Beiträge von bootsfrau

    laura: Ich habe seit Dienstag den Bruder von Bootsmann hier, ein halbes Jahr haben wir darum gekämpft ihn aus der Familie/Heizungsraumhaltung zu befreien, und dann war es endlich soweit.

    Er ist erstmal als Gast hier, wir wollen mal abwarten. Falls es perfekt zu uns passt bleibt er, sollte aber einer von uns vieren unglücklich mit der Situation sein, dann suchen wir zeitnah eine gute Familie für ihn.
    Da er sein erstes Lebensjahr weit ab vom eigentlichen Leben in einem Heizungsraum verbracht hat, ist er extrem unsicher und ängstlich. Es wird alles verbellt, locker an der Leine laufen kennt er nicht, Menschen sind Höllenwesen und überhaupt ist alles ganz furchtbar.

    Bootsmann macht es erstaunlich gut, er zeigt ihm was er darf und was nicht, hält im Haus mit ihm konsequent Ruhe und macht das alles locker mit.
    Da Finn aber noch einiges aufzuholen hat, geh ich viel getrennt Gassi. Eigentlich gehen wir nur einmal täglich gemeinsam, aber dann auch nur in reizarmer Umgebung, also möglichst keine Menschen, Autos, Hunde etc. Der Rest an Spaziergängen läuft getrennt ab.

    Ich muss mir erstmal in Ruhe eine Liste machen, was ich in welcher Reihenfolge in Angriff nehmen will. Auf jeden Fall werde ich die nächsten Wochen hier wohl nicht weggehen...

    Ich weiß wirklich oft nicht wie ich reagieren soll, momentan handel ich noch viel aus dem Bauch heraus. Aber sobald sich hier die Situation etwas stabilisiert hat, werd ich einen Termin bei einer Trainerin vereinbaren, damit die einfach mal einen Blick auf uns wirft, und mir Hilfestellungen gibt wie ich z.B. den Knatsch händeln kann.

    Heut nachmittag haben wir einen richtig schönen Spaziergang durch den bunten Herbstwald gemacht. Bootsmann durfte mal wieder richtig fetzen, Finn war natürlich an der Schlepp gesichert, was aber seine Freude nicht geschmälert hat. Er war einfach nur ein glücklicher Hund der durchs Laub gestromert ist. Ich hab allerdings festgestellt das ein Waldspaziergang mit gehaltener Schlepp echt ne Herausforderung ist.
    Die beiden Jungs haben es echt genossen und es war sooooo schön. Und ich genieß es immer, wenn ich mit Hund im Wald sein kann. Und dann mit zwei Hunden war es für mich ein doppelter Genuss.

    Das Highlight kam zum Schluss, auf dem Weg zum Auto kam uns eine Hundegruppe entgegen. Da Finn echt Schwierigkeiten mit fremden Hunden hat, besonders wenn er an der Leine ist, sind wir aufs Feld gestiefelt um reichlich Abstand zu schaffen, und ich konnte ihn prima mit Stimme und Leckerlie ablenken, obwohl er die Hunde gesehen hat. Mittendrin musste er sie kurz verbellen, hat sich aber nicht in Rage gebellt, sondern ließ sich schnell wieder auf mich umlenken!
    Unglaublich, und das am 4.Tag!!!!! Auf Wolke 7 sind wir zum Auto geschwebt. Bootsmann hat das Theater zwar nicht verstanden, sich aber wie ein richtiger Freund einfach mit uns gefreut.
    Ach, das sind schon echt 2 prima Kerle! Ich muss allerdings sagen, alleine mit beiden geht echt nur in extrem menschen- fahrzeug- und hundeleerer Umgebung, sonst ist es für uns alle Stress.

    Es ist wie Du sagst, das Ganze ist noch nicht ausgefochten. Und hier ist ja nicht ne dauerhafte Prügelei. Es sind einzelne Situationen, in denen der eine versucht dem anderen die Butter vom Brot zu nehmen.

    Ich kann aber auch oben am PC sitzen, Mann liegt im Bett und die beiden sind unten ohne irgendwelches Theater oder Streit. Wie gesagt, sie probieren sich momentan noch aus.
    Beim Fressen hat definitiv Bootsmann die Hosen an, er zeigt Finn ganz deutlich das er nix zu suchen hat, an seinem Fressen, und Finn macht einen riesen Bogen um Bootsmann dabei. Wenn ich dabei bin, wird höchstens mal gegrummelt. Und das war heute morgen das Problem. Ich war draussen an der Mülltonne und die beiden alleine in der Küche, da ich davon ausging der Napf ist leer.
    Super blöd von mir!

    Und heute mittag ging es um meine Aufmerksamkeit und wer am nächsten neben mir sein darf. Aber bei aller Liebe zu den Hunden, da war erstmal mein Freund der wichtigste Kerl hier.
    Und auch dann sind es keine endlos Zickereien, es gibt eine klare verbale Ansage, und im gleichen Moment ist der Drops gelutscht, und sie legen sich nebeneinander hin.

    Versteh einer die Pubertät, oder was auch immer das ist!

    Naja was heißt entspannt. Hier sind auch schon ordentlich Tränen geflossen bei mir. Heut morgen zum Beispiel.

    Mir bleibt doch nix anderes übrig, als zu versuchen das alles nicht zu verkrampft zu sehen. Es bringt mich ja nicht weiter, als muss ich versuchen das Beste aus der Situation zu machen.

    Die Rangeleien nehmen zu. Heut morgen waren die beiden Jungs mit meinem Freund für 2 Stunden alleine. Als ich eben wieder gekommen bin, ging das Gekeife wieder los, wesentlich massiver als die letzten Tage, aber noch nicht so wie heut morgen.

    Ich musste sie dann erstmal trennen und runterholen. Jetzt liegen sie wieder entspannt neben mir und pennen.

    Das macht es momentan ein bißchen schwierig, weil mein Freund ja nix kann, und ich nicht der Auslöser für Stress sein möchte. Mit dem Futter und dem Kampf um den Schlafplatz haben wir schon genug zu tun.

    Wie man sieht taut Finn langsam auf und kommt mehr und mehr an! Was ich durchaus positiv sehe!

    Ich lass mich hier jetzt nieder und werd die nächsten Wochen auch wahrscheinlich nicht wieder gehen!!!!!

    Mein "Neuzugang" Finn, der erstmal nur als Gast geplant ist, hat so einiges was mir echt Kummer bereitet.

    Es wird alles verbellt, beim Futter ist heut morgen das erste Mal Blut geflossen, Kommandos kennt er gar nicht, und ob er alleine bleiben kann wag ich nicht zu beurteilen, dafür ist er erst zu kurz bei uns.
    Also ist hier der richtige Platz für uns!

    Die Nacht war unruhig, da es beim Schlafen gehen ein bißchen Zoff unter den beiden gab, danach hat Finn kaum zur Ruhe gefunden.

    Tja, und heut morgen war es dann soweit. Ich muss die Situation genauer beschreiben, damit ihr merkt wie selten dämlich ich bin. Das die beiden mit Futter echte Schwierigkeiten haben wusste ich. Also hab ich Bootsmann in der Küche gefüttert, während Finn im Wohnzimmer bei meinem Freund war. Bootsmann dann in den HWR-Raum gebracht, Finn in die Küche und ihm sein Futter hingestellt (für aus der Hand war heut morgen keine Zeit). Ich bin dann mit Bootsmann raus gegangen und war mir sicher das Finn in der Zeit alles auffrisst, da er ein Staubsauger ist. Als wir nach 20 Minuten wieder da waren, Bootsmann reingeschickt um den Dutterbeutel in die Mülltonne zu werfen. Da hörte ich schon das Theater (Finn hatte nämlich in den 20 Minuten Nullkommanix gefressen). Als ich rein kam waren beide nass, Finn hielt seine linke Vorderpfote hoch, das Futter durch die halbe Küche gespritzt und Bootsmann stand da drüber. Da ich nicht wußte was von wem und wie ausging hab ich Finn wortlos genommen um mit ihm rauszugehen. Ich bin dann davon ausgegangen das Bootsmann das Futter frisst, während ich meine Runde mit Finn drehe. Wieder falsch gedacht. Bootsmann ging weg als wir wieder kamen, Finn hat sich dann (endlich) über das Futter hergemacht.

    Als dann hier wieder Ruhe war, hab ich festgestellt das Finn das Ohr von Bootsmann getackert hat, und Bootsmann hat Finn ein kleines Löchlein ins Fell gemacht. Nun ist zwischen beiden wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Sie sind zwar vorsichtig und gucken genau, aber entspannt.

    Ich weiß ich bin total dämlich, aber irgendwie hab ich auch das Gefühl das sich mein Gehirn, nach 3 Nächten mit insgesamt nur 4 Stunden Schlaf, nur noch um die wichtigsten Dinge kümmert wie Atmung und Herzschlag. Ich glaub die Lösung liegt ganz nah vor mir, ich komm nur nicht drauf.
    Da ich nur getrennt Gassi gehen kann, und beide direkt nach dem Fressen raus wollen dachte ich, das sei so die beste Methode. Aber das hat sich heut morgen gezeigt, das dem nicht so, zumindest nicht, wenn der eine sein Futter nicht anrührt, während ich mit dem anderen unterwegs bin. Natürlich kann ich beide parallel in unterschiedlichen Zimmern füttern, aber das funktioniert auch nicht, weil ich dann mit beiden gleichzeitig rausmüsste, und das geht morgens nicht, weil dafür hier zu viel Verkehr ist, und Finn 100 % meiner Aufmerksamkeit braucht. In den Garten machen beide kein großes Geschäft, hab ich schon probiert. Mein Freund fällt bekanntlich ja raus, und nun steh ich da wie der Ochs vorm Berge.

    Jetzt wo ich das so schreibe, sollte ich einfach die eine Tür schließen und Bootsmann durch den anderen Eingang wieder rein lassen. Falls Finn dann nicht gefressen hat, kommt Bootsmann da nicht dran, da er in einem anderen Raum ist. Manchmal bin ich echt beschränkt.

    Habt ihr dennoch Ideen wie ich das ganze Futtertheater eingrenzen kann? Knabberkram gibt es schon gar nicht mehr, auch nicht in getrennten Räumen, da wird nämlich so lange alles liegen gelassen bis sich irgendwo wieder eine Tür öffnet, damit man dem anderen das Zeug klauen kann.

    Aus dem Grund hab ich bislang ja noch nix gemacht, weil ich Angst habe ihn zu überfordern.
    Alles was er bis jetzt gezeigt hat, ist so zufällig passiert und wird dann halt positiv belegt.

    Inwieweit er aufgeschlossen gegenüber Geräuschen ist, kann ich schlecht beurteilen. Die elektrische Zahnbürste hat ihn in Angst und Schrecken versetzt, das Handy das blöderweise neben ihm runtergefallen ist, war nicht mal einen Blick wert. Ich werd mal vorsichtig schauen wie er drauf reagiert und dann sehen wir weiter.

    Die Lektüre muss noch bis morgen abend warten. Heut wird das nix mehr mit lesen und verstehen bei mir. Bei meinem Freund eh nicht, der hat zuviele Schmerzmittel intus.

    Danke für Deine Hilfe, in jeder Hinsicht. Das macht mir das Ganze so viel leichter!

    Edit: War ja gar nicht so viel Text und so schwer zu verstehen. Werd gleich morgen früh beim Morgenkuscheln damit beginnen und direkt auch bei Bootsmann einführen, der es mittlerweile fast nötiger hat als Finn. Finn hat heut den ganzen Tag im Haus konsequent geschlafen, außer einmal um Bootsmann die Wurzel zu klauen.

    Mein Bauch sagt mir heute abend das alles gut wird, und irgendwie werden wir das schon schaffen. Egal in welche Richtung es gehen wird!

    Bei dem Trubel hier bin ich noch nicht zum Lesen gekommen, hab mir den Link aber gespeichert und warte nur auf eine Gelegenheit.

    Er geht bei dem Verbellen immer nach hinten und zeigt sich auch sehr unsicher, daher bin ich guter Dinge das wir das mit der Zeit in den Griff bekommen, wenn er erstmal mehr Sicherheit erfahren durfte.

    Also meinst Du, ich kann ruhig anfangen bestimmtes Verhalten zu ignorieren bzw. aktiv daran zu arbeiten?
    Ich füttere ihn ja momentan aus der Hand, also nicht wenn er was tolles macht, sondern er bekommt sein Futter einfach nach und nach aus der Hand, um ihm zu zeigen das er was zu fressen aus meiner Hand ruhig nehmen darf und um Bindung aufzubauen etc. (ein Tipp von Anja) Mein Gedanke war, das das eigentlich die perfekte Methode ist, um den Clicker einzuführen. Ich arbeite da gerne mit, und könnte ihm dadurch auch besser zeigen was ich gut finde und was belohnt wird.
    Bis jetzt hab ich das noch nicht gemacht, meinst Du ich könnte das schon anfangen? Oder überfordert ihn das?
    Mir ist nämlich heute aufgefallen, das Finn immer schaut wenn ich ihn lobe, also wird da die anfängliche Verwirrung weniger und er nimmt das Lob auch außerhalb schon wahr.

    Er steht immer ganz irritiert neben Bootsmann, wenn der sein Beinchen hebt. Aber mittlerweile schnuppert er sich auch schon mal fest, das freut mich dann umso doller.

    Regeln und Grenzen muss ich seid heute deutlich zeigen, mehr als gestern oder vorgestern. Aber noch nicht so, das es anstrengend ist. Bootsmann probiert natürlich auch, ob die Regeln hier auch noch gelten wenn ein zweiter Hund da ist.
    Abgesehen von den Regeln die das Zusammenleben ungemein erleichtern erwarten wir nichts von Finn. Das was er zeigt wird positiv belegt, z.B. das Sitz wenn Bootsmann sich setzt. Anfänglich war er sehr verwirrt und unsicher wenn ich ihn verbal bestätigt habe, das wird aber besser. Er schaut sich ja auch schon mal um, wenn wir ne kurze Runde alleine drehen.
    Eigentlich hat er ansonsten einen Freifahrtschein, die Dinge die ich von Bootsmann verlange, sind bei ihm noch meilenweit entfernt, ohne ihn allerdings in Watte zu packen. Es ist eher so, das ich halt keine Dinge verlangen kann, die er nie gelernt hat, sei es an der Leine laufen, beim Essen nicht betteln, hinsetzen bevor die Strasse überquert wird etc. Das kann und muss er nicht können.

    Probleme sind schon sehr deutlich sichtbar geworden, aber da bin ich noch unsicher inwieweit ich daran schon arbeiten soll, oder ihn erstmal ankommen lasse. Derweil ignoriere ich noch.
    Z.B. das Pöbeln an der Leine
    das Verbellen von allem und jedem
    das Anspringen
    das Leute von der Seite anblaffen

    Das war es eigentlich schon, ansonsten ist es ein einfaches Leben mit ihm, besonders im Haus.