einer die Labeldruckermaschine, da flüchtet er so weit weg wir möglich. Wenn ihm Menschen nicht geheuer sind, schaut er sie sich aus der Entfernung an.
    Auch beim Tierarzt, bei dem er ziemlich viel Angst hat, traut er sich keinen Piep zu sagen. Selbst wenn er ordentlich durchgeknetet wird lässt er alles über sich ergehen ( und sieht dabei aus wie ein Häufchen Elend :/ )


    Können sie aber aus der Situation nicht raus, reagieren sie auch. Beispiel Hundebegegnung. Da hängen sie dann auch mal motzend in der Leine, aber auch da machen sie nicht ernst, sondern täuschen nur an.

    Kann ich ja nicht riechen, dass dein Hund kein Interesse an Vögeln hat :roll:


    Aber ja, dein Weg ist für deinen Hund der einzig richtige, alles andere wird nicht funktionieren. :roll:


    Damit bin ich jetzt erstmal wieder raus, ist ja eh sinnlos, falsch und nicht erfolgreich was ich hier schreibe :roll:

    Ich hab doch garnicht behauptet, dass es komplett anders läuft wie mit Strafe? :???:

    Stöbern/Hetzen: Also Stöbern ist ja eher einfach... Einfach mal mit dem Hund gemeinsam z.B eine Böschung erkunden (möglichst ohne wirklich auf ein Rehkitz zu stoßen). Hetzen ist dann schon schwerer, und auch wenn ich jetzt gesteinigt werde, ich finde es in Ordnung, wenn Hunde Vögel jagen. Sie kriegen sie ja eh nicht (übrigens: priiiima Verstärker).

    Mit Motivation meinte ich, dass der Hund überhaupt einen Sinn sieht MIT dem Menschen zu arbeiten.

    Ja, auch der doppelte Rückruf wird benutzt, aber das ist ja schon für die Fortgeschrittenen. Meinen hat es unheimlich geholfen aus dem Jagdmodus zu kommen, wenn sie ein beliebtes Kommando ausführen durften. Bei uns "Touch" (Nase an Hand), da sie der Hund so zu einem wendet, man aber durch Hüpfen lassen etwas Spannung aus dem Hund bekommt,oder eben Ruhe, je nach Hund (wieder ist Bewegung hier ein toller Verstärker).

    Und der letzte Punkt: klar, hat ja auch keiner behauptet, dass es bei den "anderen" nicht der Fall ist ;)

    Zitat

    und du sagst immer noch nicht, WIE es funktioniert?

    wie soll man es dann testen?

    Ich hab geschrieben wie ICH es mache. Wie die anderen es genau gemacht haben kann ich nicht sagen, da ich nicht 24h denen am Hintern häng. Jedoch kenne ich die Besitzer und meine Trainerin und jegliche Strafe (die, bei der negatives zugeführt wird) wird strikt abgelehnt.

    Aber ich kann es dir zuliebe mal zusammen spekulieren.

    -Wie der Rückruf positiv aufgebaut wird, muss ich hier ja wohl nicht erklären.
    - Genug Trieb "gerechte" Auslastung
    - Die Motivation wird durch die passenden Verstärker aufrecht erhalten (Für jeden Hund individuell)
    - Bombenfestes Umorientierungssignal (mit passendem Verstärker)
    -angepasstes Training, damit eine Überforderung so gut wie ausgeschlossen wird (klar, wenn doch mal ein Hase hoch springt ist doof, aber passiert und ist dann nicht weiter schlimm)

    Der Schlüssel zum Erfolg ist der passende Verstärker.

    Zitat


    nein, aber dein Hund ist trotzdem anders veranlagt als z.B. meiner ;)

    und mir haben viele gesagt, dass sie es ohne positive Strafe aufgebaut haben
    aber mir haben sie nie erklärt, wie genau das geht

    War ja klar :roll:

    So, und was wenn ich dir sage, dass das bei mehreren Weimaranern, Labrador und Terriern funktioniert hat?


    BTW: Ihr sagt doch auch, dass es bei euren Hunden nicht anders geht. Das ist genauso eine "willkürliche" Aussage wie die von kareki, dass es immer nur durch positive Verstärkung funktioniert.

    Deswegen dreht sich die Diskussion hier auch so im Kreis. Jeder hat seine feste Meinung und weicht keinen Millimeter davon ab. Was ich jedoch sehr schade finde, dass es scheinbar unmöglich ist sich friedlich drüber auszutauschen. Könnt ihr euch nicht einfach vorstellen, dass wir hier von komplett unterschiedlichen Kulturen sprechen? :hust:

    Zitat

    genau, springt der Hase vorm Hund los, wedelst du mit Wüstchen und clickst und so hetzt der Hund nicht

    vollkommen korrekt, ganz ohne Strafen


    Eigentlich wollte ich mich nichtmehr in die Diskussion einmischen, da meine Methode ja angeblich eh nicht funktioniert, aber ja, in unserem Antijagdtraining kommt keine Strafe zum Einsatz! Das einzige was man als Strafe ansehen könnte, war die anfängliche Begrenzung durch die Schleppleine. Und weisst du was? Es springen pro Tag mehrere Hasen hoch, und es wird keinem mehr nach gerannt.

    Aber ich seh schon, gleich kommt wieder was mit " dann hat dein Hund nicht viel Jagdtrieb", aber doch, er hat eine ordentlich Portion davon abbekommen.