Beiträge von schara

    Ich habe mir aufgrund des Titels mehr Hintergrundwissen zur Psyche des tauben Hundes erwartet. Allerdings steht klar darunter "Ratgeber für taube Hunde". Genau dies ist das Buch auch. Ein guter Ratgeber zu allem was man rund um den tauben Hund wissen sollte.
    Einführung in die Hilfsmittel, die Diagnose, die Kommunikation und natürlich das Training. Sicherlich ein lesenswertes Buch. Mir hat es allerdings keine Erkenntnisse gebracht, die ich nicht schon vorher hatte. Aber es informiert sich auch nicht jeder so umfassend im Internet oder hier im DF wie ich es tue.
    Als grundlegendes Wissen für den Umgang mit einem tauben Hund ist das Buch sicherlich empfehlenswert.

    Ich würde mir einmal ein Buch über die Psyche, das Wesen des tauben Hundes wünschen. Inwiefern diese Hunde anders sind, denn dies sind sie in meinen Augen definitiv. Dafür wäre eine umfassende Recherche notwendig. Man müsste mehrere taube Hunde kennen und kennenlernen.
    Interessant wäre auch der Vergleich tauber Hund - blinder Hund. Vielleicht mache ich mich mal an die Recherche und schreibe so ein Buch. ;)

    Ui, warum entdecke ich den Thread erst jetzt?

    Alle Achtung was du mit deinem tauben Hund erreicht hast. Von dieser Folgsamkeit sind wir weit entfernt. Schara befolgt Kommandos nur wenn sie will. :roll:

    Schara bekam ich als fast tauben Hund mit 2,5 Jahren. Vorher lebte sie angebl. auf den Strassen Bulgariens. Sie kommt aber aus dem TH Garmisch.
    Eine Audiometrie ergab, dass die Gehrinströme das Gehör nicht weiter leiten. Ich nehme an, dass sie bei Geburt einen Sauerstoffmangel erlitt oder einmal unter Wasser gehalten wurde.
    Wir haben uns auch bewusst gegen Hilfsmittel wie Vibrationshalsband oder Laserpointer entschieden. Mittlerweile läuft Schara bei uns auf dem Land auch immer ohne Leine. Sie muss einen gewissen Radius einhalten, bzw. immer wieder zu mir kommen und ca. alle 10 sek zu mir schauen. Das klappt ganz gut.
    Ich würde sofort wieder einen gehörlosen Hund holen. Es hat für mich auch durchaus seine Vorteile. Schara ist den ganzen Tag mit mir im Laden und pennt, weil sie nicht jeden Kunden oder Postboten hört. Morgens können wir im ersten Stock aufstehen und uns fertig machen, während sie im Erdgeschoß weiter schläft. Erst wenn sie uns riecht wacht sie auf.

    Wäre schön wenn wir uns hier weiterhin austauschen könnten.

    Das kenne ich auch. Mir sagt jeder zweite "...gell, und die sind halt so dankbar"! :roll:

    Schara ist genau so dankbar, wie die Leckerlies in meiner Tasche ausreichen. Da mach ich mir gar keine Illusionen. Sie weiss einen warmen Platz zu schätzen, regelmäßiges Futter, Streicheleinheiten. Aber wo und von wem das stattfindet ist ihr vollkommen wurscht.

    Meine ersten zwei Hunde hatte ich von Welpe an. Einer aus privatem Haushalt, der andere aus schlechter Zucht. Beide Hunde waren gut sozialisiert (warum auch immer) und machten keine Schwierigkeiten.

    Schara war 2,5 Jahre Strassenhund in Bulgarien, bevor sie zu uns kam. Folgendes würde ich ihrem mangelhaften Vorleben zuschreiben:

    - absolut keine Sozialisierung, mag keine Hunde gleichen Geschlechts
    - kann nicht spielen, hat nie jemand mit ihr gemacht
    - Fremden gegenüber mißtrauisch, läßt sich von Fremden nicht über den Kopf streicheln
    - kann alles Verdorbene fressen, hat einen Magen wie ein Stier, Obst/Gemüse mag sie nicht
    - ist draussen immer mit der Nase am Boden unterwegs, gab wohl nichts anderes als Futtersuche
    - springt Menschen nicht an, pfötelt nicht, hat sie wohl gelernt, nachdem sie unschön abgewehrt wurde
    - würde uns sofort für die nächstbeste Person eintauschen, Bindung ist da aber nicht absolut
    - horrende Angst vor dem Tierarzt

    Untypisch für einen Strassenhund ist wohl, dass sie noch nie etwas genommen hat, dass ihr nicht zustand, noch nie etwas kaputt gemacht hat, noch nie ins Haus gemacht hat, von Anfang an alle Regeln akzeptierte die man ihr nur ansatzweise beibrachte. Sie kann einwandfrei im Auto mitfahren, kann alleine bleiben, man kann sie überall hin mitnehmen und sie kann auch im Laden einfach mal so 8 Stunden verpennen.

    Wahrscheinlich könnte jeder andere Hund genauso sein, egal ob Strassenhund oder gut sozialisierter Welpe. Man schiebt halt vieles auf die Vergangenheit. Man macht sich Gedanken und weiss doch so viel wie gar nichts über das Vorleben des Tieres.

    Ich hätte auch mal eine Frage für die es sich nicht lohnt einen Fred zu eröffnen.

    Schara war 2 Nächte und einen ganzen Tag bei der Sitterin wo sie sich sichtlich zuhause und wohl fühlt. Heute morgen hat mein Mann sie angeholt. Mit ihm gleichzeitig betrat eine fremde Frau den Flur, die entweder einen Hund brachte oder abholte. Schara kam aus der Küche, rannte an meinem Mann (den sie heiss und innig liebt) vorbei, begrüßte die Frau schwanzwedelnd und sprang vor lauter Freude sogar an ihr hoch, was sie sonst nie macht. Meinen Mann hat sie links liegen lassen.

    Jetzt bin ich auf eure Erklärung gespannt. Vielleicht hilft es meinem sichtlich geknicktem Mann weiter. :/

    Bei dem Programm das ihr tagsüber habt verstehe ich nicht ganz warum der Hund überhaupt aufs Laufband muss/soll/darf. Ich denke ein Hund fühlt sich beim faul rumliegen auch mal ganz wohl.

    Das ist jetzt alles ganz ohne Ironie oder Boshaftigkeit geschrieben. Also bitte nicht falsch verstehen.

    Kannst du mal schreiben warum du meinst der Hund hätte einen Bedarf für das Laufband? Oder habe ich das überlesen?

    Zitat

    Vielleicht ist der Grund dafür, dass ich nicht mit Pinsel im dunklen Wald spazierengehe völlig legitim? Vielleicht sehe ich nicht gut? Darf ich daher keinen Hund haben?

    Woher wollt ihr denn wissen, was ich mit Pinsel sonst noch so mache?

    Dann solltest du uns das mitteilen, wie sollen wir es sonst wissen. Es gibt hier auch Mitglieder die im Rollstuhl sitzen. Das ist bekannt und die Thematik ist dann eine ganz andere.

    Selbstverständlich wissen wir nicht, was du sonst noch mit Pinsel treibst. Es wäre schön wenn du das schreiben würdest. Dann kann man sich doch ein besseres Bild machen.

    Zitat

    Die Frage kam auf, ob es ihr wirklich Spaß macht oder ob sie einfach nur läuft weil sie es "muss"

    Es macht ihr Spaß, sie geht freiwillig auf das Laufband, läuft ohne Fremdeinwirkung - ist also nicht an der Leine. Lediglich ein Halsband trägt sie, wo der "Totmacher" für den "Notfall" befestigt ist.
    Falls sie nämlich tatsächlich nicht mehr könnte, den Halt verliert etc, dann hält das Laufband sofort an.
    Also für ausreichend Sicherheit ist gesorgt..

    Das ist doch Quatsch. Was heisst da freiwillig?! Sie geht einfach so in den Raum wo das Ding steht, geht drauf, macht es an, hakt den "Totmacher" ein und läuft los?
    Das wäre für mich freiwillig.
    Sobald du mit ihr zu dem Teil gehst und sie "bittest" auf das Laufband zu stehen, wird sie es als folgsamer Hund tun. Das ist ja das fatale am Hund. Er ist seinem Herrchen immer noch treu ergeben, auch wenn dieser ihn durchs Feuer schickt.
    Schara geht auch mit mir "freiwillig und ohne Zwang" zum Tierarzt, obwohl sie da mit Sicherheit nicht rein will.

    Wie ich schon vorher geschrieben habe, kann man nachts auch in einer Wohngegend spazieren gehen. Da sind die Strassen beleuchtet und man kann immer mal wieder in ein beleuchtetes Wohnzimmer kukn. Hat auch was. :D