Beiträge von Morrigan

    Zitat


    es geht ja auch nicht darum, Wünsche des Hundes zu interpretieren

    sondern vorhandene und gezeigte Emotionen wahrzunehmen

    Ja ich glaube da hast du mich missverstanden Fango. Ich meinte nicht, dass man lesen soll, was der Hund im nächstem Jahr machen möchte( ok, kann ich mir denken: Fressen, Gassi, Spielen und Schlafen ;) ) sondern die Momentaufnahme. Also hat der Hund Freude am Leben und ist mit Behandlung X (also OP, Medikamente ect.) eine Besserung erreichbar?

    Ich habe mich mit dem Thema zur Zeit auch mehr beschäftigen müssen, als mir lieb ist.

    Mein alter Airedale Henry ist 16,5 Jahre alt. Er hatte eine Phase, wo er nachts schlimm Kotinkontinent war, meist gekoppelt mit Durchfall und fürchterlichem Erbrechen. Dazu Herzinsuffizienz, grauer Star und altersbedingte lahme Gelenke.

    Viele hätten ihn in der schlimmen Inkontinenzphase eingeschläfert.

    Fakt ist, er hat sich berappelt. Ich habe tierärztlich alles gemacht was ging und seine Ernährung komplett umgestellt und in Einzelbestandteile zerlegt. Anfangs hat er nur 3 Löffel Möhrenbrei vertragen. Alles andere kam vorn oder hinten wieder raus. Das langsam gesteigert, anderes untergemischt. Alle 5 Mahlzeiten am Tag mussten frisch gekocht sein. Vorbereiten ging auch nicht.

    Der Zeit und Geld( und Nerven) Aufwand war und ist abartig. Trotzdem würde ich es wieder tun. Er kann wieder alles fressen, gekocht und auch Dose. Mittags gibt es ne Hand voll Kekse zum Knuspern.

    Heute waren wir am See. Er ist glücklich mit unserem Zweiten jungen Airedale durch das Uferwasser geplanscht, wir haben eine Rast im Sand gemacht, er hat viele neue Hunde getroffen und konnte neue Spuren erschnüffeln. Jetzt liegt er in seinem Plüschbett und träumt von seinen Abenteuern. Die Pfoten zucken und er seuftzt.

    Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, in der Zeit, als es ihm so schlecht ging. Aber er hat mich immer angesehen und gesagt, er will noch nicht gehen.

    Zitat

    Wer auf dieser Welt kann auch nur annähernd sagen, was ein Hund tatsächlich will ?
    Alle Verhaltensweisen des Hundes sind allein durch den Mensch interpretiert.

    Wenn man etwas Hundeverstand hat und Hunde lesen kann, sieht man das. Du siehst da anderen Menschen auch an, ob sie traurig sind.

    Wenn die Möglichkeiten da sind und der Hund selber will, würde ich auch alles in meiner Macht stehende tun um ihn zu retten.

    Ich habe den Eindruck, dass dieses "Erlösen" teilweise sehr modern geworden ist und für alles mögliche als Begründung herhalten muss. Alte Hunde, die etwas steif sind, werden erlöst, Hunde mit Tumoren, die man operieren kann, werden erlöst. Hunde die ein Bein verlieren, werden erlöst...

    Mitunter habe ich das Gefühl, dass es manchmal nur eine Ausrede ist für "es ist mir zuviel".

    SO lange der Hund noch Freude und Lebenswillen zeigt, würde ich für ihn kämpfen.

    Und bezüglich Natur und co: Alles medizinische ist ein Eingriff. Egal ob das die Entwässerungtablette für die Lunge oder der Pfotenverband ist. Auch die Fütterung ist ein Eingriff. Wie viele unserer normalen Haushunde würde in der Wildbahn überleben? Kaum einer und sicher auch nicht 15 Jahre alt werden.