Hallo!
Ich dank euch für eure schnellen Antworten. Ich antworte mal der Reihe nach:
geht das sofort los, schon wenn er einen anderen hund (pferd, rind) sieht - oder hat er noch einen gewissen abstand wo er noch ansprechbar ist?
Nein, kein Abstand, es geht sofort los. Zwar erst für wenige Sekunden mit muhen (er muht wie eine kauende Kuh) und nur kieseln, aber ansprechbar ist er dann definitiv nicht mehr.
du schreibst, du hast vorher das "gewinsel" konsequent verboten. wie genau hast du das gemacht? und wie hast du das "verbot" aufgebaut - sprich: ihm beigebracht dass z.b. ein "nein" oder ein "hör auf" ect. in jeder situation gültig ist?
Ich kommuniziere vor allem nach dem Ampelsystem von Anita Balser. Arbeite aber nicht nur mit Geräuschen, sondern eben auch mit Worten oder ganzen Sätzen, bin halt ne Frau. Im Grunde genommen haben sich aber viele Sachen quasi von selbst konditioniert. Das Ampelsystem funktioniert fast immer, bis eben auf mein Problem.
Also selbst wenn Benny im Haus flippt und muht (wenn er aufgeregt ist gibt er Geräusche von sich wie wenn eine Kuh beim kauen muht) kann ich mittels Ampelsystem und eigener Ruhe dafür sorgen, dass Benny ruhig wird. Je nach Schweregrad, ob mäßig hibbelig oder Beinahe-Herzinfarkt dauert das so zwischen 2 Sekunden und 5 Minuten. Letzteres in zwei Situationen: meine Mutter kommt zu Besuch und Flip wird Montag morgens vorbeigebracht. Flip ist mein unter der Woche-Pflegehund, weil Frauchen nur am WE daheim ist. Wenn er morgens kommt dann puschen sich die beiden gegenseitig hoch, da hab ich immer meine liebe Not da Ruhe reinzubringen. Die puschen sich übrigens hoch weil sie sich so freuen.
Also im Endeffekt hab ich draußen das hibbeln und muhen genauso unterbinden wollen wie drinnen, nur dass ich draußen gänzlichst abgeschrieben bin und Benny mich kaum noch zur Kenntnis nimmt wenn jemand kommt.
wie isser denn so, der benny, wenn er hundekontakt haben darf? (im garten z.b. oder auf flächen, wo du ihm diesen ermöglichen kannst) ist er der typ "ich bretter da hin und mach den platt" oder ist er mehr der schüchterne? oder ist er ohne leine ganz normal ?
Wie gesagt, mit Flipsi versteht er sich prächtig, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Andere Hundebegegnungen haben wir hier leider kaum, da mitten in der Pampa ohne Hundewiese oder sonstigem. Wenn uns mal Hunde begegnen dann meist welche, die Herrchen oder Frauchen spazieren führen oder allein umherirrende Schnösel. Ein wirklicher Kontakt ist da nie zustande gekommen. Alle paar Wochen mal dass ich mich mit jemanden unterhalte, der auch einen Hund führt. Da wars bis jetzt immer so, dass die sich gegenseitig beschnuppert haben und das wars dann halt.
Aus zwei Begegnungen kann ich aber denk ich sicher schließen, dass auch Benny zur Fraktion der Schnösel gehört. Heißt hinrennen, stellen, sich verbal mit dem anderen anlegen und bei Gefahr in Verzug schnell wieder abdüsen. Eine dieser Situationen war übrigens gestern (die andere hatte ich ja schon geschildert), als wir auf dem nicht umzäunten Grundstück meiner Mutter waren. Benny ist bis zur Grundstücksgrenze gestratzt, hat Hund samt Herrchen mal herzhaft angekläfft, da die beiden mit dem Rad unterwegs waren, waren sie schneller weg als ich da war. Benny hat sich dann umgedreht, ist Pfoten schwingend und „breit grinsend“ auf mich zugekommen und hat auf Lob gewartet. Hat er natürlich nicht bekommen. Dass er aber an der Grundstücksgrenze stehen geblieben ist wie ich’s ihm beigebracht habe (wie gesagt, nicht umzäunt) sagt mir, dass er noch im Hier und Jetzt war. Ergo benimmt er sich sonst wie ein normaler Schnösel, an der Leine wie ein Verrückter.
was macht ihr denn sonst noch so und wie macht er mit? eher schwer zu motivieren, isser konzentriert auf seinen "job", isser ein hibbel oder eher der gemächliche, hat er will-to-please oder ist er ein dickkopf?
Wir clickern (nur Benny), machen Zerr- und Wurfspiele (mit Flipsi zusammen), Suchspiele (nur Benny) – das alles findet im Garten statt (sehr sehr groß), und dann noch Schnüffel-Spaziergänge. Draußen geht nämlich wegen Flip nichts ohne Leine, der haut mir dann nämlich ab und zieht Benny mit. Benny und Flip orientieren sich stark aneinander.
Benny ist sehr leicht zu motivieren, eigentlich würde ich sagen dass er gerade beim clickern sehr konzentriert arbeitet, ich weiß aber, dass er sich auch ganz leicht ablenken lässt, da muss Flips nur einmal gähnen (das macht er sehr lautstark) und schon ist Benny weg.
Hibbel siehe oben, teils, teils. Den will-to-please hat er auf gar keinen Fall, Benny arbeitet nur für die Belohnung. Also für das Spiel an sich oder für Futter. Da er sich aber eben wie gesagt auch leicht ablenken lässt hab ich ja schon damals vergeblich versucht ihm das ziehen und muhen durch Spiele, Blickkontakt clickern oder einfach nur Leckerlie unter die Nase halten abzugewöhnen. Die anderen Menschen und Tiere waren eben NOCH interessanter als das leckere Stück Leberwurst, was es nur in absoluten Ausnahmen gibt und für das er eigentlich morden würde. Und so ist das bis heute geblieben.
Zeigt Benny dieses Verhalten nur bei dir?
Nein. Ich bin im Grunde genommen die einzige, auf die er wirklich hört (Flips aber genauso). Egal ob meine Mutter, mein Vater, mein Mann ihm was sagen, er hört nur dann wenn er gerade Lust hat. Wenn mein Mann zum Beispiel mit Benny spazieren geht, dann geht eigentlich Benny mit meinem Mann spazieren. Als wir mal gemeinsam unterwegs waren sind Flips und Benny brav zwischen, also neben uns, hergetrottet. Ich musste mir die Nase putzen, übergebe meinem Mann die Leinen, der macht einen Satz nach vorn weil beide Hunde von jetzt auf gleich nach vorn gegangen sind. Da konnte ich machen was ich wollte, die haben meinen Mann weitergezerrt. Ich hab die Leinen wieder übernommen, hab noch mal mit der Zunge geschnalzt und auf meine Hand gezeigt, dass ich die Leinen wieder halte, sofort waren die beiden wieder neben uns und sind brav weitergetrottet.
Was macht Benny denn, wenn du ihn beim nächsten Ausraster stillschweigend an nen Pfosten neben der Kuhweide bindest und weggehst? Kläfft er dann weiter, oder ist er erst mal baff und ihn verlässt das Mütchen?
Hm, das wäre mal ein interessanter Ansatz. Benny mag es nicht vom „Rudel“ getrennt zu werden und muht dann erstmal kräftig. Aber er kennt es auch allein gelassen zu werden. Er würde aller Wahrscheinlichkeit nach erstmal mir und Flips hinterher kläffen wenn er mitbekommt (sofern er es mitbekommt) dass wir nicht mehr da sind. Aber interessant wäre es wie er sich benimmt wenn ich wiederkomme. Freude wie immer oder fängt er in der Sicherheit meines Daseins sofort wieder an gegen die Kühe zu kläffen? Ich denk ich probier das mal. Denn je mehr ich darüber nachdenke um so sicherer werde ich mir, dass das irgendwie mit der Leine und der damit verbundenen Sicherheit zusammen hängt.
Hundeschule ist übrigens nicht wegen ist nicht. Entweder das sind Vereine für Rassehunde und die einzige Hundeschule in erreichbarer Nähe ist absolut nicht mein Ding. Da läuft alles über Gehorch oder du wirst zur Schnecke gemacht. Die Hunde, die dahin gegangen sind fristen nun fast allesamt ihr Dasein hinter Gittern. Nein danke.
Herzlichen Dank noch mal. Und tut mir leid dass ich so viel geschrieben habe, ich habs ein paar Mal versucht das abzukürzen aber ich schaff es nicht.