Beiträge von RominaW

    Ja, es ist schwierig!
    Und: Ich denke, Du bist auch einem guten Weg!

    Es gibt wirklich immens viel zu bedenken und, vor allem, erst einmal in Erfahrung zu bringen. Mich persönlich freut es, dass Du diesbezüglich gerade mittendrin steckst. Was mir selbst wirklich geholfen hat? Lesen, lesen und nochmal lesen!

    Aus eigener Erfahrung würde ich Dir zunächst Fachbücher über die einzelnen Rassen empfehlen. Solltest Du trotz der Informationen hier und anderswo von einem reinrassigen Hund absehen, helfen Dir diese Bücher insofern, als dass dort "typische" Eigenschaften und somit Entstehungsgründe(!) dargestellt werden. Dabei ist zwar nicht außer Acht zu lassen, dass jeder Hund immer noch seine ganz eigene Persönlichkeit entwickelt. Doch wird man z.B. bei einem Jack Russel niemals den Schoßhund "erhalten".

    Dass Mischlingshunde gesünder sind, älter werden und robuster reagieren ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Der Mischlingswelpe zweier "überzüchteter" Rasseeltern, erhält eine ordentliche Portion schlechter Premissen! Seine Kinder und deren Kinder ... das Resultat ist absehbar.

    Bei Rassezüchtern hat man anhand der Papiere - oder vielmehr der Vereinsmitgliedschaft! - zumindest eine bestimmte Gewährleistung bezüglich der Aufzuchtsbedingungen, der ersten Prägung, dem Gesundheitszustand der Eltern, usw.
    Anhand der Hinweise zu bestimmten Rassen kann man "Fehlpaarungen" - ggf. auch bei Züchtern ohne Papiere - bis zu einem gewissen Grad feststellen, wie beispielsweise die zu kurze Nase beim Mops oder der franz. Bulldogge.

    In Büchern, Treads und anderen Internetquellen wirst Du über einzelne Rassen, genauso wie über das Thema Hundewelpen viele viele (gegensätzliche) Informationen erhalten. Diese sind allerdings sorgsam! zu filtern! Je mehr Infos und Grundwissen Du Dir aneignest, desto besser kann Dir das Filtern gelingen. Letztlich wird immer Dein Gefühl mitsamt Deiner jeweiligen konkreten Erfahrung entscheidend dafür sein, wie Du vorgehst.

    Es gibt gute - und leider auch schlechte - Bücher und Internetseiten zu allen Themen: "Großer oder kleiner Hund?", "Mischlinge", "Ernährung", "Erziehung", "Spiel", und so weiter.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich folgende Bücher empfehlen:
    Alles von Martin Rütter, "Willkommen Hundebaby" von Baumgart, dann "Hundeführerschein" von DelAmo (sehr grundsätzliches kleines Buch mit vielen wichtigen Hinweisen) und "Calming Signals" von Rugaas.

    Ich selbst kenne mich lediglich mit dem Bearded Collie gut aus. Er hat allerdings kein Fünkchen Schutztrieb. Auch ist er, was seine Beschäftigung angeht, ähnlich anspruchvoll wie ein Border. Älteren Menschen und Kindern tut das Wesen eines Beardeds meist sehr gut. Allerdings können ihm bezüglich seiner Versorgung eher gebrechliche oder junge Menschen nicht gerecht werden.

    Ich wünsche Dir das Durchhaltevermögen, was es für die Vorbereitung auf einen Hund bracht. Ohne Witz, manche bekommen einen Hund geschenkt oder holen einfach mal spontan einen ab. Ich selbst habe es sehr genossen, das Gröbste hinter mir zu haben, als wir Lotta kennenlernten. Als sie schließlich zu uns kam, gab es dann erst einmal keine Zeit mehr zu lesen oder zu erwerben. Vieles kommt erst nach und nach. Sich für einen Hund zu entscheiden und dann die ersten Jahre miteinander zu verbringen, ist ein riesiger Prozess. Manchmal schwierig, meistens schön ;o)

    Für Dich gibt es einiges zu klären. Womit kannst Du im Zweifel leben? Womit nicht? Es gibt Dinge, die Du aufführst, die klar gegen einen Welpen sprechen, wie z.B. lange Spaziergänge bzw. Ausritte. Es dauert ein gutes Jahr bis ein Hund (gerade mal) eine Stunde am Stück laufen sollte. Treppen steigen geht - auch bei einigen mittleren und kleinen Rassen - im ersten Jahr auch gar nicht. Alleinbleiben wird minutenweise geübt. Jemand muss den Welpen ständig im Auge haben ...
    Dann ist es bei ausgewachsenen Hunden tatsächlich so, dass es sich um ein absolutes Überraschungspäckchen handelt, was seine Prägung, Sozialisation, ggf. seine Herkunft angeht. Zudem fehlten ihm in einer sehr wichtigen Zeit Deine Strukturen und Deine Erziehung.
    Wie gesagt, es gibt viel zu klären. Es ist schwierig und verwirrend, aber die Auseinandersetzung lohnt wird sich am Ende sehr für Dich lohnen.
    Zudem wirst Du einem Hund gegenüber "am Ende" bereits ein Mehr an Verständnis mitbringen.


    Viele Grüße aus Köln,

    Romina


    P.S. Ich erstelle gerade ganz frisch eine Internetseite. Wer schauen mag: http://www.lottakinder.jimdo.com
    Über Reaktionen würde ich mich sehr freuen.