Beiträge von Sheigra

    Okay, okay, ich sag' ja nichts mehr... :gott:

    Das mit dem "einer läuft - einer fährt vor" haben wir auch schon gemacht. Zwangläufig, da Männe ein bekennender Wandermuffel ist. :hust:

    Viel Spaß jedenfalls! Und immer gutes Wanderwetter.

    Nochmals vielen, vielen Dank für die Komplimente!
    Die letzten paar Fotos sind fertig, ich muss sie nur noch hochladen. Vielleicht klappt es heute abend.
    Ein etwas ausführlicherer Reisebericht entsteht gerade im Outdoorseiten-Forum.

    Barbara, das ist einer der Gründe, warum ich die Trekkingtouren ohne meine Hunde mache. Die bleiben in der Zeit daheim bei Männe oder machen Wellness-Urlaub bei meinen Eltern. Im November, als wir mit dem Auto in Schottland waren, hatten wir die Hunde dabei. Da kamen sie selbstverständlich mit auf Tour und hatten ihren Spaß. :smile:

    Es ist ja nicht nur das Hundefutter. Da braucht man ein größeres Zelt. Decke und dergleichen für den Hund. Pfotenschutz, falls er sich mal verletzt. Undundund... Wenn man dann wegen zuviel Wetter oder wegen einer Erkrankung (hatte ich auch schon mal) oder einfach weil man keine Lust hat die Tour ändert, hat man ganz andere Probleme. In die Busse dürfen Hunde nicht rein. Und es gibt viele Gegenden in Schottland, in denen kein Zug fährt. Per Anhalter fahren, mit einem nassen Hund als Begleiter, stelle ich mir auch schwierig vor. Die meisten Hostels nehmen keine Hunde. Bei den B&Bs bin ich sowieso schon in der Auswahl eingeschränkt, weil ich eben nicht mal 20km weiter ins nächste Ort fahren kann. Und wenn dann noch ein Hund im Spiel ist, macht das die Suche nicht leichter. Ich bleibe lieber bei meinem erprobtem Modell - ich bin unterwegs, die Hunde haben bewährte Betreuer, und wenn ich wieder daheim bin, gibt es "quality time" für die beiden.

    Gegen die Midges gibt es verschiedene Repellents - bei mir wirkt kein einziges davon. "Smidge" ist die aktuelle "Wunderwaffe". Erhältlich ist es in Hostels, auf Campingplätzen, und in Outdoorläden. Auch gerne genommen wird eine Sorte Bodyspray von "Avon Skin-so-Soft". Angeblich benutzt das sogar die britische Armee. Das Zeug ist kein Repellent, sondern bildet einen öligen Film auf der Haut, durch den die Midges nicht durchkommen. Im Prinzip nicht schlecht, aber wenn ich schwitze läuft mir das Öl in die Augen. Außerdem muss man so oft nachschmieren. DEET-haltige Mittel wirken auch, aber das ist mir etwas zu heftig gegen Mücken, die zwar lästig sind, aber keine Krankheiten übertragen.
    Am besten wirkt Wind.
    Wenn der mal ausbleibt, setze ich auf "Vollverhüllung". Das heißt: Socken über die Hosenbeine (es sei denn, ich habe sowieso Gamaschen an), lange Ärmel mit engen Bündchen, Handschuhe (Liner-Handschuhe, entweder aus Wolle oder, falls ich sie irgendwo in meinem Chaos wiederfinde, aus Seide), und über den Kopf ein Mückennetz. Letzteres sollte man vor Ort kaufen, da die Teile, die man hier bekommt, oft nicht feinmaschig genug sind.
    Aber: Midges sind lästig, aber überbewertet. Viele Schotten leben in Schottland und verbringen jede schottische Midges-Saison dort. Die Viecher sind ja nicht jeden Tag da. Und auch nicht den ganzen Tag. Übel ist es morgens früh und abends, wenn es windstill ist. Das Zelt auf- oder abbauen kann ohne diese Komplettverhüllung dann schon mal interessant sein... Probiere auch mal Zähneputzen mit Midges-Net auf dem Kopf. Ich hatte mich dank ein paar fast windstiller Sommertage so daran gewöhnt, dass ich gerade noch rechtzeitig die Hand mit der Zahnbürste stoppen konnte. :lachtot:

    Zum Thema Zelt: Ja, die Hilleberg-Zelte sind teuer. Sozusagen die Mercedes unter den Zelten. Aber: Es muss nicht unbedingt ein HB sein. Es gibt auch andere Zelte; bei meinen Touren sehe ich oft Zelte von Terra Nova, Wild Country, Vaude, Exped, Vango... Und alle in Schottland. Ich bin vielleicht ein wenig paranoid was die Sturmsicherheit angeht. :hust:

    Herbst ist genial. Alles was auf meinen diesjährigen Fotos noch braun ist, erstrahlt dann in verschiedenen Gelb- und Rottönen. Das hohe Gras verfärbt sich gelb, der Farn (oft mannshoch) nimmt von leuchtend rot über rotbraun bis braun alle Farben an, das Laub ist entweder goldgelb oder rot - dazu blauer Himmel (okay, dafür gibt es keine Garantie), eventuell schon Neuschnee auf den Gipfeln... Das ist richtig, richtig schön. Es kann dann beispielweise so aussehen:

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    Loch Coulin by Marion Woell, auf Flickr

    So ab Mitte September sind die Midges weg, und spätestens Anfang Oktober sind die Herbstfarben da. Das ist meine Lieblingszeit für Schottland. Einziger Nachteil: Die Tage sind schon viel kürzer. Ich war mal Ende Oktober / Anfang November zum Trekken dort und habe noch nie so viel Zeit im Schlafsack verbracht. Aber so von Mitte September bis Mitte Oktober ist es noch in Ordnung. Noch ein Nachteil: Die Hirsche röhren. Das wird im Zelt ganz schön laut. Seit meiner ersten Herbst-Tour esse ich gerne Hirschgulasch... :D

    Im Mai sind übrigens recht viele Wanderer unterwegs. Also "viel" für schottische Verhältnisse. In den beiden mittleren Mai-Wochen ist die "TGO-Challenge" am laufen, da sind gut 300 Wanderer von der Westküste an die Ostküste unterwegs, und weil das Wetter normalerweise gut ist (und nicht so eisig wie dieses Jahr) und die Tage lang sind und die Mücken noch nicht in Massen vorhanden sind, wird viel gewandert. Ist aber auch von den Wegen abhängig. Auf dem West Highland Way war total viel los; auf meinen Trampelpfaden habe ich außer den TGO-Wanderern am Anfang kaum jemanden gesehen.

    Schneller als erwartet bin ich an der Corrour Old Lodge, einer Ruine ziemlich weit oben am Hang des Carn Dearg. Vor ein paar Jahren zeltete ich im Sommer dort und war begeistert von der Aussicht. Da ich heute eine noch bessere Aussicht erwarte - und das ohne Mücken, die mich früh ins Zelt vertreiben - habe ich vor, wieder dort zu zelten.

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    Corrour Old Lodge by Marion Woell, auf Flickr

    Es gibt einen schönen Gebirgsbach mit frischem Wasser, ein paar ebene Flächen mit kurzem Gras, und im Windschatten einer Mauer kann ich sogar eine Weile in der Sonne sitzen.

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    Allt a' Choire Odhair Mhòir by Marion Woell, auf Flickr

    Dann frage ich mich, was ich mit diesem angebrochenen Tag machen soll. Jetzt schon das Zelt aufbauen? Das ist sogar mir zu früh. Ich schaue über die Schulter, hoch zum Grat, und denke mir: Warum nicht? Ich kann ja einfach mal weglos den Hang hochstapfen, schauen was auf der anderen Seite ist, und wieder zurückgehen.
    Gesagt, getan. Das bergauf gehen ist etwas mühsam, weil ich durch mehr als knöchelhohes Heidekrautgestrüpp gehen muss. Aber meist ist der Hang trocken, und ich suche mir eines der Altschneefelder als Ziel aus.

    Hier habe ich erst ein paar Höhenmeter hinter mir:

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    Rannoch Moor by Marion Woell, auf Flickr

    Der Carn Dearg. An der höchsten Stelle sieht man so einen Knubbel auf dem Foto - das ist der Summit Cairn. Aber da will ich gar nicht hin.

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    Carn Dearg by Marion Woell, auf Flickr

    Gleich bin ich auf dem Ridge, denke ich mir, als vor mir die Steigung zu Ende scheint und der Himmel so nah aussieht. Ha, nichts da, es geht dann nochmal bergauf. Jetzt aber, denke ich, jetzt bin ich schon so weit oben, da laufe ich das Stück auch noch. Und dann bin ich oben. Wow. Einfach nur wow. Ich suche mir zuerst mal einen schönen Pausenstein, setze mich darauf, und genieße die Aussicht. Das schmerzende Knie und den knurrenden Magen ignoriere ich genau wie den kalten Wind. Das ist so unglaublich schön hier oben, ich will gar nicht mehr weg.
    Dann kommt die Kamera zum Einsatz:

    Loch Ossian von oben:

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    Loch Ossian by Marion Woell, auf Flickr

    Ein Panorama, für das sich der Aufstieg gelohnt hat:

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    Aussichten! by Marion Woell, auf Flickr

    Und noch eines. Hier oben will ich irgendwann mal zelten, beschließe ich.

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    View from Carn Dearg (Rannoch) by Marion Woell, auf Flickr

    Dann kommt die Sache mit dem außerplanmäßigem Gipfel-Sturm. Ich habe genug fotografiert, genug Aussicht genossen, und mir wird kalt. Außerdem habe ich Hunger, muss das Zelt noch aufbauen, und muss mein olles Knie noch den ganzen Hang runterbringen. Also gut, runter.
    Auf dem Weg bergab gehe ich weiter links als beim Anstieg. Dort sieht es weniger steil aus. Halt, was ist das? Ich stehe auf einem schmalen, aber gut erkennbaren Weg. Wo kommt der her? Und vor allem, wo führt er hin? Zum Gipfel des Carn Dearg, so wie es aussieht. Meine Füße scheinen ein Eigenleben zu entwickeln und tragen mich dem Weg entlang wieder bergauf. Es ist schon noch ein gutes Stück bis zum Gipfel. Als ich dann auf dem Ridge bin, weht es mich erst einmal um. Rums, ich sitze etwas unsanft auf einem Stein. Der Wind hat sich inzwischen zu einem Stürmchen entwickelt, und eine Böe war doch sehr umwerfend (an diesem Abend bin so so was von froh über meine weiche Matratze...). Gut, vorsichtig jetzt. Der Grat ist zwar breit, und es besteht nicht die Gefahr, dass es mich über irgendwelche Klippen weht, aber noch einen Sturz will ich nicht riskieren. Vorsichtig, Schritt für Schritt, taste ich mich mit den Stöcken weiter voran. Uff, geschafft, da ist der große Cairn. Schnell anfassen, und nichts wie weg. Bei diesem Wind und dieser Kälte mache ich keine Gipfelpause. Ich gehe gleich wieder runter. Erst als ich den Ridge hinter mir habe und damit den schlimmsten Wind, fällt mir ein, dass ich Trottel gar kein Foto vom Gipfel gemacht habe. Nun gut, das ist ein Grund, nochmal hierher zu kommen!

    Irgendwann bin ich unten. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass dieser Ausflug gar nicht so lange gedauert hat. Vor allem die Strecke bis zum Summit, die gefühlt so lange war, war nur Kleinkram.
    Egal, jetzt baue ich mein Zelt auf, hole Wasser, und baue meine Küche im Windschatten einer Mauer auf. Hunger!!

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    Corrour Old Lodge by Marion Woell, auf Flickr

    Hier die Aussicht aus meiner Hütte:

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    Ohne Titel by Marion Woell, auf Flickr

    Die Sonne wandert weiter, und die Temperaturen fallen. Das Licht wird so schön, dass ich mich aus dem warmen Schlafsack schäle und mich nochmal warm anziehe:

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    Evening Light by Marion Woell, auf Flickr

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    Evening Light by Marion Woell, auf Flickr

    Wieder im Schlafsack, schlafe ich ein wenig, wache wieder auf, gehe raus, und sehe den "Afterglow" des Sonnenuntergangs:

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    After Sunset by Marion Woell, auf Flickr

    Später in der Nacht wache ich nochmal auf, gehe raus, und stelle fest, dass es sich nicht lohnt den Sternenhimmel zu fotografieren. Es ist einfach nicht dunkel genug. Außerdem ist es kalt; das Außenzelt hat eine ordentliche Frostschicht.
    Gute Nacht!

    Wie es am nächsten Tag weitergeht, erzähle ich morgen.

    Nach all den vielen Beiträgen über Ausrüstung und Wandern und so geht meine Reise jetzt weiter. Der vorletzte Wandertag war einer der schönsten.

    Morgens ist es eisig kalt. Die Temperaturen müssen kurz vor dem Gefrierpunkt sein, und es weht ein kalter Wind. Beim Abbau des Zeltes ziehe ich sogar die Handschuhe an. Trotzdem sind Hände und Füße kalt als ich losgehe. Es dauert eine Weile, bis ich auf "Betriebstemperatur" bin.
    Der Weg durch das Gleann Iolairean ist teilweise ganz schön matschig. An manchen Stellen, vor allem wenn der Weg über eine Kuppe führt, sieht man die Spuren von Mountain Bikes, die in breiter Front dort entlang gefahren sind. Das schadet dem ohnehin eingesumpften Weg vermutlich nicht viel, aber es sieht nicht schön aus. Und es zwingt mich zu weiten Umwegen, will ich nicht bis an die Knöchel im Matsch gehen.

    Bald kommt der Loch Treig in Sicht, und damit ein befestigter Landrovertrack:

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    Loch Treig by Marion Woell, auf Flickr

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    Loch Treig by Marion Woell, auf Flickr

    Nur noch ein paar Meter trennen mich von dem Track, als ich vor dieser Stelle stehe. Ich stehe gut einen Meter oberhalb davon, rechts von mir geht es nahezu senkrecht runter in eine kleine Schlucht, und dieser Sumpf hier hat nach meinem "Stocktest" keinen festen Boden. Bevor ich riskiere, hier den Abgang zu machen, schlage ich mich links davon durchs Gestrüpp (hier rechts im Bild; ich mache das Foto erst nachdem ich wieder sicheren Boden unter den Füßen habe; später stelle ich fest, dass die Regenhülle des Rucksack ein paar Risse davongetragen hat) und gehe auf der sicheren Seite zum Track hinunter.

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    path by Marion Woell, auf Flickr

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    Loch Treig by Marion Woell, auf Flickr

    Auf dieser schönen Wiese am Loch Treig mache ich eine schöne lange Pause. Es waren zwar nur acht Kilometer bis hierher, und es ging meist bergab, aber durch den vielen Matsch war es doch recht anstrengend. Außerdem haben sich die Wolken verzogen, die Sonne strahlt von einem blauen Highlands-Himmel, und das Leben ist einfach nur schön. Aber kalt ist es immer noch; ohne die Jacke geht heute gar nichts.

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    Loch Treig by Marion Woell, auf Flickr

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    Loch Treig by Marion Woell, auf Flickr

    Dann laufe ich weiter, auf dem knüppelharten, aber matschfreien Landrovertrack in Richtung Corrour Station. Unterwegs stelle ich fest, dass auf dem Corrour Estate größere Erdarbeiten in Gang sind. Ein Schild erklärt, dass sie dort an drei Bächen kleine Wasserkraftwerke bauen. Da sie mehr Strom erzeugen, als die paar Häuser des Estates, das Hostel und der Bahnhof brauchen, werden unterirdische Stromleitungen bis zur Rannoch Station gelegt, wo der Strom dann ins National Grid eingespeist wird. Das Schild verspricht, dass die Arbeiten Ende 2015 beendet sein werden, dass die neu angelegten Tracks (für Bagger und anderes schweres Gerät) wieder rückgebaut werden, dass man von diesem Hydro Scheme in ein paar Jahren nichts mehr sehen wird, und überhaupt dass alles gut wird. Nun denn, ich werde es bei meinen nächsten Besuchen sehen.
    Immerhin: Auf den Tracks komme ich gut voran. Die Aussichten sind fantastisch. Klare Luft, schneebedeckte Gipfel, blauer Himmel - traumhaft schön.

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    Nevis Range by Marion Woell, auf Flickr

    Der Track zum Loch Ossian, mit einem Abzweig zur Corrour Station, ist alt. Ich nehme den Abzweig zur Jugendherberge, die SYHA Loch Ossian, mein Lieblings-Hostel.

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    Corrour Track by Marion Woell, auf Flickr

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    SYHA Loch Ossian by Marion Woell, auf Flickr

    Gegenüber dem Weg zum Hostel geht ein Pfad bergauf. Diesen nehme ich. Nur - das ist kein Pfad mehr, das ist auch ein baggertauglicher Track, der sich zieht, soweit ich sehen kann. Nun gut, dann komme ich noch schneller voran als geplant. Schön ist zwar anders, aber andererseits hatte ich heute schon genug Schlamm und eingesumpfte Wege.

    Hier der Blick runter zum Loch Ossian:

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    Loch Ossian by Marion Woell, auf Flickr

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    Loch Ossian by Marion Woell, auf Flickr

    Der höchste Berg auf diesen Bildern ist übrigens Ben Nevis, der höchste Berg in UK. Da war ich schon ein paarmal drauf, einmal sogar im Schnee. Dieses Jahr jedoch nicht; als ich wieder dort bin, schneit es munter weiter dort oben...

    So, schnell den Beitrag posten. Es geht gleich weiter, mit einem außerplanmäßigen Gipfel-Sturm. ;)

    Süchtig macht das, das ist richtig. :D

    Für meine Touren braucht es keine besonderen körperlichen Anforderungen. Mit fast fünfzig, einem kaputten Knie, einem halben Jahrhundert fast ohne Sport - da macht man halt weniger, langsamer, bedächtiger, aber man "macht".
    Ausgangspunkt war für mich der West Highland Way. Bei unserem ersten Schottland-Familienurlaub Anfang der 1990er, mit einem anderthalb Jahre alten Kleinkind, hatten wir ein Ferienhaus im Glen Nevis gemietet. Vom Küchenfenster sah ich jeden Tag Leute mit großem Rucksack den Berg herunter kommen. Ich erkundigte mich und erfuhr, dass sie die 150km von Glasgow nach Fort William gelaufen sind. Ich kaufte mir ein Buch dazu (damals hatte ich keinen Computer, geschweige denn Internet), und fand die Idee gut. Jahre später, das Kleinkind war inzwischen 15, lief ich den WHW mit einer Freundin. Das Jahr danach mit meinen Eltern. Und ich fand es toll, morgens im Ort A aufzuwachen, viele Stunden durch eine tolle Landschaft zu laufen, dann im Ort B anzukommen und das ganze mehrere Tage hintereinander.
    Dann fing ich an, meine erste eigene Tour zu planen und musste feststellen, dass das was ich vorhabe ohne Zelt nicht möglich ist. Das Jahr 2008 verbrachte ich mit Planung, Information, zahlreichen Besuchen in diversen Outdoor-Läden, und 2009 begab ich mich auf die erste "eigene" Tour. Seitdem will ich das nicht mehr missen.
    Dann kam 2013 die Knieverletzung, und noch Anfang 2014 dachte ich, dass das nie wieder was wird mit dem Wandern. Ich blieb aber stur, machte meine Übungen, wechselte den Orthopäden, reduzierte mich um zwei Konfektionsgrößen, und ging im Mai 2014 wieder auf Tour. Es geht, es macht nach wie vor Spaß, ich bin jetzt nur langsamer und vorsichtiger als vorher.

    Das alleine unterwegssein ist aber nicht jedermanns Sache. Das muss man wollen, sonst dreht man am Rad. Ich kenne Leute, die haben es versucht, und finden Wandern toll, aber sie gehen lieber in einer Gruppe oder mit einem Partner. Das wiederum habe ich versucht und finde es für mich nicht gut... Jeder so, wie er will und kann. :smile:

    Das Problem mit der Rettungsdecke ist, dass sie die ganze Tour über halten muss. Gerade der Teil, der den "Fußboden" in der Apsis darstellt, wird schon ganz schön beansprucht, nicht zuletzt von mir Grobmotoriker in Wanderstiefeln. Aber vielleicht probiere ich es bei der nächsten Tour einfach mal aus. Versuch macht kluch, sagt man doch.

    Zum "richtigen" Kochen habe ich nach einem Wandertag keine Lust mehr. Da muss es zackzack gehen, denn meist habe ich einfach nur Kohldampf. Da ist das Fertigfutter in Verbindung mit dem Jetboil (ich bezeichne ihn gerne als "Wasserkocher") gerade richtig. Wenn ich dann irgendwo in einem Ort mit Shop oder Pub bin, kann ich das frische Essen wieder richtig genießen. Es ist schon unglaublich, wie gut nach 8 Tagen Haferbrei und Nudelpampe eine Gemüsesuppe, weißes britisches Knatschbrot und eine kalte Cola schmecken... :D

    Ich nehme das Wasser nur aus Bächen oder aus Seen. Wenn es ein langsam fließendes oder ein stehendes Gewässer ist, wenn Schafe in der Nähe sind, oder wenn ich einfach so ein ungutes Gefühl habe, benutze ich die Tropfen von Aqua Venture. Bisher hatte ich noch keine Probleme. Das Zeug ist auch relativ geschmacksneutral. Dass schottisches Bergbach-Wasser gerne mal bräunlich ist, ist normal. Daran gewöhnt man sich.

    Ja, das Planen ist schon der halbe Urlaub. Das kenne ich. :bindafür:

    Wild zelten ist in den meisten europäischen Ländern ein Problem. So richtig gesetzlich erlaubt ist es in Schottland durch den Outdoor Access Code; im Rest von UK gilt der jedoch nicht. Schweden /Norwegen / Finnland praktizieren so was wie "Jedermannsrecht"; wie weit dieses gilt, was man darf und was nicht, und was mit Nationalparks ist, weiß ich allerdings nicht. Bisher habe ich mich damit noch nicht befasst. Von Dänemark und von den Niederlanden habe ich bisher nur gelesen, dass wild zelten verboten ist und auch kontrolliert wird... Einfach ist es jedenfalls nicht.