Meine beiden sind auch aus dem Ausland.
Senta kommt aus Frankreich - Vorgeschichte unbekannt.
Meine Vermutung: beim Jäger aufgewachsen, irgendwann aussortiert, ne Zeit lang Straßenhund und dann schließlich TH in Frankreich und anschließend in D nochmal ein viertel Jahr, bis sie bei uns einzog. Bei ihr gab/gibt es mehrere Baustellen.
Angstproblem: Anfangs war sie sehr ängstlich. Männer waren generell gruselig. Besonders schlimm Männer in Uniformen jeglicher Art - vom Bauarbeiter bis zum Polizisten. Gassigehen war eine einzige Katastrophe. Schon ein raschelnder Busch hat gereicht, dass sie rückwärts im Geschirr hing und wegrennen wollte. In Wälder ist sie gar nicht rein. Von belebten Straßen oder ähnlichem brauch ich gar nicht reden. Schon ein leeres Wohnviertel war eine Herausforderung für uns.
Das Angstproblem war bei ihr aber gar nicht so ein großes Thema. Ich hab ein Jahr lang wirklich hart mit ihr daran trainiert. Ihr immer die Zeit zum Beobachten gegeben und super viel positiv bestätigt. Nach einem Jahr war Angstsache gegessen und ich konnte sie sogar Samstag Nachmittag mit auf den Christkindlesmarkt in Nürnberg mitnehmen.
Dabei muss ich aber sagen, dass sie auch ein seeeehr offener Hund ist, super neugierig und sich sehr stark an ihre Menschen - in allererster Linie an mich - gebunden hat. Bei anderen Menschen ist sie auch heute noch wesentlich vorsichtiger. Nur wenns Fraule dabei ist, ist fast alles egal.
Jagdtrieb: Tjaaaaa
Übernommen haben wir sie als nicht ableinbar, wegen sehr starkem Jagdtrieb. Was genau das bedeutet wurde mir dann recht schnell klar
Ein flitzendes Eichhörnchen reichte aus, dass ich 20 Minuten auf der Stelle stand, weil ich die Nuss einfach nicht vom Fleck bekommen hab. Null ansprechbar und auch weiterziehen war überhaupt keine Lösung. Die hing nach 100 Metern immernoch im Geschirr
Letztendlich gabs dann Antijagdtraining. Als erstes hab ich mir über ein halbes Jahr nen guten Rückruf aufgebaut. So konnte sie dann überhaupt erstmal in wildfreien Gebieten teilweise von der Leine. Bezüglich Wildsichtungen und ganz frsichen Wildspuren hat uns der Rückruf leider nichts gebracht. Da haben wir dann über konditionierte Entspannung, Isometrische Übungen und vor allem das Vorstehen üben rießige Fortschritte gemacht. Heute läuft sie sehr viel frei - selbst wenn wir in den Alpen wandern gehen oder ich mit dem Pferd ausreite. Allerdings darf sie auch nur bei bestimmten Personen frei laufen. Sie hört halt nicht auf jeden 
Und unsere größte Baustelle: das Alleine-bleiben
Ich hab zweieinhalb Jahre mit ihr trainiert. Mit Trainer, konditinierter Entspannung auf Musik, Geruch und nen Platz, DAP-Stecker und L-Theanin. Alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Letztendlich hab ich beschlossen, dass es uns besser geht, wenn sie einfach immer in Betreuung ist, wenn ich und Männe keine Zeit haben. Damit leben wir jetzt gut und entspannt 
Ansonsten war und ist sie halt ein absoluter Hibbelhund. Ist zwar wesentlich besser geworden, aber so ganz ablegen wird sie's wohl nie.
Sie ist sicher nicht perfekt, aber für mich der beste Hund der Welt und hat eine waaaaaahnsinns Entwicklung hingelegt 
Unseren Zweithund Kalle haben wir von einer Pflegestelle übernommen. Er kommt aus einer Auffangstation in Serbien. Was vorher war, wissen wir auch bei ihm nicht. Die Auffangstation war total überfüllt und er wurde von einigen Hunde übel zusammengerichtet und daraufhin nach Deutschland geholt.
Kalle ist der unkomplizierteste Hund der Welt. Man kann ihn überall hin mitnehmen und er fällt nirgendwo auf. Er ist halt einfach da
Er ist total ausgeglichen, braucht null kopfmäßige Auslastung und ist mit allem und jedem zufrieden.
In manchen Situationen ist er vorsichtig bis ängstlich, das fällt aber im Alltag überhaupt nicht auf. Er orientiert sich immer an mir und an Senta.
Auf der Pflegestelle hat er recht schlecht gefressen. Kauzeug und Leckerchen gingen gar nicht. Die hat er links liegen gelassen und seine täglichen Mahlzeiten hat er wohl immer nachts gefressen. Das war bei uns nach nem Tag durch. Sein Essen stehen lassen konnte ich nicht - hätte Senta gefressen. Er hats einmal stehen lassen und seitdem nie wieder. Leckerchen hat er am ersten Tag ausgespuckt, am zweiten Tag hat er dann schon Käsewürfel und Wienerle genommen und seitdem ist alles heiß begehrt. Ebenso auch Kauzeug.
Die einzige wirkliche Baustelle sind Hundebegegnungen gewesen. Kalle findet andere Hunde klasse und verhält sich wie ein 6 monate alter Junghund. Hüpft um andere Hunde rum und patscht ihnen mit den Pfoten auf den Rücken. Mittlerweile klappt das, sofern ich ihm sage, dass er langsam machen soll ganz gut. Er lässt mittlerweile auch prima abrufen und rennt nicht einfach hin, wenn ich das nicht möchte.
Andere Hunde nehmen ihn oft nicht für voll. Und intakte Rüden sind gerne mal tierisch verliebt in ihn. Anfangs wollte er da immer wegrennen. WEnn ich da nicht schnell genug war gabs ein rießen Chaos. Er vorne weg und der Liebestolle Rüde hinterher und keiner konnte seinen Hund mehr abrufen. Das haben wir aber auch relativ schnell in den Griff bekommen. Er ist zwar immer noch unsicher in solchen Situationen, knurrt aber mittlerweile und wenn der andere Hund es gar net rafft, schnappt er auch mal ab. Mittlerweile versteht er auch gott sei dank meistens ganz gut, dass der andere Hund keinen Bock auf ihn hat, wenn der knurrt.
Er ist noch recht aufgeregt bei anderen Hunden, aber mittlerweile laufen wir auch wieder in Hundegruppen mit ohne dass er permanent nur gemobbt wird 
Uff ich glaub das war so das wichtigste - sollte eigentlich gar nicht so lange werden 