Hallo zusammen und ein frohes neue Jahr.
Ich versuche zuerst mal die Fakten zu nennen.
Jorda ist eine Labrador-Rottweiler-Mix Hündin mit knapp 3 Jahren. Sie wurde mit etwa 10 Monaten kastriert.
Wir haben bis Februar letztes Jahr in Spanien gelebt, wo Jorda ohne Zwänge (Leine) gehalten wurde.
Wir haben sie von einem "Trödelmarkt" mitgebracht, wo immer wieder Hunde- und Katzenbabys verschenkt wurden (was jetzt endlich Verboten ist).
Seit dem wir wieder in Deutschland sind haben wir natürlich versucht, Jorda an die Leine zu gewöhnen. Was mal besser klappt und mal weniger.
I.d.R. zieht Jorda an der Leine so sehr, das ihr fast die Luft ausgeht. Das hört sich wirklich schlimm an. Wir haben von Anfang an eine Schleppleine (15 Meter lang) benutzt, um ihr auch die Möglichkeit zu geben, auch mal voran zu laufen.
Nun leben wir an einem Waldgebiet, wo Hund ohne Leine rumlaufen dürfen. Das führt dann zu dem nächsten Problem.
Selten geht die Begegnung mit anderen Hunden ohne Pöbeln und Gezanke ab. Obwohl Jorda auch sehr gut mit fremden Hunden spielen kann (sie liebt es, Fangen zu spielen) stellt sie ihr Fell auf und ist sehr verunsichert. Sieht sie einen Hund aus der Ferne, startet sie durch. Dann kann ich sie auch nicht zurück rufen. Ich werde völlig ignoriert.
Habe ich sie aber an der Leine und es kommt zu einer Begegnung mit einem Hund, dann ist sie sofort auf 100 und es gibt ein riesen Aufstand.
Es ist zum Verzweifeln. Ich habe das Gefühl, ich kann meinen Hund nicht trauen bzw. nicht richtig einschätzen. Was soll ich den anderen Hundebesitzer sagen, wenn diese um ihre Vierbeiner fürchten?!?
Früher hat sich Jorda immer gleich unterworfen, doch das ist nun nicht mehr so.
Und was mir noch mehr sorgen bereitet ist, das sie sogar Kinder, die mit ihren Schlitten den Hügel runter wollten, angebellt hat. Wie ihr euch vorstellen könnt, haben die sich sehr erschrocken.
Ich kann den Leuten doch nicht ewig sagen, der tut nix. Zumal ich immer mehr das Vertrauen in Jorda bzw. in meiner Auffassungsgabe verliere.
Wir haben auch schon eine "Hundeprofin" eingeladen. Wir waren zunächst sehr beeindruckt von dem, was sie so alles erzählt hat. Aber in der Praxis hat sie dann schnell die Fassung verloren. Sie wollte mit Jorda einige Schrittübungen machen. Als dann ein Hund vorbei kam und Jorda an der Leine hin und her gezogen hat und die Trainerin fast gestolpert ist, hat sie Jorda angeschrien " ...bist du Bescheuert?!". Das hat mich dann nicht mehr Überzeugt.
Habe mittlerweile viel Meinungen gehört. Von "Beschützerinstinkt" bis hin zu "...sie will sich nicht mehr Unterwerfen".
Was ich auch beobachtet habe ist, das sie anderen Urin mit ihren eigenen Markiert. Ich dachte, das machen nur unkastrierte Rüden.
Das wars so im groben. Wie ihr euch denken könnt, gibt es im täglichen Leben noch etliche Situationen, die einen zur Verzweifelung bringen. Aber das würde jetzt wohl den Rahmen sprengen.
Für eure Meinung, Hilfe und qualifizierte Anregungen bin ich euch sehr dankbar.
Ich freue mich schon sehr auf Post.
Grüße an alle Zwei- und Vierbeiner von Anke, Stefan und natürlich von Jorda