Beiträge von Erni_

    Ich weiß :verzweifelt: Daher hatte ich ja gehofft hier Einschätzungen zu hören, die mir sagen, dass WENN er mich beißen würde, vorher sicher noch andere Zeichen setzen würde und ich mir wenn es beim leichten Knurren bleibt erstmal keine Gedanken machen muss.
    Sobald ich das im Kopf verinnerlicht habe, kann ich gleich auch lockerer in die Situation hereingehen.


    Ich weiß auch grad nicht,woher dieses unbehagliche Gefühl kommt. Gestern war das noch nicht vorhanden. Ich schätze einfach, dass ich mir einfach gerade so einen Kopf mache, da ich ja nun den dritten Tag in Folge in sein Territorium eindringe und ich mich grad frage, wann ihm der Geduldsfaden reißt. Ist das nachvollziehbar?


    Oder ist es eh relativ unwahrscheinlich, dass er sofort beißen würde, sondern eher erstmal andere Signale senden würde, BEVOR er wirklich auf mich zurennen und beißen würde?


    Das Anleinen ist ja dann kein Problem mehr. Sobald das Leckerchen geflogen ist kommt er ja auch und lässt sich von mir streicheln und überall anfassen, lässt sich auch das Geschirr und Leine ummachen, das ist alles kein Problem. Er ist dabei zwar immernoch etwas angespannt, aber es ist absolut in Ordnung.
    Außerdem wäre eine Hausleine sicher nicht förderlich. Erstens, weil er dadurch seine gewohnte Routine nicht hat, die er ja bekommen soll und merken soll, dass alles ok ist, wenn ich ihn hole. Außerdem möchte ich einen unsicheren Hund nicht zwingen mir zu folgen, indem ich einfach die Hausleine schnappe und ihn mitziehe. Ich will auf jeden Fall, dass er mir aus freien Stücken folgt! Er soll ja Vertrauen aufbauen und lernen, dass ich keine Bedrohung bin.

    Eine Frage hätte ich noch an alle:
    Ich hole ihn ja gleich wieder ab, daher hoffe ich, dass noch jemand ein paar Worte dazu schreiben könnte...



    Ich bin nämlich etwas verunsichert, wenn ich daran denke, dass ein knurrender/brummender Hund vor mir sitzt, ich in sein Territorium eindringe und statt zu gehen einfach da bleibe.


    Ich habe zwar Erfahrung mit Hunden, aber bei knurrenden Hunden bin ich einfach immer wieder verunsichert, weil mir da schlichtweg die Erfahrung fehlt.


    Denn: Wenn er mich aggressiv anknurren würde (Lefzen hochziehen, richtiges Knurren), wäre eindeutig, dass ich in seinen Augen ein Fremdkörper in seiner Wohnung bin, dann würde er mir deutlich machen "entweder du gehst, oder ich sorge dafür, dass du gehst". Richtig?


    Wie ist das bei diesem eher unsicheren Brummen/Knurren? Er bleibt dabei ja im Körbchen, kommt mir also nicht zu nahe, stellt mich ja auch nicht oder ähnliches.


    Was könnte passieren? Könnte es nicht trotzdem sein, dass wenn er knurrt und ich dennoch da bleibe, er dann plötzlich auf mich zurennt und mich beißt? Oder ist das eher unwahrscheinlich?
    Das ist grad echt meine Sorge und ich weiß, dass wenn ich mit dieser Sorge gleich in die Wohnung gehe, er meine Unsicherheit wirklich spüren wird. Ich habe echt nicht so große Lust mich von einem Hund beißen zu lassen, ich denke das ist nachvollziehbar.


    Wie schätzt ihr das ein? Würde ein Hund, der aus Unsicherheit knurrt einfach auf mich zurennen und mich beißen, nur, weil ich da bleibe? Also auch, wenn ich ihn nicht bedrohe oder ihm zu nahe komme, sondern einfach lediglich im Raum bleibe (mit Abstand) und ihn locke, freundlich anspreche oder ihm ein Leckerchen zeige?


    Oder kann ich relativ sicher sein, dass er wenn er sich tatsächlich bedroht fühlt, erstmal andere Mittel zeigen wird, um mir das zu vedeutlichen? Also z.B. Zähne fletschen, langsames auf mich zugehen etc. woran ich erkennen könnte, dass es bald knallt und ich besser gehen sollte?

    Ja, zum Knurren nochmal:
    Ich hatte denselben Gedanken. Beim ersten Mal hab ich das auch -nicht- unterbunden, da es ja eben ein Kommunikationsmittel ist, wie ihr sagt. Knurren unterbinden mache ich eigentlich ungerne. Wenn er nicht mehr knurrt, wer weiß was er stattdessen dann macht, um seine Unsicherheit auszudrücken... Knurren ansich ist ja erstmal nicht das Problem, sondern die Unsicherheit, die er mir gegenüber hat.


    Bin beim allerersten Mal dann erstmal ganz neutral rausgegangen und hab die Besitzerin angerufen, ob das schonmal passiert ist oder ob sie das von ihrem Hund kennt, weil ich dachte, die Besitzerin weiß in dem Moment sicher am besten, wie ich mit ihrem Hund umgehe.
    Da sie dann meinte, dass ich das mit einem "nein" unterbinden soll, da sie es ebenso macht, wenn er knurrt, bin ich darauf eingegangen und habe das versucht. Aufgehört hat er ja auch, nur war dadurch natürlich die Unsicherheit nicht weg.


    Allerdings wollte ich eben auch nicht, dass er mich anknurrt und ich ihm gleich daraufhin ein Leckerchen zuwerfe, weil ich da eben auch die Befürchtung hatte, dass ich so das Knurren belohne. Mit dem "nein" davor habe ich dann zwar das Knurren unterbunden, ihm aber dann das Leckerchen zugeworfen, sodass er das Nicht-Knurren mit dem Leckerchen verbindet. So war dann zumindest der Gedanke. Also im Sinne von "knurr mich nicht an, hier ist ein Leckerchen, schau, ich bin keine Bedrohung"


    Was aber natürlich wahrscheinlich Blödsinn ist? Habe auch gestern genau das nochmal mit der Besitzerin besprochen, weil ich denselben Gedanken hatte, wie ihr.
    Andererseits dachten wir uns aber auch, dass ich durch das ruhige "nein" ihm einfach klarmache, dass er mich nicht anzuknurren hat, sondern mitkommen soll. Also eher auf die "Ich bin jetzt hier, wir machen das jetzt so, Ende der Diskussion!"- Variante, da die Besitzer meinten, dass er wohl öfter mal (auch mit ihnen) anfängt zu "diskutieren" und Grenzen austestet. Er hat die beiden vor ein paar Monaten mal auf dem Sofa angeknurrt (er darf manchmal dort hoch, wenn sie ihn lassen), als sie kurz aufgestanden sind und wiederkommen wollten, hat er sie angeknurrt, als sie sich neben ihn hingesetzt haben. Ich weiß nur nicht, ob man das mit dieser Situation vergleichen kann? Denn ich bin mir absolut nicht sicher, ob das in diesem Fall Grenzen austesten sein könnte... wenn es wirklich Unsicherheit ist, wäre sicher das beste überhaupt erstmal Vertrauen aufzubauen.

    Okay, danke euch für eure Antworten schonmal.


    Mit dem Rumlaufen dachte ich, um ihm zu signalisieren, dass ich mich völlig normal verhalte und ihm dadurch die Chance gebe mich erstmal etwas zu beobachten und einzuordnen, bevor ich gleich so intensiv auf ihn eingehe und ihn locke usw.
    Das mit dem immer gleichen Ritual klingt gut. Nur müsste ich erstmal schauen, wie das aussieht.


    Mit den Leckerchen ist so eine Sache. Gestern und vorgestern habe ich das auch mit Leckerchen gehändelt, war mir aber hinterher unsicher, ob das nicht nach hinten losgeht? Da er ja brummend/knurrend im Körbchen sitzt, auf Rufe und Locken nicht reagiert und ich ihm dann ein Stück Leckerchen zuwerfe, damit er sich erstmal aus dem Körbchen bewegt. Danach war zwar alles in Ordnung, das Knurren hat aufgehört und er ist mir zur Tür gefolgt und ich konnte ihn anleinen, aber ich hatte überlegt, ob ich damit nicht eher seine Anspannung und Unsicherheit "belohne"?


    Hatte gehofft durch mein normales Verhalten und indem ich nicht zu sehr auf ihn eingehe, er merkt, dass ich keine Bedrohung bin und nach kurzer Zeit selbst aufhört zu knurren und ich dann quasi darauf hin dieses neue entspanntere Verhalten "belohne" durch Leckerchen. Also eben erst dann.

    Ich hatte jetzt auch die Vermutung, dass es vielleicht mit dem Geruch des anderen Hundes zusammenhängen könnte. Fremde Person in der Wohnung, die nach fremden Hund riecht, die Besitzer sind nicht da,um ihm Sicherheit zu geben. Wahrscheinlich kann er das alles einfach noch nicht so richtig einschätzen?


    Mein "Plan", wenn man es so nennen kann, für morgen wäre der hier:
    Ich werde morgen einfach souverän und ruhig bleiben und erstmal entspannt durch die Wohnung laufen. Auf sein Knurren nicht eingehen, mich aber auch nicht verunsichern lassen. Einfach ignorieren, ihm seinen Freiraum lassen, werde normal rumlaufen und mich vielleicht kurz aufs Sofa setzen (nicht zu nah an ihm dran, aber in Sichtweite) und im Handy rumgucken (also keinen Blickkontakt) und hoffen, dass er irgendwann von selbst aufhört zu knurren. Mich also einfach ganz normal verhalten und ihn erstmal weitestgehend ignorieren, zumindest nicht auf sein Knurren eingehen.
    Ansonsten ihn freundlich rufen oder ihm wenn alle Stricke reißen notfalls mit Essen bestechen und hoffen,dass er auf die Art eher Vertrauen aufbaut und seine Unsicherheit schwindet.



    Was sagt ihr zu dem "Plan"? Irgendwas dabei, was nach hinten losgehen könnte oder von ihm falsch interpretiert werden könnte?

    Wie gesagt, ich habe mich sehr kurz gefasst. Ich habe es nicht super streng gesagt, sondern einfach ruhig und bestimmt. Also im Sinne von "hey na los, komm her, lass uns gehen!"
    Dann habe ich mich ja hingehockt, ihn versucht zu locken, super freundlich. Genau so, wie ich den Tag zuvor auch mit ihm umgegangen bin. Locker und fröhlich. Aber auch darauf hat er ja nicht reagiert. Erst beim Leckerchen zuwerfen kam er aus dem Körbchen, danach war's ja auch okay und hat sich ganz normal von mir streicheln lassen.