Zitat
Schara Ist die Hündin auch aus dem Ausland?
Weiß man bei ihr was für Erfahrungen sie gemacht hat?
Schau mal, das hat meine Freundin vor fast genau einem Jahr geschrieben (darf es einstellen)
Ich selbst habe keine Haustiere, es dreht sich um den Hund meiner Schwiegereltern.
Jenny ist seit 4 Wochen bei ihnen, es ist eine etwa 5jährige Mischlingshündin, die aus einem Tierlager in Spanien kommt und dort wohl laut Tierärztin Übelstes erlebt haben muss. Vorab soll erwähnt werden, dass Jenny nicht der erste Hund ist, den sie aus einem Tierlager bzw. Tierheim aufgenommen haben. Nachdem der Vorgängerhund altersbedingt gestorben ist, wollten sie nach der Trauerphase gerne wieder einen Hund, dachten aber auch nicht, dass es so schnell geht. Sie wurden vom Tierschutz kontaktiert mit der Anfrage, ob Interesse an Jenny besteht. Sie suchten für Jenny speziell ein Zuhause bei Senioren, ohne Kinder und auch ohne andere Tiere im Haus, weil sie wohl sehr ängstlich ist.
Wir haben sie dann bei der Pflegefamilie abgeholt und die meinten auch, dass sie ängstlich ist, aber sonst alles normal. Dem ist aber nicht so. Sie ist jetzt seit 4 Wochen bei meinen Schwiegereltern und folgende Probleme gibt es:
- sie frisst und trinkt nur, wenn sie nicht beobachtet wird, bzw. wenn ihre Herrchen schlafen. Tagsüber nimmt sie nichts zu sich, keine Leckerchen, nichts. Auch kein Wasser. Fakt ist, sie frisst und trinkt nur nachts.
- Sie pinkelt und kackt nicht beim Gassi, sondern immer nur in der Wohnung und das zu 95% auch nur nachts, wenn sie sich wohl völlig ungestört fühlt. Allerdings auch nicht jede Nacht, sie schafft es bis zu 36 h nicht zu pinkeln, das andere noch seltener, im extremsten Fall bis zu einer Woche!
- Sie bellt nicht, niemals
- Sie macht teilweise einen recht verängstigen und unsicheren Eindruck
Die TA meint, dass Jenny das vermutlich nicht mehr lernen wird, nicht in der Wohnung zu pinkeln, etc. Sie macht uns keine Hoffnung mehr in dieser Hinsicht. Meine Schwiegereltern sind ziemlich oft beim TA mit ihr. Sie hat von ihr auch mehrmals ein Klistier bekommen zwecks Darmentleerung. Sorry, wenn ich das jetzt so schreibe, aber ich denke, es ist wichtig, um Jenny zu verstehen. Als sie beim letzten Mal eine Woche nicht gekackt hat, hat sie ihr dann schließlich ein Klistier gegeben und meinte, jetzt sofort raus mit ihr ins Feld, das geht ganz schnell. Also sofort aus der Praxis raus aufs Feld. Es war schlimm, wir haben gemerkt, dass sie ganz dringend muss, aber sie hat sich das total verkniffen und war fast 2 h im Feld und nichts ist passiert. Dann zurück beim TA, die hat dann noch mal nach dosiert und dann hat sich Jenny direkt in der Praxis entleert.
Die TA weiß auch keinen Rat mehr, so nach dem Motto, dann geben Sie den Hund doch wieder zurück. Aber das wollen meine Schwiegereltern natürlich nicht. Sie wollen Jenny einfach ein gutes, liebevolles Zuhause geben nach allem, was sie erlebt hat und möchten so gerne, dass sie sich wohl fühlt. Die erste Hündin, die sie vor Jahren aus dem Tierheim hatten, wollte auch erst mal die ersten 3 Wochen nur in der Wohnung pinkeln, hat sich dann aber auch gut gegeben. Aber wirklich noch kein Hund hat nur nachts in völliger Ruhe gefressen. Mal ganz ab von den anderen o. g. Problemen.
und das hat sie vor zwei Tagen geschrieben
hier ein kleines up-date. Jenny geht es sehr gut und momentan denken wir sehr oft an die schwierige Zeit vor 1 Jahr zurück, ich denke, das Schlimmste war, dass wir nicht wussten, wie wir Jenny helfen können. Aber wir glauben alle, dass sie mittlerweile weiß, dass sie ein gutes Zuhause gefunden hat. ein 6er im Hundelotto sozusagen.
Jenny ist immer noch scheu, allerdings läuft sie auf vertrauten Strecken ohne Leine und hört sogar auf div. Kommandos, obwohl sie das ja nie gelernt hat und auch nie in einer Hundeschule war. Allerdings nur die Kommandos meiner Schwiegermutter. Dabei geht es hauptsächlich darum, dass sie bei Fuß kommen soll, wenn zB ein Auto kommt und sie die Straße überqueren wollen.
Vor Kurzem habe ich sie im Park getroffen, da kam ein ganz kleiner Welpe, ein 7 Wochen alter Schäferhund und Jenny hat nach anfänglichem Misstrauen sogar mit ihm Kontakt aufgenommen und mit dem Schwanz gewedelt. Sie hat noch 1 bzw 2 Hundefreunde, denen sie vertraut und die sie nicht ängstigen.
Was relativ neu ist: sie knurrt, wenn Besuch kommt und stellt richtig das Nackenfell auf. Oft liegt sie in ihrem Korb im Flur und knurrt kurz und läuft dann mit dem Besuch (auch bekannte Personen wie zB mein Mann und ich) zum Wohnzimmer, stellt dabei das Nackenfell auf, legt sich in ihren anderen Korb dort, knurrt noch kurz und dann merkt sie, dass alles okay ist und beruhigt sich sofort. Wie gesagt, sie kommt dann nicht knurrend auf einen zu, sondern bleibt entweder im Korb liegen oder läuft mit ins WoZi und legt sich da gleich wieder ab.
aber alles kein Problem, Jenny wird heiß und innig geliebt und ist ein richtig schöner, gesunder Hund geworden.
Natürlich gab es zwischendurch auch noch viele viele Berichte. Es ist eine wunderschöne Erfolgsgeschichte geworden, finde ich. Aber es war auch sehr sehr schwer.