Beiträge von Friemel

Wir führen derzeit umfassende Wartungsarbeiten durch.

    Ihr Lieben,


    am Freitagabend wurde Elli die Milz entfernt. Im CT wurden keine weiteren Tumore oder Metastasen (auch nicht in der Lunge) gefunden. Die erste Tierärztin hatte mich also ganz umsonst so wuschig gemacht. Ok, ist aber besser, als wenn sie recht gehabt hätte.

    Elli geht es den Umständen entsprechend recht gut, sie schläft viel und ist natürlicherweise sehr erschöpft. Als ich sie gestern Nachmittag abholte, wollte sie erst nichts mit mir zu tun haben. Sie guckte mich nicht an, wedelte nicht - nichts. Aber zu meiner Freundin ist sie wedelnd gegangen...

    Jetzt ist wieder alles in Ordnung zwischen uns - sie scheint mir vergeben zu haben, dass ich sie in diese Situation gebracht habe.


    Nun heißt es wieder warten - warten auf das pathologische Ergebnis der Umfangsvermehrung.

    Hm, kurz bevor ich Elli aus der Klinik holte, sah ich mir im Fernsehen eine alte Folge von "Menschen, Tiere und Doktoren" an. Gerade als ich den Fernseher anschaltete, zeigten sie eine OP bei einem Hund: Eine Milzentfernung! Aber diese Milz bzw. die Umfangsvermehrung war über ein Kilo schwer. Schluck. Die Ärzte gingen von einem bösartigen Tumor aus, aber nein, es war gutartig.


    Die nächsten Tage sind stark durchstrukturiert, da ich einen "Stundenplan" für die ganzen Medikamenten-Eingaben für Elli mitbekommen habe. Das meiste immer mit Futterzugabe. D.h. auch die Futtermenge muss ich irgendwie anpassen.

    Wenigstens muss ich zum Fädenziehen nicht zum Tierarzt, da die sich selbst auflösen. Und gestern Abend, als ich mit Elli noch mal raus wollte, ging sie auch mit, bis dann ein Auto vor unserer Einfahrt hielt. Da ist sie schnurstracks umgedreht und wollte wieder rein. Das Auto war für sie das Zeichen, dass sie wieder in die Klinik muss. Die Arme. Meine Freundin und ich haben ausgemacht, dass wir die nächste Autofahrt irgendwohin machen, wo sie sich wohlfühlen kann. Ans Meer oder in den Wald - mal sehen.


    Ich danke Euch allen jedenfalls für Euer Daumen- und Pfotendrücken! Jetzt hoffen wir noch auf ein gutes, pathologisches Ergebnis und dann ist alles gut.


    Ganz liebe Grüße

    Ilona

    Ihr Lieben,


    gestern war ich in einer anderen großen Tierklinik, um ein CT bei Elli machen zu lassen. Eine Onkologin untersuchte Elli, sah sich die ganzen Röntgenbilder an und fragte sehr viel.

    Also, den Verdacht auf einen Lungentumor bzw. Lungenmetastasen konnte sie nicht bestätigen, aber auch nicht total ausschließen. Der Verdacht auf einen Milztumor konnte sie so auf den gesendeten Bildern auch nicht nachvollziehen.

    Da Elli nüchtern kommen sollte, schlug sie vor, noch einmal den Bauch von Elli zu schallen. Ok. Tja: Es wurden zwei Wucherungen in Ellis Milz gefunden, da sie am Rand liegen, sind sie laut Ärztin "gefährlicher", platzen gern mal und sind oft bösartig. Die Leber wiederum sah im Ultraschall gut aus, allerdings konnte nicht alles geschallt werden, da sie (die Leber) wohl irgendwie blöd lag.

    Weiteres Vorgehen wird sein: Ich muss meine Kardiologin fragen, ob Elli narkosefähig ist (wegen ihrer Herzinsuffizienz), dann wird ein CT (MRT wird bei solchen Untersuchungen nicht gemacht) mit der Option einer sofortigen Milz-OP gemacht. Diese OP wird allerdings nur gemacht, wenn es in der Milz keine Metastasen sind, dann wird Elli nur noch palliativ behandelt. Das Ganze dauerte zwei Stunden.

    Uff!

    Und Elli hat gestern das erste mal, seit ich sie habe, erbrochen. Im Auto. Die Arme war so lieb und hat alles mit sich machen lassen.

    Nun muss ich also wieder das Handy überall mit hin schleppen, um ja nicht die Terminansage von der Tierklinik zu verpassen. Es ist soo ermüdend und ich habe das Gefühl, in einem Hamsterrad zu sitzen und nicht zu wissen, wie ich es in Bewegung bringe.


    Wenn ich Neuigkeiten habe - ich werde berichten. In der Zwischenzeit werden Elli und ich die gemeinsame Zeit genießen.

    Ihr Lieben,

    es gibt Neuigkeiten: Ich war mit Elli heute bei einer anderen Tierärztin (recht kleine Praxis, ohne Terminvereinbarungen) und hatte alle Unterlagen von meiner "alten" Ärztin bekommen.

    Diese Ärztin hat sich die Röntgenbilder, die Blutwerte und alle Berichte durchgelesen bzw. angesehen. Hm, sie konnte nicht verstehen, woher meine alte Ärztin die Gewissheit nahm, dass es Metastasen in der Lunge sind. Und auch der Bericht über die Milz überzeugte diese Ärztin nicht. Von dem Verdacht, dass evtl. unter der Milz noch eine Lymphdrüse vergrößert, bzw. verdächtig wäre, stand in dem Bericht nichts. Ach ja, es hieß ja auch, dass Wasser in der Lunge sei. Auch davon stand nichts im Bericht.

    Mir wurde nun vorgeschlagen, erst einmal zu gucken, ob wirklich Krebs oder Metastasen in der Lunge sind. Dazu riet sie mir, ein MRT machen zu lassen. Dann hat sie mir vorgeschlagen, dass sie die Milz röntgt, denn die Milz ist meist nicht darstellbar und wenn, dann sollte sie flach und glatt erscheinen.

    Ok, Röntgenbild wurde gemacht: Milz war so groß, wie sie sein sollte, flach und schön geformt, fast wie eine Hundezunge. Nichts deutete auf irgendeinen Tumor hin. Allerdings etwas anderes war auch zu sehen: Die Leber war übergroß. Sie ging von unten bis nach oben und füllte richtig viel von der Umgebung aus. Aber, davon wollte ich jetzt erstmal nichts wissen und da die Ärztin auch nicht in Panik oder so ausbrach, denke ich, kann ich das Problem erstmal hintenan stellen.

    Ok, ich werde also von Ellis Lunge ein MRT machen lassen. Wenn alles ok ist, wird alles andere nach und nach angegangen. Wenn es sich tatsächlich um Metastasen handelt, sagt auch die heutige Ärztin, wird sie palliativ behandelt. Nur Schmerzmedis, essen, was sie will, aber keinerlei unnötigen OPs mehr.

    Ich bin so froh, dass ich eine Zweitmeinung eingeholt habe. Sie bat mich noch darum, ihr mitzuteilen, was bei dem MRT herauskam. Ich glaube, ich habe eine neue Tierärztin für Elli.


    Hechelt sie unter Schmerzmitteln denn jetzt eigentlich weniger bzw. geht es ihr denn merklich besser? Ansonsten würde sich die Frage für mich nämlich gar nicht stellen, Atemnot ist einfach nur schrecklich und wird dann ja auch mit entfernter Milz nicht besser.

    Das Hecheln hat tatsächlich nachgelassen. Sie atmet zwar noch recht schnell in Ruhestellung (die Atemfrequenz liegt meist um die 30 und höher), aber das starke Hecheln, so dass der ganze Körper mitgeht, hat deutlich nachgelassen.

    Ihr Lieben,


    es tut so gut, das Gefühl zu haben, Verstanden zu werden. Ich glaube, innerlich hatte ich mich schon entschieden, Elli nicht operieren zu lassen, aber die Tierärztin hatte am Telefon so sehr daran festgehalten.

    Ja, ich hatte auch bereits überlegt, noch eine zweite Meinung einzuholen.

    Ich hatte die Tierärztin auch noch darauf angesprochen, dass die Novalgin ja nur für 3-5 Tage gegeben werden sollen und bei Hunden mit Herz- und Niereninsuffizienz gar nicht! Ja, das wäre ihr bewusst und ich solle Elle nur für 5 Tage die Tabletten geben, ich könne auch mit der Mengengabe "spielen". Was sie nicht weiß ist, dass ich Elli bereits eine Tablette weniger gebe.

    Ach ja: Elli zeigt bereits eine Wesensänderung: Sie knurrte vorgestern eine Mädchen an, welches sie eigentlich gut kennt und als sie im Büro lag, ich die Tür offen hatte, lief ein anderer Hund vorbei und Elli knurrte. Das ist nicht Elli, die eigentlich bei fremden Hunden immer! einen Vermeidungsbogen läuft, die sich lieber zurückzieht. Und Menschen knurrt sie eigentlich überhaupt nicht an. Auch dies erzählte ich der Ärztin, die dann nur "Oh" sagte.

    Vielen Dank auf jeden Fall schon einmal für Eure mitfühlenden Worte. Eure Gedanken können mich für meine Entscheidung nur stärken.

    Ihr Lieben,

    ich schreibe an Euch, weil ich gern Eure Meinungen, Euren Rat hätte:

    Elli ist ein Bobtail-Mischling und kam mit drei Jahren aus dem Ausland zu mir. Sie ist jetzt 9 3/4 Jahre alt. Schon als ich sie bekam, litt sie unter Husten, der nach einer Lungenröntgenaufnahme von der Lunge kam. Die Lunge war total vernarbt und die Tierärztin meinte, sie hätte wohl eine nicht wirklich auskurierte Lungenentzündung gehabt. Es kamen natürlich auch Atemprobleme dazu, Elli war leistungsmäßig nicht gut drauf, konnte immer nur kurz wirklich richtig "Gas geben". Es folgte also ein Herzultraschall. Es stellte sich heraus, dass sie eine Herzinsuffizienz hat und bei den Blutwerten waren die Werte der Niere so schlecht (Niereninsuffizienz wurde festgestellt), dass sie seitdem Nierendiätfutter bekommt.

    So weit, so gut (oder schlecht...). Elli und ich haben uns darauf eingestellt, sie wurde zu einem hinreißenden Bürohund, sie ließ sich immer gern (auch von Fremden) streicheln, sie bellte nur, wenn es hier an der Tür klingelte und war sofort ruhig, wenn ich dazu kam. Kurz: Wir wurden ein richtig tolles Team, Elli konnte mich lesen und ich sie.

    Im Sommer nun fing es an, dass sie sehr, sehr langsam lief, immer sehr viel hechelte und super viel trank (sie trank sonst nur, wenn sie wusste, dass wir gleich rausgehen). Ich zum Tierarzt. Die Tierärztin, die ich immer hatte, war leider auf einmal nicht mehr da, es war jetzt ein "Management" mit völlig neuen Mitarbeitern. Ich wollte also wieder das jährliche Herzecho bei Elli machen lassen, ging aber dort nicht mehr, da zwar die Gerätschaften noch zur Verfügung standen, aber keine Ärztin, die sich mit Herzdiagnosen auskennt. So wurde dann lediglich ein großes Blutbild gemacht und ich fuhr in den Nachbarort, um dort das Herzecho machen zu lassen. Die Ärztin hatte die Unterlagen meiner anderen Ärztin auch bekommen und meinte beim Schallen, dass die Herzinsuffizienz deutlich zu sehen sei, es aber nicht der Auslöser für die jetzigen Probleme bei Elli sein könne. Es wäre zwar schlechter geworden, aber ihre Herzmedizin und die Entwässerungstabletten solle sie weiter so bekommen. Dann hustete Elli im Beisein der Ärztin. Die meinte: Lunge röntgen!. Ok, ich also wieder zur anderen Ärztin in meinem Heimatort. Beim Lungenröntgen sah sie Tumore in der Lunge und etwas Wasser.

    Die Ärztin schlug vor einen "Drei-Stufen-Plan" zu machen. 1. Elli auf Lungenwürmer testen. 2. Eine Woche lang Antibiotikagabe mit anschließendem Kontrollröntgen. 3. Palliativ-Behandlung.

    Lungenwürmer waren negativ. Antibiotikagabe war negativ, das Röntgenbild sah genauso mies aus.

    Nun meinte die Tierärztin aber, dass es Metastasen in der Lunge wären (ich bin immer von einem Primärtumor ausgegangen) und wir einen Bauch-Ultraschall machen sollten, um zu sehen, wo der Primärtumor sei. Auch dies haben wir am letzten Mittwoch machen lassen und auch gleichzeitig noch ein Blutbild zum Gastrointestinaltrakt. Elli ging es die ganze Zeit über nicht gut: Sie hatte zwar sehr guten Appetit, aber ständig Durchfall und/oder fast Verstopfung. Dazu nahm sie ab, obwohl ich ihr immer mehr von ihrem Diätfutter gab. Sie hechelte abends in Ruhelage, wenn sie im Körbchen lag und ich habe hunderte von Videos davon aufgenommen. Manchmal war ich nahe dran, einen Tierarzt kommen zu lassen. So, letzten Mittwoch, beim Ultraschall meinte die Ärztin, dass sie nicht wirklich etwas finden könne, nur eine Niere wäre kleiner als die andere. Ok, ich also mit Elli nach Hause, einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht, weil ich noch immer nicht wusste, wo der Primärtumor saß. Ich hatte für Elli Novalgin-Tabletten gegen die Schmerzen bekommen, weil die Ärztin nun meinte, dass Hecheln käme nicht davon, dass sie schlecht Luft bekäme, sondern von Schmerzen?

    Ich war also nach dem Ultraschall auf dem Weg zur Apotheke, um die Tabletten zu holen. Dabei dann ein Anruf der Tierärztin. Sie hätten sich zu zweit den ganzen "Film" vom Ultraschall noch einmal angesehen: Es besteht der Verdacht auf einen Milztumor und/oder der Lymphdrüse unter der Milz :loudly_crying_face:. Ich war ja gerade unterwegs und musste mich erstmal auf ein paar Treppenstufen setzen. Dann hieß es noch, Elli solle am Besten zum MRT, um es zu bestätigen und dann gleich die Milz zu entfernen. Oder aber man macht eine Bauch-OP, um sich alle Organe anzusehen.

    Ich war in dem Moment gar nicht fähig zu antworten.

    Gestern nun bekam ich einen Anruf von der Tierärztin, die Laborwerte wegen der Gastro-Geschichte wären da: Es gibt den Verdacht auf Morbus-Cushing. Aber das könnten wir jetzt erstmal beiseite schieben, wie es denn mit dem MRT aussehe wegen der Milz.


    So und hier brauche ich Euch: Ich bin durcheinander, ich heule, ich zittere, ich weiß nicht mehr weiter. Fakt ist, Elli hat Metastasen in der Lunge. Diese Metastasen verschwinden auch nicht, wenn die Milz entfernt wird. Die Tierärztin meint, Elli könnte dann noch 1-2 Jahre leben. Ist es das wert? Ein großer Bauchschnitt, die Schmerzen, die dann noch stattfindenden Behandlungen wegen Morbus Cushing (mit Kortison) und immer noch die Metastasen...

    Nächste Woche soll ich einen Beratungstermin bei der Ärztin vereinbaren, wo wir nur darüber sprechen werden, denn ich hatte am Telefon schon klar gemacht, dass ich zwiegespalten bin.


    Entschuldigt bitte, bitte den langen Bericht, aber ich denke immer, je mehr Informationen Ihr habt, desto besser könnt Ihr etwas beurteilen.


    Liebe Grüße

    Ilona

    Ein etwas trauriges "Hallo" in die Runde!


    Meine Elli reiht sich nun ein, in diese "Herz-Runde". Dabei ist noch nicht einmal fünf Jahre alt...


    Kurz vorweg: Sie war ein Straßenhund in Moskau und kam im April 2017 zu mir. Ich habe sie natürlich gleich meiner Tierärztin vorgestellt, sie wurde abgehört und und und - alles in bester Ordnung.
    Sie war von Anfang an recht ruhig, spielte nicht und hatte sehr viel Angst vor Autos, Fahrradfahrern und vor allem LKWs. Ok, dachte ich, sie muss sich noch eingewöhnen, sie wird "auftauen" und bestimmt verspielter werden.


    Die Ängste hat sie überwunden (haben viel geübt an befahrenen Straßen), aber ihr Temperament war etwas - unterkühlt.
    Dann kam noch ein Husten dazu, in Ruhephasen. Ich ging zu einer Tierärztin, die sie abhörte und meinte, alles in Ordnung.
    Allerdings fand ich diesen Husten und die Lustlosigkeit meiner Hündin nicht so in Ordnung. Ok, sie ist neugierig, liebt Menschen und nun auch alle kleinen, weißen Hunde, aber wirklich toben - nö.
    Ich nun also zu einer Tierklinik gegangen. Beim Abhören konnten sie nichts feststellen. Also röntgen. Bingo. Ihre Lunge ist total vernarbt (sie hatte wohl eine nicht auskurierte Lungenentzündung) und das Herz zeigte sich als Sportlerherz. Sie rieten mir zum Herz-Ultraschall und wieder - Bingo. Gleich drei Krankheitszeichen zeigten sich. Die Mitralklappe schließt nicht richtig (Ärztin erzählte, dass dies meist bei kleinen Hunden vorkommt, nicht bei größeren) und die Herzkammerwand der rechten Herzkammer ist zu dick und beim Vorhof scheinen die Bänder ausgeleiert zu sein. Sorry, ich habe leider noch keinen richtigen Bericht, um es ganz korrekt zu schreiben.
    Jedenfalls sagte meine Ärztin, wenn Elli schon neun Jahre alt wäre, würde sie alles an Medikamenten bekommen, die helfen. Volle Dosis. Aber da Elli erst vier Jahre alt ist, bekommt sie nun erst einmal Entwässerungstabletten. Zwei am Tag.
    Ja, sie helfen. Sie hat nicht mehr gehustet, aber ihre Leistung ist auch nicht wirklich besser geworden. Das Kontroll-Röntgenbild sieht nach Meinung der Ärztin nicht wirklich verbessert aus.
    Jetzt heißt es aufzupassen, wenn sie wieder hustet, sofort zum Arzt und dann geht es wohl doch los mit den Medikamenten.
    Dabei haben Elli und ich uns so gut aneinander gewöhnt, sie liebt es gestreichelt und gebürstet zu werden (welch ein Gllück dass sie beim Bürsten immer einschläft) - ich mag gar nicht darüber nachdenken, was passieren kann.

    Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ja - auch wir haben einen Hund aus dem Ausland (Moskau). Nachdem unser Lucky (mit 9 Jahren holten wir ihn aus dem hiesigen Tierheim) im April erlöst werden musste und wir ohne Hund so gar nicht zurecht kamen, suchten wir die Tierheime nach einem zu uns passenden Hund ab. Mein Mann wollte sogar einen krebskranken Hund (Darmkrebs mit wenig Hoffnung) nehmen, so sehr fehlte uns eine Fellnase.
    Irgendwann besuchte ich die Kleinanzeigen und - boah! Da war sie! Unsere Elli!
    Als wir lasen, dass sie aus Russland kam, aber in einer Pflegestelle hier bei uns in der Nähe lebt. Wir besuchten sie noch am gleichen Tag. Sie war etwas eingeschüchtert, bot uns ihren Bauch zum Kraulen an und es sah aus, als wollte sie eigentlich nur ihre Ruhe haben. Das "Haus" der Pflegestelle war eine Baustelle, in dem kleinen, eingerichteten Raum war noch ein anderer Hund, der ständig bellte, drei kleine Kinder wuselten umher (eines davon legte sich ganz selbstverständlich auf den Bauch von Elli und und und). Es war gruselig.
    Wir wussten von Elli nur, dass sie drei Jahre alt, kastriert, geimpft, gechipt und auf Moskaus Straßen gelebt hat und dort in ein Tierheim gebracht wurde. Von dort wiederum kam sie in die Pflegestelle.
    Zwei Tage später wurde Elli von der Leiterin der "Organisation" zu uns gebracht. Diese Leiterin wohnt hier in der Nähe, wir haben immer noch Kontakt, sie interessiert sich dafür, wie es Elli geht. Das hätte ich, nachdem ich die "Pflegestelle" gesehen habe, nicht gedacht.
    Elli ist etwas schüchtern, zurückhaltend und wahnsinnig verschmust. Ihre Angst vor Autos und Fahrrädern sowie Geräuschen, die sie nicht einordnen kann (Bahn) ist fast ganz weg. Sie konnte nichts. Aber sie hat richtig viel Lust, viel zu lernen. Selbst das Spielen müssen wir ihr noch beibringen. Aber es macht Spaß, man sieht auch richtig, wie sie aufblüht. Es gibt wirklich noch eine Menge, was sie lernen muss, damit sie auch ohne Leine laufen kann.


    Wir haben viel Glück mit unserer Elli. Aber geplant war ein Auslandshund nicht.

    Ein schönes Thema, zu dem ich auch so meine Gedanken habe.
    Unser Lucky musste letzte Woche mit fast 16 Jahren erlöst werden. Lucky war mit 9 Jahren zu uns gekommen, lebte aber vorher bei einem Paar, welches sich dann getrennt hatte. Lucky also kannte schon die "Grundkommandos", aber er war ein Leinenpöbler und überaus an Futter interessiert. Die Hundeschule, die wir besuchten war nun so gar nichts für Lucky - und für uns (wir hatten ihn wohl viel zu früh dort angemeldet, er war unruhig und unkonzentriert, es machte uns einfach keinen Spaß). Also, "machten wir unser Ding" - ohne Hundeschule, aber immer mit den "perfekten Ratschlägen" von Gassibegegnungen. Lucky war trotz seiner "Macken" ein super toller, treuer und lieber Hund.
    Was ich heute anders machen würde, ist, einen Hund nicht ständig und für alles mit Leckerchen zu belohnen.


    Jetzt liegt hier unsere Elli. Eine dreijährige Bobtail-Mischlingshündin, die aus einem Moskauer Tierheim stammt. Sie lebte vorher auf den Straßen von Moskau. Also, keine Erziehung. Und dennoch: Sie geht super an der Leine, sieht sich immer mal zu uns um und reagiert sofort, wenn wir sie rufen. Sie ist eine "kleine", rundliche Madame, die aber Leckerchen überhaupt nicht zu kennen scheint oder sie einfach nicht mag. Ihre Belohnung besteht aus Kuscheln. Am liebsten immer. Überall. Und mit wachsender Begeisterung. Beim Bürsten schläft sie regelmäßig ein und.....ähm, shit, ich glaube, ich komme gerade total vom Thema ab. Sorry.


    Was ich eigentlich sagen wollte und was hier auch schon geschrieben wurde: Bei Lucky habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich es nicht fertig brachte, seine Leinenpöbelei gegen andere Hunde abzutrainieren. Ich war ständig auf der lauer und im Stress und in Sorge, dass uns andere Hunde, die Lucky nicht kannte begegneten. Mit seinem Alter wurde es besser und besser und er ruhiger.
    Ich mache mir diesen Stress nicht mehr. Und ich glaube, Elli merkt es und kann dadurch auch entspannter alles kennen lernen. Das "Pfui!" klappte auch ohne es zu trainieren. Einfach so.

    sab1707: Es tut mir sehr leid, dass auch Du solch einen schmerzlichen Verlust erleiden musstest. Fühle Dich gedrückt und umarmt und ja, ich kann es verstehen, dass, wenn einem ein "Zeichen", der Sternenstaub vor einem landet, dass man zugreift ohne dabei den vorher geliebten Hund "zu verraten".


    Nassi: Ich finde Deine Idee überhaupt nicht makaber oder unangebracht, im Gegenteil, es ist ein schöner Gedanke und bestärkt mich, unter unseren Flieder ein wenig Lucky zu begraben. Da er quasi der "Haushund" hier war und selbst Frauen, die eigentlich Angst vor Hunden hatten, sich anboten, ab und zu mal mit ihm Gassi zu gehen oder auf ihn aufzupassen, wird auch kein anderer Eigentümer etwas dagegen haben. Ein schöner und tröstlicher Gedanke. Und die Asche aus der Urne wird wohl tatsächlich bei meinen Schwiegereltern im Garten verteilt werden.


    Mara2011: Warum sollte man einen Menschen verurteilen, bloß, weil er sich gleich wieder einen neuen Hund holt. Ich denke da genauso wie Du, dass muss jeder selbst für sich entscheiden. Da Lucky ja aus dem Tierheim kam sollen wir das Heim über den Tod von Lucky informieren und die Todesbescheinigung vorlegen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir bei dieser Gelegenheit mal ein wenig dort rum schnuppern und gucken, was für Hunde sich dort so tummeln. Denn, für uns kommt nur ein Tierheimhund infrage, wenn wir wieder einen Hund bei uns einziehen lassen. Wer weiß, vielleicht hat Lucky für uns ja schon einen "ausgesucht"...